Online-Ergebnisliste hat als Dokument die Gegebenheiten abzubilden

(Krefeld, 07. August 2022) Einfach mal etwas Grundsätzliches, was häufig aus purer Schlampig- oder Bequemlichkeit verfälscht wird: Online-Ergebnislisten. Schicken wir zum besseren Verständnis voraus, dass es sich dabei um ein Dokument, mithin eine Art Urkunde, Beweisstück oder Zeugnis handelt. Also ein hohes Anforderungsprofil zu erfüllen, den Verlauf eines Wettkampfes an Zahlen, Daten, Fakten in komprimierter Form widerzuspiegeln hat. Im Idealfall gibt es bei größeren Meisterschaften zur Sicherheit am Wettkampfort zwei Schriftführer (können auch weiblich sein) in herkömmlicher Form mit einem handgeschriebenen Ergebnisprotokoll und der elektronischen Eingabe im Notebook oder Tablet zur zeitnahen Weiterübermittlung in die erwähnte Online-Ergebnisliste (Live-Ergebnisse). Da erfolgt zwangsläufig eine korrekte Wiedergabe des Geschehens, wird beispielsweise ein ungültiger Versuch mit einem x, der Verzicht auf einen Durchgang oder die Fortführung des Wettbewerbs mit einem Bindestrich ( - ) gekennzeichnet.

Kleine Ursache, große (Aus-)Wirkung

Soweit, so gut. Jetzt kommt jedoch die erste Variante ins Spiel, wo das handschriftliche Ergebnisprotokoll im Wettkampfbüro oder später im stillen Kämmerlein des Netzwerk-Administrators am PC in jene Online-Ergebnisliste übertragen wird. Da wird oftmals verfälscht, dass sich die Balken auf dem Boden oder an der Decke biegen. Noch einigermaßen zu verschmerzen, obwohl es ausgemachter Nonsens ist, dass aus einem „nicht angetreten“ (= n.a.) ein „abgemeldet“ (= abg.) gemacht wird. Der Aufwand ist bei vier Zeichen absolut identisch. Ärgerlich wird es jedoch bei, ja, Urkundenfälschung (!), wenn aus meinetwegen vier ungültigen und zwei verzichteten Versuchen in der Ergebnisliste statt ohne gültigen Versuch (= ogV) mit x  x  x  x  -  -  aus grober Vereinfachung und Arbeitserleichterung schlicht
n.a." erscheint. Das nimmt 1.) einem sonst womöglich unterlegenen Konkurrenten den Spaß einen gemeinhin Besseren auch in der Außendarstellung geschlagen zu haben und suggeriert 2.) dem meldenden Verein, dass sein Athlet nicht gestartet ist und die Meldegebühr vermeintlich sinnlos in die Senke geworfen hat. Wie soll da das richtige Gegenteil bewiesen werden? Etwa durch Bezeugung anderer Teilnehmer? Illusorisch, da es der Betroffene, wenn überhaupt, erst irgendwann später daheim bei Anschauung der Resultate bemerkt.
Die Damen und Herren Veranstalter, die sich angesprochen fühlen dürfen, richtiger: müssen, einfach mal 30 Sekunden drüber nachdenken. Schafft ihr schon!  
Redaktioneller Hinweis auf einen aktuellen Beitrag im Fenster Ergebnisse.

DLV sollte Anschauungsunterricht bei Belgien und Niederlanden nehmen

Kolumne

Moment mal

(Belgien/Niederlande/Krefeld, 06. August 2022)
 Was machen unsere westlichen Nachbarn aus Belgien (11,56 Mio. Einwohner) und den Niederlanden (17,44 Mio.) bloß anders, vor allem besser, dass sie von der Einwohnerzahl kleiner als Nordrhein-Westfalen (17,93 Mio.), der großen Bundesrepublik Deutschland (83,23 Mio.) bei internationalen Topereignissen in der Leichtathletik bei Männern und Frauen den Rang in allen denkbaren Wertungen abgelaufen haben? Und das mit wesentlich kleineren, jedoch deutlich effizienteren Aufgeboten. Vermutlich demnächst wieder zu bestaunen bei den Europameisterschaften vom 15. bis 21. August 2022 im Olympiastadion der „Weltstadt mit Herz“ München. Der präsidiale Tagträumer Jürgen Kessing hat als Mann im Mond den kühnen Wunsch einer zweistelligen Medaillenbilanz öffentlich geäußert (wir berichteten).

Wer nicht mehr weiter weiß, der bildet einen Arbeitskreis

Was hat sich denn seit der so geheißenen Strukturreform beim DLV-Verbandstag am 17.April 2021 über die nominellen und personellen Umkrempelungen der Zuständigkeiten hinaus nach außen sichtbar tatsächlich getan „bei der Weichenstellung in eine bessere Zukunft“? Wenn einer nicht mehr weiter weiß, dann bildet er einen Arbeitskreis. Der wurde im Oktober 2021 bei einer zweitägigen Veranstaltung in Wetzlar mit der „Ständigen Konferenz für Sportentwicklung“ aus der Taufe gehoben (siehe Link). Das Wort „ständige“ muss da gründlich missverstanden worden sein. Seither trat dieses Gremium dem Vernehmen nach nicht mehr zusammen. In diesem Herbst soll es dann wieder soweit sein. Da haben sie zunächst mal die Scherben der letzten WM in Eugene (USA) und wahrscheinlich der EM gemessen an Kessing gleich mit wegzukehren, ehe es ans Eingemachte geht: Einer Neuorientierung der Spitzensportförderung, bei der restlos alles auf den Prüfstand gehört, alte Zöpfe radikal abgeschnitten werden müss(t)en. Denn die Zeiten sind in vielen Bereichen längst vorbei, wo die Welt am deutschen Wesen genesen soll.

Kampfrichtermangel gibt es bei unseren westlichen Nachbarn nicht

Weshalb nicht mal nachbarlichen Anschauungsunterricht bei Belgien und den Niederlanden nehmen? Das fängt ganz simpel bei dem völlig zu Recht beklagten Mangel an Kampfrichtern hier zu Lande an, der schon so manches Sportfest verhindert hat. Bei den Belgiern wachsen sie anscheinend auf den Bäumen. Allein ab heute sind in den verbleibenden 26 Tagen des klassischen Urlaubsmonats August in diesem überschaubaren Königreich sage und schreibe 56 Veranstaltungen ausgewiesen (siehe atletiek.nu). Da haben die Startwilligen förmlich die Qual der Wahl. Beneidenswert! Dabei war von den Niederländern diesbezüglich noch gar nicht die Rede. Beides für Westdeutsche aus dem grenznahen Bereich durchaus eine Alternative.

Sauregurkenzeit für Wettkämpfe: Alle 16 Bundesländer haben Schulferien

(Villmar/Krefeld, 04. August 2022) Momentan haben alle 16 Bundesländer unserer Republik Schulferien. Da dürfen in dieser Sauregurkenzeit alle wettkampfaffinen Senioren-Leichtathleten beiderlei Geschlechts lauthals Hurra schreien, wenn eingedenk des latenten, bedrohliche Ausmaße annehmenden Kampfrichtermangels (dazu im weiteren Verlauf mehr) überhaupt noch Sportfeste und Werfertage im Angebot sind. Exemplarisch von uns aufgemacht an einer ausgesprochenen Traditionsveranstaltung, die dem Meeting im pfälzischen Edenkoben mit 42 Auflagen nicht viel nachsteht: Das 36.Sommersportfest der LF Villmar in Hessen am kommenden Wochenende. Den Männern, Frauen und Senioren*innen ist der Samstag vorbehalten. Der Spiritus Rektor dahinter ist von je her Walter Haas. Der inzwischen 72-Jährige ist gewissermaßen ein Mensch gewordenes Synonym für Ausdauer und Durchhaltevermögen. Was es sonst noch so gibt im klassischen Urlaubsmonat August in unserem aktualisierten kleinen eigenen Veranstaltungskalender und den einschlägigen Wettkampf-Datenbanken.

"Ordnungsgeld" wird fällig, wenn Kreis-Vereine keine Kampfrichter/Helfer stellen


Besondere Zeiten erfordern spezielle Maßnahmen. In der Einladung und Ausschreibung zu den Offenen Senioren-Meisterschaften des Kreises Recklinghausen am 13.August 2022 auf der Sportanlage Herten-Disteln ist unter „Kampfrichter“ dieser Passus nachzulesen: „Jeder Verein stellt zwei DLV-Kampfrichter bzw. Helfer. Für jeden fehlenden Kampfrichter/Helfer wird ein Ordnungsgeld von 25,00 € berechnet.“ Demzufolge müssen selbst Solisten eines Klubs zwei Kampfrichter oder Helfer im Schlepp haben, um diesem  „Ordnungsgeld“ zu entgehen oder eben blechen. Ein teures Vergnügen. Dagegen ist das Startgeld von 4 Euro geradezu niedlich.

Entwarnung: Gaststarter anderer Kreise sind davon ausgenommen

Doch Stopp und Entwarnung: Das gilt nicht für Gaststarter aus anderen Leichtathletik-Kreisen, recherchierte Hans-Joachim Büscher (*1957/M65) vom ASC Düsseldorf im Sinne etwaiger Interessenten. Dennoch: Schleierhaft bleibt, wie jene genannte Zusatzgebühr einen leibhaftigen Kampfrichter/Helfer ersetzen soll? Ein Patentrezept kann ich nicht beitragen. Aber da müssen geeignetere Instrumentarien her, um dieser zunehmenden Mangelerscheinung Herr zu werden. Ein Anfang wäre es, die dienstbaren Geister unter Erhöhung des Startgeldes mit einer angemessenen Aufwandsentschädigung, die derzeit an Ausbeutung grenzt, zu versehen. Wenn immer mehr von der Fahne gehen, wird irgendwann tote Sporthose in der Leichtathletik herrschen.

International Beer Day: Ein Bierchen in Ehren kann keiner verwehren

(Krefeld und die weite Welt, 05. August 2022) Keine Bange, dass wir hier als Internet-Portal hauptsächlich für Senioren-Leichtathleten beiderlei Geschlechts dem gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum das Wort reden wollen. Aber wie an jedem ersten Freitag im August ist heute der Internationale Tag des Bieres oder globaler „International Beer Day“ (siehe Link). Schließlich kann auch unter Sportlern ein Bierchen in Ehren keiner verwehren. Besonders beliebt nach größeren Wettkämpfen vom Sieger kredenzt. Das kann dann bisweilen recht teuer werden. Wie zuletzt bei der Senioren-WM im finnischen Tampere. Da kostet(e) ein Glas Gerstenkaltschale durchaus mal 10 Euro.

Alkoholfreies Bier als isotonisches Getränk

Abgesehen davon hat Bier in der (weitgehend) alkoholfreien Variante nicht nur als schmackhafter Durstlöscher, sondern auch isotonisches Getränk seinen Einzug unter Sportlern aller Couleur gehalten. Bevorzugt Weiß- respektive Weizenbier. Bereits vor Jahren von Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln empfohlen und in unserer Rubrik „Sportsch(l)au“ veröffentlicht. Aus aktuellem Anlass hat sich in der Rheinischen Post Krefeld der Chefarzt der Sportmedizin am Helios St.Josefshospital im Stadtteil Uerdingen, Dr.Martin Wazinski, der Thematik angenommen. Er hebt die ausgewogene Komponente von Kohlehydraten, Vitaminen, Mineralstoffen sowie das günstige Verhältnis von Kalium zu Natrium mit seiner hypotonischen Wirkung hervor. Heißt: Die enthaltenen Nährstoffe können schnell vom Körper aufgenommen und verarbeitet werden.

Konsum erst nach dem Training oder Wettkampf

Allerdings: Alkoholfreies Bier solle ausschließlich nach dem Sport und nicht während des Trainings oder Wettkampfs getrunken werden, weil der enthaltene Hopfen beruhigend wirke. Das wäre ausgesprochen kontraproduktiv. Außerdem sollte es wenig Kohlensäure enthalten, um den Magen nicht zu belasten.
Also: Ein fröhliches Prösterchen und wohl bekomms!

Fabelmondrekord der Schwerelosigkeit: 23,00 m im Weitsprung der M65

(München/Krefeld, 03. August 2022) Irren ist menschlich. Frau behaupten – männlich. Wer immer den Fehler gemacht hat, vermögen wir nicht zu qualifizieren. Spielt aber auch keine Rolle. Jedenfalls wies die erste Fassung der Ergebnisliste von den Bayerischen Senioren-Meisterschaften Sprint/Lauf/Sprung vorigen Sonntag im Münchner Dantestadion einen Fabelmondrekord der Schwerelosigkeit aus. Thomas Bohlender (*1957) vom TSV 1860 München wurden in der M65 im dritten Weitsprung-Versuch 23,00m angedichtet. Das war dann durch die automatisierte Verknüpfung fast in Echtzeit auch so in der unterjährigen DLV-Senioren-Bestenliste nachzulesen. Entdeckt hat es mit seinen Argusaugen der unermüdliche Netzwerker und LAMPIS-Mitarbeiter Dieter Krumm, einen „Screenshot“ davon gefertigt und pflichtgemäß an BLV-Seniorenwart Gerhard Schlee via E-Mail weitergeleitet. Mittlerweile wurde alles korrigiert. Bohlender landete bei dieser ominösen Ergebnisübermittlung den Gesetzen der Erdanziehungskraft und dem eigenen Leistungsvermögen folgend nach menschlichen 4,23m in der Grube.

Satteldorf in Baden-Württemberg wurde nach Bayern eingemeindet

Dass in den Ergebnislisten von Bayerischen Meisterschaften in der jeweiligen Dachleiste die Landesrekorde aufgeführt werden, haben wir bereits lobend erwähnt. So auch bei der von Stoß und Wurf zwei Wochen zuvor ebenfalls in München (siehe Link). Allerdings sollte als unabdingbare Grundvoraussetzung die geografische Zuordnung stimmen. Hermann Albrecht (*1940) von der SpVgg. Satteldorf in Baden-Württemberg wird mit 55,36m als Rekordhalter im Hammerwurf der M70 geführt, erzielt 2010 in Kevelaer. Der gebührt jedoch seinem Sportfreund „König“ Richard Rzehak (*1929) vom SC Preußen Erlangen, aufgestellt mit 53,02m im Wonnemonat Mai 1999 in Oßweil (siehe Rekordliste).
Hätten wir das bei der Gelegenheit auch geklärt. Jetzt muss sich nur noch jemand finden, der es in der entsprechenden Dateivorlage korrigiert.