Es gilt den Super-GAU mit allen gebotenen Mitteln zu verhindern

(Darmstadt/Jena/Krefeld, 26. November 2019) Legen wir zu unserem gestrigen Kommentar vorsorglich noch ein bisschen Kohle nach, um das Eisen namens gefährdeter Hallen- und Winterwurf-DM 2020 glühend zu halten. Sofern der Spruch „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen" jemals gestimmt haben sollte, ist er in vielen Bereichen längst zur Makulatur verkommen. Erst recht in der Leichtathletik. Aber wer wehrt und stemmt sich mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dagegen?

Lediglich zwei der ehedem „Internetten Fünf“ verblieben

Noch vor einigen Jahren gab es die „Internetten Fünf“, die sich mit Verve und Hingabe speziell für die Belange der vom DLV höchst stiefmütterlich be-, treffender misshandelten Senioren/innen ins Zeug gelegt haben. Davon sind nur noch der
Geherpokal" von Udo Schaeffer aus Jena und eben Lampis, namentlich der Verfasser dieser Zeilen, übrig geblieben. So vollziehen wir den Schulterschluss, spielen uns dann als  – falls erforderlich – streitbare Brüder im Geiste und der gemeinsamen Sache gelegentlich rhetorisch die Bälle zu. Jetzt wieder einmal, da auch die Geher vom schwebenden Damoklesschwert betroffen sind und beim latent drohenden Super-GAU (Größter angenommener Unfall) gleichermaßen getroffen wären.
Udo bringt mit scharfer Optik (Jena) in seiner griffigen und pfiffigen „Mundart“ einen Vergleich zu Felix Austria (Glückliches Österreich), deren Masters es in mancherlei Beziehung besser haben. Einfach mal mit dieser Verlinkung auf seine Netzseite gehen, um zu sehen und lesen, dass die „Kleinen“ bisweilen den „Großen“ etwas vormachen.
Selbstverständlich bleiben wir auch weiterhin dran am Thema. Versprochen!

Nach "Totengräber-Mentalität" soll Kind mit Bad ausgeschüttet werden

Kommentar

Unter uns gesagt

(Darmstadt/Krefeld, 25. November 2019)
Schmieden wir sinnbildlich das Eisen, so lange es noch heiß ist. Denn in 14 Tagen könnte es bereits zu spät sein. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), namentlich sein aus der Kinder-Leichtathletik kommender Senioren-Beauftragter David Deister, hat in der einem Offenbarungseid gleichenden Rundmail (wir berichteten) den Nikolaustag als letzte Frist für eine „belastbare Absichtserklärung“ zur Bewerbung der Senioren-Hallen- und –Winterwurf DM 2020 ausgerufen. Es fehlt der Glaube, dass nach diesem rhetorischen Säbelgerassel die potentiellen Ausrichter nun in Darmstadt auf der Alsfelder Straße Schlange stehen werden.
Vielmehr ist zu befürchten, dass der DLV mal wieder vorschnell (warum ein solch frühes Ultimatum für Titelkämpfe Anfang März 2020?) in der häufig an den Tag gelegten „Totengräber-Mentalität“ das Kind mit dem Bade auszuschütten gedenkt. Weshalb wird nicht über Alternativen nachgedacht, die dann auch öffentlich in der schon lange verwaisten Senioren-Spielecke (letzter Beitrag vom 16.Oktober) der Verbandsnetzseite kommuniziert werden? Und was machen eigentlich die gewählten DLV-Seniorensprecher in dieser leidigen Angelegenheit? Hiermit bieten wir ihnen eine Plattform an, sich in der Sache zu äußern! Oder haben sie in einer Art Gehirnwäsche schon die verbandskonforme Linientreue angenommen?

Lampis einmal mehr der einsame Rufer in der Wüste?

Es hat einmal mehr den Anschein, als wäre Lampis als einzig wahre Interessenvertretung der Senioren/innen zumindest in der Außendarstellung der einsame Rufer in der Wüste. Wobei wir aus etlichen Rückmeldungen mit Vervielfältigungscharakter wissen, dass bei vielen Athleten/innen eine ohnmächtige Wut darüber herrscht, ihre Felle wegschwimmen zu sehen. Denn Meisterschaften, hier gar auf nationaler Bühne, sind nun mal, Achtung: Phrase, das Salz in der Suppe. Wiewohl hier folgerichtig der Eindruck entstehen muss, dass sie durch unfähige Köche verdorben wird.

Mit Abkoppelung des Winterwurfs die Hallen-DM retten

Sofern noch keiner auf die Idee gekommen sein sollte: Wie wäre es mit dem Gedankenspiel, so schwer es mir für unsere originäre Klientel auch fällt, den Winterwurf abzukoppeln? Denn zweierlei ist Fakt: Es gibt zwar viele Leichtathletik-Hallen hier zu Lande (freilich nicht alle mit ausreichender Tribüne), aber nur sehr wenige, die in Kombination in unmittelbarer Nähe auch über die Anlagen für die Langwürfe Diskus, Speer und Hammer verfügen. Darüber hinaus wird zur restlosen Überforderung von nicht vorhandenen Kapazitäten zu allem Überfluss und Überdruss ab Januar 2020 auch noch der Gewichtwurf als Meisterschaftswettbewerb aufgesattelt (das haben wir bereits thematisiert).
Wenngleich es ein schwacher Trost sein mag: Bei der Hallen-DM der Männer/Frauen gibt es kein „Anhängsel“ Winterwurf. Und bei den ersten Titelkämpfen für die Talente von gestern und vorgestern unter dem Hallendach 2002 in Erfurt fehlte er auch noch im Programm. Als die genannten drei Wettbewerbe 2010 in Sindelfingen plötzlichen heftigen Schneefällen zum Opfer fielen, war damit auch nicht der Untergang des Abendlandes verbunden.

Appell an Loyalität und Verständnis

Also: Es sollte so viel Loyalität und Verständnis in der Werfer-Gilde vorhanden sein, auf Besitzstandswahrung zu verzichten, ehe noch Lauf, Sprung, Gehen und Kugelstoßen ausfallen. Immerhin haben die Diskuswerfer die letztgenannte Disziplin zumeist als zweites Standbein.
Alle miteinander, angefangen beim selbst ernannten Innovator DLV, mal 30 Sekunden inne halten und darüber nachdenken. Das schafft ihr schon!

Ausrichter für Offene LVN-Senioren-Titelkämpfe 2020 nunmehr gefunden

(Goch/Duisburg/Krefeld, 23. November 2019) Es geschehen tatsächlich noch kleinere Zeichen und wundersame Dinge. Auch in der Leichtathletik. Ob wir uns diesen Sportschuh anziehen können, sei einmal dahin gestellt, ist aber in der Sache auch unerheblich. Jedenfalls fand sich nur zwei Tage nach unserem Beitrag „LVN ist bei der Ü30-Generation keineswegs eine Insel der Glückseligen“ wenigstens ein Ausrichter für die bis dahin noch nicht vergebenen beiden Titelkämpfe des kommenden Olympiajahres. Der aktualisierte Rahmenterminplan des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN) in Duisburg weist nunmehr für die Offenen LVN-Seniorenmeisterschaften an Fronleichnam am 11.Juni 2020 als Schauplatz das schmucke Hubert-Houben-Stadion in Goch aus. Das 34.000-Einwohner-Städtchen liegt am tiefen linken Niederrhein an der Bundesstraße 9, noch rund zwölf Kilometer hinter dem Wallfahrtsort Kevelaer, wo in diesem Jahr diese Titelkämpfe stattgefunden haben. Ganz allgemein für den großen Querschnitt gesehen geografisch ein bisschen weit vom Schuss. Doch besser dort, als überhaupt nicht!

„Todeslinie“ für Hallen-/Winterwurf-DM 2020 viel zu früh gezogen

Was auf dem Sektor blühen kann, haben zumindest unsere Leser mit der vor dem drohenden Aus stehenden Senioren-Hallen- und Winterwurf-DM 2020 erfahren (siehe Link). Großer Unmut bis hin zu Wut regt sich neben dem Umstand und dem Gebaren an sich insbesondere darüber, dass der unambitionierte Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die „Todeslinie“ bereits am 06. Dezember 2019 für eine Meisterschaft gezogen hat, die erst für Anfang März 2020 terminiert ist. Das riecht, besser: stinkt, verdächtig nach einem Exempel, dass da statuiert werden soll. Einmal weg, für immer weg. Gesundschrumpfen nennen sie das beim ach so innovativen DLV.

Werfer-As Peter Speckens in würdiger Gedenkfeier verabschiedet worden

(Übach-Palenberg/Krefeld, 24. November 2019) Bevor die Urnenbeisetzung für Werfer-Ikone Peters Speckens morgen Mittag im engsten Familienkreis stattfinden wird, verabschiedeten sich seine Witwe Irmgard, die Tochter Martina, Enkel und Urenkel sowie weitere rund 250 Trauergäste in einer würdevollen Gedenkfeier von dem Verstorbenen. Der Austragungsort hatte großen Symbolcharakter. Denn es handelte sich um die Mensa im Verwaltungsgebäude der Firma Saurer Spinning Solutions, vormals Schlafhorst. Just das Unternehmen, das der gebürtige Mönchengladbacher als junger, 26-jähriger Maschinenbau-Ingenieur aus dem Nichts aufgebaut hat und es in der Blütezeit als Werksleiter von 1.850 Arbeitnehmern bis zu seinem Eintritt in den Vorruhestand 1995 mit viel Geschick und Können führte. Dort ging er also 34 Jahre ein und aus. Da standen nun für eine Weile seine sterblichen Überreste in einer von einem Herz aus Rosen umrankten Urne, ehe sie im Beisein aller aus diesem Anlass stehenden Beteiligten herausgetragen wurde.

Niemals geht man so ganz…

Wenn nicht schon zuvor bei den zwei Trauerreden, in denen das Leben und Wirken des Menschen, Sportlers und leitendem Angestellten mit großem Unternehmergeist im Zeitraffer mit wohlfeilen Worten geschildert wurde, spätestens da dürften so manche Knie weich und Augen feucht geworden sein. Bleibt der Trost aus der stimmungsvollen Ballade von Trude Herr, Wolfgang Niedecken und Tommy Engel, in der es treffend heißt „Niemals geht man so ganz“. Es wird nicht nur innerhalb der Familie garantiert viele Gelegenheiten geben, sich an Peter „Den Großen“ Speckens zu erinnern.
Beim Bürgermeister der 25.000-Einwohner-Gemeinde ist der Ehrenbürger, berühmteste Sohn und größte Werbeträger des Städtchens jedoch sehr schnell in Vergessenheit geraten. Er war weder anwesend, noch hat er sich aus einem denkbar triftigen Grund entschuldigen lassen.
Da Frau Speckens weit überwiegend nicht die Adressen der vielen Kondolierenden hat, bedankt sie sich auf diesem Wege für die große Anteilname zum Tode ihres geliebten Mannes! 

Posthum verliehener Preis wäre Signal und Fanal über den Tod hinaus

(Ahlen/Lausanne/Krefeld, 22. November 2019) Ein Dramaturg hätte es nicht besser inszenieren können. Und es ist dazu gewiss keine Laune des Zufalls. Einen Tag vor der Trauerfeier für den verstorbenen Wurf-Allrounder Peter Speckens (*28.05.1935,†09.11.2019) morgen um 12 Uhr in seiner Heimatstadt Übach-Palenberg (wir berichteten) erteilte uns EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen die Freigabe, seinen am 20.November im Zusammenhang mit dem einstigen Weltklasse-Athleten der Mastersszene gestellten Antrag beim Präsidium des kontinentalen Senioren-Dachverbandes European Masters Athletics (EMA) in Lausanne/CH zu veröffentlichen.
Als flankierende Maßnahme hat Massin DLV-Vizepräsident Matthias Reick um ideelle Unterstützung seines Anliegens gebeten. Des Weiteren setzte er 31 hochrangige Amtsinhaber und Spitzenkönner der Leichtathletik aus 16 Nationen von seinem begrüßenswerten Vorhaben in Kenntnis, um womöglich auch ihre Fürsprache zu erwirken.

Torsten Carlius war ein herausragender Macher

Noch ein bisschen Hintergrund-Information zum Namensgeber des Preises, den Massin selber 2006 als damaliger Präsident der EMA-Vorgänger-Organisation EVAA aus der Taufe gehoben hat. Torsten Carlius (*15.03.1939, †23.11.2005) aus Schweden war während seines 40-jähriger Wirkens, darunter auch als Präsident des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA), einer der herausragenden Amtsinhaber in der damals noch olympischen Kernsportart. Aus welchen Gründen auch immer ist der nach ihm benannte Fair-Play-Award 2014, 2015 und 2018 nicht verliehen worden (siehe Link; auf der Seite nach unten scrollen). Übrigens wurde die abgebildete Trophäe im Auftrag von Massin durch Grafik-Designer und Lampis-Gründervater Peter Holthuijsen aus Erkelenz 2011 neu gestaltet, die er aus Acryl bei einer Glaskunst-Manufaktur hat anfertigen lassen.  Axel Hermanns 


Verleihung des Fair Play Preises an Peter Speckens  aus Deutschland

Guten Tag, liebe Kollegen des EMA-Vorstands, liebe Freunde des Sports (im Original in englischer Sprache),

als Ehrenvorsitzender der European Masters Athletics (EMA) stelle ich hiermit den Antrag, Peter Speckens (GER, M80) posthum den Torsten Carlius Fair Play Award zu verleihen. Peter Speckens ist am 9.November 2019 im Alter von 84 Jahren ohne vorher krank gewesen zu sein unerwartet verstorben. Just an dem Tag, an dem er eigentlich bei den Offenen NRW-Senioren-Winterwurfmeisterschaften in Leichlingen (GER) im Hammerwurf starten wollte.

Begründung für die Auszeichnung:
Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Peter Speckens ein fester Bestandteil der Senioren-Leichtathletik, hat bis auf lediglich zwei Ausnahmen an allen Europa- und Weltmeisterschaften mit herausragenden Erfolgen teilgenommen. Mehr als 100 Medaillen (!) bei diesen internationalen Titelkämpfen sind ein sichtbares Zeichen dafür.
Er war jedoch nicht nur extrem leistungsstark, sondern darüber hinaus auch ein fairer und stets loyaler Wettkämpfer, der konsequent die Regeln achtete. Dazu war er ein bekennender, vehementer Protagonist des fairen und sauberen Sports. Das hat er mit Unterzeichnung der „Vaterstettener Erklärung“ (eine deutsche/internationale Kampagne im Seniorensport für eine saubere Leichtathletik) klar zum Ausdruck gebracht, wie sehr ihm die Leichtathletik auch in der Außendarstellung am Herzen lag. Es sei daran erinnert, dass Peter Speckens bereits 2011 auf der Kandidatenliste für den Torsten-Carlius-Fair-Play-Award gestanden hat.
Die außergewöhnliche Persönlichkeit Peter Speckens‘ würde durch die Verleihung des Preises eine verdiente Würdigung erfahren. Einer Persönlichkeit, die auf sportlichem, menschlichem und kameradschaftlichem Gebiet ihres Gleichen sucht. Geradezu ein Synonym für diese bedeutungsvollen Attribute.
Es ist fraglos bislang ein Novum in der Geschichte der EVAA/EMA einen solchen Preis posthum zu verleihen. Doch die Person des verstorbenen Peter Speckens rechtfertigt diese Maßnahme allemal, wäre zudem ein Signal und Fanal über den Tod hinaus.

Dieter Massin, Ehrenpräsident der EMA,                                                                   Ahlen, 20. November 2019