MESZ: Die Uhren, nicht die Zeit, "ticken" ab kommende Nacht anders...

(Krefeld und Mitteleuropa, 28. März 2020) Es ähnelt wiederkehrend dem „Dinner for one“ zum 90. Geburtstag von Miss Sophie und ihrem Butler James. „The same procedure as last year, Miss Sophie?” (Der gleiche Ablauf wie im vergangenen Jahr). Ja, genau, an diesem letzten Samstag im März werden zur Nacht auf den Sonntag die Uhren, nicht die Zeit (die bleibt so, wie sie ist), von zwei auf drei Uhr auf die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) vorgestellt. Über den Sinn und Unsinn dieser Maßnahme ist schon bis in höchste Kreise der Europäischen Union (EU) diskutiert worden. Das wollen wir nach Art des Rindviechs (das freilich auch betroffen ist) nicht alles wiederkäuen.
Einigkeit besteht längst darüber, einen Salto rückwärts von diesem zweimaligen hin und her pro anno vollziehen zu wollen. Nur hat sich die EU bislang nicht auf die ach so wichtigen Richtlinien für das Ende der „Zeitumstellung“ einigen können. Die machen eben aus allem eine Wissenschaft. Die neue Präsidentin der EU-Kommission und Massenmutter Ursula von der Leyen sollte mal mit Schmackes auf den Verhandlungstisch hauen. Als ehemalige deutsche Verteidigungsministerin sollte sie das können. Bis dahin manipulieren wir alle miteinander weiterhin an privaten und öffentlichen Uhren herum.

...und vorher gibt’s die „Earth Hour“

Allerdings wird es seit 2017 vorher noch eine andere Aktion geben. Die so genannte „Earth Hour“ für einen lebendigen Planeten. Da werden zur weltweit selben Zeit von 20.30 bis 21.30 Uhr an allen öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen für eine Stunde als Zeichen für den Klima- und Umweltschutz alle unnötigen, verzichtbaren Lichtquellen ausgeschaltet. Beispeilsweise am Brandenburger Tor, dem bundesdeutschen Wahrzeichen und darüber hinaus schlichtweg. Wer sich berufen fühlt, kann das selbstverständlich auch in den eigenen vier Wänden praktizieren. Der Information halber sollten Fernsehen oder Radio vorsorglich an bleiben. Obwohl die in Zeiten der Corona-Krise nicht gerade der pure Quell der Freude und Aufheiterung sind.

DM verschoben: Lampis abermals Leit- und Leidmedium des DLV

Darmstadt/Krefeld, 27. März 2020) Mitunter muss in der kargen Nachrichtenlage auf dem originären Sektor ein wenig nachgeholfen werden, um eine neue Meldung zu provozieren und produzieren. Wenngleich das nicht unser Hauptanliegen war. Mehr so die Für- und Vorsorge. Dennoch schön, dass wir mal wieder im Interesse der gemeinsamen Sache helfen konnten, Lampis abermals als Leit- und Leidmedium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) fungierte. Die gestrige Glosse „Olympische Spiele: Nein, danke – aber sechs Wochen vorher die DM!“ hat offenbar für einen Weck- und Alarmruf bei den Entscheidungsträgern in Darmstadt gesorgt. Und da doppelt genäht besser hält, hat unser Gastautor Dieter Krumm einen „Screenshot“ (Bildschirmfoto) des gesamten Beitrages unisono an DLV-Präsident Jürgen Kessing und den Generaldirektor Sport Cheik Idriss Gonschinska gemailt.

Und was ist mit der Senioren-DM Anfang Juli in Zittau?

Kurzum: Irgendwann heute nach 12 Uhr hat der Verband als Aufmacher auf seiner Netzseite bekannt gegeben, dass die ursprünglich für den 06./07. Juni 2020 in Braunschweig vorgesehenen Titelkämpfe der Männer/Frauen neu terminiert werden. Bravo! Allerdings im Fenster „Deutsche Meisterschaften 2020“ stehen sie Stand jetzt, 16 Uhr, noch nicht als „abgesagt“. Klar, es wird bekanntermaßen bei dieser Dachorganisation nicht alles bis zu Ende gedacht. Aber es gibt ja uns. Danksagung indes nicht erforderlich, da wir an Ovationen gewöhnt sind.
Und noch einen haben wir: Was ist mit der für den 04./05.Juli 2020 vorgesehenen Senioren-DM im Drei-Länder-Eck Zittau in Sachsen? Auch der Termin liegt rund drei Wochen vor den letztlich verschobenen Olympischen Sommerspielen in Tokio. Bei den nationalen Festspielen der Talente von gestern und vorgestern würden viele Aktive der Ü60-Generation zusammenkommen, die vom Alter her der besonderen Risikogruppe beim unverändert grassierenden Coronavirus angehören. Ganz zu schweigen von Vorerkrankungen, die so mancher als zusätzlichen Rucksack mit sich herumschleppt.

Olympische Spiele: Nein, danke - aber sechs Wochen vorher die DM!

Glosse

Neben der Spur

(Darmstadt/Braunschweig/Krefeld, 26. März 2020)
Wie soll das halbwegs plausibel zusammengehen? DLV-Präsident Jürgen Kessing erklärte vergangenen Samstag als Gast im „Aktuellen Sportstudio“ im ZDF in einer Gesprächsrunde, dass eine – inzwischen erfolgte – Verlegung der Olympischen Sommerspiele 2020 im japanischen Tokio (20. Juli – 01.August) vorgenommen werden müsste (wir berichteten). Nachvollziehbar! Und was passiert vor der eigenen Haustüre des von ihm geführten nationalen Dachverbandes in Darmstadt? Auf der Startseite des Internet-Portals unter leichtathletik.de ist im hauseigenen Denglisch mit dem Arbeitstitel „Top-Events“ eine im Landeanflug befindliche Weitspringerin Malaika Mihambo zu sehen. Darunter steht in der ersten Textzeile  6./7.Juni 2020, in der zweiten DM 2020 Braunschweig. Genauso in Fettschrift. Das spiegelt sich nach wohl abgeschlossenen Wartungsarbeiten gleichermaßen im Fenster „Termine“ wider.

Alkohol von Jägermeister könnte die Lösung des Problems sein

Vergegenwärtigen wir uns, dass die DM der Männer/Frauen rund sechs Wochen vor dem Beginn der abgesagten Spiele liegt, wozu sich übrigens etliche deutsche Spitzenathleten zustimmend geäußert haben. Aber bei den nationalen Titelkämpfen weit vorher sollen und wollen (?) sie auf Geheiß ihrer Dachorganisation starten. Das ist schizophren und reif für die Klapsmühle. Allerdings ist fairerweise noch festzuhalten, dass unweit von Braunschweig 12 km entfernt in Wolfenbüttel  mit „Jägermeister“ ein Kräuterlikör fabriziert wird. Nach einer noch ziemlich frischen Meldung will das Unternehmen 100.000 Liter reinen Alkohol (Ethanol) zur Herstellung von Desinfektionsmitteln zur Verfügung stellen.
Problem erkannt, Gefahr gebannt. Damit werden dann alle Teilnehmer/innen, Trainer, Betreuer, Kampfrichter, Helfer und Verbandsoffiziellen reichlich ausgestattet. Vielleicht noch anderswo Atemschutzmasken aqurieren. Eng wird’s indes bei den Zuschauern, so die zugelassen werden sollten. Die Ausgaben für die Schutzmaßnahmen würden die Eintrittsgelder auffressen. Bliebe allerdings noch die Frage zu klären, wie bei den (Lauf-)Wettbewerben und auf den Tribünen der Sicherheitsabstand von 1,50 Meter eingehalten werden soll?
Ganz so spaßig, wie das in dieser Glosse daherkommt ist das freilich alles nicht. Mehr so unverantwortlich und gedankenlos. Made (steht hier für die Insektenlarve) in DLV.

Verknappung der Nachrichtenlage im Kerngeschäft zwingt zu Anleihen

(Krefeld und die Republik, 27. März 2020) Not macht erfinderisch, behauptet ein geflügeltes Wort aus Volkes Mund. Stimmt wohl auch. Das beweisen momentan in Zeiten der an den Grundfesten rüttelnden weltweiten Corona-Krise die vielen Initiativen in allen möglichen Bereichen. Das mag jammern auf hohem Niveau sein. Aber unser originäres Kerngeschäft Senioren-Leichtathletik ist mit der Absage der Hallen-EM mit Winterwurf in Braga (Portugal) und dem ganzen Rattenschwanz dahinter praktisch weggebrochen. Wie also dem selbst gestellten Credo der täglich neuen Meldung gerecht werden, wenn eine allgemeine Verknappung der Nachrichtenlage in unserem eigentlich Beritt eingetreten ist? Da musste in den vergangenen Wochen schon so manche Anleihe in der großen weiten Welt des Sports genommen werden, fehlt uns natürlich das Alleinstellungsmerkmal mit dem ersten Zugriff der Exklusivität. Das hat nun einmal ein engagierter (Sport-)Journalist in seiner DNA.

Tipp: Aufs Rad zur Stärkung des Immunsystems und als Balsam für die Seele

Gleichwohl will ich niemanden damit langweilen, dass ich in meinem denkmalgeschützten Drei-Parteien-Haus (Baujahr 1896) mit zwei Mietwohnungen auf den 73 relativ steilen Stufen von der Parterre bis in die zweite Etage Treppen-Training absolviere. Mache ich auch nicht, da ich über eine recht gut ausgerüstete „Folterkammer“ in einem beheizbaren Kellerraum verfüge. Für meinen seit Oktober 2018 mit drei Bypässen versehenen Motor absolviere ich das unerlässliche Herz-/Kreislauf-Programm mit täglichen Radtouren von 20 bis 30 Kilometer in flottem Tempo durch Wald und Flur am tellerflachen Niederrhein. Obendrein dient es der Stärkung des Immunsystems und ist Balsam für die derzeit arg geschundene Seele. 
Oh, Entschuldigung, jetzt habe ich ja doch ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert und mich zu Aphorismen hinreißen lassen! Aber ich bleibe unverdrossen weiterhin auf der Suche nach dem Schlüssel einer informativen, interessanten und lesenswerten Berichterstattung. Versprochen!

"Mutter Teresa" ließ sich das Heft des Handelns aus der Hand nehmen

(Toronto/Darmstadt/Krefeld, 25. März 2020) WMA-Präsidentin Margit Jungmann aus Rehlingen erleidet dasselbe „Schicksal“ wie der weichgespülte „Herr der Ringe“ Thomas Bach vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Der Mutter Teresa der internationalen Senioren-Leichtathletik wurde das Heft des Handelns aus der Hand genommen. Es darf Führungsschwäche genannt werden. Denn irgendwann im Laufe des gestrigen europäischen Tages (ich lungere nicht ständig im Internet herum und Frage zur eigentlichen Schlafenszeit meine Mails ab; die Nachricht von Christa Bortignon aus Kanada ging um 22.43 Uhr MEZ ein) vermeldete allein das Lokale Organisationskomitee (LOC) der Senioren-Weltmeisterschaften (20.Juli bis 01.August 2020) im kanadischen Toronto auf seiner Netzseite, dass diese Titelkämpfe wegen der globalen Corona-Krise abgesagt werden.

Noch steht am 30.Mai nicht der Weltuntergang bevor

Randnotiz: Sie sie nennen es auch fälschlich COVID-19. Das ist jedoch, wir wiederholen die von uns genannten einschlägigen, verlässlichen Quellen, die Erkrankung, die aus dem Virus entstehen kann, aber nicht unabdingbar muss und es auch nicht tut (80 Prozent der Verläufe seien harmlos). Da stünde sonst der bereits 1954 in einem Lied, das besonders im Karneval Furore machte, besungene Weltuntergang bevor, der für den 30.Mai prognostiziert worden ist. „Doch keiner weiß, in welchem Jahr und das ist wunderbar“, lauten die nächsten Textzeilen.

Aber die Lawine der Absagen wird unaufhaltsam weiterrollen

Eines darf jedoch bar jeder hellseherischen Fähigkeit oder Kaffeesatzleserei vorhergesagt werden, dass die Lawine von Absagen in allen möglichen Bereichen, auch oder gerade im Sport, auf in naher Zukunft gerichtete Veranstaltungen ungebremst weiterrollen und alles mitreißen wird. Verabschieden wir uns schon einmal von allen, restlos allen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften von jung bis alt in dieser Saison. Aber die durch „Kurzarbeit“ (O-Ton Präsident Jürgen Kessing, der Vorgesetzte von über 50 Kräften) wieder in den Winterschlaf versetzte DLV-Geschäftsstelle in Darmstadt schweigt sich dazu bislang in Vogel-Strauß-Manier beharrlich aus, nimmt lediglich aufgrund angeblicher Wartungsarbeiten den Wettkampfkalender von ihrem digitalen Mitteilungsorgan. Geht auch ein bisschen mehr Mut zur Transparenz?
Angenehme Ruh‘!