DRTV-Offizielle offenbaren höchst fragwürdiges Demokrativerständnis

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Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Neu-Isenburg/Bonn/Mutterstadt/Krefeld, 13. Oktober 2016) 
Kommen wir aus gegebenem Anlass außerplanmäßig noch vor der Tagung des Bundesfachausschuss' Rasenkraftsport (BFA-R) am 05.November 2016 in Neu-Isenburg auf die Angelegenheit zurück. Bekanntlich hatte Wurf-Allrounder Torsten Lange (*1945) aus Bonn, für Mutterstadt startend, als Initiator über den Landesverband Rheinland-Pfalz den Antrag auf Änderung der Altersklassen-Regelung analog zur Leichtathletik gestellt (wir berichteten). Noch gilt im artverwandten und mit dem DLV kooperierenden Deutschen Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verband (DRTV) beginnend mit 30 Jahren der Zehner-Takt. Trotz Gewichtsklassen kann da speziell bei den älteren Semestern spätestens ab AK IV (60 – 69 Jahre) von Chancengleichheit keine Rede mehr sein.
Die Rheinland-Pfälzer, namentlich ihr Vorsitzender Volker Strub von RKS Phoenix Mutterstadt, entschieden sich bei ihrem Antrag für die „weiche“, eher durchsetzbare Lösung, erst ab der AK III (50 – 59) auf den Fünf-Jahres-Rhythmus umzustellen. So weit, so gut. Noch. Der DRTV stellt dieses Ansinnen unter Punkt 5 nebst schriftlicher Begründung von Strub auf seinem Internet-Portal ins Netz. Immer noch in Ordnung. Doch nun legt der Dachverband sein – nett formuliert – höchst fragwürdiges Demokratieverständnis an den Tag, betreibt auf unzulässige Weise Politik. Gleich neben dem Antragsgrund kommentiert er den Inhalt und meldet Bedenken dagegen an. Dies hätte alles den Delegierten bei der Diskussion und anschließenden Abstimmung anlässlich der Fachtagung vorbehalten bleiben müssen, statt im Vorfeld schon Stimmung für die eigene Denke und (fehlgeleitete) Richtung zu machen.
Tradition ist eine schöne Sache. Doch sollte man sich dem Fortschritt und Zeitgeist nicht vollkommen verschließen. Aber es ist ebenfalls ein alter Hut, dass beim DRTV in Kreisen der Offiziellen Traditionalisten in der negativen Form, Altvordere, ewig Gestrige und Erneuerungsverweigerer am unseligen Werk sind. Krass ausgedrückt: Betonköppe. Daran hatte sich schon der einstige DRTV-Vizepräsident und BFA-R-Vorsitzende Claus Dethloff (*1968; im Bild) aus Kerpen vergeblich abgearbeitet und irgendwann entnervt das Handtuch geworfen. Allein beim Landesverband NRW ist er noch in Amt und Würden, wird vermutlich kommenden Sonntag  bei den Offenen „Westdeutschen“ im Rasenkraftsport (Hammer, Stein Gewicht) in Leichlingen anwesend sein.
Es bleibt zu hoffen, dass die Versammlung Anfang November sich nicht wieder einmal den Sand für den Beton in die Augen streuen lässt und zu einem mehrheitsfähigen Beschluss im Sinne der älteren Aktiven kommt.
So, jetzt haben wir auch ein bisschen Politik betrieben. Die Bibel – na, ihr wisst schon – werden wir indes diesbezüglich nicht zitieren.