Ein paar unbequeme Gedanken zum heutigen Welternährungstag

(Krefeld, 16. Oktober 2014) Vorausgeschickt sei, dass es sich vordergründig nicht um ein sportliches Thema handelt. Freilich geht es alle an, einmal inne zu halten, sich selber zu hinterfragen und womöglich, wenn nicht schon mit irgendwelchen Maßnahmen dauerhaft vorgesehen, Hilfe zu leisten. Denn heute ist Welternährungstag. Weniger nett formuliert: Welthungertag. Die Zahlen sind erschreckend und alarmierend zugleich. Rund eine Milliarde Menschen, also ein Siebtel der Weltbevölkerung, sind nicht ausreichend mit Nahrung und sauberem Trinkwasser versorgt. Jeden lieben langen Tag den Gott geschaffen haben soll sterben etwa 24.000 Menschen an Hunger und seinen Folgen, darunter 18.000 wehr- und hilflose Kinder unter fünf Jahren. Wem da nicht das Herz und der Geldbeutel aufgeht…?! Dazu passt übrigens die Initiative des oft und verdientermaßen von uns gescholtenen DLV "Kinder brauchen Fans!".
Machen wir uns nix vor: Hier zu Lande leben wir 80 Millionen Bundesbürger trotz Hartz IV und Arbeitslosigkeit weitestgehend wie die Made im Speck. Keiner muss unverschuldet wegen Unterernährung sterben. Da stehen karitative Einrichtungen vor. Mein Domizil liegt im Einzugsgebiet von drei Schulen und eben so vielen Bäckereien. Auf dem morgendlichen Gang dahin begegne ich gefühlten 79,94 Prozent Schülern, die an Adipositas (Fettleibigkeit) leiden. Nicht die dicken Teens und Twens fallen mittlerweile im Straßenbild auf, sondern die schlanken (bei Erwachsenen ist das nicht viel anders). Merke: Fresser werden nicht geboren, sie werden gemacht. Ohne ordentliches Frühstück aus dem Haus, ausgestattet mit Taschengeld und beim Bäcker schnell ein Schokocroissant für auf die Hand gekauft. Dazu eine klebrige Brause zum Runterspülen. Die Exzesse gehen mit Fastfood a la Pommes rot-weiß et cetera und Fertiggerichten aus dem Tiefkühlfach munter weiter. Noch eine nicht auf meinem Humus gewachsene Binsenweisheit: Der Mensch ist, was er isst!
Doch werden wir, um unserem selbst gestellten Anspruch gerecht zu werden, noch ein bisschen sportlich. Ernährungs- und Sportwissenschaftler, wie zum Beispiel der unseren Stammbesuchern aus der Rubrik „Sportsch(l)au“ oder „Der Sportirrtum“ vertraute Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der DSHS Köln, konstatieren, dass sich mit gezielter sportgerechter Ernährung und Lebensweise noch bis zu 15 Prozent Leistungsreserven herauskitzeln ließen. Das sollte alle hellhörig machen. Aber insbesondere unsere Klientel, die Leichtathletik-Senioren/innen, deren Leistungsvermögen nun einmal rein biologisch bedingt stetig abnimmt. Diesem unaufhaltsamen Prozess könnte zumindest ein kleines Schnippchen geschlagen werden.
Einfach mal nachdenken. Über alles in diesem Beitrag.