DLV schloss "Rentenvertrag" mit seinem US-Ausrüstungssponsor

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(Krefeld/Berlin, 05. September 2015) Geben wir zunächst (auszugsweise) eine Presseerklärung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ungefiltert weiter, die gestern Abend um 18.07 Uhr nicht nur bei uns über den „Ticker“ lief: „DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop und DLM-Geschäftsführer Frank Lebert haben am Freitag in Berlin mit Vertretern von Nike einen Kooperationsvertrag mit einer Laufzeit bis 2028 unterschrieben. Bereits seit 2005 gehen der größte Sportartikelhersteller der Welt und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) gemeinsame Wege.
"Ich freue mich, dass die Partnerschaft zwischen Nike und dem Deutschen Leichtathletik-Verband langfristig fortgesetzt wird. Es ist für uns eine große Wertschätzung unserer bisherigen Zusammenarbeit", sagte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop.
Daniel Eppler, VP/GM Nike AGS Region, erklärte: "Wir freuen uns sehr mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband unsere erfolgreiche Partnerschaft vorzeitig und langfristig zu verlängern. Die Erfolge von Peking zeigen, dass sich die deutsche Leichtathletik auf einem sehr guten Weg befindet."
Zitat Ende!
Zum besseren Verständnis: DLM steht hier nicht für die Abkürzung des Flughafens Dalaman an der südlichen Ägäis, sondern für die Marketingtochter des DLV, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Lebert stand vor seiner heutigen Tätigkeit von Juni 1996 bis Juni 2009 in leitender Stellung bei Nike Europa. Klingelts? Den Aküfi (= Abkürzungsfimmel) bei Eppler können wir leider nicht aufklären. Es darf gemutmaßt werden, dass es irgendeine frühere Funktion von Lebert bei Nike war.
Sei’s drum. Jedenfalls allenthalben und allerorten große Freude wie auf einem Kindergeburtstag. Der unvoreingenommene Betrachter wird einen solchen „Rentenvertrag“ über 13 Jahre in unserer schnelllebigen Zeit eher für bedenklich bis leichtfertig halten. Aber vielleicht dachte sich Prokop, dass der Spatz in der Hand immer noch besser als die Taube auf dem Dach sei. Kann indes auch der Gedanke von Nike gewesen sein.  
Nicht nur wegen dieser langfristigen weiteren Bindungsfrist werden längst nicht alle lauthals Hurra und Hosianna schreien. Manche womöglich - rein bildlich, versteht sich - auch kreuzigt ihn. Denn die kulturelle Selbstverleugung in Sachen GERMANY geht ungebremst weiter. Sie hat allerdings für bereits derartig gewandete Senioren/innen bei internationalen Starts den entschiedenen Vorteil, dass ihre Leibchen auf Jahre hinaus gesichert sind, so sie denn da nicht irgendwann rauswachsen sollten. Verschleißen kann selbst die angebotene Qualität Made in Bulgaria oder aus sonstigen Billiglohnländern der Kaufkollektion bei maximal zweimaliger Gelegenheit pro anno kaum.