Freiluftauftakt mit speziellem Werfertag für Hammer- und Gewichtwurf

(Alzey/Krefeld, 08. März 2019) Kugel, Diskus, Speer und Hammer, ist bei uns der große Jammer. Dieses geflügelte Wort unter Werfern kenne ich nunmehr seit bald 53 Jahren, den Anfängen meiner Zeit als aktiver Kugelstoßer mit Vereinszugehörigkeit. Denn die Fraktion von Stoß/Wurf wurde von je her untergebuttert und wird es immer noch. Sowohl zumeist mit der Verbannung auf Nebenanlagen, als auch in der öffentlichen und veröffentlichten Wahrnehmung. Nicht zuletzt deshalb wurde Lampis 2009 aus der Taufe gehoben. Weiterhin gut zu wissen, dass es wenigstens ein paar aus der Zunft gibt, die mit kleinen, feinen Veranstaltungen in Erscheinung treten. Einer davon ist der am Niederrhein aus dem Meidericher SV, heutzutage MSV Duisburg, hervorgegangene ehemalige Weltklasse-Hammerwerfer Lutz Caspers (*1943) vom TV Alzey. Naheliegend also, dass der inzwischen 75-Jährige zum Auftakt der Freiluftsaison morgen (Beginn 13 Uhr) im dortigen Wartbergstadion seiner langjährigen rheinhessischen Wahlheimat einen Werfertag für alle Klassen im Hammer- und Gewichtwurf durchführt. Denn gerade diese Spezies hat mit einem ausgesprochen kargen Wettkampf-Angebot so ihre liebe Müh‘ und Not.

Beitrag über "Stabi" Wolfgang Ritte heute Abend im WDR-Fernsehen

(Köln/Moers/Krefeld, 08. März 2019) Mitunter dauert es unvorhersehbar ein wenig länger, sein Wort einlösen zu können. Bereits am 27.Feburar 2019 haben wir sehr zeitnah vermeldet, dass ein Aufnahme-Team des WDR-Fernsehens in der Leichtathletikhalle des Sportparks am Löschenhofweg in Krefeld-Uerdingen einen Beitrag über den in Moers wohnhaften Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen gedreht hat. Wegen des Sendetermins haben wir versprochen am Thema zu bleiben. Der wurde jedoch von der größten Anstalt der ARD-Kette nicht zuletzt aufgrund der ausführlichen Vor-, Währenddessen- und Nachberichterstattung über Karneval sowie der Tagesaktualität geschoben, wie es in der Fachsprache heißt.
Der Verfasser dieser Zeilen hat nun gestern Nachmittag in einem Telefonat mit WDR-Sportredakteur Johannes Krause, einem früheren Handballspieler des damaligen Regionalligisten TV Oppum (ein Ortsteil von Krefeld), noch vor Ritte selbst erfahren, dass der viereinhalbminütige Beitrag heute Abend (Beginn 19.30 Uhr) auf dem Sendeplatz „Lokalzeit Duisburg“ ausgestrahlt wird. Wer daran interessiert ist und für den es regional bedingt nicht live zu empfangen sein sollte, kann sich das nach der Ausstrahlung auch beliebig später im Internet über die Mediathek des WDR im Video-Podcast anschauen.

Heutiger Aschermittwoch beendet Karneval und leitet die Fastenzeit ein

(Krefeld, 06. März 2019) Am Aschermittwoch ist alles vorbei… Gemach, gemach. Das behauptet lediglich ein Schlager von Jupp Schmitz (Komposition) und Hans Jonen (Text) aus dem Jahre 1953. Es war dereinst ein Karnevalshit, die in unserer schnelllebigen Zeit durch immer wieder neue Lieder und saisonale Gassenhauer ersetzt werden. Richtig ist allerdings, dass der auf den heutigen Tag fallende Aschermittwoch mit allerlei Brauchtum verbunden ist. Zu allererst beendet er das närrischen Treiben des Karnevals, der „Hoppeditz“ wird beerdigt, der am nächsten Elften im Elften (11. November) wieder zum Leben erweckt wird, und leitet die bis Gründonnerstag (18.April 2019) währende nominelle 40-tägige Fastenzeit ein. Traditionell geht es mit einem Fischessen einher. Und wer es nötig hat, der tue Buße und lasse sich nach christlichem Glauben ein Aschenkreuz auf die Stirn verpassen. Derartige Zeitgenossen sind im Straßenbild jedoch bis zur Nichtwahrnehmbarkeit stark abnehmend. Das hat sicherlich auch mit der nachvollziehbaren Kirchen-Verdrossenheit zu tun. Denn Brauchtum als solches kommt ja offensichtlich nicht aus der Mode, wie gerade erst mit Karneval und unzähligen Menschen bei Rosenmontagszügen bewiesen worden wäre. Bei den Mottowagen bekamen die (ohn-)mächtigen dieser Welt einmal mehr kräftig eingeschenkt

Wer löst den gordischen Knoten einer nicht glasklar definierten Regel?

(Halle an der Saale/Krefeld, 07. März 2019) Wenn nicht wir, wer sonst kümmert sich um etwaige Ungereimtheiten, die für Diskussionsstoff gesorgt haben? Niemand! Unsere Kolumne „Senioren-DM: Ging beim Diskuswurf der M60 alles mit rechten Dingen zu?“ vom 05.Februar 2019 löste die erhofften Reaktionen aus. Das Spektrum der beiden theoretisch denkbaren Szenarien war mit Wiederholungscharakter breit gestreut. Getreu – im übertragenen Sinne – dem Motto: Frage zur selben Symptomatik drei Ärzte und du erhältst drei Meinungen. Aber bei einzigartigen Fakten kann es schlussendlich nur eine Lösung geben. Also wollten wir es genau(er) wissen, versuchten uns bei zwei Kampfrichter-Obleuten aus verschiedenen Landesverbänden schlau zu machen. Wieder ein unterschiedliches, gegensätzliches Ergebnis.

In Mittelfranken hätte es lediglich sieben Finalisten gegeben
 
Diese Thematik kam sogar auf der letzten Kampfrichtertagung in Mittelfranken zur Sprache, da es ziemlich genau diesen strittigen Fall von der DM zuvor bei einem dortigen Wettkampf gegeben hatte. Da wurden nach der diesbezüglichen Regel 180.6 der Internationalen Wettkampfregeln (IWR) mit folgender Begründung dergestalt entschieden:
Wenn jemand in einem mehr als achtköpfigen Teilnehmerfeld (hier insgesamt neun) die ersten drei Versuche ungültig hat, darf er nicht am Endkampf der besten acht Athleten teilnehmen selbst wenn der neunte Athlet lediglich einen ungültigen Versuch stehen hat und sich danach vom Wettbewerb abmeldet, Er hat aber ursprünglich am Wettkampf teilgenommen, wird schlussendlich ohne Platzierung in der Ergebnisliste aufgeführt. Folglich dürfen bei einer derartigen Sachlage nur sieben Aktive mit weiteren drei Versuchen am Endkampf teilnehmen.

Eine bestimmte Sachlage darf nicht dem Ermessensspielraum überlassen bleiben

Dazu gibt es jedoch die im Vorspann schon erwähnte andere Interpretation. Doch was ist nun richtig? Denn ein solch elementare Angelegenheit, die, wie in Halle/Saale, über eine berechtigte oder unberechtigte Bronzemedaille (Frank Hoffmann) entscheidet, und womöglich den Viertplatzierten (Norbert Hasselberg) benachteiligt, kann nicht dem Ermessensspielraum des vor Ort handelnden Kampfgerichts vorbehalten bleiben. Regeln sind zu beachten und umzusetzen. Schön, wenn sie auch glasklar und unmissverständlich definiert wären. Deshalb benennen wir sie im leicht, jedoch sinngemäß gekürzten Original-Wortlaut jener Wettkampf-Bibel, der IWR:
Regel 180.6
Bei allen technischen Wettbewerben, ausgenommen im Hoch- und Stabhochsprung, mit mehr als acht Teilnehmern, müssen jedem von ihnen zunächst drei Versuche gewährt werden, den acht Wettkämpfern mit den besten gültigen Leistungen stehen drei weitere Versuche zu. Im Fall des letzten Qualifikationsplatzes, wenn zwei oder mehr Athleten die gleiche beste Leistung haben, ist Regel 180.22 anzuwenden. Wenn sich dabei ein Gleichstand ergibt, sind den gleichstehenden Athleten drei weitere Versuche zu erlauben. Bei acht oder weniger Teilnehmern müssen jedem von ihnen sechs Versuche gewährt werden.
180.22
Haben Wettkämpfer in den technischen Wettbewerben, ausgenommen im Hoch- und Stabhochsprung, die gleich beste Leistung, entscheidet die zweitbeste Leistung darüber, ob ein Gleichstand vorliegt, falls notwendig die drittbeste Leistung usw. Wenn die Wettkämpfer nach Anwendung dieser Regel 180.22 weiter gleich sind, ist es als Gleichstand festzusetzen.

Nichts Genaues weiß man nicht

Was nun? Alles klar? Zweifel sind weiterhin angebracht. Denn es ist von besten gültigen Leistungen die Rede. Die gibt es jedoch bei ausnahmslos ungültigen Versuchen nicht. Und mal unterstellt, dass von neun Teilnehmern zwei von ihnen drei ungültige Versuche haben. Dürfen dann beide, mithin neun Athleten, am Finale teilnehmen?
Die Quintessenz von der Geschicht‘: Nichts Genaues weiß man nicht. Wiewohl lediglich eine Randnotiz: Selbst unsere drei recherchierenden Autoren sind sich nicht einig. Und wo ist der Regel-Papst, der diesen gordischen Knoten löst? Schließlich steht hier weiterhin im Raum, ob womöglich ein um Bronze Geprellter auf der Strecke bleibt.

Senioren-DM: Ging im Diskuswurf der M60 alles mit rechten Dingen zu?

Kolumne

Moment mal

(Halle an der Saale/Krefeld, 05. März 2019)
Machen wir aus gegebenem Anlass noch einen kleinen Nachklapp zu den Deutschen Hallen- und Winterwurf-Meisterschaften der Ü35-Generation in Halle an der Saale. Es herrschte beim und nach dem Diskuswurf der M60 bei Teilnehmern, Betreuern, Schaulustigen und womöglich auch Kampfrichtern eingedenk der sich darstellenden Gemengelage allgemeine Verunsicherung, ob denn hier alles mit regelgerechten Dingen zugegangen sei. Die Fakten: Neun der ursprünglich elf Gemeldeten nahmen den Wettkampf auf. Klaus Lutter vom LAC Quelle Fürth meldete sich nach dem ersten ungültigen Versuch ab, da er noch als Startläufer des 4x200-m-Quartetts seines Klubs ran musste. Folgerichtig erscheint er ohne Platzierung mit dem Vermerk „o.g.V.“ = ohne gültigen Versuch in der Ergebnisliste.
Nun fügte es sich im weiteren Verlauf, dass mit Frank Hoffmann von der LG Plettenberg/Herscheid einer der erklärten Favoriten im Vorkampf drei ungültige Versuche fabrizierte. Durfte er am Finale der besten Acht, zu denen er bis dahin mangels Resultat genau genommen nicht gehörte, dennoch mit drei weiteren Versuchen teilnehmen? Erinnern wir uns an den Ursprung, dass es derer Neun gewesen sind. Nur bei acht oder weniger Teilnehmern haben ungeachtet der Vorzeichen automatisch alle sechs Versuche.

Ein quasi Ausgeschiedener gewann letztlich Bronze

Der Schiedsrichter Wurf oder wer auch immer beließ Hoffmann im Wettbewerb. War das Regelkonform? Da streiten sich nach unseren Recherchen die Gelehrten! Und in diesem eher seltenen Fall, der in der Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) nicht explizit erwähnt ist, läuft es wohl auf eine Auslegungssache hinaus. Wie dem auch sei: Der Sauerländer wusste die womöglich entartete Gunst zu nutzen, schaffte zumindest im vierten Durchgang mit 42,93m einen gültigen Versuch und schnappte dem bis dahin drittplatzierten Norbert Hasselberg (42,78m) von Union Schönebeck um 15 Zentimeter die Bronzemedaille weg.
Was bleibt ist aus ganz neutraler Sicht, ohne dem einen etwas zu gönnen und dem anderen zu missgönnen, ein bitterer Beigeschmack. Oder kann jemand hieb- und stichfest Licht in diese diffuse Angelegenheit bringen?