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(Bogen/Krefeld, 26. August 2010) Spätestens seit Christi Geburt erheben wir Deutschen den Anspruch, alles besser zu wissen. Unausbleiblich, dass uns das nicht immer gelingt. Für diesen tunlichst eher seltenen Fall machen wir es zumindest anders. So heißt es beim höchsten aller Dachverbände, der World Masters Association (WMA), zur Wettkampf-Abfolge im Werfer-Fünfkampf: „The order of events for the men’s an women’s Weight Pentathlon shall be: Hammer Throw, Shot Put, Discus Throw, Javelin Throw, Weight Throw.“ Die Übersetzung wird ein jeder auch ohne tief schürfende Englisch-Kenntnisse in Wort und Schrift hin bekommen. Die Regelung beim europäischen Senioren-Verband, der EVAA, ist deckungsgleich, wie uns ihr Präsident Dieter Massin (Ahlen) auf Nachfrage versicherte. Nun kommt der DLV ins Spiel, der sich darüber generös hinweg setzt. Sinngemäß: Sollten die örtlichen Gegebenheiten es erfordern, ist die Reihenfolge frei wählbar. Liest sich auf den ersten Blick athletenfreundlich. Eine Meisterschaft in der nicht festgelegten Wettkampf-Abfolge ist schließlich immer noch besser als gar keine. Bisweilen gehen die unter diesen Zwängen gemachten Kompromisse indes einen Schritt zu weit. Bei allem – berechtigten – Lob, das über die rührigen Veranstalter der Deutschen Senioren-Meisterschaften im Werfer-Fünfkampf im bayerischen Bogen hernieder prasselte, waren die Bedingungen, nett formuliert, sehr gewöhnungsbedürftig. Kugel und Speer fanden im Stadion, der große Rest mit Diskus, Hammer, Gewicht – bei eingerichtetem Shuttle Service – auf einem rund einen Kilometer entfernten Wurfplatz statt. Logisch, dass hier ohne ständiges hin- und hergefahre an den fest gelegten Ablauf laut WMA und EVAA kein denken war. Sehr unglücklich allerdings, dass in fast allen der insgesamt 21 Klassen mit Speer, statt Kugel begonnen wurde. Kommen wir nun zur Ergebnisliste, die mit den durchweg wahren Begebenheiten von Speer, Kugel, Diskus, Hammer, Gewicht herzlich wenig zu tun hatte. Sie lautete bis auf zwei Ausnahmen Kugel, Diskus, Hammer, Speer, Gewicht. Dem geneigten Betrachter und Berichterstatter in der Ferne stellte sich danach bei der angebotenen Zwischensaldierung nach jeder Disziplin eine Wettkampf-Dramaturgie dar, die es so in Wirklichkeit nicht gab. Das bei uns unter Ergebnisse wegen des nur einen Punktes Vorsprung exemplarisch geschilderte Duell der M 55 zwischen Lothar Pongratz (LC Paderborn) und Walter Kühndel (TV Dingolfing) lief ergo ganz anders ab. Pongratz hechelte tatsächlich vom einleitenden Speerwurf einem Rückstand von 401 Punkten hinterher, den er letztlich im abschließenden Gewichtwurf in den knappsten aller denkbaren Vorsprünge ummünzte. Über diese, pardon, Verarsche mag ja noch strahlend lächelnd hinweg gesehen werden. Jetzt wird es allerdings richtig peinlich. Die Endergebnisse in der W 75 sind schlichtweg falsch. Wie bei dem Kuddelmuddel von international und national teilweise unterschiedlichen Gerätegewichten (siehe News vom 17. August 2010 „Wieder einmal ein kapitales…“) beinahe vorprogrammiert, wurde im Diskuswurf eine unrichtige Wertung angewandt. Es wurde mit dem 750 Gramm Diskus geworfen, aber mit dem „Einer“ gepunktet. Das änderte zwar glücklicherweise nichts an den Platzierungen, was auch möglich gewesen wäre, aber an den Resultaten, die nunmehr auf den Urkunden und immer noch in der digitalen Ergebnisliste auf www.leichtathletik.de stehen. Nachfolgend die bereinigte Wertung: 1. Almut Brömmel (LAG München) 3977 Punkte (zuvor 4101), 2. Christa Winkelmann (CSV Marathon Krefeld) 3927 (4016), 3. Ingrid Junge (TV Bad Dürkheim) 3809 (3908), 4. Christa Baum (LG Bernkastel/Wittlich) 3802 (3893), 5. Justine Schirmer (FSV Großenseebach) 2864 (2931). Margit Jungmann, die Vorsitzende des Bundesauschusses Senioren im DLV, auf diesen leidigen Vorgang angeschrieben (nicht von uns), hüllt sich bislang in Stillschweigen. Dazu bilde sich jeder seine eigene Meinung.
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