Hessische Senioren meistern ihr volles Programm an zwei Tagen

(Hofgeismar/Vellmar/Krefeld, 10. Mai 2019) Fast hätten wir die Hessen vergessen, wenn uns nicht Wurf-Allrounder Adrian Ernst (*1967) von der TSG Wehrheim via E-Mail einen freundlichen Wink mit dem Lattenzaun gegeben hätte. Denn auch sie tragen an diesem Wochenende ihre Senioren-Meisterschaften aus. Das sogar mit dem vollen Programm in einer Zwei-Tages-Veranstaltung. Dafür sind hier die Schauplätze zweigeteilt. Die Hammerwerfer werden ins von der Hauptaustragungsstätte Hofgeismar 20 Kilometer entfernte Vellmar ausgelagert. Manches ist eben technisch nicht anders lös- und machbar. Dass sie allerdings für die Siegerehrung nach Hofgeismar zurück kehren müssen, ist für jene denkbar ungünstig, die eben nur diesen einen Wettbewerb (noch) zu bestreiten haben. Es soll ja selbst in der Ü30-Generation noch Spezialisten geben.
Zugegeben, das sind dann wohl eher von den Hartgesottenen milde oder gar mitleidig belächelte Exoten. Ganz bestimmt vom selbst ernannten Multitalent Karin Reitemeier (*1965) vom Mit-Gastgeber SSC Vellmar, die in der W50 sage und schreibe für neun Wettbewerbe ihre Willenserklärung für die Starts abgegeben hat. Frohes, erfolgreiches und vor allem verletzungsfreies Schaffen! Die weiteren „Vielfraße“ von sieben Disziplinen abwärts und die „Normalos“ in der Teilnehmerliste unter den insgesamt 252 Gemeldeten.

Ex-Speerwerfer Michael Wessing verstarb 66-jährig während Herz-OP

(Clarholz/Gütersloh/Krefeld, 09. Mai 2019) Sie reißen einfach nicht ab, die Hiobsbotschaften in diesem Frühjahr aus der Werfer-Szene. Wie über seinen früheren Verein TV Wattenscheid bekannt geworden ist, verstarb vorigen Dienstag der ehemalige Speerwurf-Europameister und Olympia-Teilnehmer Michael Wessing (*29.August 1952) aus Clarholz im Alter von 66 Jahren während einer Herz-Operation in einem Osnabrücker Krankenhaus. Er hinterlässt Ehefrau Cornelia und drei Kinder. Wessing blieb nach der äußerst erfolgreichen aktiven Laufbahn seiner Sportart treu, war bis zuletzt bei der LG Kreis Gütersloh als Trainer tätig.
„Michael stand vor dem Abwurf aus vollem Lauf wie eine Statue, und dann kam ein Abzug, wie ich ihn danach nie wieder gesehen habe“, erinnert sich Ex-Kugelstoßer Wolfgang Knüll (*1947) vom LC Bonn als Zeitzeuge. Und weiter: „Mit 1,82m Körpergröße und rund 90 Kilo Gewicht 94,22 Meter (das war damals deutscher Rekord, die Redaktion) zu werfen, ist eine enorme Leistung. Dazu war er ein sehr sympathischer Mensch.“
Dem ist aus der Außenansicht des Chronisten nichts hinzufügen. Gleichwohl ein bisschen mehr über den Westfalen auf Wikipedia. - Anmerkung: Leider können wir aus urheberrechtlichen Gründen kein Foto vom Verstorbenen veröffentlichen.

Urteilsverkündung Daniele Biffi versus DLV wurde vom EuGH anberaumt

(Luxembourg City/Darmstadt/Berlin/Krefeld, 08. Mai 2019) Nunmehr ist es amtlich, was wir in unserem Beitrag vom 24.April 2019 mit Berufung auf zuverlässige Quellen bereits in Aussicht stellen konnten. Die Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) im Verfahren des italienischstämmigen Sprinters Daniele Biffi (M45) von TopFit Berlin versus Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt zum Verbot des Ausländerstartrechts. Der Termin zur Urteilsverkündung vor dieser höchsten rechtsprechenden Instanz der Europäischen Union (EU) ist für den 13.Juni 2019 um 09.30 Uhr anberaumt.
Soviel sei kurz zu unserer seit über zwei Jahren andauernden ausführlichen Berichterstattung in dieser Angelegenheit rekapituliert, dass der Ausgang von Experten als reine Formsache pro Aufhebung des Bannstrahls angesehen wird. Denn in aller Regel schließen sich die Richter dem hierzu vorliegenden Gutachten von Generalanwalt Evgeni Tanchev an. Doch sie sind keineswegs bindend. Es bleibt also eine Restungewissheit, da  Justitia eine höchst launische Diva zu sein pflegt und auf beiden Augen blind ist. Nicht von ungefähr sprechen sturmerprobte Juristen davon, dass der Mensch vor Gericht und auf hoher See in Gottes Hand sei.
Gleichwohl können Biffi und mit ihm alle betroffenen (Senioren-)Leichtathleten ja vorsorglich schon einmal den Sekt kaltstellen. Etwas zu begießen gibt es so oder so.

Amputierte Landes-Seniorenmeisterschaften des Freistaates Bayern

(Herzogenaurach/Schweinfurt/Krefeld, 09. Mai 2019) Eine Vorreiterrolle, zumindest in dieser Freiluftsaison, nimmt Bayern ein. Der weiß-blaue Freistaat eröffnet bei den Talenten von gestern und vorgestern (ab M/W30) nächsten Samstag im einstmals berühmt gewordenen Herzogenaurach (die Geburtsstätte von Adidas und Puma) den bundesweiten Reigen der Landes- respektive Verbandsmeisterschaften. Allerdings kommen sie amputiert daher, sind den Fraktionen von Lauf und Sprung vorbehalten. Die Zunft der Werfer zieht als wieder einmal fünftes Rad am Wagen am 29.Juni in Schweinfurt nach. Eine sehr unglückliche Lösung und Isolierung. Insbesondere für die gerade unter den Senioren*innen gar nicht so seltenen „Wanderer zwischen den Welten“ und „Alleskönner“, mitunter auch von eigenen Gnaden. Sie müssen für denselben Anlass zweimal anreisen. Schlimmer ist allerdings die Separierung, als handele sich bei dieser Teilung um eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.

229 Gemeldete bei den abgespeckten Titelkämpfen

Die abgespeckten Titelkämpfe erfreuen sich eines sehr guten Zuspruchs. Darf dem Startnummern-Bingo und der eigenen Nachrechnung getraut werden, haben 229 Aktive mit zumeist Mehrfachnennungen (sieben in der Spitze!) ihre Visitenkarte abgegeben (siehe Link). Den Löwenanteil mit 25 Gemeldeten stellt die LG Stadtwerke München, die bekanntlich zur Wiesn-Eröffnung am 21.September 2019 im Dantestadion örtlicher Ausrichter des Team-Finales zu Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) sein wird. Treffliches Stichwort zur oben angesprochenen Vielseitigkeit. Jung-Siebziger Friedhelm Unterloh (*1949) vom STV Hünxe deckte beim NRW-Team-Endkampf in Emmerich die gesamte Palette von Lauf, Sprung und Wurf ab, war über 100 m, im Weitsprung, Kugelstoßen und auf Position zwei der Staffel nicht nur der eifrigste Punktesammler seiner Mannschaft.

Unendliche Geschichte um die Resultate des NRW-Team-Finales

(Emmerich/Krefeld, 07. Mai 2019, 20 Uhr) Klappe, die dritte zum Thema hoch lebe die Statistik. Denn stimmen sollte sie allerdings schon. Das lässt sich von den zunächst veröffentlichten und wenig später nachgebesserten Ergebnissen beim NRW-Team-Endkampf in Emmerich nicht gerade behaupten. Da wurde heute Nachmittag als Art unendliche Geschichte oder Und täglich grüßt das Murmeltier" noch ein weiteres Mal korrigiert. Darunter sind auch die von uns im vorherigen Beitrag beanstandeten Resultate der Stg Essen-Rhede (M50) auf 9.712 und der Stg Rhein-Sieg auf 9.464 Punkte richtig gestellt worden. Damit haben sie gegenüber der ersten Fassung zugleich die Plätze getauscht. Bedeutungsvoller geht es nicht.

M-40-Staffel der Stg Ostwestfalen-Lippe soll nur 61,39 gejoggt sein

Ob nun wirklich alles niet- und nagelfest ist, da sind gelinde Zweifel angebracht. Nämlich schwerlich vorstellbar, dass die Sprintstaffel der Stg Ostwestfalen-Lippe in der M40 lediglich 61,39 Sekunden gejoggt sein soll, derweil sie im Vorjahr beim selben Anlass in Lüdenscheid noch formidable 48,43 gerannt sind. Es sei denn, sie wären vor lauter Jux und Dollerei ohne echte Konkurrenz in ihrer Altersklasse diesmal rückwärts gelaufen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Wie dem auch sei, dürften die jeweiligen Mannschaftsführer gut beraten sein, alles haarklein nachzuprüfen. Schließlich geht es für die Top-Teams auch um den Schnitt, in der Gesamtabrechnung mindestens Rang sechs für den Einzug in das bundesweite Team-Finale am 21.September 2019 in der „Weltstadt mit Herz“ München zu schaffen. Darauf dürfen sich gemessen an der vorjährigen Qualifikationsrangliste neun der angetretenen 16 von 17 gemeldeten Mannschaften (die W60 der Stg CSV-Troisdorf-Oedt fehlte) berechtigte Hoffnungen machen.

Falscher Messvorgang beim Kugelstoßen

Ein denkbar schlechtes Omen war der Auftakt im Eugen-Reintjes-Stadion zur „High-noon“-Zeit am Sonntag um 12 Uhr mittags, dem Kugelstoßen der M60 und 70. Der Kampfrichter am Ring feierte offenbar sein Debüt in diesem Wettbewerb, legte das Maßband in Stoßrichtung gesehen am hinteren, statt vorderen Balkenrand an. Das fiel seltsamerweise erst beim vierten Starter auf, nachdem ein Teilnehmer interveniert hatte. Der Schiedsrichter Wurf ordnete daraufhin einen Neubeginn an.
Den schrillen Schlussakkord bildete im Wettkampfbüro vor Ort der Absturz der Software von SELTEC. Das hat immerhin den Vorteil, dass keine durchgängige Siegerehrung stattgefunden hat und keine falschen Urkunden ausgehändigt worden sind.
Mit der blau eingefärbten Verlinkung öffnet sich die abermals bereinige Ergebnisliste. Unterdessen jedoch wenigstens nicht mehr im wilden Altersklassen-Mix, sondern im steten Wechsel aufsteigend ab M/W30. Allemal ein kleiner Fortschritt.