Kugel-Durchmesser darf fortan duchgängig bis 130 Millimeter betragen

(Rehlingen/Darmstadt/Krefeld, 29. September 2020) Verdamp lang her (Verdammt lang her)! Halten wir es mit diesem plakativen und aussagekräftigen Titel aus dem Jahre 1981 der Kölsch-Rocker BAP mit Frontmann und Liedsänger Wolfgang Niedecken. Ganz so lange ist es dann doch noch nicht her. Aber für eine schnelllebige Sportart wie der Leichtathletik, bei der gerade im Senioren-Bereich Generationen kommen und gehen, entschieden zu lange. Genau sechs Jahre und neun Monate hat es mittlerweile gedauert, bis der schlafmützige Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) das bereits am 01.Januar 2014 in Kraft getretene international gültige Regelwerk (IWR) des Dachverbandes World Masters Athletics (WMA) anzupassen gedenkt.

Ein unschätzbarer Vorteil für Wanderer durch die Altersklassen

Demnach dürfen in den Seniorenklassen die Durchmesser bei allen Kugeln von 3 bis 7,26 kg bis 130 mm betragen. Das setzt die Spezialisten mit Stehvermögen in die komfortable Lage, bei sich über die Jahre hinweg ändernden Gerätegewichten stets mit demselben genehmen, gewohnten Umfang der Kugel stoßen zu können. Ein unschätzbarer Vorteil. Da fabuliere ich als von 1966 bis 2018 über 52 Jahre in 1.160 Wettkämpfen aktiver Kugelstoßer nicht über des Kaisers Bart, habe von 7,26, über 6,26, 6,0 (international stets 6 kg in der M50/55), 5 und 4 kg fünf Stationen passiert. Immer mit unterschiedlichen Umfängen.

Erneut im August 2020 nachgehakt

Tue Gutes und rede/schreibe darüber. Dass es dazu kommen soll (was ich erst glaube, wenn es in der DLO steht; das kann dann auch noch mal bis zu sieben Monate dauern wie jüngst beim Ausländerstartrecht), ist der Hartnäckigkeit von LAMPIS, namentlich dem Verfasser dieses Beitrages zu verdanken. Das würde jetzt entschieden zu weit führen, dass öffentlich gemachte (nur ein Beispiel) und private Geschehen hinter den Kulissen zurück bis in den November 2016 zu rekapitulieren. Zuletzt habe ich WMA-Präsidentin Margit Jungmann (Rehlingen) in der leidigen, längst überfälligen Sache am 04.August 2020 angeschrieben und beklagt, dass es immer noch eine Hängepartie sei. Daraufhin hat sie am 07.September 2020 eine E-Mail an den DLV-Seniorenreferenten David Deister und den BAS-Vorsitzenden Ralf Hafermann (ihr Nachfolger in diesem Amt) gesendet und darum ersucht, dass diese Regelung ab 2021 in Deutschland gilt.

Vollzugsmeldung gestern Abend
 
Just gestern Abend um 20.33 Uhr flatterte mir elektronische Post von Frau Jungmann ins Haus, dass sie von Hafermann am Vortag die Mitteilung bekommen habe, dass die Regeländerung hinsichtlich der Kugel-Durchmesser erfolgt sei. Das hieße ab sofort. Doch Veranstalter können es letztlich erst umsetzen, wenn es in der Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) verankert ist.
Übrigens hängen die Masters aus Österreich und der Schweiz mit am Fliegenfänger, die willfährig (auch) in diesem Punkt die DLO übernommen haben.

Swiss Masters: Kugelstoßer Hansruedi Stäheli bot eine Klasseleistung

(Bellinzona/Krefeld, 28. September 2020) Worüber wir bereits im Vorfeld geschrieben haben: Auch unsere alpenländischen Nachbarn aus der vermeintlich betulichen, aber sicherlich beschaulichen Schweiz können anders als hier zu Lande für die „ewigen Talente“ im Gesamtpaket nationale Meisterschaften in Einzeldisziplinen (siehe Link). Es darf gemutmaßt werden, ohne das überprüft zu haben, dass auch die sechs europäischen Zwergstaaten Andorra, Lichtenstein, Malta, Monaco, San Marino und die Vatikanstadt das hinbekommen würden. So sie denn nur gewollt hätten. Diese Häme gegenüber dem „Deutschen Leuchtturm-Verband“ mit weltweiter Strahlkraft von eigenen Gnaden musste einfach sein, bevor wir uns in einem kleinen Beitrag wieder den Eidgenossen zuwenden.
Die hatten nun vorigen Samstag in Bellinzona im italienischsprachigen Kanton Tessin ihre Swiss Masters ab 30 (!) Jahre in Verbindung mit dem bereits zum 20. Male ausgetragenen Internationalen Senioren-Meeting. Diese vortreffliche Startgelegenheit nutzten auch etliche Gäste. Vornehmlich aus den Anrainerstaaten Italien, Frankreich, Österreich und Deutschland. Aber erweisen wir der Etikette gemäß den Gastgebern unsere verdiente Ehrerbietung. Stellvertretend sei der in der Bundesrepublik für die LG Radolfzell startende Hansruedi Stäheli (*1950/M70) vom LC Frauenfeld genannt. Der frühere 18-Meter-Kugelstoßer erzielte in seiner Spezialdisziplin gleich im ersten Versuch mit 14,42m nicht nur durch die verklärende rosa-rote Werferbrille betrachtet eine der herausragenden Leistungen dieser eintägigen Titelkämpfe.
Alle Resultate zum Aussuchen nach eigenem Gusto unter dieser Verlinkung.

Hermann Albrecht und Oneithea Lewis gewinnen die LAMPIS-Trophäen

(Haßloch/Krefeld, 26. September 2020) Einer von Zeitungsmachern alten Binsenweisheit folgend, wonach die Leser angeblich vergesslich sein sollen, erläutern wir zum besseren Verständnis die Vorgeschichte. Aus Anlass der für die ausgefallene Masters-WM 2020 im kanadischen Toronto hat Ideenlieferant und Hammerwurf-Ass Gottfried Gassenbauer (*1958/M60) aus Wien zusammen mit befreundeten Gleichgesinnten die – eingedeutscht -  Virtuellen Senioren-Weltmeisterschaften aus der Taufe gehoben (siehe Link). Speziell aus alter Verbundenheit zu dem Wiener „Hans Dampf in allen Gassen“ habe ich spontan als Rechteinhaber von LAMPIS hochwertige, dekorative Trophäen für die klassenübergreifend Punktbesten im Wurf-Fünfkampf der Frauen und Männer ausgelobt. Natürlich mit unserem diesen Vielseitigkeitswettbewerb charakterisierenden schmucken Cartoon vom Niederländer Erwin Suvaal versehen.

Vorschusslorbeeren für die Preise aus Acryl

Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Zunächst musste der Meldeschluss für die in offiziellen oder selber organisierten Wettkämpfen erzielten Leistungen der 1.491 Startwilligen aus 61 Nationen und sechs Kontinenten feststehen, überprüft und ausgewertet werden. Erst als dann die beiden Erstplatzierten der W- und M-Klassen feststanden, konnten Entwurf, Gestaltung und Herstellung der ein wenig außergewöhnlicheren, moderneren Art von „Pokalen“ in Angriff genommen werden. Schließlich sollten sie auch von den Namen und Punktzahlen der Protagonisten geziert werden. Kurzum: Das Werk ist vollbracht. Es fand das einhellige Lob von Gassenbauer („Sehr schön sind sie, die Preise!“) sowie Lampis-Gründervater und Grafik-Designer (!) Peter Holthuijsen („Echt edel, Kompliment!“). Dies gibt der Hoffnung Ausdruck, dass sie auch den beiden preiswürdigen Würdenträgern gefallen werden. Vorab an dieser Stelle zumindest schon mal optisch sichtbar. Kein Vergleich indes zum Original-Zustand. Obendrein ließen sich die leichten Spiegelungen und Verzerrungen beim Abfotografieren nicht vermeiden.


Ein Erstplatzierter wie aus dem Drehbuch

Ein Drehbuchautor hätte es nicht besser inszenieren können. Wenn diese Auszeichnung bei den Senioren einer verdient hat, dann Hermann Albrecht (*1940/M80) von der Spvvg. Satteldorf in Baden-Württemberg. Der „Herminator“ und Ed-Burke-Bezwinger der Winterwurf-WM an Ostern 2012 in Jyväskylä (Finnland) im Hammerwurf stellte am 18.Juli 2020, dem Schlusstag für die Anmelde-Modalitäten zu dieser Challenge", in Osnabrück mit 5.317 Punkten einen neuen Weltrekord im Wurf-Fünfkampf auf, dazu mit 50,69m im Hammerwurf (wir berichteten). Der mit 1,73m Körpergröße und rund 70 Kilo Gewicht krasse Gegenentwurf eines Werfers bekommt diese Auszeichnung, gewissermaßen in meiner Vertretung, vom in der Werfer-Szene weithin bekannten Gerhard Zachrau (Mutterstadt) heute beim Einladungswettkampf in Haßloch überreicht. Eingefädelt hat das freundlicherweise Stefan Münch.

US-„Girl“ bekommt die Auszeichnung via DHL zugesendet

Derartiges verbietet sich beim weiblichen Pendant leider aus Zeit- und mehr noch Kostengründen. Denn es handelt sich um die dunkelhäutige US-Amerikanerin Oneithea Lewis (M60, im Bild). Sie hat ihren Wohnsitz im fernen Oakland Gardens im Bundesstaat New York. Die Auszeichnung wurde heute per DHL auf den etwa 6.000 Kilometer weiten Weg gebracht.
Das fortgeschrittene 60-jährige US-Girl ist kein unbeschriebenes Blatt bei den Masters, hält aktuell insgesamt acht Weltrekorde in verschiedenen Altersklassen zwischen W40 und 50 im Hammerwurf, Gewichtwurf und Wurf-Fünfkampf. Auch jene in die Wertung eingeflossenen 5.049 Punkte wären Weltrekord (4.727) gewesen, so sie denn nicht in einem Training unter Wettkampf-Bedingungen erzielt worden wären.
Pech gehabt! Zumindest in diesem Falle nur Selters statt Sekt. Nicht jedoch bei uns. Da gibt‘s die vollwertige Trophäe. LAMPIS wurde als Sponsor der Auszeichnungen auf der Veranstalter-Netzseite genannt.
Es lohnt ein etwas genauerer Blick, wie die gute Oneithea im Nike- und Trump-Land gewandet und beschuht ist: Mit den berühmten drei Streifen von ADIDAS aus
Good old Germany". Das hat doch was... und so rein gar nichts vom America first" eines schändlichen Egomanen von US-Präsidenten. Da darf getrost ein wenig gefeixt werden.

Offizielle Endstände der besten Sechs

Senioren: 1. Hermann Albrecht, Deutschland, M80, 5.317 Punkte; 2. Östen Edlund, Schweden, M85, 4.920;
3. Burton Haupt, Südafrika, M55, 4.610; 4. Walter Krifka, Österreich, M80, 4.406; 5. Eric Cole, USA , M50, 4.401; 6.Makoev Gennadiy, Russland, M70, 4.306.
Seniorinnen: 1. Oneithea Lewis, M60, 5.049 Punkte, 2. Myrle Mensey, beide USA, W70, 4.856; 3.Heleen Knobel, Südafrika, W55, 4.629; 4. Margret Klein-Raber, W55, 4.539; 5. Eva Nohl, beide Deutschland, 4.485; 6. Angela Herzner, USA, W45, 4.292.

Überraschung gelungen: Hermann Albrecht war restlos überwältigt

(Haßloch/Satteldorf/Krefeld, 27. September 2020) Überraschung! Und die wäre vollauf gelungen. Hermann Albrecht (*1940) von der Spvvg. Satteldorf  in Baden-Würrtemberg ist zwar bekennender LAMPIS-Stammbesucher, die Lektüre gehört allmorgendlich zum Frühstück wie die Tageszeitung. Aber da er sich gestern frühzeitig auf den 150 Kilometer langen Weg in die Pfalz zum Einladungswettkampf der TSG Haßloch gemacht hatte,  wusste er noch nichts von seinem beschriebenen Glück in unserem erst um 10:30 Uhr erschienenen Beitrag. Taktik aufgegangen.
Denn just dort vor Ort wurde dem „Herminator“  die von LAMPIS, namentlich dem Verfasser dieses Beitrages, gestiftete Trophäe für den Gewinn der klassenübergreifenden Wertung im Wurf-Fünfkampf bei der virtuellen Senioren-Weltmeisterschaft von Phoenix-Frontmann und Sportkamerad Gerhard Zachrau aus Mutterstadt mit ein paar launigen Worten überreicht. Der 80-Jährige war hin und weg, kannte zwangsläufig das Schmuckstück noch nicht und war der Meinung, es würde ihm per Paketpost ins Haus geschickt (so war es auch vorgesehen, bis TSG-Organisator Stefan Münch diesen prima Vorschlag machte).

Durchgefroren und von Krämpfen geschüttelt noch 5.183 Punkte

Kurz nach seiner abendlichen Rückkehr rief mich der noch unter diesen Eindrücken stehende Ausgezeichnete an und bedankte sich überschwänglich. „Dieses Unikat ist einfach Weltspitze. Ich bin restlos überwältigt und freue mich riesig“, sprudelte es unter anderem aus ihm heraus. Das war übrigens nicht alles, was er mit nach Hause nahm. Für die beste Tagesleistung erhielt der doppelte Weltrekord-Halter vom Veranstalter einen großen Korb mit frischem Gemüse aus der Pfälzer Region. Natürlich auch sehr zur Freude seiner Frau Teodora, die für die Beilagen der Speisen in den nächsten Tagen schon keine Einkäufe mehr zu machen hat.
Ab der vierten Disziplin von 10 Grad Temperatur sowie noch kühlerem Wind durchgefroren und Muskelkrämpfen geschüttelt, haderte der aktive Ehrengast mit seinen Weiten mit Diskus (26,90m) und Speer (29,98m). Da er jedoch zuvor mit Hammer (49,02m), Gewicht (18,40m) und Kugel (12,45m, BW-Rekord um fünf Zentimeter verbessert) schon ein sehr ordentliches Fundament gelegt hatte, reichte es in der Endabrechnung noch zu dem Weltklasse-Resultat von 5.183 Punkten. Der Mann der kann’s einfach. Selbst wenn es nicht perfekt läuft. Das ist freilich bei fünf möglichen „Stolpersteinen“ ohnehin Wunschdenken.

Als Krisenmanager ist "Präses" Kaschke eine absolute Nullnummer

Kolumne

Moment mal

(Braga/Madeira/Krefeld, 25. September 2020)
So viel hohntriefende Schadenfreude muss einfach mal sein. Lampis-Leser wissen nicht nur mehr, sondern es vor allem eher. Der durch erhärtete Tatsachen Beispiele gibt es reichlich, kann von selbstgefälligem Eigenlob keine Rede sein. Neuerliche Kostprobe aus dem großen Fundus gefällig? Herzlich gerne! Gedrängt durch die Entscheidung der portugiesischen Ausrichterstadt Braga sah sich Präsident Kurt Kaschke im Namen des Präsidiums der European Masters Athletics (EMA) die auf Januar 2021 verschobenen Senioren-Hallen-EM mit Winterwurf nunmehr in einer Verlautbarung auf der EMA-Netzseite abzusagen. Endlich, wird der halbwegs gescheit Denkende bei all den unveränderten oder sich gar verschlimmernden Begleitumständen in Sachen dieses elendigen Corona-Viruses konstatieren (COVID-19 ist die Erkrankung, die daraus entstehen kann, nicht muss, Herr Kaschke!).

Hallen-EM abgesagt, die im Straßen- und Crosslauf (bislang) nicht

Und die Moral von der Geschicht‘, als Krisenmanager taugt er nicht, der Präsidialherr (im Bild) mit den multiplen Wohnanschriften Freudenstadt, Gütersloh und Assafora (Portugal). Aber zur Schadenfreude, die selbstverständlich nicht den Startwilligen aus aller Herren Länder gilt, denen der Vernunft gehorchend ein weiteres Großereignis durch die Lappen geht: Bereits in einem mahnenden Beitrag vom 08.September 2020 haben wir die beabsichtigte Ausrichtung dieser Europameisterschaften in den Bereich von Märchen und Sagen verwiesen – und damit voll ins Schwarze getroffen.
Doch nicht nur das. K.K. freut sich in derselben Erklärung, demnächst die Teilnehmer*innen an der Straßen- und Crosslauf-EM auf Madeira (29.-31.Oktober und 6.-8.November 2020) begrüßen zu dürfen. Wie bitte? Auch das halten wir in Geschäftsführung ohne Auftrag für ein Ding der Unmöglichkeit und haben es mit Fakten angereichert schon benannt. Das wollen wir jetzt nicht alles im Stile des Rindviechs wiederkäuen, verweisen auf den entsprechenden Artikel.

Ausrichtung wäre in höchstem Maße unverantwortlich

Allerdings noch dies: Inzwischen hat sich die Corona-Situation hier zu Lande und um uns herum in Europa drastisch verschärft, erklärte die Bundesregierung etliche Länder zu Risikogebieten und hat Reisewarnungen ausgesprochen. Das sollte sich die unfähige Funktionärsriege mal in aller Ruhe zu Gemüte und vor Augen führen. Alles andere als weitere Absagen wären in hohem Maße unverantwortlich. Sogar ausgesprochen leichtfertig bis hin zur billigend in Kauf genommen leicht möglichen Körperverletzung. Schenken wir uns noch schlimmere Szenarien. Die Unversehrtheit des Menschen hat stets Vorrang vor allen anderen sportlichen und monetären Interessen. Basta!
Oder soll hier etwa der Spruch No risk, no fun" (Kein Risiko, kein Spaß) fröhliche Urständ' feiern?