Trainer-Legende Norbert Pixken machte Latsch für Camps hoffähig

Kolumne

Das Wort zum Sonntag


(Latsch/Krefeld, 26. Februar 2017)
Wenn uns das Sportforum Latsch im wunderschönen Vinschgau, der Apfelkammer Europas, in Südtirol (Nord-Italien) bittet, ein wenig die Reklame-Trommel für Trainingscamps von Leichtathletik-Klubs zu rühren, lässt sich der Verfasser dieser Zeilen gewissermaßen als Überzeugungstäter mit inzwischen über 40-jähriger Erfahrung nicht zweimal bitten. Klären wir bei der Gelegenheit gleich auf, dass die Schar der angeblichen Möchte-gern-Entdecker, einen DLV-Bundestrainer inklusive, dieses Eldorados immer neue (Stil-)Blüten treibt. Es kann logischerweise nur einen geben: Und das ist die seit dem Millenium in Thailand lebende Trainer-Legende Norbert Pixken (*18.09.1938) vom damaligen FC Bayer 05 Uerdingen (heute SC Bayer). „Nöppi“, wie er dereinst von seinen Freunden genannt werden durfte, lernte 1973 bei einem vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) veranstalteten Internationalen Lehrgang unter Prof.Dr.Benno Wischmann an der Uni Mainz einen italienischen Kollegen aus Bozen kennen und freundete sich bei stimmiger Chemie sehr schnell mit ihm an. Der Mann aus den Dolomiten war es, der Pixken den Tipp mit Latsch „Vegas“ für vor- und zwischensaisonale Trainingsaufenthalte gab.
Der „Karajan unter den Trainern“, so einmal die Überschrift in einem Monatsmagazin, setzte das bereits im Folgejahr, also 1974, mit einer Gruppe des FCB (meine Wenigkeit eingeschlossen) um, machte damit die Marktgemeinde für Leichtathletik-Camps hoffähig. Bei der Premiere war auch ein von Eintracht Duisburg zum FC Bayer gewechselter B-Jugendlicher mit von der Partie, der später dreimal den Zehnkampf-Weltrekord der Männer verbessern sollte. Da es das Foto bereits verheißt, machen wir nicht künstlich ein Rätsel daraus: Jürgen Hingsen (*25.01.1958 in Duisburg), der später von seinem Dauer-Rivalen und –Bezwinger Daley Thompson aus Großbritannien wegen des vom 2,00-Meter-Hünen verbreiteten Glamours, zu dem die blonde kalifornische Ehefrau Jeannie trefflich passte, den Spitznamen „Hollywood-Hingsen“ erhielt. Nett hatte das der aus Soho stammende Brite indes ursprünglich nicht gemeint, und es wurde dennoch eine Art Markenzeichen.

Geografische Verfehlung in Biografie von Christina Schwanitz

Das kongeniale Duo Hingsen/Pixken machte immer wieder Station in Latsch, das entgegen der geografischen Verfehlung von Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz in ihrer Biografie „Es ist ja nur Kugelstoßen“ mitnichten zwischen Meran und Bozen liegt. Klären wir auch das auf: Vom Brenner kommend müssen von Bozen erst mal 32 Kilometer bis Meran zurückgelegt werden und von da Richtung Reschenpass nochmal 27 Kilometer bis Latsch. Oder aus Deutschland über Fern- und Reschenpass anreisend liegt Latsch halt 27 km vor Meran. Wenn es zwischen was angesiedelt werden soll, dann allenfalls eingerahmt von Schlanders und Meran oder gerne auch umgekehrt. Gell, Frau Schwanitz! Aber zurück zu dem starken Uerdinger Doppel. Das verhalf dem auf 639 Höhenmetern gelegenen, mittlerweile  5.188-Seelen-Ort im Tal der Etsch durch entsprechende Berichterstattung fast europaweit zu recht großer Popularität, was „beiläufig“ auch dem Tourismus, nach Äpfeln und dem Saft daraus die zweitgrößte Einnahmequelle, zu Gute kam. Medienwirksam sind Pixken und Hingsen gemeinsam mit dem berühmtesten Sohn der Gemeinde im mittleren Vinschgau, Bergsteiger Reinhold Messmer (siehe Buchcover), Anfang der 1980er Jahre auf dem Markplatz zu Ehrenbürgern von Latsch ernannt worden

Infrastruktur ständig verbessert

Soweit der Griff in die Nostalgiekiste. Da Stillstand bekanntlich Rückschritt ist, werkelt das schon erwähnte Sportforum ständig an Verbesserungen der Trainingsstätten und des unmittelbaren Umfeldes für Zubringerleistungen sowie Abwechslung vom Einerlei. Seit im April 2015 eine achtköpfige Alt-Herren-Riege zwischen 53 und 70 Jahren  unter Leitung von „Quälix II“ Alwin J(osef). Wagner (obere Reihe der Dritte von links) sich eine Woche schleifen ließ, hat sich eine Menge getan.
Wer neugierig geworden sein sollte, was die erklärte Absicht ist, der findet unter diesem Link weitere Informationen. Wobei es nicht zwingend eine Gruppe sein muss. Solisten sind ebenfalls herzlichen willkommen. Und da Latsch und Umgebung weit mehr sind als harte Trainingsfron, gibt es auch für mitreisende inaktive Partner/innen jede Menge Kurzweil bis hin zu einem unvermeidlichen Trip mit der Vinschgau-Bahn in das mondäne Meran mit seinen vielen schönen Geschäften und Lokalitäten in der sowie um die berühmte Laubengasse herum.
In diesem Sinne noch eine zauberhaften Sonntag und eine wie auch immer geartete schaffensreiche 9.Kalenderwoche im Winter anno domini 2017!