Wettkampfleiter und DLV-Vizepräsident Frank O.Hamm nahm seinen Hut

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Kolumne

Moment mal

(Aachen/Darmstadt/Krefeld, 24. November 2020)  
Gönnen wir ihm zu seinem vielerorts mit großer Erleichterung aufgenommenen Abschied von seinem Ehrenamt, das wir jetzt noch multiplizieren, eine halbwegs hübsche Verpackung. Nichts ist so beständig wie der Wandel, sagte bereits vor 2.500 Jahren der griechische Philosoph Heraklit. Einen Tick unfreundlicher konstatieren wir im Chor mit ungezählten Gleichgesinnten: Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit eben gehen! Der höchst umstrittene Leiter Wettkampforganisation und DLV-Vizepräsident Frank O.Hamm (im Bild) aus Aachen erklärte in einer Rundmail an einen größeren Verteilerkreis (zu dem LAMPIS selbstverständlich nicht gehörte) seinen sofortigen Rückzug von beiden Ämtern. Und wie sich das beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt durch seinen us-amerikanischen Hauptsponsor geprägt so gehört, in feinstem Anglizismuswahn. Der mit Spitznamen „Napoleon“ genannte kleine Gernegroß aus der Domstadt an der niederländisch-belgischen Grenze wählte als Überschrift in der Betreffzeile dem Schlagertitel gleich „It‘s time to say goodbye“ (Es ist Zeit, Abschied zu nehmen). Volltreffer, mit der Tendenz schon lange überfällig.

Der kleine Gernegroß hat die „Zeichen“ der Zeit erkannt

Der einst beim Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) weggelobte Aachener galt beim DLV als Heilsbringer, als Messias, der den (vermeintlich) in sportlich verkrusteten Strukturen festgefahrenen Karren wieder flottmachen sollte. Nicht abzusprechen ist ihm, dass er viele Ideen hatte. Doch nicht wenige davon erwiesen sich als Rohrkrepierer, die teils aufgrund massiver Widerstände der Basis zurückgenommen werden mussten. So zum Beispiel bei der komplett modernisierten und von Grund auf sanierten Keimzelle der Senioren-Bewegung der Leichtathletik, der Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaften (DAMM). Dass einzige was davon übrigblieb, ist der Arbeitstitel „Team-DM Senioren“. Was in der öffentlichen Wahrnehmung von Fachleuten und Insidern in der glücklicherweise sich verflüchtigenden Erinnerung von Hamm bleibt, ist hierzulande der Ruf des
Kaputt-Reformierers und Totengräbers“ der ehedem olympischen Kernsportart.

Als Reizfigur wird er uns journalistisch gesehen fehlen

Ein Segen, dass er doch noch erkannt hat (oder mit Nachhilfe erkennen musste?) sich abgewirtschaftet zu haben und er seinen imaginären Hut nahm. Goodbye im Sinne von „Auf Wiedersehen“ muss es als Funktionsträger nun wirklich nicht sein. Journalistisch gesehen wird er uns indes als Reizfigur und Schreibstofflieferant fehlen. Wie es sich gehört und der Anstand gebietet, wünschen wir, das kleine Team von LAMPIS, ihm persönlich alles erdenklich Gute! Ehrensache!