Viele rühmen sich als Sportstadt, nur wenige haben es fürwahr verdient

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 17. März 2019)
Manche schmücken und rühmen sich mit dem Attribut „Sportstadt“, längst nicht alle haben es wirklich verdient. Bei aller Voreingenommenheit – meine Mutter-, Vater- und Heimatstadt Krefeld schon, wobei ich allerdings den Kriegswirren geschuldet mehr zufällig im westfälischen Bad Oeynhausen das seinerzeit häufig flackernde Licht der Welt erblickte. Die Perle am linken Niederrhein mit ihren rund 225.000 Einwohnern ist in Nordrhein-Westfalen die Stadt mit den meisten Landes- und Bundesstützpunkten, dazu ein Mekka der Randsportarten. Da Sport im Verein ja angeblich am schönsten sein soll, ist etwa jeder dritte Krefelder, also über 70.000, einem Klub angeschlossen. Da wird von A wie Angelsport bis Z wie Zirkeltraining bei einer 143 verschiedene Sparten umfassenden Bandbreite so ziemlich alles geboten. Selbst so Exoten wie Unterwasserrugby (kein vorzeitiger April-Scherz, die haben sogar eine Bundesliga) und Video-Club-Dancing befinden sich darunter.
Ganz zu schweigen vom in den vielen Studios betriebenen Fitness-Training und sonstiger freier Aktivitäten in den so genannten Fun-Sportarten. Wohl einzigartig für eine Stadt dieser Größenordnung und darüber hinaus sind jeweils drei (!) Golfplätze, Eishallen (eine mit einem Fassungsvermögen für 8.031 Zuschauer) und Kunstrasenplätze für Feldhockey (die Herren des Crefelder HTC spielen in der Bundesliga, waren schon Europapokal-Sieger).

600 geladene Gäste bei der Sportgala im historischen Stadtwaldhaus

Und alle Jahre wieder feiert sich die vermeintlich herrlichste Nebensache der Welt in der einstigen Samt- und Seidenstadt selber. Der Stadtsportbund lud vorigen Freitagabend rund 600 Gäste zur Sportgala ins historische Stadtwaldhaus inmitten Krefelds „Grüner Lunge“ und ehrte die Besten unter lauter Besten. Und wirklich alle kamen. Durch das mit einem Dinner kulinarisch angereicherten bunten Programm führte gekonnt und gewandt der in Krefeld wohnhafte frühere ARD-USA-Korrespondent Michael Heussen vom WDR in Köln, heutzutage für Politik zuständiges Mitglied der Tagesschau-Redaktion.

Sina Mai Holthuijsen fachsimpelte mit früherem NHL-Star Christian Ehrhoff
 
Mittendrin und nicht nur dabei die für den SC Bayer 05 Uerdingen startende Deutsch-Niederländerin Sina Mai Holthuijsen (im Bild), hübsche und zudem erfolgreiche Tochter von LAMPIS-Gründervater Peter Holthuijsen. Dank ihrer zwei Pässe kann die 23-jährige Hammerwerferin in zwei Ländern abräumen. Herausragend im Vorjahr ihre Titelgewinne bei den niederländischen Meisterschaften der Frauen und U23.
Sina hatte neben der öffentlichen Ehrerbietung die große Freude am Tisch gleich neben Christian Ehrhoff zu sitzen und munter zu plaudern. Der aus dem Krefelder Eislauf-Verein (KEV) hervorgegangene einstige Eishockey-Star der berühmtesten Liga der Welt, der NHL, und mit der deutschen Nationalmannschaft Silbermedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele 2018 in Südkorea, glänzt derzeit als Allround-Talent jeden Dienstag ab 20.15 Uhr bei „Ewigen Helden“ auf VOX. Prädikat sehenswert! Nicht nur wegen ihm. Denn noch mit von der Partie sind die früheren Hochkaräter Matthias Steiner (Gewichtheben), Sven Hannawald (Skispringen), Kevin Kuske (Bob), Britta Heinemann (Fechten), Andrea Burke-Henkel (Biathlon), Nadine Krause (Handball) und Susi Kentikian (Boxen).
In diesem Sinne noch einen zauberhaften Sonntag bei jede Menge Wintersport via TV und eine geschmeidige 12,Kalenderwoche mit dem Frühlingsanfang am Mittwoch!