Dachverband erhöht ab 2020 Startgebühren in exorbitanter Weise

(Darmstadt/Krefeld, 12. Dezember 2019) Wieder mal ein Bravourstück hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit seiner Gebührenordnung hingelegt. Ohne Maß und Ziel, vor allen Dingen ohne auch nur im Geringsten über die finanzielle Situation der meisten Leichtathletik-Vereine in Deutschland nachzudenken, wurden in geradezu unverschämter Weise die Startgebühren für seine nationalen Meisterschaften zum 1.Januar 2020 angehoben. Dabei gilt zu bedenken, dass diese Meldegelder für Titelkämpfe neben allen anderen Kosten für An-/Abreise, Unterkunft und Verpflegung entweder von den Klubs aus den Vereinsbeiträgen finanziert werden müssen oder gar von den Athleten/innen selber zu tragen sind.

Drei Gebührenordnungen zum Vergleich

Hier mal ein Vergleich von drei Gebührenordnungen (GBO), die der DLV im Jahr 2019 veröffentlicht hat.
 

GBO Stand 1.1.2019, Startgebühren für Deutsche Meisterschaften der erwachsenen Aktiven:
Einzel             16,50 Euro
Staffel             22,50 Euro
Mehrkampf      37,00 Euro
DAMM          125,00 Euro

Ob nun ein Irrtum vom „Amt“ aufgrund allzu großer Hitzeeinwirkung oder die erhellende Erkenntnis, den Bogen überspannt zu haben, fand eine sommerliche Absenkung statt.

GBO Stand 2.8.2019 (das war auch noch der Stand vom 12.10.2019):
Einzel             14,00 Euro
Staffel             20,00 Euro
Mehrkampf      32,00 Euro
DAMM          100,00 Euro

GBO Stand 1.1.2020
Einzel             19,00 Euro
Staffel             25,00 Euro
Mehrkampf      42,00 Euro
DAMM          150,00 Euro

Modernes Raubrittertum

Einmal von dem vermutlich unter Kokolores einzustufenden Zwischenspiel abgesehen, erhöhen sich die Startgebühren gegenüber dem 1.1.2019 in der oben angegebenen Reihenfolge um 17, 11, 13 und 20 Prozent. Hingegen steigen die allgemeinen Einkommen linear um zirka drei Prozent pro anno, die Vereinsbeiträge oftmals über Jahre hinweg gar nicht.
Da stellt sich dann schon die berechtigte Frage, ob die Gebühren in dieser an modernes Raubrittertum grenzenden Manier erhöht werden müssen? Und das obendrein mit unschöner Regelmäßigkeit.

Hammerwurf-Urgestein Gerhold Wohlfahrt 82-jährig verstorben

(Leverkusen/Krefeld, 11. Dezember 2019) Egal wie alt ein Mensch wird, es ist stets für alle Angehörigen, Freunde und engere Bekannte zu früh, wenn er für immer von einem geht. Erst recht, wenn der Tod ihn plötzlich und demzufolge für alle direkt wie mittelbar Beteiligten unerwartet ereilt. So geschehen beim einstigen Hammerwerfer, Trainer und Sportwart Gerhold Wohlfahrt (*11.02.1937) vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Das vor Kraft, Energie und unbändigem Lebenswillen strotzende Art Stehaufmännchen, der den 1992 ausgebrochenen Krebs besiegte und ihn 27 Jahre überlebte, verstarb vorigen Samstag 82-jährig im Krankenhaus vermeintlich an einer medizinischen Bagatelle mit noch ungeklärten Nebenursachen.

Eine medizinische Bagatelle mit fataler Auswirkung

„Wegen hohen Fiebers ist Gerhold vorige Mittwochnacht (04.Dez., die Redaktion) mit Verdacht auf eine Lungenentzündung ins Krankenhaus gefahren worden“, schildert seine 63-jährige Lebensgefährtin Ingrid Thissen, die Olympia-Sechste im Speerwurf von 1984. „Freitagnachmittag sah er wieder aus wie das blühende Leben. Doch in der Nacht zum Samstag veränderte sich sein Zustand dramatisch. Keiner weiß bisher aus welchem Grund. Eventuell eine Lungenembolie oder Sepsis. Er hatte eine Wunde am Schienbein.Tragisch und unbegreiflich!“
Ein ausführlicher Nachruf über das Leben und Wirken des Verstorbenen, versehen mit einem Foto, ist auf der LVN-Netzseite veröffentlicht. All' jene, die ihm die letzte Ehre erweisen möchten, haben dazu Gelegenheit bei der Trauerfeier am 18.Dezember (Beginn 11 Uhr) im
Bestattungshaus Friedrich auf der Mülheimer Straße 9 in 51375 Leverkusen.

Ein positiver Dopingbefund bei diesjähriger Hallen-/Winterwurf-WM

(Lettland/Torun/Krefeld, 09. Dezember 2019) Gut Ding will Weile haben. Schlechtes allem Anschein nach auch. Wobei zunächst einmal festzuhalten ist, dass die Netzseite des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA) nicht gerade der munter sprudelnde Nachrichtenquell zu sein pflegt. Deshalb sind meine dortigen virtuellen Besuche auch eher seltener Natur. So habe ich erst vorhin beim morgendlichen Internet-Rundgang bemerkt, dass die WMA ausgerechnet am „Internationalen Tag des Ehrenamtes“ (05.Dezember) mit einer wenig erbaulichen Meldung an die Öffentlichkeit gegangen ist: Einem positiven Dopingbefund. Der ist allerdings auch schon über acht Monate alt, datiert von der Hallen- und Winterwurf-WM im polnischen Torun, die vom 24. bis 30.März 2019 stattgefunden hat. Wobei einzuräumen ist, dass der Regularienweg mit der Wahrung von Fristen Zeit verschlingt. Doch zum rückwirkend offiziell für vier Jahre aus dem Sportverkehr gezogenen Sünder. Es handelt sich um Sandris Lindbergs aus Lettland, der im Kugelstoßen, Diskus- und Speerwurf der M35 gestartet ist. Ein Kommentar erübrigt sich.

Hallen- und Stadion-DM 2020 dürften nunmehr gesichert sein

(Darmstadt/Erfurt/Zittau, 10. Dezember 2019) Wofür gibt es eine „Senioren-Spielecke“ auf dem Internet-Portal des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV)? Das weiß er vermutlich selber nicht! Aber genau dahin hätte die Meldung gehört, die am Ende unter „Gehacktes“ in der News-Spalte auf der Startseite unter der Überschrift DLV-Präsidium vergibt Jugend-DM 2020 nach Ulm“ steht. Holen wir nach, was höchstwahrscheinlich die allermeisten interessierten Senioren/innen übersehen haben und zitieren den letzten Absatz: „Für die Senioren-Hallenmeisterschaften mit Winterwurf sowie die Senioren-Freiluftmeisterschaften gibt es Bewerbungszusagen. Nach Prüfung der Unterlagen sollen diese Veranstaltungen noch in diesem Jahr im Umlaufverfahren durch das DLV-Präsidium vergeben werden. Somit werden beide Veranstaltungen stattfinden.“

„Belastbare Absichtserklärungen“ für Erfurt und Zittau

Also handelt es sich ganz offenbar um „belastbare Absichtserklärungen“, wie es im Amtsdeutsch vom Senioren-Beauftragten David Deister heißt. Diesmal wird er in einer neuerlichen, uns netterweise von einem „Maulwurf“ zugespielten Rundmail konkreter. Entgegen allen vorherigen Bekundungen will die bewährte „Feuerwehr“ aus Thüringen einmal mehr einspringen, bewirbt sich mit Erfurt für die Hallen- und Winterwurf-DM am 28.Feburar/01.März 2020. Für die Stadion-DM hat Zittau in Sachsen seine Visitenkarte abgegeben. Diesmal jedoch komprimiert als Zwei-Tages-Veranstaltung, alternativ am 04./05. oder 11./12.Juli 2020.
Damit sind alle fünf großen nationalen Titelkämpfe der Ü35-Generation unter Dach und Fach (siehe auch zweiten Absatz in der DLV-Meldung und unsere Kolumne). Abwarten und Tee oder sonstwas trinken, bis es denn irgendwann im Rahmenterminplan, vielleicht als Weihnachtsgeschenk, offiziell festgezurrt wird. Auf einen plakativen Hinweis in der Senioren-Spielecke werden wir ohnehin vergeblich warten.

Ausländerstartrecht: Verfahrensausgang wird Mitte Januar verkündet

(Darmstadt/Berlin/Krefeld, 08. Dezember 2019) Machen wir bezogen auf die direkt Betroffenen noch mal ein Minderheiten-Programm, an dem jedoch mittelbar beteiligte Klub-, Team- und Staffel-Kameraden ein nachvollziehbares Interesse haben. Ganz zu schweigen von den unzählbaren potenziellen Kontrahenten bei Lauf, Sprung und Wurf, die sich mit dem genannten Personenkreis solidarisiert haben. Das vom italienisch-stämmigen Sprinter Daniele Biffi (*1972) von TopFit Berlin und seinem Rechtsanwalt Gerald Kornisch angestrengte Verfahren zum Ausländerstartrecht (wir berichteten mehrfach) ging vorigen Donnerstag vor dem Amtsgericht Darmstadt in die x-te und mutmaßlich letzte Runde.

Eine weitere Hängepartie

All' jene, die an dieser Stelle den mit großer Spannung erwarteten Ausgang der inzwischen „unendlichen Geschichte“ erwarten, die müssen wir ausgerechnet am 2.Advent leider enttäuschen. Auf E-Mail-Anfrage von Lampis teilte uns Kornisch gestern mit, dass der Verkündungstermin mit der Entscheidung vom Amtsgericht auf den 16.Januar 2020 festgesetzt worden ist. Scheint eine verdammt schwere Geburt von Justitia zu sein.
Also noch mal eine Hängepartie. Hoffentlich die unwiderruflich letzte in dieser Angelegenheit.