Theo Rous: Summa summarum - Schwanengesänge eines Funktionärs

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(Frankfurt/Alpen/Krefeld, 24. Oktober 2014) Kinder, wie die Zeit vergeht. Leider nicht nur bei denen. Heute in zwei Monaten ist bereits Heiligabend. Die Regale bei den einschlägigen Lebensmittel-Discountern sind längst mit Christstollen und Weihnachtsgebäck gefüllt. Es wird natürlich schon munter vor dem Fest konsumiert. Das ist ja der tiefere (Blöd-)Sinn der Sache. Ebenfalls nicht von ungefähr findet auch alle Jahre wieder die Frankfurter Buchmesse traditionell im Oktober statt, diesmal vom 8. bis 12. dieses Monats. Die vielen Neuerscheinungen sollen schließlich unters lesende Volk oder spätestens unter den Lichterbaum gebracht werden. Nun tingeln die bekannten Autoren sowie schreibwütigen und mitteilungswilligen Promis dieser Republik mit ihren selbst eingemachten, nicht immer lesenswerten Werken als leibhaftige Wanderpokale durch die diversen Talkshows, um sie zum eigenen finanziellen Wohle anzupreisen. Einer wird höchst wahrscheinlich nicht darunter sein, dessen Buch jedoch sicherlich – nicht nur – in Fachkreisen ein Tipp sein dürfte: DLV-Ehrenpräsident Theo Rous, 79, aus Alpen am etwas tieferen linken Niederrhein. Mit der ihm gegebenen Art, sich auch selbst auf die Schippe nehmen zu können, hat er aus dem reichen Schatz seiner Erfahrungen die eigene Spezies be- sowie ausgeleuchtet und „Summa summarum – Schwanengesänge eines Funktionärs“ als Paperback für 17,99 Euro zu Papier gebracht. Mit ein paar Tagen Vorlaufzeit im Buchhandel oder online über buecher.de zu erhalten.

Ein exzellenter Redner und amüsanter Plauderer

Besprechen kann ich es (noch) nicht. Es ist zwar schon in meinem Besitz, aber ich habe es noch nicht gelesen. Dennoch kann ich es blind empfehlen, kenne ich Rous doch seit Jahrzehnten persönlich. Der exzellente Redner und amüsante Plauderer schreibt so, wie er spricht – pointiert und mit jede Menge Wortwitz. Bei ihm pflegt ein Sachbuch zum Roman zu werden. Den Nachweis hat er mit seinem Erstling „Lachend die Wahrheit sagen“ bereits abgeliefert. Als ich noch im operativen Tagesgeschäft für die Rheinische Post Krefeld tätig war, hatte ich die Pflicht, zugleich jedoch das außerordentliche Vergnügen, seinem Vortrag zum Thema (Anti-)Doping, das ihm besonders am Herzen lag, bei der damals noch traditionellen Matinee des CSV Marathon Krefeld zu lauschen, der Podiumsdiskussion beizuwohnen und mich anschließend im kleinen Kreise mit ihm unterhalten zu dürfen. Kurz auf den Punkt gebracht: es/er war brillant. Spitzbübisch bezeichnete sich Rous ob seiner Aufgabe als „Pinkelpapst“. Der Mann hat das gewisse Extra, was ein Buch leider nicht zu vermitteln vermag und dem aktuellen DLV-Präsidenten Clemens Prokop völlig abgeht: Charisma. Eben eine begnadete Ausstrahlung, die einem in die Wiege gelegt wird oder eben nicht. Ohne es vermutlich je gehört oder gelesen zu haben verkörpert(e) Theo Rous das Zitat des längst verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden des Leichtathletik-Kreises Niederrhein West, Josef „Jupp“ Tenbruck aus Krefeld: „Offizielle sind für die Aktiven da und nicht umgekehrt!“
Von dieser Sorte gibt es bedauerlicherweise viel zu wenige, die zudem vom „Aussterben“ sowie Mobbing Andersgläubiger bedroht sind und schnellstens unter Artenschutz gestellt werden sollten.