Premiere der Österreichischen Hallen-Masters war ein voller Erfolg

(Linz/Apeldoorn/Düsseldorf/Hamburg/Krefeld, 10. Februar 2020) Ehe wir uns aus der nicht verlässlichen Fernsicht, dazu pur an Hand der Online-Ergebnisliste, etwas von den 1.Österreichischen Hallen-Masters mit Winterwurf und internationalem Beiwerk aus letztlich sieben Nationen gestern in Linz zusammenreimen, zitieren wir in einem Kurzresümee den Zeit- und Augenzeugen Gottfried Gassenbauer (*1958) aus Wien: „Die Premiere gibt jeden Grund zur Freude. Eine wunderschöne, harmonische Veranstaltung, gemeinsam mit der U18 und U20 in der herrlichen TipsArena. Vielen Senioren/innen bekannt als Schauplatz der Ü35-WM 2006. Prima zusammengestellte Starterfelder, ansprechende Leistungen, tolle Stimmung. Rundum nur zufriedene Gesichter – gleich ob Sportler, Kampfrichter oder Organisatoren. Das Pilotprojekt darf als erfolgreich bezeichnet werden. Gerne 2021 wieder mit allenfalls minimalen Änderungen.“

Grippalen Infekt beim Baden mit Seekühen zugezogen

Das persönliche Fazit vom temperamentvollen, geselligen und beliebten „Alpen-Vulkan“ fällt unter den gegebenen Vorzeichen gleichermaßen positiv aus. Bei unserer Vorschau mit der Prognose, dass der 61-jährige Hammerwerfer stets in der Lage sei zwischen 52 und 55 Meter abzurufen, war uns nicht bekannt, dass er vorher aufgrund eines grippalen Infekts zwangspausieren musste. Den hatte er sich bei seinem Trainingsaufenthalt in Florida beim Baden mit Seekühen („Ein tolles Erlebnis“) zugezogen. Davor hatte er bei Wettkämpfen am 18.Januar in Gainsville und zwei Tage später in Sarasota 56,64 respektive 54,32m erzielt. Diesmal warf er 52,51m – und war zufrieden. Völlig losgelöst davon, dass er selbst in der klassenübergreifenden All-Start-Wertung einen Vorsprung von 8,74 Meter auf den Zweitplatzierten hatte. Halt eine Klasse für sich in seiner Heimat, der mehrfache Senioren-Europa- und –Weltmeister.  

Marianne Maier bei ÖLV-Gala mit geplatzter Lippe beim Busserln gehandikapt

Derweil musste mit Marianne Maier (*1942) vom TS Höchst in Vorarlberg eine weitere Preziose der alpenländischen Ü35-Szene gänzlich passen. Die „Maierin“ war auf dem Weg zum Training mit dem Fahrrad auf einer Eisplatte ausgerutscht, verletzte sich an Knie und Schulter, zog sich zudem eine Platzwunde an der Lippe zu. Das wird sie allenfalls am Busserln hindern, nicht jedoch an der Teilnahme heute Abend bei der feierlichen ÖLV-Gala im Wiener Grand Hotel. Dort werden ihr und Gassenbauer die Awards für die besten österreichischen Masters des Jahres 2019 verliehen (siehe Beitrag vom Wahlergebnis). Dagegen nimmt sich die lieb- und würdelose Handhabung des DLV bei seinen Auserkorenen geradezu erbärmlich aus. Eingedenk der verbandsseitigen Geringschätzung, messen wir dem folgerichtig ebenfalls keine Bedeutung bei.

Drei weitere Ereignisse um Titelehren

Ansonsten hatten wir am vergangenen Wochenende unter dem schützenden Hallendach noch die NK Masters in Apeldoorn/NL, die Regio-Meisterschaften in Düsseldorf und die gemeinsamen Titelkämpfe von Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Hamburg. Da wir auch stets ein bisschen Lesestoff mit ein paar interessanten Aspekten bieten wollen, überlassen wird es statt einem Börsenbericht gleich dem sach- und fachkundigen Betrachter, seine Präferenzen in den Ergebnislisten selber zu setzen. Die jeweiligen Verlinkungen befinden sich am Fuß des heutigen Beitrags im Fenster Nachrichten.

Kugelstoßerin Melissa Boekelman beim Saisoneinstand prächtig in Form

(Sittard/Erfurt/Krefeld, 27. Januar 2020) Einmal mehr glänzend besetzt war gestern der Internationale Indoor Werpwedstrijd im niederländischen Sittard mit 62 Teilnehmern aus dem Gastgeberland, Belgien, Luxemburg, Italien, der Schweiz und Deutschland. Endsprechend hochklassig waren zumindest die meisten Siegerleistungen in den beiden angebotenen Wettbewerben Kugelstoßen und Gewichtwerfen.
Nicht allein aus Gründen der Höflichkeit lassen wir dem angeblich schwächeren Geschlecht den Vortritt. Die sich auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereitende Melissa Boekelman (im Bild) präsentierte sich bei ihrem Saisoneinstand unter dem Hallendach in prächtiger Frühform. Das 30-jährige Meisje verfehlte ihre vorjährige sommerliche Bestleistung von 17,70m im Kugelstoßen mit 17,55m lediglich um 15 Zentimeter.

Frührere Swiss-Masters-Präsident Pino Pilotto reiste aus Luzern an

Die gelegentliche DLV-Öffentlichkeitsarbeiterin Senioren, ZDF-Sportredakteurin und Wurf-Allrounderin
Bettina Schardt (*1972) von MTG Mannheim hatte weder Kosten noch Mühen gescheut, um im Gewichtwurf sechsmal ein Stück Eisen an der Kette wegzuwerfen. Die „Mainzelfrau“ belegte in der klassenübergreifenden All-Star-Wertung mit 13,34m den vierten Platz. Ob es sich über die Begegnung hinaus auch von der Weite gelohnt hat, vermögen wir nicht zu beurteilen. Denn die in der Leichtathletik-Datenbank geführte Bestleistung von 20,26m vom 24.Februar 2019 in Mutterstadt dürfte dem Bereich von Märchen und Sagen entsprungen sein. Das wäre nebenbei bemerkt 3,98m über dem aktuell gelisteten, fast zwölf Jahre alten Weltrekord der W45 von 16,28m. Noch Fragen?
Aber es gab auch noch weitere Anfahrtswege. Der frühere Swiss-Masters-Präsident Pino Pilotto (*1952) aus Luzern war zusammen mit seinem italienischen Sportfreund Lorenzo Locati (*1956) angereist. Das sind mal eben schlappe 640 Kilometer, einfache Fahrt, mit dem PKW. Mag natürlich sein, dass sie über den Flughafen Maastricht eingeschwebt sind. Die Frage der Kosten-Nutzen-Rechnung stellt sich bei der vermeintlich herrlichsten Nebensache der Welt ohnehin nicht. Ein bisschen positiv bekloppt muss man(n)/frau schon sein. – Alle Resultate unter diesem Link.

Meist sehr übersichtliche Felder bis hin zum Alleinstellungsmerkmal

Tag zwei der Thüringer Landesmeisterschaften in der Steigerwaldhalle von Erfurt war am gestrigen Sonntag den Senioren/innen vorbehalten. Kugelstoß-Ikone Andy Dittmar (*1974) hatte, wie bereits berichtet, am Vortag mit 17,86m als Titelgewinner bei den Männern ordentlich auf- und zugeschlagen. Trotz etlicher Gaststarter waren die Felder im veranstaltungsfreudigsten, aber einwohnermäßig eher kleineren Bundesland dem angemessen durchweg sehr übersichtlich besetzt. Das schloss ordentliche Zeiten, Höhen und Weiten indes nicht aus. Für bekennende Freunde der Statistik geht es mit der nachfolgenden Verlinkung zur Ergebnisliste, in der für die Senioren/innen weit nach unten gescrollt werden muss.

Bereinigte DAMM-Rangliste 2019 nach teilnehmenden Teams

(München/Krefeld, 20. September 2019)

Heutiger Kenntnisstand

Senioren

M30: 1. LAC Lübeck 9.137, 2. LG Stadtwerke München 9.044, 3. StG Saarmasters 8.923, 4. StG Saale-Express 8.889, 5. LG Kindelsberg-Kreuztal 8.820, 6. StG Nutrixxion Masters 8.768.
M40: 1. LG Kindelsberg-Kreuztal 9.560, 2. StG Planeta-Elbland I 9.280, 3. LG Stadtwerke München 9.199, 4. StG Ostwestfalen-Lippe
  9.132, 5. StG Südbaden 9.066.
M50: 1. LAC Essingen  9.991, 2. LG Kindelsberg-Kreuztal I 9.714, 3. StG Markkleeberg-DHfK-TSC Leipzig 9.530, 4. LG Eder 9.409.
M60: 1. StG Hünxe-Bedburg-Duisburg 7.627, 2. StG Werther/Brackwede/Kirchlinde 7.187, 3. LG Kreis Verden 6.845, 4. StG Saarmasters 6.845, 5. TV Hechtsheim 6.832, 6. LAG Obere Murg 6.676.
M70: 1. StG Hünxe-Bedburg-Duisburg 7.103, 2. StG Team Stormarn 7.078, 3. LAC Quelle Fürth 6.916, 4. LG BEC 6.910, 5. StG Hamburger Jungs 6.817.
 
Seniorinnen

W30: 1. StG Nutrixxion Masters 7.178, 2.Hamburger Sportverein 6.871, 3. StG Brinkum-Barßel-Friedrichsfehn 6.586 Punkte, 4. StG Regio Aachen 6.482, 5. TSV Friedberg 6.327, 6. LG Bamberg 6.107.
W40: 1. TSV 1850/09 Korbach 6.158, 2. LG Neiße 6.025, 3. TSV Bayer 04 Leverkusen 6.015, 4. StG Mittel-Unterfranken 5.957, 5. StG SF Neukieritzsch 5.823, 6. HNT Hamburg 5.759.
W50: 1. StG SF Neukieritzsch 5.619, 2. LG Kreis Verden 5.415, 3. StG LAC Quelle / SWC Regensburg 5.390, 4. StG Markkleeberg-Torgau-Taucha 5.205, 5. StG Breisgau Team 5.065.
W60:1. LG Neiße 5.488, 2. Düsseldorfer Turnverein 5.475, 3. StG Hamburg-Harburg 5.310, 4. StG Baden-Baden/Gazelle Pforzheim 5.049.

Vorzeige-Senior Andy Dittmar mit 53. Landestitel bei den Männern

(Erfurt/Fürth/Sindelfingen/Minsk/Krefeld, 26. Januar 2020) Es war/ist ordentlich was los an diesem Wochenende unterm Hallendach. So haben wir es schon vor drei Tagen in unserer Vorschau über die Mutter aller Senioren-Sportfeste in Fürth beschrieben. Das alles zu recherchieren, filtern und darüber zu berichten, ohne dass es in epische Breite ausartet, ist schlicht für einen Alleinunterhalter nicht zu leisten. Deshalb beschränken wir uns im Wesentlichen aufs Rosinenpicken und geben ansonsten nach Art eines Mitanbieters den Verlinkungs-Michel mit Hinweis auf die jeweiligen Online-Ergebnislisten.
Vorzeige-Senior Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha feierte gestern bei den Thüringer Landesmeisterschaften in vom wirklichen Wohnsitz recht nahen
„sportlichen Wohnzimmer“ der Leichtathletik-Halle am Steigerwaldstadion in Erfurt als Muster der Beständigkeit und Überlegenheit seinen 53.Titel im Kugelstoßen der Männer (die Wettbewerbe der Senioren/innen sind heute). Freiluft mitgerechnet. Sonst würde die Rechnung nicht aufgehen. Der 45-jährige Quasi-Lokalmatador tat dies mit der ihm eigenen Konstanz, einem Riesenvorsprung (3,81m) auf den Zweitplatzierten und einer neuen Saisonbestleistung von 17,86m. Die bisherige von vor zwei Wochen (17,65m) im selben Ring egalisierte er in einer stabilen Serie fünf gültiger Versuche (das wiederum ist keine Selbstverständlichkeit bei ihm) einmal und übertraf sie zweimal (noch 17,71m).

Ulrich Grönhardt der „Mann des Tages“
 
Als „Mann des Tages“ rief Fachmann Dieter Krumm beim 31. Senioren-Sportfest vom LAC Quelle Fürth seinen Klubkameraden Ulrich Grönhardt (*1945) aus, der in 2:40,73 Minuten über 800 Meter in der M75 auch international betrachtet eine höchst bemerkenswerte Zeit erzielte. Für alles Weitere präsentierte sich die mit der heißen Nadel gestrickte Ergebnisliste leider ebenfalls traditionell in einem krausen, unzumutbaren Durcheinander. Das trifft auch im handelsüblichen SELTEC-Wildwuchs auf die Resultate der Baden-Württembergischen Senioren-Meisterschaften im Sindelfinger Glaspalast zu.
Gerne hätten wir auch über einige Spitzenleistungen bei den 4.Offenen Weißrussischen Senioren-Hallenmeisterschaften in Minsk berichtet und die Ergebnisliste verlinkt. Die präsentiert sich allerdings in kyrillischer Schrift, der ich nicht mächtig bin. Aber vorsorglich für ganz Ausgeschlafene die Internet-Adresse http://bfla.eu/.

Norbert Demmel mit Top-Werten herausragender deutscher Werfer

(Jeselo, Eraclea, Caorle/Krefeld, 16. September 2019) Nicht etwa, weil wir kein digitales Wochenblatt oder Monatsmagazin sind, wollen wir die eigene Glaubwürdigkeit als Online-Medium nicht konterkarieren. Der angedachte Nachdreher von den organisatorischen Chaostagen der seit gestern endlich der Historie angehörenden Senioren-Europameisterschaft an den drei oben genannten exorbitant dezentralen Schauplätzen der norditalienischen Adria, die unter dem Etikettenschwindel Venedig firmierte, aber rein gar nichts mit der Lagunenstadt zu tun hatte, muss schweren Herzens gekippt werden. Die weiterhin anhaltende schmerzhafte Nervenentzündung in der Lendenwirbelsäule lässt die nun einmal erforderliche sitzende Tätigkeit am Notebook oder PC schlechterdings nicht zu. Spätestens nach 30 Minuten ist Ende im Gelände. Das nur zum besseren Verständnis vorweg.

Titel im Speerwurf quasi abgeschenkt

Dennoch wollen wir durch die Werferbrille gesehen wenigstens den nicht nur aus verklärter deutscher Sicht gleich hinter dem fünfmal angetretenen und ebenso oft erfolgreichen norwegischen Urgestein Arild Busterud (*1948/M70) herausragenden Protagonisten dieser Zunft würdigen. Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963/M55) vom TSV Unterhaching hatte für die gesamte Palette der fünf Einzel-Disziplinen und als aktueller Weltrekord-Inhaber der M50 und 55 natürlich für den Wurf-Fünfkampf gemeldet. Speer und Hammer ließ er aus, hätte da im Nachhinein betrachtet wohl auch durch den von seinem hammerwerfenden Landsmann Rüdiger Möhring mit 52,95m gewonnenen Wettbewerb keine ernsthafte Medaillenchance gehabt. Mit seiner Speerwurfleistung von 51,33m innerhalb des Mehrkampfes schon. Denn der Titel war bereits mit eher dürftigen 47,86m zu haben, und den hat er quasi abgeschenkt.

Zwei Titel, zweimal Gold mit hochkarätigen Weiten

Beim großen Rest sammelte der Münchner Modell-Athlet mit hochkarätigen Weiten Titel und Medaillen: Jeweils Silber mit der Kugel (15,56m) und im Gewichtwurf (18,67m), hoch überlegen mit gewaltigem Vorsprung von 7,95m Erster im Diskuswurf und gestern zu guter Letzt in Caorle die Vielseitigkeitskonkurrenz mit einer Machdemonstration von 4.808 Punkten (Hammer 46,53, Kugel 14,44, Diskus 51,61, Speer 51,33m). Bereits der Zweitplatzierte folgte mit einem respektvollen Abstand von 853 Zählern. Geben wir noch stellvertretend für alle Wettbewerbe dem aus der Abteilung Sporttourismus kommenden italienischen Schlusslicht (Name tut nichts zur Sache) die Ehre. Dem fielen die Geräte bei seinen 1.128 Punkten fast auf die Füße, den Hammer vermochte er mit drei ungültigen Versuchen überhaupt nicht durch den Ausgang der Schutzvorrichtung zu bugsieren.

Mit dem Radl vom Hotel zum Stadion

Noch eine kleine Begebenheit am Rande. Demmel hatte sein Domizil in der Nähe von Caorle bestens gewählt, kam zur Erheiterung so mancher Teilnehmer/innen jeweils mit dem Klapprad zum Stadion. „Ein Bild für die Götter", wie uns Diskuswerfer Christian Welke (ebenfalls M55) aus Rheinstetten als Zeit- und Augenzeuge berichtete. Nur zum Kugelstoßen im 40 Kilometer entfernten Jeselo musste der 56-jährige Bajuware der Not gehorchend zur Geräteabnahme am Tag zuvor sowie zum Wettkampf zweimal in seinem PKW die anti-ökologische und –ökonomische Keule schwingen. Diese EM war unter dem dicken Strich einfach ein Graus (siehe Vorspann). Die Haupt- und Nebendarsteller selbstverständlich ausdrücklich ausgenommen. Alles Weitere überantworten wir der Ergebnisliste mit der Auswahl nach eigenem Gusto.