Karneval ade und Schluss mit lustig auch bei der EMA

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Freudenstadt/Krefeld, 01. März 2017)
Während bei den Karnevalisten an Rhein und Main der Ohrwurm „Die Karawane zieht weiter, der Sultan hat Durst“ noch nachklingt, haben die europäischen Leichtathletik-Senioren die Melodie dieses Gassenhauers genutzt und eine neue Textzeile formuliert: „Die Pfuschereien geh’n weiter, der Präses hat Stress…“
Den Anlass für die Umdichtung gab ein Gerücht, das nun keines mehr ist. Es geht um die Außerordentliche Generalversammlung des kontinentalen Dachverbandes European Masters Athletics  (EMA), abgehalten am 31.März 2016 in der italienischen Hafenstadt Ancona anlässlich der Hallen-EM. Dass seit dieser Versammlung alle „News“ auf der EMA-Webseite verschwunden, sprich von „Geisterhand“ gelöscht worden sind, brachte die Gerüchteküche zum Brodeln. Nun geht es um die Anwesenheitsliste, die eine scharfe Prise in die vermeintliche Kochkunst des EMA-Präsidenten Kurt Kaschke (im Bild) aus Freudenstadt brachte. Diese Prise schmeckt dem ausgewiesenen Meister des unkontrollierten Delegierens überhaupt nicht.
Seit vorigen Samstag kursiert auf der hauseigenen facebook-Seite des Europaverbandes die Anfrage nach dem Verbleib der finnischen Delegierten (vier an der Zahl) bei der „Außerordentlichen“ in Ancona. Sie tauchen in der Liste der EMA gar nicht auf. Dieses angebliche Fehlen rief den finnischen „Chef de Mission“ Vesa Lappalainen auf den Plan. Die Finnen, deren Erscheinen bei internationalen Versammlungen so sicher ist wie die Bank von England, können gleich mit Zeugen aufwarten. Auch das vermeldet die facebook-Seite der EMA. Darüber hinaus gab es weitere Manipulationen und Verfahrensfehler, die so manches im Nachhinein anfechtbar machen. Bis hin zur unzulässigen Verlängerung der Amtszeit der eigentlich zur Wahl stehenden Positionen des Präsidenten und Schatzmeisters.
Die EMA bekommt nun gehörigen Stress, den der präsidiale Reisekönig und Narzissmus-Beauftragte im Trump-Stil (wobei K.K. vor D.T. im Amt war) selbst zu verantworten hat. Es sei denn, er lässt seine Mitstreiter im Vorstand fallen oder im Regen stehen. Das wäre nicht unüblich für ihn, der gern Schuld und Fehlverhalten anderen zuweist. Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass der Mann aus dem Schwarzwald schlussendlich in der Verantwortung steht.
Wie dem auch sei: Der Spaß der Karnevalstage ist vorbei, es kehrt Kater-Stimmung an Aschermittwoch ein, und ab sofort wird wieder Klartext gesprochen, damit die Manipulationen auf der EMA-Webseite genauso ein Ende haben wie die Stümpereien in der Amtsführung nach Gutsherrenart.