Bundesausschuss Senioren "rangelte" sehr lange bis zur Veröffentlichung

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 19 . Oktober 2014)
Es war das in unserem Beitrag vom 09. Oktober erwartete Gerangel der Rasselbande des Bundesausschusses Senioren um Frontfrau Marigt Jungmann aus Rehlingen, wer denn nun die geistigen Ergüsse von der Tagung dieses ach so wichtigen Gremiums am 05. (!) dieses Monats am DLV-Sitz in Darmstadt zu Bildschirm bringen darf. Lang hat sie gedauert, die mutmaßliche Auseinandersetzung. Erst geschlagene sieben Tage (solange haben wir jetzt ganz bewusst auch damit gewartet) nach dem epochalen Ereignis erschien der Beitrag in der „Oldiethek“ auf der Verbandsnetzseite, dem doch mit Hochspannung der Gemeinde von 420.000 Senioren/innen entgegen gefiebert wurde. Vielleicht sollte denen mal jemand flüstern, dass sie ein Online-Medium bedienen. Das kommt praktisch Lichtjahren gleich, wenn schon nichts älter ist als die Tageszeitung von gestern.

Flucke einmal mehr als Wunderknabe unterwegs


Verschweigen wir nicht, dass die Wahl für die Berichterstattung auf „Dr. med. Ästhet und Poet“ Karl-Heinz „Flunker“ Flucke (als „Briefmarke“ im Bild) aus Berlin fiel. Natürlich mit der ihm von Gott oder wem auch immer gegebenen Wortgewalt. Wahrscheinlich war es das Trostpflaster dafür, dass er bei der Generalversammlung der EVAA (jetzt EMA) in Izmir nicht zum fünfköpfigen DLV-Aufgebot der stimmberechtigten Delegierten gehören durfte (wir berichteten). Aufgemacht wurde das Ganze mit einem großformatigen Foto der acht Ausschuss-Mitglieder. Natürlich einmal mehr ohne Bildunterschrift mit Hinweis auf die abgelichteten Personen. Die hat man einfach alle zu kennen. Was nun mich betrifft, habe ich von Angesicht nicht alle erkannt. Aber ich bin ja womöglich nicht repräsentativ. Zwei Dinge fielen mir allerdings auf. Das Foto war gezeichnet mit dem Copyright (Urheberrecht) von Flucke. Damit schaffte er es einmal mehr, auf einem Bild zu sein (rechts außen), das er selber geschossen haben will. Geht’s noch? Und alle drei Damen haben/hatten – die – Hosen an. Was für ihre Lebensabschnittsgefährten und Kollegen des Ausschusses nichts Gutes verheißt. Immerhin schön, bei der Gelegenheit einmal die neue Seniorensprecherin Lidia Zentner (Dritte von rechts) gesehen zu haben. Die Mittelstrecken-Gazelle von Gazelle Pforzheim ist mittlerweile 98 Tage im Amt, endet also sehr bald die übliche Schonfrist von 100 Tagen. Bislang hat man(n)/frau von „Heidi Klums next Topmodel 60+“ nicht viel gehört respektive gelesen. Scheint mehr so die Quotenfrau zu sein.

Welche und wessen Interessen werden hier vertreten?

Bäume reißt der um zwei Jahre erfahrenere Senioren(ver)sprecher Alfred Hermes (Jülich) allerdings auch nicht aus. Auf Stoß/Wurf bezogen, alles andere entzieht sich unserer Beurteilungsoptik, nimmt er seine ursprünglichen Aufgaben als Interessenvertreter der Aktiven jedenfalls nur sehr unzureichend bis gar nicht wahr. Das Feld überlässt er großzügig Lampis, was wir jedoch gerne tun, da wenigstens wir unserem selbst gestellten Anspruch gerecht werden wollen. Es meist auch können. Die vielen Beispiele schenken wir euch und uns jetzt. Sonst sieht es schon vor dem heutigen Hochamt nach (Selbst-)Beweihräucherung aus. Dafür hat das breit aufliegende Sportlerherz von Hermes neuerdings die Liebe für die Werfer/innen entdeckt. Zumindest auf der von ihm betriebenen Netzseite. Dabei kupfert er freilich nur ab, bevorzugt bei Ken Stone, der auf US-Masterstrack so manchen Stein ins Rollen bringt. Eigene Beiträge vom vermeintlichen „Götterboten“ Hermes – Fehlanzeige. Und das ist gut so. Denn von dem Metier der Schwerathletik innerhalb der Leichtathletik hat er soviel Ahnung wie die Kuh vom Sonntag. Sogar weltweit bekannte Namen der Senioren-Szene schreibt er häufig falsch. Zuletzt Karl-Heinz Mark anstatt Marg. Namen sind Nachrichten. Die sollten dann indes richtig geschrieben werden. Gell!
Inzwischen hat er auch längst die Sprachregelung des DLV übernommen, wonach nationale Rekorde lediglich Deutsche Senioren-Bestleistungen sind. Gleichwohl scheute er sich unlängst nicht, bei den einst vom zu früh verstorbenen Erwin Kollmar installierten exotischen LSW-Disziplinen von der Verbesserung dreier Weltrekorde zu schreiben. Klarer Fall, dass es seine Sache ist, wenn er sich unbedingt zum Affen machen will.
Doch bleibt festzuhalten, dass LSW-Spezialsport Deutschland e.V. keinem Verband unter dem Dach des Deutschen Olympischen-Sportbundes (DOSB) angehört. Das soll den Spaß an der Freud’ dieses national und erst recht international sehr überschaubaren Kreises nicht mindern. Doch Dritte sollten sich getrost im rhetorischen Flachpass üben. Genau hier wäre das Wort LSW-Bestleistung angebracht. Zudem kann es auch keine offiziellen nationalen, kontinentalen und globalen Titelkämpfe geben. Das ist schlichtweg Etiketten-Schwindel, ohne da gleich Kirmesveranstaltungen draus machen zu wollen. Allerdings: Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.
In diesem Sinne wünscht „Männeke Lampis“ noch einen zauberhaften Sonntag und eine ebensolche 43. Kalenderwoche! Und immer schon fröhlich bleiben. Wenn’s auch schwer fallen sollte. Oder gerade dann.