Senioren-EM: Beim 10-km-Straßengehen war die Streck 875 m zu kurz!

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(Eraclea/Krefeld, 14. September 2019) Zeiten – Höhen – Weiten und Zahlen – Daten – Fakten: Das ist Leichtathletik. Es gibt zumeist klare, zweifelsfreie Resultate und mithin Entscheidungen. Sie sind nicht von womöglich subjektiven, parteiischen oder gar korrumpierbaren Punktrichtern abhängig, die bisweilen für den mehr oder weniger sach-/fachkundigen interessierten oder professionellen Betrachter seltsam anmutende Haltungs- respektive Wertungsnoten vergeben. Klassiker: Boxen, Eiskunstlauf, Skispringen, Turnen. Das macht anders herum bei der Auseinandersetzung der weiblichen und männlichen Konkurrenten bei Lauf, Sprung, Stoß/Wurf diese Sportart so interessant und unbestechlich. Den Fall des italienischen Weitspringers Giovanni Evangelisti (sinnigerweise an einem 11.September geboren, nämlich 1961) ausgerechnet bei den Weltmeisterschaften 1987 in Rom und der später (7,80 statt 8,38m) aberkannten Bronzemedaille mal ausgenommen.

Verbrieftes Anrecht auf stimmige Rahmenbedingungen

Kurzum: Die Athleten/innen haben ihrerseits ein via Wettbewerb und Ausschreibung verbrieftes Anrecht darauf, dass die Rahmenbedingungen 100-prozentig stimmig sind. Schließlich zahlen sie dafür im Falle von Senioren/innen bei internationalen Meisterschaften bei allen sonstigen Nebengeräuschen (An-/Abreise, Hotel, Verpflegung) erkleckliche Antrittsgelder von ihrem speziell im Renten- oder Pensionsalter schmaler geworden Haushalts- und Freizeit-Budget.

LAMPIS lag mit 9.100 Meter Strecken-„Kürze“ ganz nah dran

Diese Voraussetzungen waren beim 10-Kilometer-Straßengehen der M/W35 aufwärts vor drei Tagen bei d
en Senioren-Europameisterschaften in Eraclea jedoch nicht gegeben (siehe gestrige Kolumne). Der Strecke fehlte es an Länge, erheblicher Länge. Die sonst wo uns bekannt gewordenen medial kursierenden Angaben von 9.400, 9.500 und 9.600 Meter sind allesamt Schall und Rauch, quasi irgendwo wahllos aus der Luft gegriffen oder nach obskuren Hoch- respektive Herunterrechnungen vorgenommen worden.     
Obwohl geografisch 1.184 Auto-Kilometer Kilometer vom Ort der Schande und des Eklats entfernt, lag LAMPIS mit der Vorabinformation aus Insider-Kreisen des Lokalen Organisationskomitees (LOC) mit 9.100 Metern ganz nah dran. Die inzwischen nachträglich vorgenommen Vermessung ergab hoch offizielle 9.125 Meter oder veritable 875 Meter zu wenig. Das ist ein Pfund, freilich alles ander als pfundig.

Ausgang aller Wettbewerbe von M/W35 aufwärts irregulär
 
Was bleibt, ist, dass der Ausgang aller vermeintlichen 10-km-Wettbewerbe irregulär ist und streng genommen annulliert werden müsste. Das würde bei nur einem veranstalterseitig zur Verfügung gestellten zu leichten technischen Gerät, das theoretisch wie praktisch jede/r unbeabsichtigt benutzt haben könnte, schlussendlich auch so gehandhabt. Ungeachtet dessen sind die von uns jetzt nicht gezählten so genannten „Finisher“ der Geher-Konkurrenzen am 11.September, also jene, die das Ziel nach wahrhaftigen 9.125 Metern statt 10 Kilometern passiert haben, sehr gut beraten, zumindest das Startgeld in Höhe von 55 Euro zurück zu fordern.

EMA schweigt den Vorgang einfach tot

Übrigens ein absolutes frevelhaftes Unding, dass dieses leidige Thema auf dem Internet-Portal des Schirmherr European Masters Athletics (EMA) vollends tot geschweigen wird. Nur ja die nicht vorhandene heile Leichtathletik-Welt bewahren wollend und keine schlafenden Hunde wecken. Da ist lediglich von „the offical 10km distance“ das Wort. Das ist manipulative – nennen wir das Kind beim Namen – Volksverarschung. Nur gut, dass diese hauptsächliche Selbstdarstellungsseite des Präsidenten Kaschke aus dem westfälischen Gütersloh und seines gedungenen Schleimspurlegers europaweit nicht sonderlich frequentiert und aufgerufen wird.
Hingegen mehr zu diesem leidigen, skandalösen und desaströsen Vorgang auf der Fachseite www.geherpokal.de.