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(Kaiserslautern/Krefeld, 22. Juni 2010) Was fällt einem spontan zu Kaiserslautern ein? Natürlich der legendäre FCK, seine Kult-Spielstätte, der berühmt-berüchtige Betzeberg, der etwas reiferen Generation selbstverständlich Fritz Walter, der Kapitän und Spielmacher der deutschen Weltmeister-Elf von 1954, allenfalls noch der Pfälzer Saumagen, die Lieblingsspeise von Alt-Kanzler Dr. Helmut Kohl. Aber Leichtathletik? Tiefste Diaspora, Niemandsland! Stadt und Region sollen nun in dieser Hinsicht durch die Deutschen Senioren-Meisterschaften I (30 – 49 Jahre) kommenden Samstag und Sonntag missioniert werden. Eine Herkules-Aufgabe für die in vielen Altersklassen und Wettbewerben unterbelichteten Jung-Senioren/innen. Durch ständiges Wiederholen wird es zwar nicht origineller, aber die M/W 30 gehört abgeschafft und dem internationalen Standard angepasst, wonach Masters erst ab vollendetem 35. Lebensjahr beginnen. Ein Streifzug durch die nach der so genannten Papierform vermeintlich interessantesten Wettbewerbe. Freilich mit der Einschränkung, dass die angegebene Meldeleistung auch aus dem Vorjahr stammen kann und mithin keine zwingenden Rückschlüsse auf die aktuelle Form zulässt. Eigentlich wie immer dürre Teilnehmer-„Felder“ in der M 30. Hammerwurf völlige Fehlanzeige, was die im Vorspann aufgestellte These unterstreicht. Spannend könnte es im Kugelstoßen der M 35 zwischen Lampisianer Martin Fischer (15,35 m, LC Paderborn) und René Schwarz (15,11 m, TV Ludweiler) zugehen. Ausgang offen. Buchstäblich konkurrenzlos ist Steffen Gabrys (TV Germania Trier) im Hammerwurf. Da kommt Freude auf. Ein gültiger Versuch, den Medaillen-Standard erfüllen und der Titel ist ihm sicher. In Wahrheit ein Trauerspiel, für das er allerdings nichts kann. Meisterschaftsfeeling dagegen im Kugelstoßen der M 40 mit 14 Gemeldeten. Haushoher Favorit Oliver Rohwer (LBV Phönix Lübeck), der im Vorfeld bei zwei verschiedenen Wettkämpfen jeweils 16,67 m stieß. Hinter ihm verspricht es um Silber und Bronze turbulent zu werden. Mit Lampis-Mitglied Christopher Gerhard (ASV Süchteln) führt ein Zehnkämpfer die Meldeliste im Diskuswurf (44,96 m) an. Eine Schmach für die Spezialisten, wenn er sich tatsächlich durchsetzen sollte. Man lese und staune: Sieben Teilnehmer im Hammerwurf, jedoch mit einem Leistungsgefälle von 17,50 Metern. Kleinhirn an Großhirn: Frohlocken. Unser Homepage-Betreiber Peter Holthuijsen (TV Erkelenz) hat jeweils die Spitze mit Kugel und Diskus bei der M 45 inne. Vor dem Wettkampf. Ein Freifahrtschein zur doppelten Glückseligkeit ist allerdings damit nicht verbunden. Hier wie da gibt es fünf Titelaspiranten. Ein Hitchcocktail für starke Nerven. Darauf läuft es wohl auch bei einem nahezu gleichauf liegenden Trio im Speerwurf hinaus. Obwohl eine Binsenweisheit fürs Phrasenschwein: Die Tagesform wird entscheiden. Nicht zu vergessen die bessere psychische Verfassung. Per Saldo gibt es bei der mutmaßlichen Krone der Schöpfung in den vier Klassen und Disziplinen 99 Nennungen, die meisten im Kugelstoßen (31), die wenigsten, welche Überraschung, im Hammerwurf (14). Wer sich jetzt genüsslich zurücklehnt und die Schwerathletik in der Leichtathletik für eine ausgewiesene Männer-Domäne hält, der hat sich aber so was von geschnitten. Selbst im Hammerwurf mindestens drei Teilnehmerinnen, in der W 40 und 45 sogar jeweils elf. Den Vogel schießt der Speerwurf der W 45 mit 15 Starterinnen ab, zugleich der absolute Spitzenreiter vor, wir erinnern uns, Kugel M 40 mit 14. Alles in allem wurden 123 Meldungen abgegeben, also 24 mehr als bei den Senioren. Die Wettbewerbe mit erklärten Favoritinnen und Ende offen halten sich bei den „Mädels“ in etwa die Waage.
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