Hackerangriff legte zeitweise Ergebnisdienst der "Austrian Masters" lahm

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(Linz/Krefeld, 27. September 2021) „Kein Bild, kein Ton, wir kommen schon“, warben in analogen Zeiten Radio- und Fernsehtechniker-Betriebe. Der Teufel steckt in heutiger digitaler Zeitrechnung oftmals viel tiefer im Detail. Selbstverständlich wollten wir bei unserer ausführlichen Vorberichterstattung auf die Österreichischen Masters-Meisterschaften mit getrennter internationaler Wertung am vergangenen Wochenende in Linz angemessen zeitnah einen Beitrag darüber veröffentlichen.
Doch durch einen Hackerangriff auf ein Linzer Unternehmen musste an einem Knotenpunkt ein Server vom Netz genommen werden, an dem ausgerechnet die Ergebnisübermittlung der Titelkämpfe hing. Und dann waren zu allem Überdruss nach späterer Wiederherstellung verschlungene Pfade zu erschließen, das Objekt der Begierde sichtbar zu machen (
Direktverlinkung leider nicht möglich). Deshalb gehen wir heute für unsere Verhältnisse erst später als gewohnt auf Sendung.

Gottfried Gassenbauer verblüffte nach Krankheitspause mit 55,04m im Hammerwurf

Soweit die Vorgeschichte. Kaprizieren wir uns nunmehr auf einige Eckpfeiler, lassen selbstverständlich den Gastgebern den gebührenden Vortritt mit ihren herausragenden Galionsfiguren. Marianne Maier (*1942/W75) aus Vorarlberg in der Nähe des Bodensees war erwartungsgemäß bei ihrem „Wahl-Sechskampf“ aus 100m, Hoch, Weit, Kugel, Hammer und Speer erfolgreich. Allerdings war die auch optisch immer noch flotte 77-Jährige viermal buchstäblich konkurrenzlos.
Geradezu verblüffend, was Hammerwerfer Gottfried Gassenbauer (*1958; im Bild) aus Wien nach zwangsweise mehrwöchiger Krankheitspause im Frühjahr schon wieder in den Ring zauberte. Sein bester Wurf landete bei beachtlichen 55,04m und damit 16,47m vor dem Nächstplatzierten in der M60. Allemal erwähnenswert noch der neue nationale Rekord (15,63m) von  Gerhard Zillner (*1971) von DSG Wien im Kugelstoßen der M50.

Helmut Maryniak der herausragende deutsche Gaststarter

Mit von der Partie unter den 45 gemeldeten Germanen waren auch die Leichtathletik-Globetrotter Marion Ertl (*1952) von der LC Bec, Martin Baranzke (*1963) vom Team Voreifel in Euskirchen und Winfried Heckner (*1950) vom STV Hünxe am Niederrhein, die erst kürzlich zusammen mit EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen die kleine deutsche Delegation bei den Offenen Lettischen Masters-Meisterschaften in Ventspils bildeten. Für die herausragende Leistung aus eingeschränkter heimischer Sicht sorgte bei seinem „Quasi-Heimspiel“ der Niederbayer Helmut Maryniak (*1968) vom LAC Passau mit veritablen 53,59m im Diskuswurf der M50. Dabei ließ er den bereits genannten Gerhard Zillner (48,96m) in der sogenannten All-Star-Wertung um erkleckliche 4,63m hinter sich.

Eine "herzlich unkomplizierte" Organisation und dekorativere Medaillen als bei der DM

„Herzlich unkompliziert“, fällt auf einen plakativen Nenner gebracht das Fazit von Gaststarter Winfried Heckner zu diesen zweitägigen Titelkämpfen in der ziemlich neuen „Oberbank Arena“ im oberösterreichischen Linz aus. Und weiter: „Die Registrierung und Einlasskontrolle war um ein Vielfaches schneller und einfacher als bei der DM in Baunatal. Da Senioren-Leichtathleten nun mal keine Hooligans sind, war keine besondere Überwachung angesagt, wurde auf Eigenverantwortlichkeit gesetzt. Dazu gab es dekorative Medaillen und nicht so billige Dinger mit einem Plastikaufkleber in der Mitte wie bei unserer DM.“
Schön, das bei der Gelegenheit im 1:1-Vergleich aus anderer Sicht mal erwähnt zu haben.