| ZDF-Reporter Peter Leissl erfindet die Leichtathletik-Geschichte neu |
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| Geschrieben von: Axel Hermanns |
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(Krefeld, 30. Juli 2010) Oh Schreck lass’ nach. Es ist unerträglich, welchen Honig blühenden Blödsinn das literarische ZDF-Duett Leissl/Poschmann bei den Übertragungen von der EM in Barcelona verzapft. Deshalb muss ich wortbrüchig werden und doch noch einmal aus der Hüfte schießen. Schenkt man diesem Duo Diabolo glauben, müssen die Leichtathletik-Geschichtsbücher neu geschrieben werden. Die Ohrenkrankheit mit sechs Buchstaben namens Leissl will uns anlässlich der Kugelstoß-Qualifikation der Männer heute Vormittag weismachen, Al Feuerbach (*14.01.48, 1,86 m, 120 kg) aus den USA wäre der kreative Schöpfer der Drehstoß-Technik. Voll daneben! Feuerbach bevorzugte die konventionelle Rückenstoß-Technik nach seinem Landsmann Parry O’Brien. Müsste auf unserem Internet-Portal von Werfern für Werfer eigentlich nicht erwähnt werden, wer es wirklich war. Nun sollen allerdings auch unsere vielen Gäste fortan nicht dieser Fehlinformation aufsitzen. Wer also hat’s erfunden? Nicht die Finnen, nicht die Schweizer (da war es das Hustenbonbon), sondern Alexander Baryischnikow (11.11.48, 1,98 m, 130 kg) aus der damaligen Sowjetunion. Es gab zwar schon vor ihm Experimente von „namenlosen“ Kugelstoßern in diese Richtung. Doch er galt als der eigentliche Erfinder, der dieser Technik zum internationalen Durchbruch verhalf. Baryschnikow war es auch, der als erster Kugelstoßer der Welt am 10. Juli 1976 in Colombes (Frankreich) mit exakt 22,00 m die 22-Meter-Marke knackte. Gut drei Jahre zuvor verbesserte Al Feuerbach den sechs Jahre alten Weltrekord von Randy Matson (ebenfalls USA) am 5. Mai 1973 im kalifornischen San José um vier Zentimeter auf 21,82 m. Wer angibt hat bekanntlich mehr vom Leben. Aber das alles schüttele ich mir natürlich auch nicht aus dem Ärmel respektive aus meiner angewachsenen Festplatte (mit dem ersten Drehstoßer schon). Das ZDF hat den Print-Kollegen Gustav Schwenk (*17.12.23) beratend zur Seite. Der „Eiserne Gustav“ gilt als Fleisch gewordenes LA-Lexikon. Der hat Leissl den Mist garantiert nicht souffliert. Drum merke: Vor dem Reden Gehirn einschalten, Datenbank bemühen oder einfach Gustav fragen. |






