Best Masters 2018: EMA hält Sprinter für nicht auszeichnungswürdig!

Glosse

Neben der Spur

(Lausanne/Krefeld, 17. Januar 2019)
Gemeinhin wird bei Ehrungen und Wahlen aller Art mit mehr oder weniger wichtigen Preisen als dramaturgischer Höhepunkt von de Präsentatoren einem womöglich goldfarbener Umschlag eine Karte entnommen und verkündet: Der/die Gewinner/in ist… Zäumen wird aus gegebenem Anlass das Pferd ausnahmsweise einmal von hinten auf: Der Verlierer ist – der europäische Senioren-Dachverband European Masters Athletics (EMA)! Er betrachtete gestern in einer Meldung auf seiner Netzseite die Kategorien-Lotterie seiner Kollektion zu den gaaanz vielen „Best Masters of he Year 2018“ für beendet.
Nicht, dass wir diesem Auszeichnungs-Tsunami nach dem Gießkannenprinzip das Wort reden (das Gegenteil ist der Fall), muss gerade deshalb überraschen, dass entgegen der Statuten des übergeordneten Weltverbandes World Masters Athletics (WMA) die Disziplin Sprint ausgespart und wegrationalisiert worden ist. Ausgerechnet der Königswettbewerb, die jeweilige Krönung der Olympischen Sommerspiele. Wer soll hier für was in Sippenhaftung genommen werden? Doch wohl nicht, weil in einem olympischen 100-m-Finale der Männer sieben der acht Finalisten (außer Usain Bolt) schon wegen Dopings gesperrt waren?

Bei der WMA ist der Sprint weiterhin vertreten

Welch eine glückliche Fügung des Zufalls, dass just gestern die WMA (siehe Link) ihre Kandidaten 2018 für die „Best Masters Awards“ benannte. Die veröffentlichten acht Kategorien und deren Protagonisten, exakt in dieser Reihenfolge: Overall (der/die Beste aller Besten), Sprint, Mittelstrecke, Langstrecke, Stoß/Wurf, Sprung, Mehrkämpfe, Gehen. Also keine Viertelmeiler-Staffeln, die von der EMA zu unguter Letzt anstelle des Sprints bedacht worden sind.

Eine Realsatire a la Kurt Kaschke

Für diese Realsatire nach europäischem Strickmuster verleiht LAMPIS den Mann im Mond (auch bekannt als Schlafmütze) in Gold mit Brillanten an den „Reise- und Sonnenkönig“ Kurt Kaschke (im Bild), der sich Präsident nennen und das zweithöchste Ehrenamt der Senioren-Leichtathletik beschädigen darf. Letzteres im Übrigen ungestraft zum wiederholten Male.
Applaus, Klatsch- und Narrhallamarsch, Mariechen, tanz‘, Helau und Alaaf! Bald ist ja wieder Karneval mit den sechs tollen Tagen von Altweiber bis Veilchendienstag. Die Narren- anstatt der Zipfelmütze kann sich K.K. allerdings schon jetzt aufsetzen.

Immer noch kein Internet-Auftritt des LOC der Senioren-EM in Venedig

(Venedig/Turin/Krefeld, 16. Januar 2019) Kein Bild, kein Ton, wir kommen schon! So lautet der plakative Werbespruch eines mittelständischen Krefelder Radio-, Fernseh- und Computertechnik-Betriebes (ja, so etwas gibt es heutzutage auch noch). Allerdings scheint beim Lokalen Organisationskomitee (LOC) der Senioren-Europameisterschaften vom 05. bis 15.September 2019 in Venedig (Italien) Hopfen und Malz verloren. Da ist bei den gelegentlichen Hochwassern in der Lagunenstadt offensichtlich die Elektronische Daten-Verarbeitung (EDV) restlos abgesoffen. Klickt man über die Netzseite der gastgebenden European Masters Athletics (EMA) das Logo dieser Titelkämpfe an, prangt einem weiterhin der Hinweis „Site under construction“ (Seite in Arbeit) entgegen. Und das nicht einmal mehr acht Monate vor diesen wichtigsten kontinentalen Meisterschaften der Ü35-Generation, wo gerade die Talente von gestern und vorgestern frühzeitig das Rund-um-sorglos-Paket einzutüten gedenken. Service sieht deutlich anders aus.Allein der Grobzeitplan ist bei der EMA abrufbar.
Wie es besser geht beweisen die konkurrierenden ebenfalls italienischen Organisatoren der European Masters Games (EMG) vom 26. Juli bis 04.August 2019 in Turin. Sie legen bereits seit mehreren Monaten einen blitzsauberen Internet-Auftritt hin, der so gut wie keine Wünsche offen lässt. Kleiner Schönheitsfehler: Er steht nicht in deutscher Sprache zur Verfügung. Aber das kann den Interessenten der EM auch noch blühen.
Aus einem lahmen Ackergaul werden sie in Venedig in der Kürze der verbleibenden Zeit ohnehin kein Rennpferd mehr machen können.

Traf DLV-Präsidium die Entscheidung über Vergabe des DAMM-Finales?

(Darmstadt/München/Krefeld, 14. Januar 2019) Nehmen wir aus gegebenem Anlass noch einmal die seit Monaten andauernde Hängepartie auf. Vorausgeschickt zum besseren Verständnis und zur Erinnerung: Es geht um die Vergabe des Finales 2019 um die Team-DM Senioren, bekannter und eingeführt als Deutsche Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM). Obendrein die Keimzelle der Senioren-Bewegung in der deutschen Leichtathletik-Geschichte. Ursprünglich wollte der vorjährige Ausrichter Baunatal (Hessen) auch wieder 2019 als Gastgeber auftreten, zog dann aber seine Bewerbung womöglich in Konkurrenz zur LG Stadtwerke München vor einer Kampfabstimmung bei der DLV-Verbandsratssitzung am 23.November 2018 in Darmstadt zurück. Wobei wir nicht schlankweg behaupten wollen, dass das der ausschlaggebende Grund gewesen ist.

Ein Wiesnbesuch als Schmankerl obendrauf

So fiel bei nur noch einem Bewerber die Zuständigkeit der Entscheidung dem DLV-Präsidium zu, das darüber am vergangenen Samstag befinden wollte oder befunden hat. Das wird erfahrungsgemäß nicht so schnell an die interessierte Öffentlichkeit gelangen. Halten wir jedoch schon einmal fest, dass die Münchner mit dem Austragungsort Dantestadion und dem Datum 21.September 2019 in die „Bütt“ gegangen sind, alsbald Planungssicherheit haben müssen. Zumal der Termin mit dem Auftakt des weltberühmten Oktoberfestes zusammenfällt. Ein reizvolles Schmankerl obendrauf für die Team-Mitglieder, ließe sich doch nach getanem Werk das Sportliche mit dem Geselligen eines Wiesn-Besuchs verbinden. Andererseits eine logistische Herausforderung, müsste in der Quartierfrage schon im relativ nahen Augsburg Station gemacht werden.
Übrigens eine Situation, die es 2008 beim DAMM-Finale in der bayerischen Millionen-Metropole schon einmal gab. Das hat folglich auch funktioniert.

DAMM-Finale findet zum Auftakt des 186. Münchner Oktoberfestes statt

(Darmstadt/München/Krefeld, 15. Januar 2019) Alle potenziellen Teilnehmer/innen am Team-Finale Senioren (ehedem DAMM) in diesem Jahr dürfen sich schon einmal freuen. Es findet zusammen mit dem Eröffnungstag des 186.Münchner Oktoberfestes am 21.September 2019 in der „Weltstadt mit Herz“ statt. Seit gestern ist es hochoffiziell endlich in trockenen Tüchern, worüber wir in den letzten Wochen immer wieder mal exklusiv berichtet haben. Die LG Stadtwerke München, obwohl nur noch einziger Bewerber, erhielt nach elendig langer Wartezeit die fernmündliche Zusage vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für die Ausrichtung dieser Titelkämpfe, haben damit endlich Planungssicherheit. Denn nicht nur, aber gerade in einer Millionen-Metropole wie München bedarf es langer Vorlaufzeiten, kann nicht fünf vor Zwölf mal eben eine städtische Wettkampfstätte beim Sportamt gebucht werden.

Dantestadion war vorsorglich beim Sportamt geblockt worden

Vorsorglich hatten die Verantwortlichen der Leichtathletik-Gemeinschaft das Dantestadion bereits blocken lassen, hätten notfalls ein Sportfest mit Senioren-Wertung ausgerichtet. Die Münchner hatten übrigens am so genannten „blauen Montag“ (wegen vieler Krankmeldungen) ein weiteres Mal Grund zu Freude. Nach der Veröffentlichung auf leichtathletik.de behaupten sie hinter dem TSV Bayer 04 Leverkusen mit winzigem Vorsprung auf den SC Potsdam den zweiten Platz in der deutschen Vereinsrangliste mit den meisten Nennungen in den jeweiligen DLV-Bestenlisten.
Und siehe da, oh Wunder, das Team-Finale ist auf der Verbandsnetzseite im Fenster Termine unter Deutsche Meisterschaften 2019 schon aufgeführt. Lediglich im Rahmenterminplan steht es in der Fußleiste als noch nicht vergeben. Das ist halt der Fluch der bösen Tat, wenn es keine Checkliste gibt wann wo was alles zu tun ist. Aber darüber sehen wir jetzt strahlend lächelnd hinweg, zerbrechen uns nicht die hochdotierten Köpfe beim DLV.

HLV-Titelkämpfe: Ein Suchspiel zur Online-Ergebnisliste zu gelangen

(Frankfurt/Hanau/Krefeld, 13. Januar 2019) Ginge es nicht darum, unseren treuen Stammbesuchern und Gelegenheitsgästen einen gescheiten Service anzubieten, würden wir uns einen Teufel um den Mist scheren, den so manche Netzwerk-Administratoren verunstalten (kein Tippfehler!). So aktuell der des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) in Frankfurt. Die Online-Ergebnisliste der Landesmeistershaften der Senioren/innen gestern in Hanau mutiert zu einem Suchspiel, bei dem der Verfasser dieser Zeilen nicht fündig geworden ist (siehe vorherigen Beitrag). Herbert E.Müller vom TSV Bayer Dormagen, mit seinen 89 Jahren bei den NRW „Open“ nicht nur noch sehr flott auf den Beinen, sondern auch als Späteinsteiger in die EDV ein ganz heller Kopf, wusste Rat und ließ es uns wissen. Erst über den Umweg der „Teilnehmerliste“ gelangt man zur Ergebnisübersicht. Wo soll das Problem sein, wie anderenorts schließlich praktiziert, einen Direktlink dahin zu legen? Eine rein rhetorische Frage! Selbstverständlich geben wir uns nicht der Illusion hin, dass sich durch unsere Schelte irgendetwas bessern würde. Kein Grund, es sich zu verkneifen.