Wattenbach sagt Termin für Bellinghausen Werfercup in Bad Honnef ab

(Bad Honnef/Krefeld, 09. April 2019) Ein Veranstalter braucht selbstverständlich eine halbwegs kalkulierbare Planungssicherheit. Ob die was die potenziellen Teilnehmer*innen anbelangt schon drei Wochen vor dem Termin vorhanden sein muss, darf getrost unter Ansichtssache gehandelt werden. Denn erfahrungsgemäß geben die meisten erst kurz vor Meldeschluss (hier 24. April) ihre Willenserklärung für einen Start ab. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass Chef-Organisator Roland Wattenbach (im Bild) den für den 28.April 2019 ausgeschriebenen 6.Joseph Bellinghausen Werfercup in Bad Honnef unter dem Ausdruck des Bedauerns vorgestern Abend via Rundmail abgesagt hat.
Er begründet dies damit, dass erst eine Meldung vorliege, es zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr eine entsprechende Anzahl war, die den immensen organisatorischen Aufwand bis hin zum Einwerben von Ehrenpreisen rechtfertigen würde. Außerdem hätten schon einige Stammgäste unter den Sportkameraden (er selber ist erfolgreicher Kugelstoßer) signalisiert, diesmal verhindert zu sein. Wattenbach räumt ein, dass er unterschätzt hat die sechste Auflage dieses Meetings in die Osterferien gelegt zu haben, verspricht aber: „Auf ein Neues im nächsten Jahr“. Zu einem mutmaßlich günstigeren Zeitpunkt, versteht sich.

Ein Jubiläum in Borken, ein neues Memorial in Leichlingen

(Borken/Leichlingen/Krefeld, 08. April 2019) Tradition trifft auf ein neues Memorial, das sich auf den Spuren dahin bewegen könnte. Der dortige Turn- und Sportverein feierte im hessischen Borken vorigen Samstag im Blumenhainstadion ein stolzes Jubiläum, richtete zum 25. Mal einen Wurf-Fünfkampf (sie nennen es fälschlicherweise Werferfünfkampf) für Senioren*innen aus. Für zwei „Viertausender“ sorgten die für den TV Heppenheim startende Ungarin Erika Mészáros-Fändrich (*1961) mit 4.031 Punkten in der W55 und der Siebziger in Lauerstellung Klaus Kynast (*08.09.1949) vom ASC Dortmund mit 4.110 Punkten in der M70.
Derweil fand parallel im Sportzentrum Balker Aue in Leichlingen nahe Leverkusen der 1.Eia-Benner-Werfertag für alle Klassen zum Gedenken an die im August 2018 84-jährig verstorbene Trainer-Ikone Kurt Benner statt. Soweit es überhaupt verlässliche Zahlen darüber gibt, darf der Mutmaßung des Klubs gefolgt werden, dass es mit 187 (!) Teilnehmern vom Nordrhein, aus dem Rheinland, aus Westfalen, Niedersachsen und den Niederlanden die größte reine Wurfveranstaltung gewesen ist, die bislang in NRW über die sportliche Bühne ging. Für die absolut gesehen beste Leistung zeichnete Sören Hilbig vom VfR Evesen, der Sohn der Olympia-Dritten Kirsten Münchow, mit 71,34m im Hammerwurf der U18.
Mit den folgenden Links geht’s zur Ergebnisliste aus Borken und einem bebilderten Beitrag aus Leichlingen.

Ein Brandbrief soll retten, was vermutlich nicht mehr zu retten ist

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Lausanne/Krefeld, 06. April 2019)
Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger. Der launig-flapsige Spruch verheißt indes Hilflosigkeit. Genau das trifft auf den europäischen Senioren-Verband European Masters Athletics (EMA) mit Briefkastenadresse in Lausanne am Genfer See (Schweiz) zu. Denn nach dem Malmö (Schweden), London (England) und Lissabon (Portugal) ihren Bewerbungen für die kommenden Europameisterschaften der Ü35-Generation (auf die Stadion-EM 2019 in Venedig müsste 2020 die in der Halle folgen) zurück gezogen haben, steht die EMA ab 2020 momentan buchstäblich blank da. Woher bei den notwendigen langen Vorlaufzeiten die noch generieren? Dass die nicht mit der Einladung der Teamleiter während der Hallen-WM im polnischen Torun (wir berichteten) ausfindig zu machen sein würden, dürfte keiner ernsthaft erwartet haben. Selbst der hemdsärmelig wirkende präsidiale Berufsoptimist nicht. Da muss schließlich eine ganz Menge mehr hinter stecken, als das bloße Lippenbekenntnis eines nationalen Verbandsfürsten.
Nun hat also der ratlose EMA-Präsident Kurt Kaschke aus Gütersloh in Westfalen zu einem weiteren Strohhalm gegriffen. Der 63-Jährige „Twist- und Traumtänzer“ veröffentlichte auf der Netzseite der Dachorganisation bei der Suche nach Ausrichtern eine Art Brandbrief, dass das Präsidium „auf neue Angebote warte“. Eine sehr optimistische Herangehensweise, die wenig Aussicht auf Erfolg verspricht.
Jetzt wäre es vornehmlich an Kaschke endlich mal zu beweisen, dass er besser ist als sein wenig schmeichelhafter Ruf des horrende Spesen verursachenden selbstverliebten Reise- und Sonnenkönigs.

Neuwahlen herausragender Tagesordnungspunkt beim LVN-Verbandstag

(Dormagen/Krefeld, 07. April 2019) Herausragender Tagesordnungspunkt beim Verbandstag des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN) heute ab 13.30 Uhr im Sportinternat Knechtsteden in Dormagen werden die Wahlen des Geschäftsführenden Präsidiums sein. Überraschungen sind nicht zu erwarten, da fast alle ohne Gegenkandidaten erneut zur Verfügung stehen. Vorneweg Peter Wastl (im Bild), der 2016 die Nachfolge des rührigen, außerordentlich beliebten und athletennahen Vorsitzenden Franz-Josef Probst (Kevelaer) nach dessen 22-jährigen Amtszeit angetreten hat. Das große Anliegen seine Vorgängers, die sinnvolle Fusion mit der Schwester Westfalen zu einem tatsächlichen Landesverband des einwohnermäßig größten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, konnte Wastl vernehmlich nicht weiter vorantreiben. Jedenfalls hat dieses Thema seit seinem Wirken in der Außendarstellung (und womöglich auch im Innenverhältnis) nicht stattgefunden.
Daran wird er sich weiterhin messen lassen müssen. Die ab 01.Januar 2018 in Kraft getretene Strukturreform mit der Verschlankung der ehedem 15 Leichtathletik-Kreise auf die vier Regionen Südwest, Nord, Mitte und Südost in allen Ehren. Aber aus vielerlei Gründen muss spätestens mittelfristig eine Fusion mit den Westfalen das erklärte Ziel sein. Ganz so, wie es mit einer Verschmelzung des Rheinlandes, der Pfalz und Rheinhessen zu Rheinland-Pfalz in der Planung ist (wir berichteten).

Morgen 1. Werfertag in Erinnerung an Trainer Kurt "Eia" Benner

(Leichlingen/Krefeld, 05. April 2019) Da es mir aus jahrzehntelanger tiefer Verbundenheit mit dem im August 2018 84-jährig Verstorbenen geradezu ein persönliches Anliegen ist, sei speziell für „Westler“ diesmal ganz aktuell auf den Eia-Benner-Werfertag hingewiesen. Der geht morgen ab 12 Uhr im Gedenken an Kurt (so sein wirklicher Vorname) im Sportzentrum Balker Aue in Leichlingen bei Leverkusen erst- und sicherlich nicht letzmals über die nach oben offene Bühne unter freiem Himmel. Auf der prall gefüllten Karte stehen ab M/W14 bis hinauf zu den Senioren*innen Kugel, Diskus, Speer und Hammer, dazu im Rahmenprogramm Steinstoßen und Gewichtwurf nach Rasenkraftsport-Bedingungen. Bei etwas längerer Verweildauer zur Stärkung zwischen den Disziplinen oder vor dem Nachhauseweg nicht zu vergessen, dass der gastgebende Leichlinger TV (LTV) für sein Catering zu volkstümlichen Preisen im vor Witterungseinflüssen geschützten Funktionshaus unmittelbar an den Wurfanlagen berühmt ist.
Sofern nicht ohnehin schon gemeldet: Kurz- und Spätentschlossene – nix wie hin! Weitere Informationen unter www.leichtathletik-ltv.de.