Ehrenpräsident Dieter Massin wechselte als "Herr im Ring" die Fronten

(Ahlen/Krefeld, 27. November 2014) Wenn es dem Esel zu wohl wird, begibt er sich aufs Eis. Sinnbildlich, versteht sich. Oder netter formuliert: Obwohl es schließlich darauf hinausläuft, ist nicht jeder Mensch dafür geboren, allein sein fortgeschrittenes Leben im seligen Unruhestand und süßen Nichtstun bei Muttern (Ehefrau) daheim zu fristen. Wer wüsste das besser als ich, der fast siebzigjährig immer noch unverdrossen via Veröffentlichung an dieser Stelle gegen die Windmühlenflügel in Darmstadt (DLV) anrennt. Nur ein Beispiel. Aber das soll kein Selbstporträt werden. Der Mann, um den es hier geht, bekleidete bis Ende August 2012 als Präsident des kontinentalen Senioren-Dachverbandes EVAA über ein Jahrzehnt ein hohes Ehrenamt, genoss jede Menge Aufmerksamkeit, konnte an den Hebeln der Macht und Mächtigen gestalten, schalten und  walten. Macht macht süchtig. Eine wöchentliche Kolumne im Ruhrpott-„Deutsch“ in einer lokalen Tageszeitung als „Juppa“ füllte den einstmals so umtriebigen „Hans Dampf in allen Gassen“ offenbar auf Dauer nicht aus. Nun wechselte der gemeinte Dieter Massin (im Bild) drei Tage nach seinem Geburtstag (*19.11.1940) das Metier – als Moderator der „1.Ahlener Boxnacht“ in der Friedrich-Ebert-Halle mit insgesamt neun Kämpfen, darunter der mit Federgewicht-Weltmeisterin Elina Tissen. Die Einzelheiten lassen wir jetzt mal beiseite, sind nicht unser Metier. Der ehedem „Große Massa“ Massin kommentierte es später mit den Worten: „Wie für alle Zuschauer sichtbar, bin ich wieder Herr im Ring.“ Es waren 750 an der Zahl, über die die Championesse hinterher auf der Pressekonferenz sehr enttäuscht war.
Manch eine/r wird sich jetzt allerdings fragen, was ihn bewogen haben mag, die Fronten zu wechseln. Ob mit Wiederholungscharakter, sei einmal dahin gestellt. Wobei freilich in seiner Heimatstadt der Box-Sport-Klub Ahlen ansässig ist und für das entsprechende Betätigungsfeld sorgen könnte. Ein denkbarer Grund wäre, dass beim Boxen qua Reglement Schläge unterhalb der Gürtellinie verboten sind und für den Fall bis hin zur Disqualifikation geahndet werden. Das könnte in die Richtung ehemaliger Weggefährten aus der Leichtathletik zielen. Es wird nämlich kolportiert, dass D.M. zu seinem langjährigen Generalsekretär, Kronprinzen und letztendlichen Nachfolger Kurt Kaschke aus Freudenstadt im Schwarzwald seit jüngerer Zeit nicht das einvernehmlichste, freundschaftliche Verhältnis verbindet. Dazu sei angemerkt, dass der 74-jährige Westfale als EVAA-/EMA-Ehrenpräsident bei etlichen Entscheidungen nach wie vor Sitz und Stimme hat, womöglich auf dem „Obergefreiten-Dienstweg“ noch mit an den Strippen ziehen möchte. Er ist nicht der Typ, der duckmäusert und in Untätigkeit verharrt. Der Beweis dafür wurde gerade erst geliefert.
Ein schönes Foto, das ihn, ein wenig fülliger um die Hüften geworden, mit RTL-Reporter Dirk Reuter im Ring stehend mit Mikrofon in der Hand zeigt, können wir aus urheberrechtlichen Gründen leider nicht verwenden.