Rumänin Mihaela Loghin steigerte mit der Kugel W65-Hallen-Weltrekord

(Torun/Krefeld, 26. März 2019) Fassen wir uns einigermaßen kurz bei dem Wust an Ergebnissen aus diesmal vier gestrigen Wettbewerben von Stoß/Wurf bei der Hallen-WM mit Winterwurf in Torun, schauen vor allem durch die rosa gefärbte Brille über den eigenen Tellerrand hinaus. Das herausragende Resultat lieferte die Rumänin Mihaela Loghin, die mit 12,18m im zweiten Versuch den bereits 13 Jahre alten Weltrekord (12,00m) der W65 um 18 Zentimeter verbesserte. Den hatte sie schon im ersten Versuch mit 12,10m übertroffen, steigerte also streng genommen ihre schon eigene Bestmarke. Der große Rest des insgesamt 24 Teilnehmerinnen starken Wettbewerbs hatte die Ehre oder das mehr oder weniger zweifelhafte Vergnügen unmittelbar dabei gewesen zu sein.

Gewaltige Leistungsgefälle einer Weltmeisterschaft unwürdig

Das sind ganz vorne die Momente, die einer Weltmeisterschaft würdig und über jeden Zweifel erhaben sind. Wobei es nicht zwingend Rekorde sein müssen und auch nicht können. Doch es sollte schon etwas mit Leistungssport zu tun haben. Denn ansonsten lässt sich über den Stellenwert einer solchen mit allzu vielen Sporttouristen verwässerten Massenveranstaltung ohne Normen trefflich streiten. So hieß es im Gewichtwurf beim Terzett der W35 antreten, einen gültigen Versuch produzieren und sich bei der Siegerehrung eine Medaille um den Hals hängen lassen. Das Leistungsgefälle ist überall gewaltig. Nur ein Beispiel: Beim Hammerwurf der M45 war es in dem 13-köpfigen Feld vom Sieger (59,34m) bis zum Letztplatzierten (14,45m) eine Spanne von nahezu 45 Metern.

Viel Sportabzeichen-Niveau bei „Tagen der offenen Tür“

Nicht nur in diesem Falle stellt sich die Frage, was die „Hinterbänkler“ bewegt, an solchen Titelkämpfen teilzunehmen und dafür vollkommen sinnlos Geld zu verschwenden, statt davon in die Karibik oder sonst wohin zu düsen.. Und – wir wiederholen uns – es gibt auch satt und genug Deutsche der Sportabzeichen-Kategorie, die die „Tage der offenen Tür“ nutzen und als hoffnungslos geschlagener Schlusslichter landen.  
Gemessen an Medaillen waren für die „Erbsenzähler“ vom DLV-Begleittross von der Fraktion Stoß/Wurf vier goldene, vier silberne und sieben bronzene zu notieren. Mehr dazu in unserem gefilterten hauseigenen Ergebnisspiegel. Den können und wollen wir jedoch eingedenk des immensen Arbeits- und Zeitaufwandes für unsere Ein-Mann-Redaktion bei Gottes Lohn auf diese Weise nicht durchhalten. Fortan werden wir uns die Rosinen herauspicken.   
Resultate der deutschen Platzierten jeweils bis Rang acht. – Seniorinnen, Kugel: W45 (11 Teilnehmerinnen von 9,54 bis 6,32m): 2. Ines Mikoleiczik 9,29m; W60 (24 TN von 11,64 bis 4,26m): 2. Uta Teuber 11,64m, 3. Beate Göbe-Blödorn 10,99m; W65 (10 TN von 12,18 bis 5,84m): 3. Brigitte Bonadt 10,73m, 6. Karin Schmitt 9,70m; W70 (18 TN von 9,81 bis 6,23m) 7. Sieglinde Hartung 8,36m; W75 (9 TN von 10,45 bis 6,36m): 2. Erika Springmann 9,07m, 3. Karin Mathes 7,96m, 7. Käte Scheikowski 7,33m; W80 (6 TN von 8,49 bis 6,27m): 1. Rosemarie Westerholt 8,49m, 3. Ingrid Schäfer 6,91m.
Gewichtwurf: W35 (3 TN 14,78 bis 9,97m): 3. Anne Reuschenbach 9,97m; W45 (12 TN von 13,84 bis 7,44m): 1. Bettina Schardt 13,84m; W 50 (16 TN von 16,51 bis 8,66m): 3. Margret Klein-Raber 16,28m, 8. Ellen Weller 12,97m.
Senioren: Speer: M55 (13 TN von 48,04 bis 31,43m): 5. Andreas Bauer 38,23m, 7. Roland Weber 36,74m; M60 (14 TN 53,97 bi 23,71m) 2. Paul Reinhold 49,51m; M65 (12 TN vom 43,81 bis 23,20m): 1. Walther Kühndel 43,81m, 7. Herbert Mussinghoff 35,14m; M70 (14 TN von 42,26 bis 12,23m): 4. Helmut Hessert 37,21m.
Hammer: M40 (11 TN von 51,18 – 27,95m): 4. Alexander Rekrul 45,52m; M45 (13 TN von 59,34 bis 14,45m): 4. Sören Trebel 46,20m; M50 (17 TN von 54,46 bis 26,84m): 2. Holger Fettke 52,08m, 3. Rüdiger Mohring 51,58m. – Alle Ergebnisse.