Rein rhetorische Frage: Wer ist hier eigentlich für wen da?

(Coburg/Darmstadt/Krefeld 01. Dezember 2019) Wer ist hier eigentlich für wen da: Der Verband für die Athleten oder die Athleten für den Verband? Eine rein rhetorische Frage, deren Beantwortung sich eigentlich erübrigt. Eigentlich! Nicht so bei der höchsten Dach- und Fachorganisation hier zu Lande, dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) mit seinem gewaltigen administrativen Wasserkopf der Geschäftsstelle in Darmstadt. Darüber haben wir uns in jüngster Zeit die Finger wund geschrieben, dass er bei fehlender belastbarer Absichtserklärung (welch grauseliges Amtsdeutsch!) einer Bewerbung für die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften mit Winterwurf 2020 (Termin Anfang März 2020) bis zum 06.Dezember 2019 diese Titelkämpfe sang- und klanglos zu streichen gedenkt.
Selbstverständlich kennen wir nicht alle diesbezüglichen an den DLV gerichteten Aktivitäten, die parallel zu unseren Bemühungen von Senioren/innen selber unternommen worden sind. Eine schon. Der national und international äußerst erfolgreiche Sprinter und Viertelmeiler Karl Dorschner (*1951/im Bild) vom TV 1848 Coburg hat uns seine nachfolgende E-Mail vom 25. November 2019, 11:38 Uhr, zur weiteren freien Verwendung zur Verfügung gestellt:
  
An den DLV-Vizepräsidenten Allgemeine Leichtathletik Matthias Reick, an alle
Seniorenvertreter!

Die Senioren-Hallenmeisterschaften 2020 sollen Stand heute 25.11.2020 nicht stattfinden. Vielleicht bin ich zu voreilig, aber es beunruhigt viele Sportkameraden sehr, dass bis jetzt kein Ausrichter gefunden wurde.
Für mich aktiven Seniorensportler stellt sich die Frage nach den Gründen. Da mir die Internas nicht so bekannt sind, stelle ich hiermit zugegebenermaßen provokante Fragen:
1. Wo bleibt der Aufschrei der aktiven Senioren?
2. Nehmen wir dies einfach hin und begraben damit diese Meisterschaften? Folgt dann der Tod der Freiluftmeisterschaften?
3. Warum unterstützt der DLV die Senioren nicht in ausreichendem Maße? Wir alle wissen, dass die Senioren einen gewaltigen, sogar größten Teil der Mitglieder ausmachen.
4. Warum werden die Auflagen und Kosten vom Hörensagen derart hoch gesetzt, dass sich kein Ausrichter dies mehr antut oder einfach nicht mehr stemmen kann? Warum finden aber Meisterschaften bei der Jugend oder Männer/Frauen ohne Probleme (bis auf einige Ausnahmen) letztlich statt?
5. Es gibt viele meisterschaftsfähige Leichtathletikhallen in den Bundesländern mit in der Organisation erfahrenen und bewährten Vereinen/Regionalverbänden. Warum kann der DLV die Hallen-Meisterschaften nicht verpflichtend im Turnus festsetzen? Die Ausrichter könnten sich abwechseln, rechtzeitig jahrelang darauf vorbereiten und einzelne Ausrichter wären nicht frustriert (siehe Erfurt).
Eine weitere Option wäre die Abkoppelung oder Teilung zwischen den Wurf- und Lauf/Sprungwettkämpfen durch zwei verschiedene Ausrichter.
6. Ich zweifle nicht daran, dass alle Anstrengungen für eine Ausrichtung unternommen werden, nur bekommen wir beteiligten Senioren diese leider nicht mit. Und so erzeugt man große Unruhe. Ich
appelliere an alle Beteiligten, alles in ihren Kräften Stehende zu tun, dass die nationalen Seniorenmeisterschaften am Leben erhalten werden.
Mit sportlichen Grüßen
Karl Dorschner
ein beunruhigter Seniorensportler, der einen großen Teil seiner Freizeit, wie viele andere auch, seiner Passion widmet.

Höflichkeit, Anstand und Stil mit Füßen getreten

Nach einer angemessenen Karenzzeit von fünf Tagen haben wir uns wieder verständigt, ob irgendeine Reaktion erfolgt sei. Meine Prognose bereits vorher: „Da kommt nix! Zumindest nichts Substanzielles.“ So gerne ich mich geirrt hätte, lautete die Antwort von Karl nach der Wartefrist: „Deine Vermutung war richtig: Keine Reaktion. Enttäuschend und traurig.“
Mehr als das! Eine E-Mail ist nichts anderes als ein elektronischer Brief. Da gebieten es Höflichkeit, Anstand und Stil darauf in gebotener Weise zu reagieren. Und vergegenwärtigen wir uns, dass hier mit Reick und dem gesamten Bundesausschuss Senioren insgesamt zwölf Personen (frei nach dem amerikanischen Kriegsfilm "Das dreckige Dutzend" von 1967) angeschrieben worden sind. Da bleibt die ernüchternde und zugleich vernichtende Feststellung, dass deren Kinderstube allenfalls eine Spielecke gewesen sein kann. Und das ist fast noch niedlich formuliert.

Entschleunigen: Ein paar Aphorismen zum morgigen 1. Advent

Kolumne

Moment mal

(Krefeld und die Republik, 30. November 2019)
Hätten wir den also alle miteinander – hoffentlich – auch einigermaßen schadlos überstanden, den „Black Friday“. Noch so ein Begriff und eine Bewegung die wir „armseligen Germanen“ aus dem einstmaligen Land der unbegrenzten Möglichkeiten, den Vereinigten Staaten von Amerika, importiert haben. Heutzutage unter Donald „Duck“ Trump jedoch mehr so die Nation der grenzenlosen Unmöglichkeiten. Wer es noch nicht bemerkt haben sollte: Mit dem erwähnten Schwarzen Freitag wird der weihnachtliche Konsumrausch eingeleitet. Dem ersten Vernehmen nach darf die Werbebotschaft zur vermeintlichen Schnäppchenjagd aus Sicht der Drahtzieher als gelungen bezeichnet werden. Die deutsche Wirtschaft rechnet mit einem Rekordumsatz von mehr als 3 Milliarden Euro. Das ist eine Zahl mit neun nullen dahinter. Irgendwie unvorstellbar, irreal.

Jeder ist seines (Un-)Glückes Schmied

Es geht auch erheblich beschaulicher. Besinnen wir uns auf unseren eigenen kulturellen Werte. Denn es weihnachtet sehr, morgen schreiben wir passend zum 01.Dezember den 1.Advent. Ohne hier die Messlatte nach christlichem Glauben anzulegen einfach mal so als Denkanstoß für eine stille Minute zur Reflektion über dieses und jenes. Entschleunigen lautet das Zauberwort in unserer schnelllebigen, hektischen Zeit. Nicht nur, aber gerade für Sportler geeignet, den meist auf Volllast gefahrenen Hochleistungsmotor der da Körper heißt neu einzustellen.
Dazu noch ein Spruch aus der Kategorie „Phrasenmäher“: Jeder ist seine Glückes Schmied. Manchmal auch seines Unglückes.

Portugiesische Festspiele bei den drei Europa-Titelkämpfen in 2020

(Braga/Porto Moniz/Funchal/Krefeld, 27. November 2019) Portugiesische Festspiele bei den drei kontinentalen Titelkämpfen 2020. Und da sie in einem zeitlichen Rahmen von lediglich drei Wochen stattfinden, können sie von Mehrfachtätern zur Minimierung der Flugkosten en bloc gebucht werden. Noch praktischer für Kurt Kaschke, den Präsidenten des europäischen Senioren-Dachverbandes European Masters Athletics (EMA). Denn der 64-jährige Reise- und Adressen-König hatte kürzlich – wie von uns berichtet – in  einem Interview verlauten lassen „I’m living in Lissabon“. Das ist bekanntlich die wunderschöne Hauptstadt des Landes mit rund einer halben Million Einwohner.

Geht ein Vereinswechsel mitten im Jahr überhaupt?

Es sei ihm gegönnt, dem Welt- und Lebemann von eigenen Gnaden. Seltsam allerdings, dass er auf der EMA-Netzseite mit Freudenstadt (Impressum) und Gütersloh (About EMA/Council) weiterhin unverdrossen zwei deutsche Wohnsitze angibt. Da er noch gelegentlich mit, nett formuliert, mäßigem Erfolg als „Präses in kurzen Hosen“ höchst selbst die Gegner zu verunsichern versucht, was ihm als letztlich verantwortlicher Planungschef längst mehrfach gelungen ist, hat er mit Wirkung zum 12.Juli 2019 (geht das überhaupt mitten im Jahr?) vom TSV Freudenstadt zur DJK Gütersloh gewechselt.
Aber nun zur Trilogie für die startwillige Ü35-Generation: Hallen-Europameisterschaften vom 15. bis 21.März in Braga nordöstlich von Porto, Berglauf-EM vom 27. bis 29.März in Porto Moniz sowie EM im Straßenlauf und Gehen vom 02. bis 04.April 2020 in Funchal, beide auf Madeira. Die Insel gehört zu Portugal und liegt im Atlantischen Ozean 951 Kilometer südwestlich von Lissabon. Das habe ich nicht selber nachgemessen. Wikipedia wusste Rat. – Alle weiteren Details durch Anklicken der jeweiligen Logos unter diesem Link.

Senioren-Spielecke und Stab des DLV in kollektiver Schockstarre

(Darmstadt/Krefeld, 29. November 2019) Noch weit vor dem kalendarischen Winteranfang zwei Tage vor Heiligabend ist die Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite (letzter Beitrag vom 16.Oktober!) und Teile der DLV-Geschäftsstelle in Schockstarre verfallen. Als würden es keine Themen geben, die den Talenten von gestern und vorgestern unter den startwilligen Füßen brennen? Stichwort: Vergabe der fünf großen nationalen Titelkämpfe für die Hallen- und Freiluftsaison 2020. Der diesbezügliche Rahmenterminplan wird zwar vom Datum her immer wieder mal aktualisiert (zuletzt am 25.November). Doch es tut sich nichts. Selbst mit Dingen, die dem Dach- und Fachverband bekannt sein müss(t)en. Schließlich sind wir nicht all- und alleinwissend. Das riecht verdächtig nach Panikmache. Oder es ist lediglich der bereits erwähnten kollektiven Schlafmützigkeit geschuldet?

Vier von fünf nationalen Titelkämpfe für 2020 so gut wie vergeben

Halten wir zum wiederholten Male im Interesse unserer besorgten Leserschaft fest: Nach unserer Kenntnis aus absolut zuverlässiger Quelle sind die Mehrkampf-DM am 20.Juni, die DM im Wurf-Fünfkampf am 22./23.August, beide in Zella-Mehlis, und das DAMM-Finale am 19.September 2020 in Baunatal vergeben. Mittlerweile gibt es auch einen Bewerber für die Stadion-DM in den Einzeldisziplinen mit großer nationaler und auch internationaler Erfahrung. Der Ort ist uns bekannt, darf allerdings aus gutem journalistischem Brauch des Vertrauens- und Informanten-Schutzes wegen noch nicht genannt werden. Tatsächlich vakant ist weiterhin die Hallen- und Winterwurf DM, die mangels einer „belastbaren Absichtserklärung" eines etwaigen Bewerbers bis zum Nikolaustag danach ersatzlos gestrichen werden soll. Nach ihm, dem DLV, die Sintflut.

Nominierte zur Senioren-Wahl für 2019

Und da wir gerade schon zur allgemeinen Erbauung ins Nähkästchen greifen, wurden uns auf dem Obergefreiten-Dienstweg die je fünf Nominierten für die Leserwahl zu den deutschen Senioren-Leichtathleten des Jahres 2019 zugespielt. Bei der vermeintlichen Krone der Schöpfung:
Andy Dittmar (M 45) von BIG Gotha, Rolf Geese (M/75) von der LG Göttingen, Willi Klaus (M80) vom ESV Lok Potsdam, Herbert E.Müller (M90), Wolfgang Ritte (M65), beide von der LAV Bayer Uerdingen/Dormagen.
Beim schönen Geschlecht:  Petra Herrmann (W60) von der SG Vorwärts Frankenberg, Eva Nohl (W70) vom TSV Langenzenn, Tatjana Schilling (W 45) vom TSV 1850/09 Korbach, Silke Schmidt (W 60) von Mettmann-Sport, Eva Trost (W 50) vom ASV Piding.
Dass der DLV auch Athleten/innen für den Auszeichnungs-Tsunami aller möglichen Kategorien bei der European Masters Athletics (EMA) benannte, schenken wir uns jetzt und werden es nicht propagieren. Dieses Prozedere halten wir für ausgemachten Humbug. Es kann nur die oder den Eine/n geben. Alles andere ist eine elendige Verwässerung und Abwertung sowie ein Hirngespinst dazu. Aber das halte selbstverständlich jeder wie er möchte. Mit und von uns jedoch nicht!

Aus eins mach zwei: Gewaltenteilung bei Hallen- und Winterwurf-DM

(Darmstadt/Leichlingen/Krefeld, 27. November 2019) Warum aus der Not für beides, nämlich Halle und Winterwurf (Diskus, Speer, Hammer/Gewicht?), aus nachvollziehbaren Gründen fehlender Gesamtanlagen keinen geeigneten Ausrichter zu finden, eine Tugend machen? Das Fragezeichen können wir sogleich auflösen. Dafür gibt es ein nachahmenswertes Modell im einwohnermäßig größten Bundesland Nordrhein-Westfalen (zusammen genommen mit 183.212 Mitgliedern auch weitaus stärkste Fraktion im Dachverband DLV). Als sich denn die allzu vollmundig selbst ernannte Sportstadt Düsseldorf im Januar 2014 im vorauseilenden Gehorsam etwaiger, am Niederrhein eher unwahrscheinlicher Schneefälle außer Stande sah die Winterwurf-Wettbewerbe im Rahmen der NRW-Senioren-Hallenmeisterschaften im Arena-Sportpark zu gewährleisten, wurden sie kurzerhand von Nordrhein-Seniorenwartin Gisela Stecher (Grevenbroich) abgekoppelt und seither nun schon zum sechsten Mal in Serie (zuletzt am 09.November) vom auch Rasenkraftsport (Hammer, Gewichtwurf, Steinstoßen) betreibenden Leichlinger TV (LTV) in seinem weiträumigen Sportzentrum Balker Aue durchgeführt.

Womöglich springt Vorreiter Leichlinger TV selber in die Bresche

Was in NRW geht, sollte in „Gewaltenteilung“ auch innerhalb der weiteren 18 Landes- respektive Regionalverbände machbar sein. Doch möglicherweise wäre der außerordentlich rührige LTV-Abteilungsleiter Manfred Schmitz, ehedem ein 66-Meter-Diskuswerfer, sogar durchaus bereit, die schon fix terminierten Offenen NRW-
Winterwurf-Meisterschaften der Senioren/innen (hier schon ab M/W30) am 07.November 2020 zu nationalen Titelkämpfen aufforsten zu lassen. Der generelle organisatorische Aufwand wäre außer mehr Teilnehmern schlussendlich nicht größer. Wegfallen müssten dann halt die bisherigen Rahmen-Wettbewerbe Kugel, Gewichtwurf und Wurf-Fünfkampf. Aber vielleicht finden sich unter diesen geänderten Voraussetzungen auch weitere Bewerber quer durch die Republik.
Alles andere wäre genau genommen ein Armutszeugnis der Note 1+. Einen Haken gibt es freilich noch bei der ganzen Chose: Die ideenlosen und schwerfälligen, den Amtsschimmel reitenden Entscheider sitzen im DLV-Wolkenkuckucksheim in Darmstadt. Aber eine Steilvorlage haben wir ihnen hiermit geliefert. Ausreden gibt's nicht mehr.