Vielseitigkeit ist in Bogen bei den "Deutschen" im Werfer-Fünfkampf gefragt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Axel Hermanns   

(Krefeld, 19. August 2010) Vielseitigkeit ist gefragt bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften im Werfer-Fünkampf (Kugel, Diskus, Speer, Hammer, Gewichtwurf) Samstag/Sonntag in Bogen bei Deggendorf (Bayern). Und das bedeutet auch immer ein Art Seiltanz. Bei dem Versuch die Schwächen zu stärken, werden womöglich die Stärken geschwächt. Den absolut kompletten Werfer-Fünfkämpfer, gilt natürlich auch für das weibliche Geschlecht, gibt es ohnehin nicht. Dazu sind diese fünf Disziplinen einfach zu unterschiedlich. Glasklar ist allerdings, dass sehr gute Hammerwerfer/innen im Vorteil sind (mit welchem Recht eigentlich?). Schließlich haben sie mit dem Gewichtwurf  buchstäblich ein zweites Standbein. Kann kein anderer Spezialist von sich sagen.
Der größte Andrang herrscht unter den insgesamt 170 Teilnehmern (110 Männer, 60 Frauen) mit je 18 Bewerbern in der M 60 und 70. Mit Klaus Kynast (ASC 09 Dortmund), der die Meldeliste auch anführt, sollte sich in der M 60 der ausgeglichenste Athlet durchsetzen. Denn sein ärgster Widersacher Hans-Jürgen Blume (LG Wennigsen) ist ein lausiger Speerwerfer. Dafür ist dessen Klubkamerad Manfred Meier der wohl kompletteste nationale Fünfkämpfer überhaupt. Er hat gemeinhin keinen Ausreißer nach oben, aber eben auch keinen nach unten. Mensch Meier wird die M 65 eindeutig dominieren, so ihn keine Verletzung oder ein ganz übles Missgeschick einbremst.
Dass auch ausgewiesene Spezialisten eine Chance haben, wird vermutlich Diskuswerfer Lothar Pongratz (LC Paderborn) in der M 55 unter Beweis stellen. Interessant wird sein, ob in der M 70 Hammerwurf-Ass Hermann Albrecht (Spvgg Satteldorf) von den ihm dicht auf den Fersen sitzenden Arno Willershäuser (LG Wettenberg) und/oder Uwe Schmidt (SV Kali Wolmirstedt) zu knacken sein wird.
Die geringste Resonanz herrscht mit nur drei Aufrechten in der M 80. Das ist nicht allein biologisch bedingt. Denn ihr Wettbewerb fehlt in der offiziellen Ausschreibungsbroschüre des DLV (siehe News vom 17. August 2010). Gut zu wissen, dass mit „König“ Richard Rzehak (SC Preußen Erlangen) wenigstens der haushohe Favorit darunter ist.
Bei den Frauen stellt sich vor allem die Frage, ob Ulrike Engelhardt (ASV Erfurt) die Spätform hat, den längst überfälligen Weltrekord in der W 50 in ihren Besitz zu bringen. Mit drei ungültigen Versuchen in ihrer „Schokoladen-Übung“ Gewichtwurf schenkte die Erfurterin ihn bei der EM in Ungarn quasi ab.