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Wolfgang Ritte und Barbara Schlosser neue Aktiven-Seniorensprecher |
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Geschrieben von: Axel Hermanns
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(Darmstadt/Krefeld, 08. Juli 2010) Mittlerweile haben wir nicht nur einen neuen Bundespräsidenten (die Nation, die jetzt mit dem Wulff tanzt), sondern auch taufrische Senioren-Aktivensprecher. Diese frohe Kunde drang aus der Kommandozentrale unser aller Verbandes, dem DLV, in Darmstadt. Danach waren bei dem Prozedere anlässlich der Deutschen Senioren-Meisterschaften I und II in Kaiserslautern sowie Kevelaer, anders als in Berlin, nur zwei Wahlgänge erforderlich. Es wurden 156 Stimmen abgegeben. Wie üblich gab es ein bisschen Verschnitt von ungültigen Stimmen. Für Stabhochspringer Wolfgang Ritte (Wesel) votierten 151 Vereinsvertreter. Das war nun keine große Überraschung, da der „Himmelsstürmer“ der einzige männliche Kandidat war, wofür er freilich nix kann, und dennoch eine gute Wahl ist. Das Urteil erlaube ich mir jetzt einfach mal, da ich ihn fast 40 Jahre kenne und von Berufs wegen so manche Zeile über ihn geschrieben habe. Bei der Kampf-Abstimmung zwischen Werferin Barbara Schlosser (Wiesbaden) und Stabhochspringerin Christina Ziemann (Holzminden) wurde Schlosser mit 76:69 Stimmen wieder gewählt. Das freut uns besonders, da sie im doppelten Sinne eine von uns ist. Also künftig mit allen Sorgen, Beschwerden, Kümmernissen, so sie denn die Leichtathletik betreffen, ran an das Duo. Per E-Mail erreichbar unter
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und
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. Foto-Hinweis: Drei lebende Stabhochsprung-Legenden bei der World Athletics Gala im November 2008 in Monte Carlo: Sergej Bubka, Jelena Isinbajewa und Wolfgang Ritte. Foto: Axel Hermanns |
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Werfer-"Dino" Philipp Frech vollendet heute sein 90. Lebensjahr |
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Geschrieben von: Axel Hermanns
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(Pulheim, 06. Juli 2010) Was haben Alt-Bundespräsident Richard Karl Freiherr von Weizsäcker (*15.04.20), Literatur-Papst Marcel Reich-Ranicki (*02.06.20) und Werfer-„Dino“ Philipp Frech (*06.07.20) vom Pulheimer SC gemeinsam? Sie allesamt hatten das Glück, dass ihre Eltern unversehrt den 1. und sie selber den 2. Weltkrieg überstanden haben. Ansonsten hätten sie Anno Domini 1920 nicht das Licht der Welt erblicken und in der genannten Reihenfolge 2010 einen veritablen Geburtstag feiern können. Nämlich die Vollendung des 90. Lebensjahres. Ferner sind sie unisono mit einer beneidenswerten geistigen Frische gesegnet. Aber eines hat „unser“ Philipp seinen zwei etwas berühmteren Mit-Jubilaren garantiert voraus: Was die körperliche Fitness angeht, steckt er sie lo cker in die Tasche. Jede Wette! Trotz eines künstlichen rechten Kniegelenkes seit 1995. Sport als Lebenselexier Alt zu werden ist angeblich kein Verdienst, sondern eine Gnade. Das bestreitet Philipp entschieden. „Natürlich müssen die genetischen Voraussetzungen stimmen“, räumt er ein. „Aber jeder kann in vielerlei Beziehung eine Menge für sich und seine Gesundheit tun.“ Seine Lebensmaxime lautet: Wer rastet, der rostet. Oder als echte kölsche Jong: Von nix kütt nix. Den Spruch „No Sports“ von Sir Winston Churchill hält er logischerweise für blanken Unsinn. Sein Credo: Viel Sport, darunter jeden Tag eine halbe Stunde Gymnastik und mehrmals die Woche im 30 Grad warmem Wasser des Erlebnisbades in Dormagen 500 Meter schwimmen. Fit hält den (Wieder-)Junggesellen, der drei Töchter und einen Sohn hat, zudem die eigene Bewirtschaftung seines schmucken Hauses in Pulheim und dass er täglich für sich sowie gelegentliche Besucher mit frischen Zutaten kocht. Aus russischer Gefangenschaft geflohen Der Mann ist schlichtweg faszinierend, hielt viele Jahre als Gastdozent der Deutschen Sporthochschule Köln Seminare und Vorlesungen über "Sport von Jung bis Alt". Wenn er aus dem Nähkästchen seines prallen Lebens plaudert, kann man ihm stundenlang gefesselt zuhören, ohne dass es auch nur eine Sekunde langweilig würde. Bücher füllend. Platz, den wir leider nicht haben. Deshalb gerafft und gestrafft: Klein-Philipp wurde als sechster von acht Sprösslingen (sechs Jungs, zwei Mädchen) in Köln geboren, betrieb von Kindesbeinen an Sport beim damaligen TV Kalk. Als studierter Maschinenbau-Ingenieur war er während des Krieges in der Luftfahrt-Forschung tätig und deshalb vom Militär-Dienst freigestellt. Als das soldatische Personal jedoch immer knapper wurde, schickten sie ihn auf dem letzten Drücker noch auf die Offiziersschule und schließlich als Fähnrich an die Ostfront. In seinem Rucksack befand sich neben dem obligatorischen Essbesteck stets auch ein Diskus. Später geriet er in russische Gefangenschaft, büchste beim dritten Versuch erfolgreich aus und kehrte schon im Juni 1945 nach Köln zurück. Von einem im Krieg gefallenen älteren Bruder übernahm er die Spedition. Zunächst nur einen LKW, ein ausgedienter Wehrmachtslaster mit Panzerketten auf der Hinterachse. Mit gerade 25 war er seinerzeit der jüngste Unternehmer der Domstadt. Klar, dass er höchst persönlich auf dem Bock saß. Durch Geschick und Weitblick baute er die Firma sukzessive aus. In der Blütezeit rollten unter seiner Flagge 15 Fernverkehrslastzüge gleichzeitig auf bundesdeutschen Straßen. Als Not am Mann war, chauffierte er 1994, also 74-jährig, einen 42-Tonner von Passau nach Köln. Das war selbst dem WDR-Fernsehen damals einen Beitrag wert. Mit 75 nach Südafrika durchgestartet Derweil sich Otto Normalverbraucher mit 75 nach einer schnuckeligen Senioren-Residenz umschaut, falls er denn über das nötige Kleingeld in großen Scheinen verfügt, startete Philipp Frech noch einmal so richtig durch. Er kaufte sich 1995 in Fals Bay (Südafrika) am indischen Ozean, in unmittelbarer Nähe vom Kap der guten Hoffnung, da wo sich atlantischer und indischer Ozean „küssen“, eine Eigentumswohnung in einer Anlage mit traumhaftem Ausblick aufs Meer. Seither verbringt er dort als eine Art ständiger Sonnenkönig die Monate November bis Mai, geht mit Delphinen und Pinguinen schwimmen, surft vor der eigenen Haustüre auf dem Wasser und dahinter im Internet, erkundet mit seinem PKW das wunderschöne Land sowie deren überwiegend herzliche Bevölkerung. Schlappe 20.000 Kilometer hat er sich im letzten Halbjahr bei original britischem Linksverkehr unter die Räder genommen. Mit 89. Nicht Tempo, sondern Jahren. Da legs die nieder. Nachvollziehbar, dass sein geliebter Sport während der selbstständigen Tätigkeit zu kurz kam. Erst ab 1986 hat er wieder intensiver trainiert. Die Erfolge stellten sich rasch ein. Bereits 1989 verbesserte er trotz eines Salto nullos im Stabhochsprung den deutschen Rekord im Zehnkampf der M 65. Es folgten 16 DM-, fünf EM- und fünf WM-Titel, vornehmlich mit dem Diskus. Dazu wurde er einmal Vize-Weltmeister im Zehnkampf, warf etliche deutsche Diskus-Rekorde in verschiedenen Altersklassen. Bei seinen ausgedehnten Aufenthalten auf dem schwarzen Kontinent gewann er 46 (!) Goldmedaillen in den fünf Wurfdisziplinen sowie im Werfer-Fünfkampf bei Afrikanischen und Südafrikanischen Meisterschaften der Masters. Exakt dieses stramme Programm wird er in diesem Monat bei der Senioren-EM in Ungarn als international echter M90er bestreiten. Nebenbei bemerkt wiegt seine komplette Medaillen-Sammlung elf Kilogramm. Allerdings ist seine Lieblingstrophäe ein Diskus, den er von Weltrekordler Jürgen Schult geschenkt bekommen hat und der von ihm sowie etlichen anderen Weltklasse-Diskuswerfern wie Lars Riedel mit jeweiliger Bestleistung versehen signiert wurde. Geburtstag wird häppchenweise gefeiert Seinen Ehrentag beginnt der umtriebige (Un-)Ruheständler bei einem von einigen Klubkameradinnen bereiteten Frühstück. Gefeiert wird indes häppchenweise mit den unzähligen Sportfreunden, die er ohnehin nicht alle an einem bestimmten Tag zusammen bekäme. Schließen wir uns den PSC-Damen an, sagen artig und aufrichtig: herzlichen Glückwunsch, lieber Philipp! Womöglich reiht sich Noch-Landesvater und „Nachbar“ Jürgen Rüttgers in die Gratulantenschar ein. |
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Virtuelle Fair-Play-Trophäe an Kugelstoßer Werner Weber |
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Geschrieben von: Axel Hermanns
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(Kevelaer/Krefeld, 05. Juli 2010) Fair play. Nicht nur rein sprachlich gesehen heutzutage im Sport und richtigen Leben zum Fremdwort verkommen. Schön, dass es bisweilen noch Ausnahmen gibt. Eine solche lieferte Werner Weber (Bild) von der LG Peiner Land Samstag in Kevelaer beim Kugelstoß-Wettbewerb der M 60. Der 63-jährige Unfall-Chirurg bekam quasi eine Bronze-Medaille auf dem Silber-Tablett serviert und schlug sie aus. Bei seinem zweiten Versuch wurden 13,84 m gemessen und abgelesen. Nachdem er den „Hörsturz“ verdaut hatte, sagte er für alle deutlich vernehmbar: „Die kann ich nicht stoßen.“ Das war auch der Eindruck der Konkurrenten und Schaulustigen vom tatsächlichen Abdruck seines Versuches, den allein die junge Feld-Kampfrichterin nicht richtig gesehen hatte. Der wirkliche Einschlag, der unter Zuhilfenahme aller Augenzeugen ausfindig gemacht wurde, ergab schließlich 12,61 m. Es sollte übrigens die Tagesbestweite von Weber bleiben, womit er im Endklassement den siebten Platz belegte. Bronze ging mit 13,16 m weg. Lampis verleiht die virtuelle Fair-Play-Trophäe und zieht symbolisch den Hut! Eine andere Art von Sportsgeist zeigte Eugen Reinhardt (*1940) von der LG Fallingbostel, ebenfalls – fast ist man geneigt zu konstatieren was sonst – ein Kugelstoßer. Bei dem Siebziger in Lauerstellung klingelte gestern morgen in Walsrode um 3:45 Uhr der Wecker, 45 Minuten danach setzte er sich in sein Auto, fuhr die 60 Kilometer bis zum Hauptbahnhof in Hannover, bestieg dort um 5:40 Uhr den ICE gen Westen und kam letztlich nach ein paar Mal umsteigen um 10:15 Uhr auf dem Provinz-Bahnhof des Wallfahrtortes an. Sein Wettkampf begann um 12:15 Uhr, endete für ihn mit der Saisonbestleistung von 12,95 m und der unverhofften Silbermedaille. Ab 15:51 Uhr das genannte Prozedere rückwärts, um 20:50 Uhr wieder daheim und nach kurzer Erfrischung zehn Minuten später das erste Bier gezischt. Ein Aufwand, von den Kosten gar nicht zu reden, den nur Sportler auf sich nehmen. |
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Traue keiner selbst gefälschten Statistik |
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Geschrieben von: Axel Hermanns
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(Krefeld, 05. Juli 2010) Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. So sind wir einer anderenorts publizierten Falschmeldung aufgesessen. Werfer-„Dino“ Philipp Frech vom Pulheimer SC hat mit seinen 19,84 m in Kevelaer mitnichten den sieben Jahre alten deutschen Rekord von Anton Polgar (Satteldorf) im Diskuswurf der M 90 verbessert. Vielmehr hatte er den schon Ende April bei den South African Championships im Bellville-Stadium in Kapstadt auf 21,10 m gesteigert. Das haben wir auch berichtet. Echt zu blöd. Einem Elefanten, die zu den Big Five in Südafrika gehören, wäre das nicht passiert. Nur gibt es keine geeigneten Tastaturen für die Dickhäuter. Also stehen wir zu unserem Fehler und gestehen ihn, statt klammheimlich Überschrift und Text unter Ergebnisse vom 3. Juli zu korrigieren. |
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Nadine Kleinert stieß mit 19,64 m deutschen W-35-Rekord |
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Geschrieben von: Axel Hermanns
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(Gotha/Krefeld, 03. Juli 2010) Es wird sie höchstens am Rande interessieren, sofern sie es überhaupt wahrnimmt oder ihr jemand flüstert. Und dennoch ist es Fakt: Die WM-Zweite Nadine Kleinert (*75) vom SC Magdeburg verbesserte beim traditionellen Schlossmeeting gestern in Gotha den fünf Jahre alten deutschen W-35-Rekord im Kugelstoßen (19,16 m) von Astrid Kumbernuss vom SC Neubrandenburg. Nicht einmal, sondern gleich dreimal. Korrekt ausgedrückt: ihre inzwischen eigene Bestmarke in einer Art „Steigerungslauf“ noch weitere zwei Mal. Die Versuche von eins bis sechs: 18,99 m, 19,41 m, 19,41 m, 19,31 m, 19,45 m, 19,64 m. Damit löste der Schützling von Bundestrainer Klaus Schneider (Magdeburg) zugleich Petra Lammert (19,42 m) vom SC Neubrandenburg an der Spitze der deutschen Jahresbestenliste ab. Zwei weitere Senioren, die sich nicht als solche fühlen, sorgten vor ansehnlicher Zuschauerkulisse bei der 13. Auflage dieses allein den Kugelstoßern vorbehaltenen Wettbewerbes für Furore. Ralf Bartels (*78) vom SC Neubrandenburg gewann die Konkurrenz der Männer-Hauptklasse mit 20,38 m vor dem erst 20-jährigen Jahrhundert-Talent David Storl (20,22 m) vom LAC Erdgas Chemnitz sowie Lokalmatador und Mit-Organisator Andy Dittmar (*74) von Big Gotha, der mit 19,37 m Saisonbestleistung erzielte. |
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