Üblichen weiblichen Verdächtigen teilten den Kuchen unter sich auf

(Erfurt/Krefeld, 08. März 2018)  Es waren weitestgehend die üblichen weiblichen Verdächtigen, die bei den Deutschen Hallen- und Winterwurf-Meisterschaften der Ü35-Generation am vergangenen Wochenende in Erfurt den Kuchen unter sich aufteilten. Ebenfalls keine tiefschürfend neue Erkenntnis, dass die Felder bei Stoß und Wurf eher sehr übersichtlich besetzt waren. Insbesondere in  den Altersklassen der Jung-Seniorinnen bis zur W45. Überhaupt in keinem Wettbewerb musste nach dem Vorkampf aussortiert werden. Die Spitze der Kletterstange war bei fünfmal je sieben Teilnehmerinnen erreicht. Den Vogel schoss die W55 mit insgesamt 27 Starterinnen in den vier Disziplinen ab, gefolgt von der W50 mit derer 25 an der Zahl.

Seltenes Double von Kugel und Speer durch Wilma Jansen

Kommen wir nach diesem kleinen Statistik-Exkurs zu einigen Namen dahinter. Wilma Jansen (W35) von der LT DSHS Köln gelang das eher seltene Erfolgsdouble von Kugel (12,41m) und Speer (40,96m). Die noch zur erweiterten deutschen Spitzenklasse im Diskuswurf der Frauen zählende Sabine Rumpf von der LSG Goldener Grund Selters gewann den besonders dürr besetzten Diskuswurf der W35 (3) mit 49,10m und einem Riesenvorsprung von 14,34m.
Nadine Kant (W40) vom Hagenower SV in Mecklenburg-Vorpommern) gewann jeweils überlegen den „Classico“  mit Kugel (13,61m) und Diskus (38,50m).

Zielwerfen von Bettina Schardt mit Diskus und Hammer

Wer keine wirkliche Konkurrenz hat, der muss sie sich eben selber machen. Bettina Schardt (M45) von der MTG Mannheim lieferte sich einen Privat-Wettbewerb um die bessere Leistung bei Diskus (39,77m) und Hammer (39,47m). Knapp war’s bei diesem aus dem Zufall geborenen Zielwerfen. Noch schöner wäre indes eine Punktlandung gewesen. Jana Müller-Schmidt von der SG Osterholz LA entschied äußerst souverän das Kugelstoßen der W50 mit 13,96m für sich. Die Relativwertung im Speerwurf dürfte an die Bremerin Dagmar Suhling vom TuS Huchting gehen, die das 600 Gramm schwere Gerät bei 38,39m auf dem gefrorenen Geläuf „landen“ ließ. Die metrisch größte Weite im Hammerwurf ging erwartungsgemäß an die deutsche W-50-Rekordhalterin (49,91m) Silke Finkbeiner vom VfL Waiblingen mit 45,77m. Eingedenk der Temperaturen unter dem Gefrierpunkt eine mehr als beachtliche Vorstellung. Und zwei Jahre älter ist sie seither auch geworden.

Ingrid Holzknecht zweimal vorn

Richten wir unseren Blick noch in der Alterspyramide noch etwas weiter nach oben. Nach ihrem lebensbedrohlichen Wanderunfall auf dem Großglockner Mitte September 2016 ist Ingrid Holzknecht (im Bild) von der LG Elmshorn längst wieder fester Bestandteil der großen Werfer-Familie. Die „Kernige aus Elmshorn“ gewann in der W75 mit Diskus (19,53m) und Hammer (24,58m), schmückte damit ihre beachtliche Titelsammlung weiter aus. Den Erfolg im Kugelstoßen (9,08m) aus dem Vorjahr in Zittau konnte sie allerdings nicht wiederholen, wurde mit für sie recht bescheidenen 7,88m lediglich Vierte. Aber solche „Einbrüche“ kann es je nach Tagesverfassung immer wieder mal geben. Zumal auf der „Bergauf-Anlage“ in Erfurt, wo das Niveau des Sektors höher ist als der auf dem Boden liegende ambulante Ring.
Alle Resultate in der wild gemixten Gesamt-Ergebnisliste. Ob geschüttelt oder gerührt, das mag jede/r für sich selber entscheiden.