Norbert Demmel mit Top-Werten herausragender deutscher Werfer

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(Jeselo, Eraclea, Caorle/Krefeld, 16. September 2019) Nicht etwa, weil wir kein digitales Wochenblatt oder Monatsmagazin sind, wollen wir die eigene Glaubwürdigkeit als Online-Medium nicht konterkarieren. Der angedachte Nachdreher von den organisatorischen Chaostagen der seit gestern endlich der Historie angehörenden Senioren-Europameisterschaft an den drei oben genannten exorbitant dezentralen Schauplätzen der norditalienischen Adria, die unter dem Etikettenschwindel Venedig firmierte, aber rein gar nichts mit der Lagunenstadt zu tun hatte, muss schweren Herzens gekippt werden. Die weiterhin anhaltende schmerzhafte Nervenentzündung in der Lendenwirbelsäule lässt die nun einmal erforderliche sitzende Tätigkeit am Notebook oder PC schlechterdings nicht zu. Spätestens nach 30 Minuten ist Ende im Gelände. Das nur zum besseren Verständnis vorweg.

Titel im Speerwurf quasi abgeschenkt

Dennoch wollen wir durch die Werferbrille gesehen wenigstens den nicht nur aus verklärter deutscher Sicht gleich hinter dem fünfmal angetretenen und ebenso oft erfolgreichen norwegischen Urgestein Arild Busterud (*1948/M70) herausragenden Protagonisten dieser Zunft würdigen. Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963/M55) vom TSV Unterhaching hatte für die gesamte Palette der fünf Einzel-Disziplinen und als aktueller Weltrekord-Inhaber der M50 und 55 natürlich für den Wurf-Fünfkampf gemeldet. Speer und Hammer ließ er aus, hätte da im Nachhinein betrachtet wohl auch durch den von seinem hammerwerfenden Landsmann Rüdiger Möhring mit 52,95m gewonnenen Wettbewerb keine ernsthafte Medaillenchance gehabt. Mit seiner Speerwurfleistung von 51,33m innerhalb des Mehrkampfes schon. Denn der Titel war bereits mit eher dürftigen 47,86m zu haben, und den hat er quasi abgeschenkt.

Zwei Titel, zweimal Gold mit hochkarätigen Weiten

Beim großen Rest sammelte der Münchner Modell-Athlet mit hochkarätigen Weiten Titel und Medaillen: Jeweils Silber mit der Kugel (15,56m) und im Gewichtwurf (18,67m), hoch überlegen mit gewaltigem Vorsprung von 7,95m Erster im Diskuswurf und gestern zu guter Letzt in Caorle die Vielseitigkeitskonkurrenz mit einer Machdemonstration von 4.808 Punkten (Hammer 46,53, Kugel 14,44, Diskus 51,61, Speer 51,33m). Bereits der Zweitplatzierte folgte mit einem respektvollen Abstand von 853 Zählern. Geben wir noch stellvertretend für alle Wettbewerbe dem aus der Abteilung Sporttourismus kommenden italienischen Schlusslicht (Name tut nichts zur Sache) die Ehre. Dem fielen die Geräte bei seinen 1.128 Punkten fast auf die Füße, den Hammer vermochte er mit drei ungültigen Versuchen überhaupt nicht durch den Ausgang der Schutzvorrichtung zu bugsieren.

Mit dem Radl vom Hotel zum Stadion

Noch eine kleine Begebenheit am Rande. Demmel hatte sein Domizil in der Nähe von Caorle bestens gewählt, kam zur Erheiterung so mancher Teilnehmer/innen jeweils mit dem Klapprad zum Stadion. „Ein Bild für die Götter", wie uns Diskuswerfer Christian Welke (ebenfalls M55) aus Rheinstetten als Zeit- und Augenzeuge berichtete. Nur zum Kugelstoßen im 40 Kilometer entfernten Jeselo musste der 56-jährige Bajuware der Not gehorchend zur Geräteabnahme am Tag zuvor sowie zum Wettkampf zweimal in seinem PKW die anti-ökologische und –ökonomische Keule schwingen. Diese EM war unter dem dicken Strich einfach ein Graus (siehe Vorspann). Die Haupt- und Nebendarsteller selbstverständlich ausdrücklich ausgenommen. Alles Weitere überantworten wir der Ergebnisliste mit der Auswahl nach eigenem Gusto.