Niederschmetternd geringe Beteiligung bei Wahl zu Seniorensprechern

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Kolumne

Moment mal

(Mönchengladbach/Krefeld, 03. Juli 2018) Es konnte, durfte, sollte bei den Deutschen Meisterschaften der Talente von gestern und vorgestern am vergangenen Wochenende in Mönchengladbach auch gewählt werden: Die beiden DLV-Senioren-Sprecher männlich und weiblich für die Amtszeit 2018 – 2022. Dem Vernehmen über den Obergefreiten-Dienstweg nach haben sich bis Samstagabend 110 Klubvertreter daran beteiligt. Viele werden nicht mehr dazu gekommen sein, da nur noch wenige für einen Start am Sonntag ihre den Stimmzettel enthaltene Unterlagen abgeholt haben. Vergegenwärtigen wir uns, dass insgesamt 750 Vereine ihre die Norm erfüllenden Athleten/innen wunschgemäß zu diesen Titelkämpfen gemeldet haben. Daraus resultiert eine geradezu niederschmetternde Wahlbeteiligung von etwa 15 Prozent.

Emotionale Verelendung des Wahlvolkes

Und dafür lassen sich bei genauerem Hinsehen, ähnlich der Politikverdrossenheit der gemeinen Bundesbürger gegenüber ihren Staatsdienern, triftige Gründe finden. Diese Ehrenämter wurden in den vergangenen sechs Jahren durch „Frontmann“ Alfred Hermes (Jülich) und in den letzten vier Jahren durch Lidia Zentner aus Pforzheim (davor Barbara Schlösser, Wiesbaden) restlos abgewirtschaftet. Letztlich haben sie sich lediglich selbst verwaltet, als wirkliche Interessenvertreter ihrer vielen Schutzbefohlenen sind sie schlussendlich so gut wie nie in Erscheinung getreten. Vielmehr musste der Eindruck entstehen, dass insbesondere der obrigkeitshörige Hermes als verlängerter Arm des Verbandes agierte. Sein weibliches Pendant kam eh über die stumme Rolle der Quotenfrau nicht hinaus. Insofern kann die emotionale Verelendung der Senioren/innen in Bezug auf ihre ehedem gewählten und neuerdings wieder zu wählenden „Anwälte“ nicht weiter verwundern.

Befriedigung persönlicher Eitelkeit als Hauptmotiv

Wenngleich sehr spät, hat wenigstens „Götterbote“ Hermes die Zeichen der Zeit erkannt und nicht erneut kandidiert. Was Frau Zentner bewogen hat, ihre Federboa wieder in den Ring zu werfen, lässt sich nur mit Befriedigung ihrer persönlichen Eitelkeit erklären. Das Schlimme daran, dass aufgrund von lediglich zwei Kandidaten kein Weg an ihr vorbeiführt. Und da schlimmer immer geht, steht zu befürchten, dass sie von den wenigen Stimmen mehr auf sich vereinigt hat als der bis dato in der Szene weithin unbeschriebene Heiko Wendorf aus Eisenach. Damit würde sie die Wortführerin der Seniorensprecher im derzeit noch von Margit Jungmann (Rehlingen) geleiteten Bundesausschuss Senioren im DLV. Arme Senioren-Leichtathletik! Oder auch nicht. Denn genau genommen bleibt ja alles so wie gehabt.
Springen wir von LAMPIS also weiterhin in Geschäftsführung ohne Auftrag als Robin Hood der Ü30-Generation in die Bresche. Die vielen Beispiele aus der Vergangenheit lassen wir aus Platzgründen jetzt weg.