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(Kevelaer/Krefeld, 05. Juli 2010) Fair play. Nicht nur rein sprachlich gesehen heutzutage im Sport und richtigen Leben zum Fremdwort verkommen. Schön, dass es bisweilen noch Ausnahmen gibt. Eine solche lieferte Werner Weber (Bild) von der LG Peiner Land Samstag in Kevelaer beim Kugelstoß-Wettbewerb der M 60. Der 63-jährige Unfall-Chirurg bekam quasi eine Bronze-Medaille auf dem Silber-Tablett serviert und schlug sie aus. Bei seinem zweiten Versuch wurden 13,84 m gemessen und abgelesen. Nachdem er den „Hörsturz“ verdaut hatte, sagte er für alle deutlich vernehmbar: „Die kann ich nicht stoßen.“ Das war auch der Eindruck der Konkurrenten und Schaulustigen vom tatsächlichen Abdruck seines Versuches, den allein die junge Feld-Kampfrichterin nicht richtig gesehen hatte. Der wirkliche Einschlag, der unter Zuhilfenahme aller Augenzeugen ausfindig gemacht wurde, ergab schließlich 12,61 m. Es sollte übrigens die Tagesbestweite von Weber bleiben, womit er im Endklassement den siebten Platz belegte. Bronze ging mit 13,16 m weg. Lampis verleiht die virtuelle Fair-Play-Trophäe und zieht symbolisch den Hut! Eine andere Art von Sportsgeist zeigte Eugen Reinhardt (*1940) von der LG Fallingbostel, ebenfalls – fast ist man geneigt zu konstatieren was sonst – ein Kugelstoßer. Bei dem Siebziger in Lauerstellung klingelte gestern morgen in Walsrode um 3:45 Uhr der Wecker, 45 Minuten danach setzte er sich in sein Auto, fuhr die 60 Kilometer bis zum Hauptbahnhof in Hannover, bestieg dort um 5:40 Uhr den ICE gen Westen und kam letztlich nach ein paar Mal umsteigen um 10:15 Uhr auf dem Provinz-Bahnhof des Wallfahrtortes an. Sein Wettkampf begann um 12:15 Uhr, endete für ihn mit der Saisonbestleistung von 12,95 m und der unverhofften Silbermedaille. Ab 15:51 Uhr das genannte Prozedere rückwärts, um 20:50 Uhr wieder daheim und nach kurzer Erfrischung zehn Minuten später das erste Bier gezischt. Ein Aufwand, von den Kosten gar nicht zu reden, den nur Sportler auf sich nehmen.
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