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Hermann Albrecht mit Meisterschaftsrekord zum zweiten Gold PDF Print E-mail
Written by Axel Hermanns   
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(San Sebastian/Krefeld, 23. März 2013) Schmalspur-Programm gestern im Ministadion bei der Senioren-Hallen-EM mit Winterwurf im spanischen San Sebastian. Die werfenden „Mädels“ hatten gar am Freitag einen freien Tag. Was andererseits auch bei diesen Titelkämpfen belegt, dass bei etwas durchdachterer Zeitplangestaltung so manche Früh- oder Spätschicht nicht nötig gewesen wäre. Aber dieser Hut ist so alt wie die Meisterschaften für die reifere Jugend an sich. Schmalspurmäßig war auch der Ertrag der deutschen Vertreter. Allein Hermann Albrecht wurde im Gewichtwurf der M 70 der Favoritenrolle gerecht und legte gleich im ersten Versuch mit dem neuen Meisterschaftsrekord von 19,84 m die Goldspur. Danach handelte sich der schon mit dem Hammer erfolgreiche 72-jährige Satteldorfer jedoch ausnahmslos „Fahrkarten“ ein. Möglicherweise in dem verständlichen Bemühen, die 20-Meter-Marke zu knacken. Gefährden konnte ihn eh keiner.
Dagegen erlebte eine Altersetage höher „Mister Zuverlässig“ Peter Speckens, wie schon kürzlich mit dem Diskus bei der DM in Düsseldorf, sein Waterloo. Unerwartet nach seinem Sieg im sehr artverwandten Hammerwurf. Der 77-jährige blieb gar ohne Medaille, belegte mit für ihn unterbelichteten 14,90 m lediglich den vierten Platz. Dabei rissen sie vor ihm auf den Edelmetallrängen zwischen 15,16 und 15,28 m nun wahrlich keine Bäume aus. Irgendwie schien dem Routinier über Nacht das Bewegungsgefühl abhanden gekommen zu sein. Das belegen auch drei ungültige Versuche, dummerweise für einen vernünftigen Einstieg in den Wettbewerb die beiden ersten. Obwohl damit bei sieben Teilnehmern das Finale nicht auf der Kippe stand. Johann Hansen (15,25 m) schrammte hinter dem Polen Antoni Kargol (15,28 m) um drei Zentimeter am EM-Titel vorbei, den er freilich mit der Kugel schon feiern durfte. Dagegen wirkt sein Vorsprung auf Bronze des Schweden Östen Edlund (15,16 m) fast schon üppig.
Nüchtern und realistisch betrachtet hat Hans-Rainer Engwicht derzeit nicht die Form, seinen Titel von Gent 2011 in der M 60 zu verteidigen. Das trat dann auch deutlich ein. Obendrein verlor der mit 17,52 m drittplatzierte Lausitzer seinen Meisterschaftsrekord von 20,54 m an den Finnen Heikki Kangas (20,85 m).
Weitere Medaillen- und Endkampfplatzierungen: Diskus, M 40: 6. Ulrich Viehl 38,94 m; M 45: 4. Adrian Ernst 38,11. – Gewichtwurf; M 50: 2. Stephan Frey 17,99 m; M 55: 2. Jürgen Sachse 15,88 m, 7. Jan Voigt 13,86 m; M 75:  5. Heinz Janson 14,62 m.

 
Gudrun Mellmann und Johann Hansen retteten Werfer-Ehre PDF Print E-mail
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(San Sebastian/Krefeld, 22. März 2013) Nicht sehr üppig war die Ausbeute der erfolggewöhnten deutschen Werfer/innen bei der gestrigen Halbzeit der Senioren-EM in San Sebastian. Gestehen wir bei der Gelegenheit leicht beschämt ein, dass wir zumindest teilweise daneben lagen, was die Entzerrung des Zeitplanes angeht. Die „Mädels“ hatten auch im Hammerwurf durchgängig von W 35 bis endlos ihr Kreisel-Festival im Ring. Das ist bei den durchweg kleineren Feldern gegenüber den Senioren halt ohne ungebührliche Startzeiten machbar. Gudrun Mellmann war hier bei ihrem Titelgewinn in der W 70 mit neuem Meisterschaftsrekord von 30,15 m diejenige, die zur Rettung der Werfer-Ehre von „Good old Germany“ antrat. Das männliche Pendant dazu im Kugelstoßen heißt Johann Hansen als Sieger der M 70 mit 12,25 m. Mit-Favorit Lothar Huchhausen blieb deutlich unter seinen Möglichkeiten und rettete gerade noch um vier Zentimeter Bronze (11,58 m). Fehlanzeige ist an Titeln gemessen in den drei verbliebenen jüngsten Klassen im Speerwurf zu vermelden. Dort ging in der M 40 ein leibhaftiger Jesus an den Ablauf. Der Name allein verlieh Juan Jesus Barranco aus Spanien indes keine Flügel. Er bildete mit 40,25 m als Achter des Finales lediglich die Klammer zu seinem mit der griffigen Weite von 57,57 m Gold schürfenden Landsmann Raimundo Fernandez.
Nehmen wir mangels eigener Klasse und Masse auf dem obersten Stockerl-Platz eine Anleihe bei unserem VIP-Mitglied Wolfgang Ritte (*1953) aus Moers. Freilich wuchsen für den Stabhochspringer die Bäume auch nicht in den Himmel. Natürlich gewann er standesgemäß und unangefochten die M 60. Aber mehr als ein neuer Meisterschaftsrekord von 3,80 m (bisher 3,40 m) sprang im wahrsten Wortsinne nicht dabei heraus. Die geplante neuerliche Attacke auf den Hallen-Weltrekord (4,05 m) des deutschstämmigen US-Amerikaners John Altendorf fand erst gar nicht statt, da Ritte bereits an der Zwischenhöhe von 4,00 m dreimal scheiterte. Wo es letztlich hakte, lässt sich am bloßen Resultat logischerweise nicht ablesen.    
Weitere Medaillen- und Endkampfplatzierungen: Kugel, M 55: 5. Uwe Heinrich 13,04 m; M 60: 7. Hans-Rainer Engwicht 10,73 m; M 65: 4. Werner Weber 12,12 m; 8. Klaus Volkheimer 10,78 m; M 70: 8. Reiner Görtz 10,21 m; M 80: 2. Karl Steiner 10,35 m, 3. Manfred Hoffmann 10,29 m; M 85: 3. Alfred Fischer 6,58 m. – Speer, M 35: 6. Markus Paquée 41,34 m; M 40: 3. Thomas Steiger 52,00 m.
Hammer, W 45: 3. Silke Finkheiner 40,87m, 6. Sabine Grißmer 35,48 m; W 50: 4. Sylvia Beyer 41,84 m, 7. Susanne Göbl 30,49 m, 8. Ulrike Gille 30,44 m; W 55: 4. Jutta Neumann 29,99 m; W 60: 4. Sigrid Habig 26,96 m; 6. Gabriele Engwicht 26,19 m; W 70: 3. Ingrid Holzknecht 25,66 m. – Alle Ergebnisse unter diesem Link.

 
Goldregen und Medaillensegen für deutsche Werfer/innen PDF Print E-mail
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(San Sebastian/Krefeld, 21. März 2013) Auf unsere Alterspräsidenten und Titelverteidiger war gestern bei der Senioren-EM abermals Verlass. Allerdings ging es im Hammerwurf der M 70 für Hermann Albrecht „enger“ zu, als ihm lieb gewesen sein dürfte. Keine Zentimeter-Entscheidung wie im Vorjahr bei der österlichen Winterwurf-WM im finnischen Jyväskylä gegen Weltrekordler „Ed“ Burke aus den USA. Aber mit Finnland hatte es auch zu tun. Bei seinen 48,75 m lag Hermann lediglich 16 Zentimeter vor dem Skandinavier Esko Palviainen (48,59 m). Einmal mehr auf die Minute topfit war der Titel- und Medaillenhamster Peter Speckens. Der 77-jährige setzte sich in einer Neuauflage der DM in Düsseldorf mit zweifacher internationaler Beteiligung in dem sechsköpfigen Feld der M 75 sicher mit 41,05 m durch. „Jungspund“ Stephan Frey hatte in der M 50 nach zwei ungültigen Versuchen eine Zitterpartie zu überstehen, ehe er sich letztlich mit 54,30 zu 52,58 m gegen seinen Landsmann Michael Erhardt durchsetzen konnte. Einig war sich das deutsche Medaillen-Doppel beim letzten Durchgang mit je 52,53 m. Einen Extrapreis für das interne Zielwerfen gab es indes nicht. Bestenfalls bei der „3. Halbzeit“ an der Theke. Noch eine Schmonzette am Rande: Die auf der Teilnehmer- und Ergebnisliste im Hammerwurf der M 70 aufgeführte Gudrun Mellmann trat verständlicherweise nicht an. Vom Alter (Jahrgang 1941) hätte es schon gepasst. Nur mit der Geschlechtsumwandlung auf die Schnelle nicht.
Über das skandalumwitterte Kugelstoßen der M 45 haben wir bereits gestern einen authentischen Bericht von Zeitzeuge und Teilnehmer Adrian Ernst unter News veröffentlicht. Bliebe noch nachzutragen, dass das schwarz-rot-goldene Trio mit der Medaillenvergabe nichts zu tun hatte, Peter Kalveram (4. mit 14,16 m) und unser Korrespondent (7. mit 13,03 m) fühlten sich durch das „Affen-Theater“ stark in ihrer Konzentration gestört und vermochten ihr wahres Leistungsvermögen nicht abzurufen. Davon blieb der „gelernte“ Zehnkämpfer Christopher Gerhard, die "Könige der Athleten sind bekanntlich bei ihrem Zwei-Tage-Werk viel Kummer gewöhnt, dem bloßen Anschein nach weitestgehend verschont. Der wurfaffine 45-Jährige verfehlte als Fünfter mit 14,11 m lediglich um sieben Zentimeter seine absolute Hallen-Bestleistung, also nicht nur in dieser Klasse. Wobei er sie womöglich ohne den Trouble geknackt hätte. Klar – eine Hypothese, für die er sich nichts kaufen kann. Anders als seine Teamkameraden wird er dennoch nicht unzufrieden gewesen sein. Das Andy Dittmar überlegen mit 18,35 m die M 35 gewann, hatten wir ebenfalls bereits gestern in einem eigenen Beitrag thematisiert (siehe News).
Wie schon tags zuvor beim Kugelstoßen unter dem schützenden Hallendach hatten die Seniorinnen beim Speerwerfen einen durchgängigen „Ladies Day“. Eine Spätschicht fuhren dabei die W 35, 40, 50 und 55, deren zum Teil sehr kümmerlich besetzten Wettbewerbe erst um 20.45 Uhr begannen, folglich ziemlich schnell noch vor dem Nachgebet beendet waren. Petra Lutz bekam als Alleinunterhalterin in der W 35, wofür sie nichts kann, den Titel geschenkt. Ohne es gleich am Europarekord (68,34 m) in dieser Klasse von Steffi Nerius messen zu wollen, was auch völliger Stuss wäre, sind die 32,54 m der einsamen Siegerin und die allgemeine Teilnahmeverweigerung kontinentalen Titelkämpfen freilich nicht angemessen. Ausgesprochen höflich formuliert. Dass Christiane Wippersteg in der W 85 als Solistin an den Ablauf ging, lässt sich biologisch erklären. Für das Geschenk bedankte sich immerhin mit einer Pulverisierung des bisherigen Meisterschaftsrekordes von 6,01 m um proppere 4,09 m auf 10,10 m. In die Siegerliste mit mehr oder weniger Konkurrenz trugen sich noch Dagmar Suhling (W 40/37,20 m), Petra Hirsch (W 45/35,25 m) und Ingrid Holzknecht (W 70/23,93 m) ein.
Weitere Medaillen- und Endkampfplatzierungen: Kugel, M 40: 6. Ulrich Viehl 13,47 m. – Hammer, M 55: 3. Jürgen Sachse 45,44 m, 7. Jürgen Voigt 39,41 m; M 60: 3. Hans-Rainer Engwicht 47,13 m; M 65: 7. Klaus Volkheimer 36,40 m; M 75: 3. Johann Hansen 38,61 m, 4. Heinz Janson 34,56 m, 6. Lothar Huchthausen 32,42 m.
Speer, W 45: 6. Ellen Weller 28,13 m, 8. Gabriele Rösch 15,78 m; W 50: 3. Maria Johannes 20.77 m; W 70: 3. Rosemarie von Westerholt 20,48 m. – Alle Ergebnisse unter diesem Link.
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Speerwerfer gewannen zum EM-Auftakt vier Goldmedaillen PDF Print E-mail
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(San Sebastian/Krefeld, 20. März 2013) Es waren durch die deutsche Brille betrachtet vor allem die Speerwerfer, die zum gestrigen Auftakt der 9. Senioren-Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf in den Konkurrenzen M 50 bis 90 für Furore sorgten. So denn Titel das Maß aller Dinge darstellen, sprangen immerhin vier dabei heraus. Dazu gesellte sich noch einmal Silber und zweimal Bronze. Nichts zu erben gab es in den drei Hammerwurf-Konkurrenzen der M 35 – 45. Zwei sechste Plätze kamen per Saldo heraus. „Ladies Day“ war unter dem Hallendach mit bereits allen elf Klassen im Kugelstoßen angesagt. Allerdings herrschte deutscherseits in sieben Konkurrenzen völlige Fehlanzeige. Ein Doppel-Erfolg mit knappem Ausgang stand hier in der W 70 durch Ingrid Holzknecht (8,24 m) und Karin Illgen (8,15 m) zu Buche. Beinahe müßig zu erwähnen, dass nahezu überall zu viele Sport-Touristen unterwegs waren und die Suppe verwässerten. Das setzen wir für die nächsten Tage gewissermaßen als Stehsatzkonstante voraus, ohne es noch in Manier eines Wanderpredigers weiter herunter zu beten.
Aus dem mit Gold geschmückten Speerwurf-Quartett stand einer nicht unbedingt auf der Rechnung. Reiner Görtz überraschte in der M 70 gleich zum Auftakt mit der persönlichen Bestleistung von 41,98 m seine acht mehr oder weniger aussichtsreichen Kontrahenten. Selbst der favorisierte Finne Kalevi Honkanen versuchte sich sechsmal vergeblich daran und wurde letztlich mit 41,40 m notiert. Görtz war allerdings von seinem frühen Husarenstreich dermaßen „geschockt“, dass er fortan nichts Gescheites mehr zuwege brachte. Was ihm indes herzlich egal sein konnte. Eine stabile Serie ist allenfalls etwas für die Statistik.
Das verbleibende Erfolgsterzett muss sich das Etikett gefallen lassen, die Pflicht erfüllt zu haben. Freilich machten Walter Kühndel in der M 60 und Manfred Hoffmann in der M 80 mit hoch überlegenen Siegen sowie Meisterschaftsrekorden von 54,01 respektive 35,54 m eine Kür daraus. Einen ebenfalls ungefährdeten Sieg verbuchte Lothar Huchthausen in der M 75 mit gewohnt hohem Niveau von 40,76 m und eine für ihn typischen ausgeglichenen Serie, wovon jeder Versuch zum Titel gereicht hätte.
Weitere Medaillen- und Endkampf-Platzierungen: Speer, M 50: 5. Joachim Seifert 47,77 m; M 55: 3. Paul Reinhold 51,51 m; M 60: 4. Jürgen Dannenberg 43,70 (um 54 cm an Bronze vorbei), 6. Helmut Mussinghoff 40,61 m; M 65: 2. Helmut Hessert 43,10 m; M 70: 3. Horst Schaefer 37,14 m, 4. Josef Halder 35,30 m. – Hammer, M 40: 6. Martin Gleixner 46,87 m; M 45: 6. Rüdiger Möhring 41,76 m.
Kugel, W 45: 2. Carmen Hildebrandt 11,91 m, 3. Ellen Weller 11,21 m, 6. Silke Stolt 10,29 m; W 55: 2. Barbara Schlosser 10,37 m, 3. Angelika Holder 10,03 m; W 60: 5. Karin Schmitt 9,64 m, 6. Sieglinde Hartung 9,06 m, 8. Gabriele Engwicht 8,72 m; W 70: 4. Rosemarie von Westerholt 8,72 m.
Mit diesem Link geht es zur vollständigen Online-Ergebnisliste.

 
Dittmar King im Ring, Rückel der Abräumer bei Senioren-DM PDF Print E-mail
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(Düsseldorf/Krefeld, 25. Februar 2013) Nur die Harten kommen in den Garten. Dieser plakative Spruch aus Volkes Mund hatte speziell bei den drei Außenwettbewerben anlässlich der 12. Deutschen Senioren-Hallen- und 10. Winterwurfmeisterschaften im Arena-Sportpark in Düsseldorf seine volle Berechtigung. Vier bis zwei Grad minus bei steifem, eisigem Nord-Ost-Wind am ersten, Schnee und Schneeregen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt am zweiten Tag waren für allen Beteiligten alles andere als ein Zuckerschlecken. Insbesondere jedoch für die Kampfrichter/innen, die anders als die Athleten/innen sich nach den jeweiligen Wettkämpfen nicht in die wärmende Halle bei einer heißen Tasse Kaffee zurückziehen und wieder auf normale Betriebstemperatur bringen konnten. Eine Schreiberin, quasi für Stunden an ihrem höchst ungemütlichen Sitzplatz unter freiem Himmel festgetackert, erlitt einen Kreislaufzusammenbruch und musste ihren Dienst vorzeitig quittieren. Es geht ihr inzwischen wieder gut.
Brechen wir also eine Lanze für diese bisweilen gescholtene Zunft, ohne die wir einpacken könnten, und die sich für ein paar Euro Aufwandsentschädigung immer wieder für die gemeinsame Sache zur Verfügung stellt. Neben den „paar Kröten“ erhielten sie als außerplanmäßige Anerkennung zum Abschluss der zweitägigen Titelkämpfe gestern Abend von Veranstaltungsleiterin Gisela Stecher eine Flasche vergorenen Traubensaft. Na, dann zum Wohl und auch von dieser Stelle ein herzliches Danke schön bei Geschäftsführung ohne Auftrag im Namen aller Aktiven!
Unter dem Dach in geheizter Halle konnten das alle Protagonisten ziemlich entspannt sehen, was nicht heißt, dass sie nicht angespannt und konzentriert gewesen wären. Wie bereits in unserem News-Fenster berichtet, verbesserte Kugelstoßer Karl-Heinz Marg (*1938) von der SG Osterholz zweimal seinen eigenen deutschen Rekord (13,63 m) der M 75 auf letztlich 14,23 m. Fraglos eine grandiose Leistung. Ohne das vergleichen und bewerten zu wollen sind im selben Atemzug indes die 18,78 m von Andy Dittmar (*1974) aus Gotha zu nennen. Der 38-jährige Thüringer haderte zwar ein wenig, dass er just bei diesem Versuch in stabiler Serie nicht ein wenig länger an der Kugel geblieben war und damit eine 19er-Weite "abschenkte", war aber per Saldo zufrieden. Dies auch unter dem Aspekt, dass für den 138 Kilo schweren und 1,96 Meter großen Koloss die Nacht zuvor sehr kurz und er nach vierstündiger Anfahrt erst 90 Minuten vor Wettkampfbeginn (10:45 Uhr) eingetroffen war. Das bleibt normalerweise auch nicht in der abgelegten Zivilkleidung in der Garderobe hängen.
Eine Klasse für sich war eine Altersetage höher auch Drehstoßer Tilman Northoff (*1969) vom TuS Jöllenbeck. In Abwesenheit des gemeldeten Oliver Rohwer (Lübeck) praktisch konkurrenzlos, fand auch er ein Haar in der Suppe, dass er seine Einstoßweite jenseits 17 Meter nicht erreichte, als denn gemessen wurde (16,62 m). Das wäre für manche ein Luxusproblem. Aber es zählt halt immer der eigene Anspruch. Egal in welcher Region und Dimension.
Dagegen konnte Georg Ortloff vom LAC Quelle Fürth sein unverschämtes Glück selber kaum fassen, schüttelte nach 14,52 m zum Auftakt immer wieder sein schütteres Haupt. Der große Rest war Asche. Dabei schien die Messe in der M 60 bereits gelesen, als Drehstoß-Interpret Johann Stein vom TV Werther die persönliche Bestleistung von 14,27 m vorgelegt hatte. Die knappste aller Entscheidungen fiel in der M 65. Ralf Unger vom TuS Buir steigerte sich im letzten Durchgang auf 13,22 m, katapultierte sich damit auf Platz 1. Der bis dahin mit 13,21 m führende Munib Kulovac von der SU Neckarsulm hatte ebenso das Nachsehen wie Hans Josef Weitz vom Pulheimer SC auf zwischenzeitlichem Silberkurs, der sich jedoch über die Jahresbestleistung von 13,02 m (bisher 12,71 m) freuen durfte.
Eine faustdicke Überraschung war fraglos, dass Johann Stein dem amtierenden deutschen Freiluft-Meister Gerd Sieben vom ASC Dortmund gestern bei schwierigen äußeren Bedingungen (deshalb musste durchgängig auf vier Versuche verkürzt werden) im Diskuswurf der M 60 klar mit 46,74 zu 42,97 m in die Schranken verwies. Selbst seine nächstbesten Weiten (44,58, 43,56 m) hätten zum Sieg gereicht. Stein, von der Gemütslage ein Stoiker und sicherlich nicht der Filigrantechniker, fand sich am besten mit den Gegebenheiten ab. Dumm gelaufen für Sieben. Allerdings macht es andererseits genau das aus, dass die Medaillen nicht schon vorher mit der Post verschickt werden könnten.
Der Abräumer schlechthin war Jung-Fünfziger Michael Rückel (*1963) von der KSG Bieber, der mit starken Leistungen Kugel (14,92), Diskus (49,71) und Speer (59,59 m) gewann, in den beiden letztgenannten Disziplinen waren es zugleich die metrisch besten Resultate. Das gelang im Hammerwurf ebenfalls in der M 50 Stephan Frey  von der DJK Aschaffenburg mit 53,31 m. Olympia-Teilnehmer Lutz Caspers (*1943) vom TV Alzey feierte seinen Einstand in der M 70 mit Erfolgen im Kugelstoßen (13,21 m) und seiner eigentlichen Schokoladenübung Hammerwurf (47,87 m). Lothar Huchthausen (*1935) von der LG Altmark war als deutscher Rekordhalter im Speerwurf mit 41,23 m papierformgemäß unangefochten.
Dunja Koch (W40) vom TuS Metzingen und Christine Hildebrandt (W 50) von der TSG Eisenberg stritten sich klassenübergreifend um die imaginäre Krone im Kugelstoßen, die mit 13,56 zu 13,34 m an Koch ging. Allemal noch erwähnenswert die 12,76 m von Jana Müller-Schmidt vom SV Werder Bremen, den ihn München gedemütigten Kickern, als souveräne Siegerin der W 45. Eingedenk der widrigen Verhältnisse wusste ZDF-Sportredakteurin Bettina Schardt (W 40) von der MTG Mannheim vor allem mit 44,74 m im Diskuswurf zu gefallen, warf damit sogar 3,61 m weiter als Bianca Overkamp von der LG Olympia Dortmund in der W 35 (41,13 m). Schardt, wohnhaft im Worms und trainiert von Lutz Caspers, lag auch im Hammerwurf (41,04 m) vorn. Der entpuppte sich allerdings als Domäne des VfL Waiblingen, der in der W 45 mit Silke Finkenbeiner (42,55 m) und der W 50 in Silvia Beyer (43,31 m) die Siegerinnen stellte. Altmeisterin Anne Chatrine Rühlow vom SV Burgsteinfurt gewann in der W 75 überlegen das klassische Double mit Kugel (10,49 m) und Diskus (29,82 m). Den Mantel der Nächstenliebe decken wir über die Ergebnisse im Speerwurf.
Bliebe noch zu erwähnen, dass in den Konkurrenzen mit weniger als drei Teilnehmern/innen in fünf Fällen wegen fehlender Leistungsstandards (Meldenorm) keine Titel respektive Medaillen vergeben wurden.
Die dazu gehörigen Namen und alle Resultate in der Online-Ergebnisliste.

 
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