Unglückselige Terminkollission in einer Entfernung von 47 Kilometern

(Süchteln/Kevelaer/Krefeld, 15. Juni 2019) Vorausgeschickt: Es allen recht zu machen, ist eine Kunst die keiner kann. Ärgerlich ist sie allemal, die Terminkollision im selben Landesverband in einer Entfernung von exakt 47 Kilometern. Das auch bei Senioren/innen beliebte, bereits zum 106. Mal ausgetragene stark frequentierte Süchtelner Bergfest im Sportpark Süchtelner Höhen und die Offenen Nordrhein-Senioren-Meisterschaften im Hülsparkstadion in Kevelaer fallen zeitlich am 30.Juni 2019 zusammen. Um sich nicht gegenseitig die potenziellen Teilnehmer abspenstig zu machen, hat der veranstaltende ASV Süchteln just wegen dieser unglückseligen Überschneidung in diesem Jahr bewusst darauf verzichtet, Seniorenwertungen auszuschreiben.

Per Saldo eine gute Startgelegenheit genommen

Das mag zwar sehr umsichtig und rücksichtvoll sein, ändert freilich nichts an der Tatsache, dass sich unter den aktiven Senioren-Leichtathleten nach einer vor Jahren vom DLV durchgeführten Erhebung oftmals in ihren Vereinen Trainer, Übungsleiter, Betreuer und „Mädchen für alles“ bis hin zum Fahrdienst befinden. Die werden nun in eine Zwickmühle manövriert, müssen sich für eines von beiden entscheiden. Ob es trotz aller Zwänge keine andere Möglichkeit gegeben hätte, sei einmal dahin gestellt. Sei’s drum und jetzt nicht mehr zu ändern. Bitter bleibt es für die unmittelbar Betroffenen dennoch. Aber auch für alle anderen der Ü30-Generation vom Niederrhein, denen beim ohnehin stetig abnehmenden Wettkampf-Angebot per Saldo eine gute Startgelegenheit genommen wird.

EuGH-Urteil: Ausländerstartrecht für EU-Bürger weiter in der Schwebe

(Luxembourg City/Darmstadt/Krefeld, 14. Juni 2019) Wer gehofft hatte, dass das gestrige Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) in Luxembourg City in Sachen des italienischstämmigen Sprinters Daniel Biffi von TopFit Berlin gegen den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt (wir berichteten mehrfach) so oder so präjudizierenden Charakter habe, sieht sich ge- und enttäuscht. In letzter Konsequenz wird Ping-Pong gespielt und das Verfahren an das Amtsgericht Darmstadt zurück verwiesen. Weder hier noch da ein Grund, die Sektkorken knallen zu lassen. Es geht fast alles wieder auf Anfang. Und das kann dauern. Es ist jedenfalls bei seinem Imponiergehabe nicht anzunehmen, dass der DLV aus dem vom EuGh zumindest festgestellten Diskreminierungsverbot für EU-Bürger mit Lebensmittelpunkt in Deutschland und deutschem Verein vorzeitige Schlüsse ziehen wird. Andererseits besteht für eine grobe Tatsachenverdrehung auf seiner Netzseite folglich nicht der geringste Anlass.

Eine verständliche Übersetzung ausdrücklich erwünscht

Dabei wird in 68 Absätzen der Urteilsbegründung auf Seite 14 in zwölf Zeilen in Fettschrift in gedrechseltem, für juristische Laien unverständlichem „Fachchinesisch“ ein Resümee gezogen. Es handelt sich um einen bis zur Unverständlichkeit verstümmelten Schachtelsatz mit neun Kommas. Das schafft nicht mal ein Sprachgenie beim Diktat in Zeile zwölf noch zu wissen, was es in der sechsten ausgesagt hat. Es gibt am Ende tatsächlich einen Punkt. Eine Satzaussage vermochte ich dennoch nicht zu erkennen. Bei meinem von dritter Seite attestierten Sprachverständnis, Sprachempfinden und Sprachgefühl ist das was folgt lupenreines Kauderwelsch. Bilde sich jedoch jeder seine eigene Meinung. Verständliche, für jedermann nachvollziehbare Übersetzungen ausdrücklich erwünscht.
Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof für Recht erkannt:
Die Art. 18, 21 und 165 AEUV sind dahin auszulegen, dass sie der Regelung eines nationalen Sportverbands wie der im Ausgangsverfahren fraglichen entgegenstehen, wonach ein Unionsbürger, der Staatsangehöriger eines anderen Mitgliedstaats und seit vielen Jahren in dem Mitgliedstaat ansässig ist, in dem der Verband seinen Sitz hat und er als Amateur in der Kategorie der Senioren den Laufsport ausübt, nicht wie Staatsangehörige des Mitgliedstaats in dieser Disziplin an nationalen Meisterschaften oder nur „außer Wertung“ bzw. „ohne Wertung“ teilnehmen kann, ohne Zugang zum Endlauf zu haben und ohne den nationalen Meisterschaftstitel erlangen zu können, es sei denn, diese Regelung ist durch objektive Erwägungen gerechtfertigt, die in einem angemessenen Verhältnis zu einem legitimerweise verfolgten Zweck stehen, was zu prüfen Sache des vorlegenden Gerichts ist.“

"Gemischte Raubtiergruppe" geht beim Neustädter Kugel-Cup in den Ring

(Neustädt/Eisenach/Krefeld, 12. Juni 2019) Klappern gehört zum Handwerk. Und nicht nur da. Die Werbetrommel will überall gerührt werden, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Der Devise wird DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf vom Eisenacher LV vollauf gerecht, der am Samstag mit der dritten Auflage des Neustädter Kugel-Cups in den Ring geht. Erstmals als offiziell angemeldetem, mithin Bestenlisten-reifen Wettbewerb, nachdem sich im Vorjahr Kugelstoß-Gigant Andy Dittmar (*1974) aus dem nahen Gotha seine eigentliche Jahresbestweite von 18,80m (18,39m gingen letztlich in die Annalen ein) sauer kochen konnte/musste. „Da hat einfach alles gepasst“, erinnert sich Big-Andy. Er sollte auch diesmal eigentlich die Galionsfigur dieses in der Region bereits viel beachteten Meetings mit Wohlfühl-Atmosphäre und Volksfestcharakter sein. Doch eine Entzündung im rechten Handgelenk lässt seinen Start äußerst fraglich erscheinen.

Andy Dittmar zumindest als Zaungast und Autogrammschreiber vor Ort

Der in Thüringen sehr populäre 1,96m große 140-Kilo-Koloss wird jedoch als Zaungast und Autogrammschreiber in jedem Fall vor Ort sein. Mit ihm als herausragendem Protagonisten, im Bestzustand womöglich auf der Jagd nach dem 30 (!) Jahre alten deutschen M45-Rekord (18,17m) von Klaus Liedtke (*1941) aus Lünen in Westfalen, wäre es natürlich das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Aber auch so hat Wendorf (im Bild) ein mit mehrfachen Senioren-Welt- und Europameistern sowie nationalen Titelträgern nur so gespicktes, illustres von Hand verlesenes Feld  einer „gemischten Raubtiergruppe“ von zwei Frauen und sechs Männern zusammen bekommen. „Die Veranstaltung ist in dieser Mischform einzigartig in Deutschland, soll das technisch anspruchsvolle Kugelstoßen einer breiteren Öffentlichkeit nähergebracht und im besten Falle Interesse dafür geweckt werden“, äußerte sich der Wirtschaftsjurist im Gespräch mit LAMPIS. Dazu dürfen die Hans Mustermann und Lieschen Müller einen Tag später unter fachgerechter Anleitung der Asse selber ans entsprechend schwere Gerät.
Teilnehmer/innen: Jana Müller-Schmidt (*W55) SG Osterholz LA, Carmen Hildebrandt (W50) Ohrdurfer LV; Dominik Lewin (M35) LV 90 Erzgebirge, Christoph Bischlager (M35) LG Stadtwerke München, Niels Depner (M45), Markus Kuhlmann (M45), beide SuS 09 Dinslaken, Markus Follmann (M45) LT DSHS Köln, Andreas Deuschle (M50) TG Nürtingen.
Programm-Ablauf am Samstag: 10 bis 17 Uhr Sportartikel-Flohmarkt; 15 Uhr Eröffnung durch Bürgermeisterin Sylvia Hartung und Heiko Wendorf; 15.10 Uhr 3. Neustädter Kugel-Cup; 16.15 Uhr Zuschauer-Cup; 17.15 Uhr Ultra-Steinstoßen zugunsten des Mitteldeutschen Kinderhospiz‘; 18 Uhr Siegerehrung; 18.30 Uhr gemütliches Beisammensein mit den Sportlern bei Spanferkelessen und „Gerstenkaltschale“; Sonntag: 10 Uhr Frühschoppen; 10.30 Uhr Schlagballwerfen für Kinder; 12 Uhr Kugelstoßen für Jedermann/-frau.

Veröffentlichte DAMM-Rangliste des DLV strotzt nur so von Fehlern

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 13. Juni 2019)
Schön, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) sich in seinem Darmstädter Wolkenkuckucksheim endlich seiner Informationspflicht erinnert und nicht mehr allzu lange bis zum Qualifikationsschluss (07.Juli) endlich mit einer DAMM-Rangliste aus der Deckung kommt. Was sich da allerdings dem interessierten und einigermaßen informierten Betrachter offenbart, kann nur Kopfschütteln bis hin zum Schleudertrauma hervorrufen. Unser Gastautor und ausgewiesener DAMM-Experte Dieter Krumm schaute einmal genauer hin. Ohne jetzt ins Detail zu gehen, entdeckte er sage und schreibe14 (in Worten: vierzehn) sachliche Fehler. Darunter als Krönung der einzigartigen Schlampigkeit gleich in der Kopfleiste den falschen Final-Termin (22. anstatt 21.September) und eine fehlende Listung von 18 der bislang 84 Mannschaften, die sich bis zum veröffentlichten Stand 04.Juni 2019 an diesem Wettbewerb beteiligt haben.

Fehlerprotokoll als Arbeitspapier für die oder nach der NATO-Pause

Dieter Krumm, wie viele dem Dachverband in inniger Abneigung verbunden, schickte dennoch in seiner außerordentlichen Güte vorgestern um 18.31 Uhr der DLV-Wettkampforganisation, namentlich Manfred Mamontow und in Kopie DLV-Präsident Jürgen Kessing, das Fehlerprotokoll via E-Mail zu. Mal sehen, was sie gestern Morgen bei oder nach der ausgiebigen NATO-Pause (steht für verschärftes, lang anhaltendes Frühstück mit vorgeschobenem Dienstcharakter) daraus gemacht haben. Orangensaft dürfte in diesem „Saftladen“ mit einem Wasserkopf von rund 45 hauptamtlichen Mitarbeitern sicherlich auch verfügbar sein.
Unseren bei der DAMM involvierten und auch sonst daran teilhabenden Lesern bleibt zu empfehlen, die DLV-Rangliste getrost zu vergessen und auf unser verlinktes Werk zuzugreifen. Selbstverständlich wird nach den nächsten Durchgängen (siehe Fenster Veranstaltungen) eine zeitnahe Aktualisierung erfolgen.
Denn bei uns wird Service nicht nur wegen der Rechtschreibung am Wortanfang groß geschrieben.

DAMM trotzt Totengräber-Mentalität und Kaputtreformiererei des DLV

(Darmstadt/Lingen/Krefeld, 11. Juni 2019) Greifen wir mal ganz tief in die Nostalgiekiste, stellen indes einen aktuellen Bezug her. Masters-Sport, die dereinst von Annette und Robert Koop in Lingen an der Ems betriebene Mutter aller deutschen Netzseiten in der Senioren-Leichtathletik, berichtete vor acht (!) Jahren: „Die zentralen Veränderungen finden sich in diesem Auszug aus dem DLV-Arbeitspapier, für das die DLV-Funktionäre Frank O.Hamm und Manfred Mamantow verantwortlich zeichnen, und das masters-sport inzwischen vorliegt.“ Darin ist unter anderem von einer Abschaffung der Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) die offenkundig nicht geheim zu haltende Rede. Schon peinlich genug. Darüber ist freilich viel Gras gewachsen.

Traditioneller Team-Wettbewerb erfreut sich ungebrochener Beliebtheit

Nicht jedoch über die DAMM. Da ist es trotz aller Totengräber-Mentalität und der versuchten Kaputt-Reformiererei mit Joker, Streichergebnis, Punktewertung nach Platzierung und Direkt-Qualifikation der beiden Erstplatzierten des Vorjahres dank geharnischter Proteste der Basis nicht gelungen, sie vom Meisterschaftskalender zu verbannen. Bei der Ü30-Generation erfreut sich dieser Team-Wettbewerb, übrigens einstmals Keimzelle der leichtathletischen Senioren-Bewegung hier zu Lande, ungebrochener Beliebtheit. Nicht zuletzt in den längst nicht mehr neuen Bundesländern, die bald 30-Jähriges feiern.

Eine Marktlücke tut sich in der W60 mit vakantem Finalplatz auf

Bislang haben sich 84 Vereine/Startgemeinschaft an diesem den Gemeinschaftsgedanken fördernden traditionsreichen Wettbewerb beteiligt (siehe Rangliste). Und voraussichtlich noch mindestens sieben Teams werden in Murr (15.Juni) und Gröbenzell (26.Juni) hinzukommen und damit das zahlenmäßige Niveau aus dem Vorjahr (92) nahezu erreichen. Bei den weiteren Terminen in Troisdorf (15.Juni) und Lage (26.Juni) geht es um Verbesserungsvorhaben bereits gelisteter Mannschaften.
Sei für Kurzentschlossene auf eine Marktlücke in der W60 hingewiesen. Da ist noch ein Finalplatz für die Team-DM Senioren/innen am 21.September 2019 im Dantestadion in München vakant. Sportlich gesehen preiswerter ist an das begehrte Ticket in die
Weltstadt mit Herz" in Kombination mit einem Oktoberfest-Besuch nicht zu kommen.