Pfingsten war vor Corona auch die Hoch-Zeit der Leichtathletik

(Krefeld und die Republik, 30. Mai 2020) Liebe Sportkameraden männlich wie weiblich und Leser aus purem Interesse an Informationen rund um die (Senioren-)Leichtathletik!
Stellt euch vor es ist Pfingsten, und es geht keiner hin. Ohne mir hier und jetzt anmaßen zu wollen, in Religionskunde zu machen, hat dieses Fest mit seinen beiden Feiertagen, einschließlich des gemeinhin arbeitsfreien Montages, christlichen Ursprung. Bei den Leichtathleten wurde es freilich mit einer gewissen, wenngleich nicht jahrhunderterlanger Tradition behaftet als Hoch-Zeit großer Sportfeste wahrgenommen. Da sei nur an Rehlingen im Saarland gedacht, das von der heutigen WMA-Präsidentin Margit Jungmann mitorganisiert wurde.

Karl-Hans Riehm übertraf gleich sechs Mal den Hammerwurf-Weltrekord

Das bedeutende Meeting erreichte gar in der deutschen Blütezeit der einstigen olympischen Kernsportart Fernsehpräsenz, zuletzt zumindest noch im Saarländischen Rundfunk und SWR. Und es erlebte sogar schon ein wahres Weltrekord-Festival – im Hammerwurf. Dazu ist indes ein ganz tiefer Griff in die Nostalgiekiste notwendig. Karl-Hans Riehm (*31.05.1951 in Konz)  vom TV Germania Trier (ab 1978 TV Wattenscheid), der morgen Geburtstag feiert, übertraf vor nunmehr strammen 45 Jahren beim Rehlinger Pfingstsportfest 1975 in allen sechs Versuchen den bis dahin gültigen Weltrekord (76,66m) von Alexei Spiridonow aus der Sowjetunion.
Das hat es meines Wissens davor und danach nie wieder in einem technischen Wettbewerb von Sprung und Wurf gegeben. Seine Traumserie krönte der aus der Hammerwurfschule von Ernst Klement stammende Pfälzer mit 78,50 Meter. Ebenfalls mit Weltrekord übertraf er 1978 bei einer Leichtathletik-Veranstaltug in Heidenheim mit 80,32m als zweiter Hammerwerfer relativ kurz nach dem Sowjet Boris Saitschuk (80,14m) die bis dahin magische 80-Meter-Marke. Es ist nicht Gegenstand dieses Beitrages, dass die damals erzielten Spitzenweiten mit späteren Erkenntnissen anders zu beleuchten sind. Vergleichbar sind sie bei nahezu identischen Voraussetzungen schon.
Noch dies:
Übrigens blieb Riehm auch nach der Karriere dem Hammer in etwas anderer Form treu, übernahm 1990 die elterliche Schreinerei.

Krisenlage lässt den Rotstift kreisen

Wenn schon Tradition in unserem festlichen Spiel ist, darf das für die Ü30-Generation national durchaus bedeutsame Pfingstsportfest der TG 04 Limburgerhof nicht vergessen werden. Das fällt selbstverständlich wie so manches andere in den Zeiten der Corona-Krisenlage dem Rotstift zum Opfer.
Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen möglichst Frohe Pfingsten bei was auch immer und bis kommenden Dienstag wieder auf dieser Welle und an dieser Stelle!