Rekord bei Nordrhein "Open": 415 Teilnehmer aus 133 Vereinen gemeldet PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Axel Hermanns   
(Duisburg/Krefeld, 01. Juni 2010) Eine Prozession der besonderen Art wird sich an Fronleichnam Richtung Leverkusen in Bewegung setzen. 415 Teilnehmer aus 133 Vereinen starten im der Leichtathletik vorbehaltenen Stadion Manfort in Leverkusen bei den Offenen Nordrhein-Seniorenmeisterschaften. Trotz oder gerade wegen des diesmal anderen Termins, obwohl auch ein Donnerstag, bedeutet dies ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr an Christi Himmelfahrt in Troisdorf und damit ein Rekord-Meldeergebnis. Freilich alles wie gehabt mit Augenmerk auf den überschaubaren Aktionsradius vieler „Oldies“. Ungeachtet der sehr guten Autobahnanbindung zur A 3 (nur zwei Kilometer bis zum Stadion) und der bekanntermaßen hervorragenden Anlagen unter dem Bayer-Kreuz gibt es nur wenige „Verirrte“ aus den unmittelbar angrenzenden Landesverbänden Westfalen und Rheinland. Das war umgekehrt auch bei den „Westfalen Open“ zu beobachten. Noch krasser sogar. Allerdings lag Minden für die Nordrheiner und Rheinländer ziemlich weit vom Schuss. Wobei an dieser Stelle nicht schamhaft verschwiegen werden soll, dass es auch notorische Verweigerer aus dem eigenen Landesverband gibt.
Für das anstehende Ereignis wurden durch Mehrfachstarts insgesamt 814 Nennungen abgegeben. Darauf entfallen auf die drei Stoß-/Wurfdisziplinen mit 237 (153 M, 84 W) mehr als ein Viertel.
Bei einem Streifzug durch die Altersklassen und Wettbewerbe kristallisieren sich indes ganz unterschiedliche Schwerpunkte heraus. Traditionell sind die M/W 30 und 35 in Summe durchgängig unterbelichtet frequentiert. Die M 50 schießt mit 26 Gemeldeten den Vogel ab und verzeichnet mit elf im Diskuswurf auch die zahlenmäßig best besetzte Disziplin. Das Pendant bei den Seniorinnen ist mit zusammen 15 erstaunlicherweise die W 70, wobei Kugel (6) vor Diskus (5) und Speer (4) rangiert. Völlig verwaist ist der Speerwurf der M 55. In 26 der 57 Konkurrenzen haben die Teilnehmer mangels Masse Edelmetall bei einem gültigen Versuch bereits sicher, so sie denn zugleich den Medaillenstandard erfüllen.
Noch ein bisschen Fleisch an die Knochen: Prominentester Athlet der U 60-Generation, also der gemeinhin noch werktätigen Bevölkerung, ist Diskus-Ass Lothar Pongratz vom LC Paderborn. Unser VIP-Mitglied geht als Titelverteidiger und natürlich Favorit der M 55 in den Ring. Sein Klub stellt mit vier Aktiven und acht Starts zugleich die stärkste nachbarliche Werfer-Fraktion. Interessant wird auch sein, wie schwer die Hypothek bei Kugelstoßer Martin Fischer (M 35, ebenfalls Paderborn) wiegt, der sich jüngst in einer Art Quantensprung auf märchenhafte 15,35 m steigerte (wir berichteten).

Brechen wir noch eine Lanze für die Hammerwerfer, die in aller Regel die eingefleischtesten Spezialisten unter den Werfern sind. Anders als bei anderen Landesverbänden (zum Beispiel Westfalen, zuletzt Niedersachsen und Bremen) ist ihre Disziplin nicht im Programm. Zugegeben: Das scheiterte häufig an den nicht vorhandenen technischen Voraussetzungen der jeweiligen Veranstaltungsorte. Dem ist jedoch in der einstigen Hammerwurf-Hochburg Leverkusen nicht so. Also muss die Frage erlaubt sein, warum hier nicht flexibler auf die örtlichen Gegebenheiten reagiert wird? Ein Fall für die Senioren-Beauftragte Gisela Stecher (Grevenbroich), von Haus aus übrigens eine aktive Werferin, diesmal allerdings in der Organisation eingebunden und am PC festgetackert.
Was bei Meldeschluss noch nicht absehbar war: Das Wetter wird auch mitspielen. Das ist keine eben neue Erkenntnis. Doch ganz dem Feiertag angemessen wird es trocken und warm sein.