Europameisterschaften 2020 der Männer/Frauen in Paris abgesagt

(Lausanne/Paris//Krefeld, 24. April 2020) Eine große Überraschung ist das in Zeiten wie diesen nicht mehr, da ein Ende der Coronavirus-Krise selbst für ausgewiesene Experten (noch) nicht abzusehen ist. Der europäische Leichtathletik-Dachverband European Athletics (EA) mit Sitz im schweizerischen Lausanne vermeldete gestern auf seiner Netzseite, dass die ursprünglich vom 25. bis 30. August 2020 in Paris (Frankreich) vorgesehenen Europameisterschaften der Männer/Frauen abgesagt worden sind. Mehr zu dieser sehr ausführlichen Botschaft in englischer Sprache unter diesem Link. Wer die nicht perfekt bis in alle Feinheiten hinein beherrscht und sich das erleichtern möchte, kann dies mit dem exzellenten kostenfreien Übersetzungsprogramm von www.deepl.com/translator tun.

Wichtiger Punkt in der DLO eingefügt und keiner weiß Bescheid

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Krefeld, 22. April 2020)
Bis zum 20.Feburar 2020 konnten im Seniorenbereich EU-Ausländer mit Lebensmittelpunkt hier zu Lande, Zugehörigkeit zu einem deutschen (Leichtathletik-)Klub und DLV-Startpass Kreis-, Bezirks-, Verbands-, Europa- sowie Weltmeister in ihrer und für ihre Wahlheimat werden. Einzig die Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft wurde ihnen ab Januar 2017 in einer ad-hoc-Entscheidung ohne jede Vorlaufzeit der Besitzstandswahrung und/oder des Gewohnheitsrechts verwehrt. Ein diskriminierendes Vorgehen des Verbandes gegen die Senioren ohnegleichen, das in einer großen Solidaritätswelle allgemeines Kopfschütteln und Unverständnis hervorrief.

Daniele Biffi und sein Anwalt leisteten Pionierarbeit

Rechtsanwalt Gerald Kornisch aus Berlin hat sich für seinen italienischstämmigen Mandanten und Klubkameraden Daniele Biffi (im Bild) von TopFit Berlin dieser ungerechten Sache angenommen, ist letztlich bis vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg Stadt gezogen (wir berichteten mehrfach). Schlussendlich wurde das Verfahren vom EuGH an das örtlich zuständige Amtsgericht Darmstadt mit bestimmten Auflagen zur Urteilssprechung in Bezug auf die Senioren zurückgegeben. Bis zuletzt hat der DLV das Verfahren immer wieder mit Terminverschiebungen verzögert und eine Urteilsverkündung aus taktischen Gründen hinausgeschoben, um die Thematik bei der Verbandsratssitzung am 21.Februar 2020 in Leipzig noch mal zu erörtern und gegebenenfalls eine Art Vergleich anzustreben (siehe Link).

DLV-Verbandsrat musste kleinlaut einlenken…

Dieses Gremium hat daraufhin nachfolgenden Beschluss gefasst:
§ 5 der Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) ist um den neuen Absatz 5.2.4 als Sonderbestimmung für die Teilnahme der oben genannten ausländische Athleten an Deutschen Meisterschaften wie folgt ergänzt worden: „Athleten der Seniorenklasse gem. § 7.1 mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft sind an Deutschen Meisterschaften teilnahmeberechtigt, wenn sie ein gültiges Startrecht gem. § 4 ausschließlich für einen deutschen Verein/LG besitzen sowie die WMA Anerkennung (WMA Regelung Nr. 8 WORLD MASTERS ATHLETICS CHAMPIONSHIP RULES) des Startrechtes für die Deutsche Nationalmannschaft der Senioren für Internationale Meisterschaften nachweisen können.“

…mit einer Lex Specialis schon für die Hallen-/Winterwurf-DM

Das soll auch schon für die kommende Senioren-Hallen-DM mit Winterwurf vom 28.Februar bis 01.März 2020 in Erfurt gelten. Eine Nachmeldung wäre ohne zusätzliche Gebühr zugelassen worden. Dieses nicht überall durchgedrungene Insiderwissen machte sich das LAC Quelle Fürth für den Deutsch-Ungarn Laszlo Müller (im Bild) zu eigen, der in der Thüringer Landeshauptstadt mit allen etwaigen Weihen als Sprinter in die Blöcke gegen durfte. Müller war zuvor auch schon im deutschen Nationaltrikot (zuletzt bei der Skandal-EM 2019 in Venetien) gestartet.

DLV kam Informations- und Fürsorgepflicht einmal mehr nicht nach

Aber was nützt das alles, wenn der DLV, aus welchen Gründen auch immer, keinerlei Veröffentlichungen ins Netz stellt und plakativ die in Frage kommenden Aktiven darauf hinweist. Es kann nicht allen Ernstes erwartet werden, dass wirklich jeder Wettkämpfer auf bloßen Verdacht hin alle 30 Seiten jener DLO auf etwaige Änderungen studiert, die für ihn von Belang sein könnten. Doch selbst jene „Bibel“ ist nach nunmehr knapp über acht Wochen danach nicht geändert worden, noch hat es eine Information in der Senioren-Spielecke auf Verbandsnetzseite gegeben. Dagegen wurde eine Änderung der DLO bezüglich der Reisekosten zeitnah eingestellt.
Das ist ja auch wichtiger, als geänderte Regeln für Athleten zu dokumentieren.
Zweimalige schriftliche Anfragen des Verfassers dieses Beitrages an den DLV-Vizepräsidenten Allgemeine Leichtathletik, Matthias Reick, zu diesem Thema, blieben unbeantwortet. Stil und Anstand sehen deutlich anders aus. Auch mit einer Niederlage umzugehen, statt sie tot schweigen zu wollen. Unklar bleibt auch, wozu es der Eselsbrücke jener WMA-Regel (siehe oben) bedarf. Denn viele jener Athleten starten überhaupt nicht international. Das ist reiner Aktionismus und Formular-Tourismus.

Digitaler Zuruf von Lampis erneut als „Hallo wach“?
 
Wie schon so oft zuvor bleibt auch diesmal die Hoffnung, dass dieser digitale Zuruf von Lampis Wirkung zeigt und der Dachverband seiner längst überfälligen Pflicht wie Schuldigkeit endlich nachkommt. In Zeiten wie diesen der Corona-Seuche sind schließlich viele Ressourcen für Aufräumarbeiten jeglicher Art vorhanden.
Redaktionelle Anmerkung: Ungeachtet dessen will Speerwerfer Jonathan Powell (siehe nachfolgenden Beitrag) nunmehr aus grundsätzlichen Erwägungen in Hinblick auf Artikel 3 des Grundgesetzes das Bundesverfassungsgericht anrufen.

Was im Geschäftsleben geht, müsste auch beim Sport machbar sein

(Krefeld, 20. April 2020) Ein kleiner Schritt vorwärts oder zurück in die Normalität. Ob es eine weise Entscheidung war, muss und wird sich noch zeigen. Nicht wenige haben in Zeiten wie diesen der Coronavirus-Pandemie ein höchst mulmiges Gefühl, dass ab heute Vormittag über den bisherigen Rahmen hinaus Geschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 qm und Möbelhäuser auf dem platten Land ihre Eingangstüren wieder öffnen dürfen. Das weckt zwangsläufig Begehrlichkeiten bei all jenen, die noch nicht in der Verlosung sind (ein bisschen Lotteriespiel ist es schon). Galeria Kaufhof und Karstadt wollten sich über die 800-qm-Regel hinweg einklagen, sind aber in erster Instanz gescheitert. Locker werden die sicherlich nicht lassen.

Sippenhaftung sollte sich ausschließen

Ohne hier der Unvernunft und dem Spiel mit dem Feuer das Wort reden zu wollen (das Gegenteil ist der Fall), erschließt sich dennoch dem laienhaften Betrachter manches nicht. Okay, Großveranstaltungen im Sport schließen sich bei der momentanen Lage noch aus. Aber was im Geschäftsleben im Kleinen geht, sollte auch bei der vermeintlich herrlichsten Nebensache der Welt machbar sein. Was spräche dagegen, im Tennis zumindest Einzel wieder zuzulassen? Auf das obligatorische „Shakehands“ am Netz nach dem Matchball müsste selbstverständlich verzichtet werden. Dass die Filzbälle vermeintliche Dreckschleudern wären und eine Schmierinfektion herbeiführen könnten, führt Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Institut in Braunschweig ad absurdum. Dann müsse ein (infizierter) Spieler schon kräftig auf den Ball spucken und dem Gegner in den Mund werfen.
Auch bei Golf, das sogar im Alleingang möglich ist, kämen sich die Partner nicht zu nahe. Frühestens beim 19.Loch im Klubhaus. Aber die müssen ja noch geschlossen bleiben. Wie sagt der Kölner so schön: „Mer muss och jönne könne.“ Sippenhaftung ist meines Erachtens nicht angezeigt.
Aber auch Leichtathletik und sicherlich vieles andere mehr auf sportlichem Terrain sollte in kleinen Gruppen unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen keine Gefahr für Leib und Leben darstellen. Erst recht allein auf weiter Flur eines Wurfplatzes. Da habe (hätte) ich beim Einkauf im Lebensmittelmarkt mehr Bammel bei den immer noch zu vielen hirnrissigen Fatalisten, die den Weg kreuzen.

Thematische Einstimmung zum strittigen Ausländerstartrecht des DLV

(Erkelenz/Darmstadt/Krefeld, 21. April 2020) Bereiten wir schon einmal zur Einstimmung ein Thema vor, dass seit der letzten Verbandsratssitzung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) am 21.Februar 2020 in Leipzig still vor sich hin schlummert. Speerwerfer Jonathan „Jon“ Powell (*1962) vom TV Erkelenz schrieb in einer Mail vom 16.März 2020 das DLV-Dreigestirn David Deister, Matthias Reick und Hajnalka Hoffmann wegen des seit 2017 strittigen Ausländerstartrechts an. Er bezieht sich auf Artikel 3 des Grundgesetzes und beklagt sich darüber, dass er seither kein Startrecht bei Deutschen Senioren-Meisterschaften mehr habe.

Ein für Fair Play und Integration „preiswürdiger“ Verband – aberwitzig

Der gebürtige Brite führt an, dass er seit 1992 in Deutschland lebe, hier arbeite und Steuern zahle. Auf seine Teilnahme an Britischen Masters-Meisterschaften habe er verzichtet. Er fühlt sich als in die deutsche Gesellschaft integrierter EU-Bürger (zumindest ist er das bis zum Brexit der Insulaner) bei der Ausübung seines Sports bis hinauf zur Bundesebene aufgrund seiner Herkunft diskriminiert und ausgegrenzt. „Das passt nicht zum Gedanken von ,Fair Play‘ und ,Integration‘. Und dafür hat der DLV einen Preis erhalten?!“, schließt der 58-Jährige Wahl-Deutsche mit britischer Staatsangehörigkeit.

Servicewüste und Antwortverweigerer DLV

Fast müßig zu erwähnen, dass Powell in der Tradition des hohen Hauses keine Antwort erhalten hat. Die und überhaupt seine Anfrage wären nicht nötig gewesen, wenn in der Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite einfach mehr Dinge kommuniziert würden, als allmonatlich diese alberne Anti-Doping-Newsletter. Als wären insbesondere bei der Ü30-Generation herdenweise schwarze Schafe unterwegs, die auf den Pfad der Tugend zurückgeführt werden müssten? Und es geht hierbei keineswegs nicht nur um eine Minderheit, da schlussendlich auch Staffeln und Mannschaften mit betroffen sind.
Wie bereits angekündigt, werden wir zum eigentlichen Thema noch nachlegen.
Fußnote von 14.50 Uhr: Jonathan Powell hat nach mehreren Wochen doch noch am 09.April eine Antwort von David Deister vom DLV erhalten, uns jedoch versehentlich erst nach Veröffentlichung dieses Beitrages davon in Kenntnis gesetzt. Dabei wies Deister auf § 5.2.4 der DLO hin, den es Stand jetzt gar nicht gibt.

Ein paar persönliche Gedanken in total besch... Zeiten wie diesen

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld und die Republik, 19. April 2020) Mal Hand aufs hoffentlich gesunde und beschwingte Herz: Wer will in besch… Zeiten wie diesen via Glotze in Dauerschleife mit dem vermaledeiten Coronavirus konfrontiert werden, jeden Neuinfizierten und Toten hierzulande erfahren und unzuverlässige, da einfach nicht vorhersehbare Prognosen aufgetischt bekommen? Haben die Fernsehschaffenden der seriösen öffentlich-rechtlichen Anstalten eigentlich nicht das Auge und Ohr am Zuschauer? Eine hypothetische Frage.
Nach meinen eigenen Empfindungen und zwangläufig nicht repräsentativen Gesprächen mit vielen meiner Verwandten, Freunde, Bekannten und nicht zuletzt Sportkameraden sind sie dem überdrüssig, treffen ihre Wahl an der Fernbedienung mit abschalten. Umschalten bringt ja nichts, da man(n)/frau eh nur vom Regen in die Traufe kommt. Jeden lieben Tag zur besten abendlichen Sendezeit erst mal ein „Brennpunkt“ in der ARD und ein „Spezial“ im ZDF. Und natürlich in allen Politik-Talks bei Anne Will (ARD), Maybritt Illner und Markus Lanz (beide ZDF) Corona mit Virologen, Immunologen, Psychologen und Fachärzten aller Couleur bis zum Abwinken sowie der totalen Erschöpfung.

Eine leider sehr trügerische Vorfreude auf seichte Unterhaltung

Theoretisch, praktisch habe ich mich dem längst entzogen. Prima, dachte ich Naivling, und freute mich auf den vorigen Freitagabend mit endlich einmal seichter, entspannender Fernseh-Unterhaltung zum Aussuchen oder Hin-und-her-zappen bei den nahezu parallel laufenden Talkshows „Kölner Treff“ (WDR), „3 nach 9“ (NDR) und „Riverboat“ (MDR). Selbst all jene, die nichts davon gesehen haben, ahnen es bereits: Überall die Seuche, die inzwischen auch im „Pantoffelkino“ zur Seuche verkommt. Als ob sich zwischen den eigenen Ohren als besonders gefährdete Person der Risikogruppe M75 plus Vorerkrankung von drei Bypässen an der Pumpe nicht schon genug Horrorszenarien abspielen würden?! Ganz ehrlich: Mitunter kann ich nicht so viel essen, wie ich mir anschließend wieder durch den Kopf gehen lassen möchte. Echt z.K., was nicht für „zur Kenntnisnahme“ steht.

Tage des apokalyptischen Zustandes entspannt abarbeiten

Wohlgemerkt: Weder bin ich ein Ignorant, noch spiele ich mit mir selber Blinde Kuh oder stecke wie der größte Vogel (Strauß) auf diesem am Tropf hängenden Erdball den Kopf in den Sand. Klarer Fall, dass ich mich über das Nötigste informiere und beachte schon im ureigenen Interesse, aber auch zum Schutze meiner Mitbürger, alle Vorsichtsmaßnahmen. Aber es ständig alternativlos in Funk und Fernsehen aufoktroyiert zu bekommen, wie angestrengt die Lage der Nation ist, da verweigere ich mich – wie bereits erwähnt – mittlerweile standhaft.
Glücklicherweise gibt es auch noch ein paar andere Möglichkeiten, für Entspannung und Ablenkung zu sorgen. Erleichtert wird es dadurch, sich, ausgestattet mit den drei klassischen Säulen der Altersversorgung, keine finanziellen Sorgen um seinen Broterwerb machen zu müssen und daheim in Gesellschaft meiner ganz persönlichen Regierungschefin zu sein. Gleichwohl kommt es mir/uns so vor, die Tage abzuarbeiten, bis dann irgendwann dieser apokalyptische Zustand eine Ende findet und wir das auch noch buchstäblich erleben, indem wir heil an Körper und Seele aus dieser heiklen Nummer heraus gekommen sind.
In diesem Sinne wünsche ich allen Stammbesuchern und Gelegenheitsgästen einen entspannten Weißen Sonntag fernab von Corona mit jede Menge Wiederholungen sportlicher Klassiker auf EUROSPORT und Sport1 sowie eine möglichst kurzweilige 17.Kalenderwoche mit oder ohne Arbeit! Und vor allem anderen: Bleibt gesund, munter und zuversichtlich! Und ein riesengroßes Dankeschön all jenen, die den Laden am Laufen halten!