Persönlichkeitsrechte sind in der Öffentlichkeit nicht unbedingt geschützt

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Torun/Krefeld, 14. April 2019)
Datenschutz ist unbestritten ein hohes, schützenwertes Gut des Menschen. Wie exzessiv er betrieben werden muss, sei einmal dahin gestellt. Auch die am 25.Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) ist zumindest in Teilen – nett ausgedrückt – diskussionswürdig. Manche formulieren es drastischer mit „bekloppt“. Aber das kann selbstverständlich jeder für sich sehen wie es ihm beliebt. Schließlich ist hier zu Lande auch die Meinungs- und Pressefreiheit ein verbrieftes Grundrecht.
Ohne es jetzt wieder mit aller Gewalt an „Twist- und Traumtänzer“ Kurt Kaschke aus Gütersloh aufmachen zu wollen, ist der Präsident der European Masters Athletics (EMA) dennoch ganz grundsätzlich betrachtet ein treffliches Beispiel. Der Mann hat sich als Person des öffentlichen Lebens in seiner ehrenamtlichen Funktion auf einer für die Öffentlichkeit zugänglichen Veranstaltung, sprich: der Hallen- und Winterwurf-WM im polnischen Torun, im Siegerehrungsbereich zu einem Tänzchen hinreißen lassen (siehe Video). Das ist von einem britischen Kameramann gefilmt und mit der erklärten Absicht der Veröffentlichung weiterverbreitet worden; uns eingeschlossen. So von ihm nicht gewollt (was er nur er selber weiß), muss K.K. sich das gefallen lassen. Pech oder Glück gehabt. Basta!

Es gibt auch noch eine Informationspflicht und ein Informationsbedürfnis

Damit haben wir die Antwort auf eine in den sozialen Medien dazu gestellte Frage, die mehr eine Feststellung war, er hätte zuvor gefragt werden müssen (!), ob er gefilmt werden darf, bereits vorweg genommen. Musste er nicht. Schlussendlich hat er sich nicht in seinen eigenen vier Wänden oder sonstigem privaten Rahmen, sondern coram publico in aller Öffentlichkeit buchstäblich bewegt. Nähern wir uns dem im Umkehrschluss: Wenn immer das Einverständnis des Einzelnen (kann auch weiblich sein) vorliegen müsste, wären beim Berlin-Marathon vorher rund 40.000 Teilnehmer*innen und etwa eine Million Zuschauer am Streckenrand zu befragen, da sie ja bei Live-Übertragungen im Fernsehen womöglich im Bild erscheinen könnten. Melodie erkannt? Illusorisch! Persönlichkeitsrechte sehen anders aus. Ansonsten wäre jedwede Berichterstattung in Wort, Bild und Ton unmöglich, könnten alle Medienschaffenden einpacken, und LAMPIS gleich mit. Es gibt nämlich auch noch so etwas wie eine Informationspflicht und ein Informationsbedürfnis.
In diesem Sinne einen schönen Sonntag und eine zauberhafte kommende Osterwoche!

Interesse an DAMM aus dem Vorjahr wird sich nicht wiederholen lassen

(München/Krefeld, 13. April 2019) Sportlerherz, was willst du mehr, sofern es einem finalverdächtigen Klub respektive einer Startgemeinschaft für die Deutsche Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) angehört? Schließlich findet der diesjährige Endkampf auf Bundesebene am 21.September im Münchner Dantestadion statt und fällt mit dem Auftakt des weltberühmten Oktoberfestes zusammen. Da ließe sich für bekennende „Feierbiester“ vortrefflich das Sportliche mit dem Geselligen verbinden. Doch dieser zusätzliche Anreiz fällt geringer aus als weithin angenommen. Nach den Recherchen von DAMM-Experte Dieter Krumm (im Bild) vom LAC Quelle Fürth hat das allgemeine Interesse an dieser Keimzelle der Senioren-Leichtathletik abrupt – gewissermaßen von jetzt auf gleich – abgenommen.

Bislang bekannt gewordene zehn Durchgänge zur DAMM

Das Ergebnis von sich insgesamt beteiligenden 92 Mannschaften in 2018 wird sich nicht erreichen lassen. Allein beim NRW-Finale, dem eigentlichen Zugpferd schlichtweg, am 05.Mai 2019 in Emmerich unmittelbar an der niederländischen Grenze werden fünf Teams weniger am Start sein als im Vorjahr (16 statt 21). Auch in Wendelstein (Bayern) wird die Resonanz diesmal geringer sein. Für die bislang traditionellen Qualifikationsveranstaltungen in Bad Soden, Berlin und in der Pfalz gibt es noch nicht einmal DAMM-Termine, die bisher zehn bekannt gewordenen nachfolgend:
27.April Allendorf, 05.Mai Emmerich, 17.Mai Verden, 18.Mai Kirchzarten, 19.Mai Neukieritzsch, 25.Mai Wendelstein, 30.Mai Hamburg, 30.Mai Piesbach, 22.Juni Murr, 26. Juni Gröbenzell.

"Formel Froböse": Tee ist weit mehr als lediglich ein Heißgetränk

(Köln/Krefeld, 11. April 2019) Abwarten und Tee trinken. Was woll’n uns diese Worte sagen? Erst einmal die Ruhe zu bewahren, bevor eine wie auch immer beschaffene Entscheidung fällt oder von einem selber gefällt werden muss. Damit haben gerade die Insulaner aus Großbritannien bei ihrem unsäglichen Gezerre um den Brexit besonders großen Bedarf, werden wahrscheinlich literweise dieses beruhigende Heißgetränk nicht nur zur „Tea time“ oder den „Five o’clock Tea“ konsumieren. Aber bereits vorher lagen sie mit dem jährlichen Pro-Kopf-Konsum hinter der Türkei und Irland an dritter Stelle. Vorn sehen sie sich sogar in ihrer grenzenlosen Bescheidenheit darin, Mitte des 17.Jahrhunderts als Generalimporteur den Schwarztee aus China nach Europa (= England) gebracht zu haben. Da war wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedankens. Das waren schon 1610 holländische Soldaten, die auf dem damals noch mindestens sechs Monate dauernden Seeweg Grüntee aus Japan und Schwarztee aus China in ihre Heimat einführten, von wo aus 1644 die ersten 100 Pfund Tee nach England geliefert worden sind..
Keine Bange, das soll jetzt keine entartete Tee-Kunst werden, hat jedoch im knapp gehaltenen weiteren Verlauf schon damit zu tun. Denn auch Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, mit der Rubrik „Sportsch(l)au“ unser gelegentlicher Gastautor, nahm sich im Zusammenwirken mit einem namhaften Unternehmen der Branche den fast schon mystisch zu nennenden Kräften an. Dazu wurden sechs verschiedene ganzheitliche Tee-Kompositionen aus Kräutern und Pflanzen nach der „Formel Froböse“ entwickelt. Mehr dazu unter diesem Link.

Ganz neue Züge bei Entdeckerin der Langsamkeit Sandy Pashkin

(Eugene/Krefeld, 12. April 2019) Was ist bloß mit der von LAMPIS zertifizierten Entdeckerin der Langsamkeit los? Ja, genau, selbstverständlich gemeint ist die WMA-Statistikerin Sandy Pashkin (im Bild) aus Eugene/Oregon in den USA. Normalerweise benötigt sie Wochen und Monate, um den Weltrekorden der Masters durch entsprechende Veröffentlichung die verdiente, für jedermann (Frau auch) sichtbare Anerkennung zu zollen. Ohne es jetzt auf Vollständigkeit überprüft zu haben, sind jedenfalls bei der stichprobenhaften Sichtung die bei der letzten Hallen-WM mit Winterwurf im März 2019 in Torun (Polen) aufgestellten globalen Bestmarken bereits auf der Netzseite der World Masters Athletics (WMA) aktenkundig gemacht worden. Das ist für die Vertreterin aus „America first“ selber schon absolut rekordverdächtig, nahezu unfassbar. Eine gar wundersame Wandlung.

Mindestens ein Relikt aus der Vergangenheit gibt es noch

Aber mindestens ein Relikt aus der Vergangenheit haben wir dann doch noch beim Stöbern eher zufällig aufgespürt. Erst hat es geschlagene neun Monate gedauert, ehe der vielseitige Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen mit seinen 8.123 Punkten im Zehnkampf der M60 von Juni 2014 in Stendal den längst verdienten Eintrag in die Weltrekordliste gefunden hat. Als Equivalent für diese Unbill lässt die Lady aus dem „Trump-Land“ der seither unbegrenzten Unmöglichkeiten Ritte da nun unverdrossen stehen, obwohl der nicht mehr im Besitz dieser Höchstmarke ist. Denn die hält bereits seit Juni 2018 der Südtiroler Hubert Indra (*1957) aus Lana bei Meran, der sie bei den Italienischen Mehrkampf-Meisterschaften in Arezzo auf 8.202 Punkte steigerte (siehe Link).
Aber offenbar sind nicht alle Veranstalter dermaßen hartnäckig wie die Stendaler, die mit nimmermüdem Einsatz gebetsmühlenartig darauf gedrängt haben, dass Pushkin doch irgendwann in die oder aus den Schluffen kam.

Zwei empfehlenswerte Fundgruben bei Online-Dienstleistungen

(Bad Vöslau/Krefeld, 10. April 2019) Nun gehören wir bekanntermaßen wegen des geordneten Durcheinanders bei den Senioren*innen – äußerst wohlwollend formuliert nicht gerade zu den glühenden Werbebotschaftern des Softwareanbieters SELTEC aus Bad Vöslau in Österreich. Aber für die vielen Freunde der Statistik ist deren Netzseite www.laportal.net mit den genannten Einschränkungen eine wahre Fundgrube für den Online-Ergebnisdienst von Leichtathletik-Veranstaltungen aller Art.
Da ist häufig bereits hinterlegt, was bei den mitunter ausgesprochen trägen Internet-Auftritten der gastgebenden Klubs (noch) nicht zu finden ist. Weiterhin empfehlenswert deren „Ableger“ www.lanet2.de mit den Ausschreibungen und Meldeschlusszeiten kommender Meetings quer durch die Republik.