|
There are no translations available.
(Roermond/NL, Lanaken/B, Sythen, Igersheim, Moosach, 17. Oktober 2011) Machen wir einen Haken hinter die Freiluftsaison 2011. Nunmehr sind, soweit bekannt, auch die letzten Werfer-Messen in den oben genannten Orten gelesen worden. Aber wie immer ohne Gewähr und den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, was eh schier unmöglich ist. Begleitet wurde das Halali zwar nicht von Fanfarenklängen oder Glockengeläut, dafür jedoch von durchweg guten äußeren Bedingungen mit freilich unterschiedlicher Resonanz. Die traditionelle „Douwe Smit Trofee“ Samstag in Roermond verzeichnete gar ein Rekordmelde-Ergebnis. Nicht zuletzt durch die unmittelbare Nähe zum Westen unserer Republik und vieler Lampis-Mitglieder aus beiden Nachbarländern dies- und jenseits des nicht mehr vorhandenen Schlagbaumes. Der vielseitige Gerhard Zachrau (*1949) war, man lese und staune, aus dem fernen Mutterstadt angereist. Das sind schlappe 310 Kilometer. Einfache Fahrt, versteht sich. Damit sich der weite Trip auch lohnte, bestritt der Polizei-Hauptkommissar, der Ende des Jahres in Pension geht, das gesamte Programm. Mit Kugel (12,85 m) und Speer (40,40 m) gewann er in der M 60, mit Diskus (47,41 m), Hammer (44,15 m) und Gewicht (16,13 m) wurde er jeweils Zweiter. So er denn ausgeschrieben gewesen wäre, hätte sich das zu formidablen 4.070 Punkten im Wurf-Fünfkampf addiert. Dennoch oder gerade deswegen Respekt und sportliche Anerkennung! Obwohl der Zeitplan aktualisiert und dem unverhofften Ansturm angepasst wurde, war es bei dem überbordenden Wettkampf-Angebot (siehe Vorspann) in allen Klassen und den begrenzten Möglichkeiten von den Anlagen her häufig eine äußerst zähe Angelegenheit. Weniger ist manchmal mehr. Denn einige „Alleskönner von eigenen Gnaden“ bekommen ausgerechnet zum Kehraus den Hals nicht voll, machen alles und halten den Betrieb gehörig auf. Einmal mehr erwies sich der Hammerwurf als das Nadelöhr schlechthin. Dazu kam zu allem Überdruss noch falsche Rücksichtnahme des Veranstalters auf die Vielstarter (klar, die ließen die Kassen klingeln). Die Kugelstoß-Spezialisten waren die Gelackmeierten. Parallel auf zwei freien Anlagen in zwei Gruppen sich für den planmäßigen Wettkampf-Beginn 13 Uhr einstoßend, mussten sie geschlagene 30 Minuten und länger (je nach Reihenfolge) auf die „Hammerwerfer“ warten. Da war natürlich die Spannung und Power restlos dahin. Bei der M 60 und älter erreichte keiner mehr auch nur annähernd seine Einstoßleistungen. Auch Spezialisten haben ein Recht darauf, dass die gemachten Zeitangaben eingehalten oder Änderungen zumindest frühzeitig bekannt gemacht werden. Nichts von alledem. Unter dieser neuerlich gemachten Erfahrung hat es keinen Sinn, für dieses Meeting - wie auf unserer deutschsprachigen Version geschehen - dermaßen die Werbetrommel zu rühren. Was mich betrifft, werde ich jedenfalls künftig den Mund und die Finger still halten. Ergebnisse unter http://www.swiftatletiek.nl/wedstrijden/download.php?id=94 Sehr gute Erinnerungen an das mit einer pfiffigen Preisgeld-Variante (für jeden Zentimeter über die zuvor festgelegten Weiten gibt es einen Cent) ausgestattete Kampersmeeting im belgischen Lanaken hatte Ralf Unger (*1947) vom TuS Buir, stieß er hier doch vor Jahren in der M 60 erstmals über 14 Meter. Obwohl er Samstag beim „warm up“ für ihn ausgezeichnete 12,60 m aus dem Stand in den Sektor setzte, scheiterte er mit 13,97 m denkbar knapp an „seiner“ Schallmauer. Also musste tags darauf der 19. Sythener Werfertag bei Haltern im vorderen Münsterland für die allerletzte Jagd auf die Saisonbestleistung (14,22 m) herhalten. Wie zum Hohne erreichte er sie auf den Zentimeter genau beim Einstoßen. Als es offiziell wurde kamen indes „nur“ noch 13,78 m heraus. Und das nach viel Kampf und Krampf des-einfach-zuviel-Wollens auch erst im letzten Durchgang. Was freilich egal ist und für seinen Biss spricht. Anschließend gab es noch kostenlosen Anschauungsunterricht in Sachen Kugelstoßen. Die ehemalige Junioren-Europameisterin Denise Hinrichs (*1987) vom TV Wattenscheid, ausgestattet mit einer Bestleistung von 19,63 m als Zweite der Hallen-EM 2009 in Turin, machte zusammen mit ihrem Trainer Miroslav „Miro“ Jasinski einen Abstecher in die Provinz. Ganz bewusst, denn es war ihr erster Start nach achtmonatiger Verletzungspause aufgrund eines Kreuzbandrisses. „Alles um 15,50 m herum wäre okay“, ließ Jasinski vorher im Gespräch wissen. Obwohl noch mit gebremsten Schaum, nur aus dem Stütz und nicht mit Umspringen agierend, sollten es mit der Zwischenstation 15,98 schließlich 16,02 m werden. Getreu der Devise, dass auch aller Wiederanfang schwer ist, waren Hinrichs und Jasinski sicht- wie hörbar zufrieden. Die vielen Zaungäste auch. Denn die Weite aufgrund der Vorzeichen einmal ausgeklammert, war die feine Technik der 24-Jährigen für das applaudierfreudige Fachpublikum sehr wohl ersichtlich. Da braucht ein Senior jenseits der Fünfzig bei langsam, aber stetig abnehmenden Bewegungsgefühl und Koordinationsvermögen nicht einmal mehr von zu träumen. Selbst bei Wurf-Allrounder Klaus Kynast (*1949) vom ASC Dortmund ist ungeachtet aller Wettkampfhärte der Drops mittlerweile gelutscht. Trotz seines Doppelsieges mit Diskus (43,07 m) und Hammer (46,46 m) sowie Platz zwei mit der Kugel (13,20 m) waren die Weiten für ihn ausnahmslos stark unterschnittlich. – Mehr Statistik unter http://62.75.187.183/wp-content/uploads/2011/10/Ergebnisliste-Werfermeeting-16.10.2011.pdf Die besten Leistungen aus Senioren-Sicht gingen beim 7. Igersheimer Werfertag am vergangenen Samstag im Sportstadion an der Erlenbachhalle auf das Konto von Willi Verstegen (*1939) von der TG Nürtingen. Der 72-Jährige gewann das Kugelstoßen (12,24 m) der M 70 mit 55 Zentimeter Vorsprung,befand sich mit dem Diskus (39,03 m) gar in einer eigenen Liga. – Alles unter http://ladv.de/ergebnis/datei/6307 Relativ beschaulich ging es gestern mit 34 Teilnehmern aus 17 Vereinen beim sechsten und logischerweise zugleich letzten Teil der Moosacher Werferserie zu. Der Bogen spannte sich auf dem Werferplatz am Alten Bahnhof allerdings von zwölf bis 80 Jahre. Für die besten Leistungen bei den Senioren/innen sorgten die für den Veranstalter TSV Grafing startende Belgierin Margarete Tomanek (*1949) mit 40,61 m im Hammerwurf und Robert Schippling (*1946) von der LAG Mittlere Isar mit dem Diskus (41,98 m). – Alle Ergebnisse siehe http://blv-sport.de/service/msonline/files/102146914341-e.htm
|