Doping-Skandal und Wiederwahl eine neue Art von "Russischem Roulette"

(London/Moskau/Krefeld, 10. Dezember 2016) Nun müssen wir mit unserem bescheidenen Nischen-Engagement hauptsächlich in der Senioren-Leichtathletik mit dem Schwerpunkt Stoß/Wurf nicht zu allem und jedem unseren Senf aus dem Gaststätten-Großgebinde Bautz'ner dazugeben. Das haben schon andere „wichtige“ Persönlichkeiten und solche die sich dafür halten zu dem gestern in London veröffentlichten McLaren-Report, wonach mehr als 1.000 Russen in 30 Sportarten gedopt haben sollen, gefragt und ungefragt getan. Eine zweischneidige Angelegenheit. Wer heute mit dem Finger auf andere zeigt, der steht womöglich morgen selber am Pranger. Weiß jeder Ehrenamtler immer so ganz genau, was unter der Theke in seinem eigenen „Laden“ vor sich geht? Wobei das „Russische Roulette“ natürlich eine ganz neue, ungeahnte und ungeheuerliche Dimension darstellt. Versteht sich, dass von den Verantwortlichen rotzfrech bestritten wird, was nicht mehr zu bestreiten ist.
Keinerlei Unrechtsbewusstsein, wenigstens ein Hauch von schlechtem Gewissen und dem Willen zur säubernden Erneuerung auch beim stark in den Doping- , Korruptions- und Vertuschungsskandal  verstrickten russischen Leichtathletik-Verband (WFLA). Bei dem standen zeitgleich zur Enthüllung der in der britischen Metropole gemachten Vorwürfe in Moskau Neuwahlen an. Die einstige Stabhochsprung-Ikone und das Putin-Protegé Jelena Issinbajewa zog überraschend (?) ihre Kandidatur zurück, machte so den Weg frei zur Wiederwahl des bisherigen Präsidenten
Dmitri Shlyahtin.
Das nennt sich hier zu Lande nach Volkes Mund den (Sünden-)Bock zum Gärtner zu machen. Die schöne Jelena erspart sich jedoch den Beinamen „Sumpfdotterblume“. Aber der könnte ihr auch als Aufsichtsratsvorsitzenden der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada (welch ein begrifflicher  Hohn dieser Organisation bei der bekannt gewordenen Sachlage) angeheftet werden.