Kommando zurück: WMA beugt internationales Regelwerk zur Zeitspanne

(Doha/Krefeld, 22. März 2019) Selbstverständlich unbeabsichtigt haben wir mit unserem gestrigen Beitrag unsere Stammbesucher und Gelegenheitsgäste frühzeitig in den April geschickt. Glücklicherweise nicht im nackten Ergebnis was die Handhabung des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA) angeht. Die WMA um ihre Präsidentin Margit Jungmann (im Bild) aus Rehlingen will tatsächlich zunächst an der erst zum 01.Januar 2018 geänderten Fassung der IWR-Regel 100.2 festhalten, wonach der Athlet vom Aufruf bis zum Beginn des Versuchs lediglich 30 Sekunden Zeit hat. Insofern ist also nix passiert.

Kleine Ursache, große Wirkung

Falsch ist allerdings durch einen Gedanken- und Interpretationsfehler die Schlussfolgerung, dass der internationale Leichtathletik-Verband IAAF diesen „Salto rückwärts“ zur 60-Sekunden-Zeitspanne auf seiner Präsidiumssitzung am 10.März 2019 in Doha (Katar) nicht mit unmittelbarer Konsequenz beschlossen habe. Hat er eben doch. Denn vor den aufgeführten Disziplinen steht der folgenschwere, von uns (konkret dem Verfasser) überlesene Satz: „The following Competition Rules have been amended with immediate effect.“ Heißt zu gut Deutsch nichts anderes als mit sofortiger Wirkung. Falsch ist mithin auch unsere Überschrift „WMA sorgt im vorauseilenden Gehorsam für allgemeine Verunsicherung“. Das genaue Gegenteil ist hier der Fall: Sie beugt (vorerst) in eigener Herrlichkeit allgemein gültiges internationales Regelwerk (sonst auf Senioren bezogen eher eine Spezialität des DLV; seit 2014 immer noch bei den Kugel-Durchmessern). 
Und wer hat’s erfunden respektive unseren Fehler entdeckt und daraufhin in einer E-Mail virtuell mit dem Lattenzaun gewunken: Ein Schweizer. Namentlich der ehemalige Swiss-Masters-Präsident und weiterhin aktive Werfer Pino Pilotto (*1952) aus Luzern. Pino sei Dank!