Saarland: Ausfallendes Teamfinale hätte lediglich einen Bewerber gehabt

(Piesbach/Saarbrücken/Krefeld, 02. Mai 2022)  Land unter meldet das Saarland. Keine Sorge, die Saar ist nicht über ihre Ufer getreten. Es ist sinnbildlich zu verstehen, bezieht sich auf die Deutsche Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM). Die sehr engagierte SLB-Seniorenreferentin Rita Buchholz aus Saarbrücken teilte in einer auch LAMPIS zur Verfügung gestellten Rundmail an die in Frage kommenden Klubs mit, dass das für den 10.Juli 2022 vorgesehene Team-Landesfinale ausfallen muss. Piesbach stehe wegen der dann noch nicht abgeschlossenen Stadionsanierung nicht zur Verfügung, die Suche nach Alternativen sei leider ergebnislos verlaufen.
Allerdings hatte Buchholz auch der allgemeinen Tendenz entsprechend  ein stark nachgelassenes Interesse der Vereine und Startgemeinschaften an diesem klassischsten aller Senioren-Wettbewerbe festzustellen. Lediglich die Frauen der Equipe Saar bekommen eine Mannschaft zustande, müssen ihre erhoffte Qualifikation für das Finale der Team-DM am 10.September 2022 im westfälischen Lage anderswo unternehmen. Vielleicht ja mit der neuen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (*1976) von der SPD, die in einer Antwortmail gegenüber DAMM-Experte Dieter Krumm ankündigte, trotz ihres hohen, zeitintensiven Amtes weiterhin gelegentlich in den Kugelstoß- und Diskuswurfring gehen zu wollen. Sie hält übrigens unverändert seit 1996 mit 16,03m den Saarlandrekord im Kugelstoßen der Frauen (wir berichteten).
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Alles neu macht der Mai: Erhebliche Zweifel sind geboten

Kolumne

Das Wort zum Mai-Feiertag

(Krefeld und die Republik, 01. Mai 2022) 
Wählen wir dem kalendarischen Ereignis angemessen zum Einstieg den Kalauer einer nicht verbrieften alten ostwestfälischen Bauernweisheit „Ist der April vorbei, haben wir Mai.“ Stimmt, reimt und dichtet. Genau wie „Alles neu macht der Mai.“ Da hat er allerdings in rundum besch…eidenen Zeiten wie diesen verdammt viel zu tun. Was jedoch wie immer ist, dass es sich beim sogenannten „Tag der Arbeit“ um einen bundesweiten gesetzlichen Feiertag handelt. Diesmal für die werktätige Bevölkerung ohne besondere Dienste kontraproduktiv, da er auf einen Sonntag fällt. Nun wollen wir nicht alle Sitten und Gebräuche zum ersten Tag des vermeintlichen Wonnemonats Mai aufführen. Das würde zu lang geraten und wäre vermutlich auch nicht sonderlich spannend.

Ein  tiefer Griff in die Nostalgiekiste

Greifen wir schlicht in die Nostalgiekiste mit dem verklärten Blick, dass früher ja sowieso alles besser war. Auf die Leichtathletik bezogen mag das sogar überwiegend stimmen. Denn anno dazumal war es auch ein hoher Festtag dieser insbesondere bei der Ü30-Generation mittlerweile gezwungenermaßen vor sich hin darbenden Sportart. Das war quasi über die bereits früher beginnenden Werfertage hinaus der inoffizielle Auftakt der Freiluftsaison. Auf Nordrhein-Ebene zum Beispiel traditionell mit dem Landesfinale um die Deutsche Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM). Immerhin gibt es das zum NRW-Finale erhoben noch respektive wieder: Konkret am 15.Mai in Kreuztal (wir berichteten).

LAMPIS-Werfermeeting als Alkoholverdunstungskur vom „Tanz in den Mai“

Aber noch ein Fundstück aus dem erwähnten Raritätenkabinett einer vergangenen Epoche. Dies sogar mit einem eigenen Bezug. Die lokale Sportredaktion der Rheinische Post in Erkelenz titelte am 30.April 2011: „Werfermeeting am 01.Mai“. Und im Vorspann hieß es weiter: „Eine ganz besondere Art der Alkoholverdunstungskur vom Tanz in den Mai bietet Chef-Organisator Peter Holthuijsen beim 2.Internatioalen Lampis-Meeting am Mai-Feiertag ab 13 Uhr im Willy-Stein-Stadion an der Westpromenade in Erkelenz.“ (siehe Link).

DLV setzte mit aberwitzigen Gebühren den Grabstein

Die fünfte Auflage an Christi Himmelfahrt 2014 (13.Mai) in Krefeld-Uerdingen sollte sich im Nachhinein als Himmelfahrtskommando herausstellen, bat der DLV später unter Ausschöpfung aller Winkelzüge mit 150 Euro zusätzlich zur Kasse. Der Grabstein für solch eine kleine, aber feine, sehr gut mit Ehrenpreisen und dekorativen, wertvollen „Pokalen“ aus Acrylglas (die gewannen seinerzeit Gabriele Weiler und Klaus Kynast; siehe Beitrag mit Foto und Bericht) ausstaffierte Veranstaltung mit überschaubaren Einnahmen von damals angetretenen 30 Mädels und Jungs. Geschichte eben.
In diesem Sinne einen schönen Mai-Feiertag bei was und mit wem auch immer sowie eine abwechselungsreiche 18.Kalenderwoche! Da wir schon mit einem Kalauer begonnen haben, schließen wir als Internet-Portal für erwachsene, ausgewachsene Menschen beiderlei Geschlechts auch mit einem solchen: Der Bauer macht ein Bäuerlein, es muss nicht mit der Bäuerin sein. Wisster Bescheid.

Nach langer Leidenszeit greift die DAMM wieder ins Geschehen ein

(Regis-Breitingen/Kreuztal/Nürnberg/Langensteinbach/Gröbenzell/Krefeld, 27. April 2022) Kommen wir zum liebsten Steckenpferd auf unserer Internet-Spielwiese: Der guten alten Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM), der Keimzelle der leichtathletischen Senioren-Bewegung hierzulande. Lang, lang ist’s her, das bisher letzte Finale um die Team-DM. Das fand im September 2019 im Münchner Dantestadion statt. Corona und der Halsstarrigkeit sowie nicht vorhandenen Flexibilität der Dachorganisation DLV war es geschuldet, dass 2020 und im Vorjahr trotz jeweils vorliegender Bewerbung der LG Lage-Detmold-Bad Salzuflen keine Endkämpfe durchgeführt worden sind. Nunmehr im dritten Anlauf ist die 48. Auflage dieses Finale am 10.September 2022 im Stadion Werreanger in Lage terminiert.

Zahn der Zeit hat an der guten alten DAMM genagt

Der Zahn der Zeit hat an allen potenziellen Interessenten genagt. 94 Bewerber wie 2019 in München werden dafür sicherlich nicht zusammenkommen. Mithin wird es wesentlich einfacher sein, sich für die theoretisch 54 Plätze der M30 bis 70 und W30 bis 60 zu qualifizieren.
Für die ersten Landesfinals und DAMM-Durchgänge haben folgende Vereine und Startgemeinschaften ihre Meldungen abgegeben, darunter allein vier Teams der LG Kindelsberg Kreuztal mit Thomas Blech (*1973) als Chef-Organisator, Trainer und Aktivem in dreifältiger Personalunion.

Sächsisches Team-Finale am 14.Mai.2022 in Regis-Breitingen

M50: TSG Markkleeberg; M60: Sportfreunde Neukieritzsch; W50: StG SF Neukieritzsch.
W60: StG SF Neukieritzsch.

NRW Team-Finale am 15.Mai.2022 in Kreuztal

M30: StG Nutrixxion Masters, LG Kindelsberg Kreuztal: M40: LG Kindelsberg Kreuztal; M50: LG Kindelsberg Kreuztal; M60: StG Werther-Brackwede-Kirchlinde; LG Kindelsberg Kreuztal, StG Hünxe-Bedburg- Duisburg; M70 Team: StG Hünxe-Bedburg-Duisburg.
W30: LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain, außer Konkurrenz; W40: TSV Korbach, Leichtathletik, a.K.; W50: TSV Bayer 04 Leverkusen, StG Witten-Annen/Bochum. 

Bayrisches Landesfinale am 15. Mai.2022 in Nürnberg

M50: StG Würzburg-Schweinfurt-Ipsheim; M60: StG LAC Quelle Bayern Masters; M70: StG LAC Quelle Bayern Masters.
W30:
TSV Friedberg; W40: StG Mittel- /Unterfranken.
 
DAMM-Durchgang am 29. Mai.2022 in Langensteinbach/Baden

M50:LAC Essingen; M60: LAC Essingen. 

DAMM-Durchgang am 01. Juni 2022 in Gröbenzell/Bayern

M30: LG Stadtwerke München;  M40: LG Stadtwerke München.

Schlusstermin für die Qualifikation ist der 10.Juli

Soweit bislang bekannt geworden, werden am 18.Juni in Verden (Niedersachsen) und 10.Juli im Saarland (Austragungsort steht noch nicht fest) DAMM-Durchgänge respektive Landesfinals ausgetragen. Übrigens: Für alle, die noch etwas Derartiges auf die Beine stellen wollen, ist für eine Qualifikation am 10.Juli der ultimative Schlusstermin (siehe Ausschreibung).

Neben dem offiziellen gibt's jetzt einen offiziösen WM-Meldeschluss

(Tampere/Krefeld, 30. April 2022) Da lagen wir mit unserem Terminus vom „offiziellen“ Meldeschluss zu den Senioren-Weltmeisterschaften vom 29. Juni bis 10.Juli 2022 im finnischen Tampere wieder einmal goldrichtig. Nicht gerade heimlich, still und leise, was auch keinen Sinn machen würde, ist der mit einer Verlautbarung auf der Netzseite des Schirmherrn World Masters Athletics (WMA) vom 27.Apirl auf den 02.Mai 2022 verlängert worden. Unter der pflaumenweichen Verlautbarung, übersetzt aus dem Englischen: „Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine in Verbindung mit den Auswirkungen der Pandemie konnten einige Länder ihre Teilnahme erst sehr spät planen. Um ihren Athleten die Möglichkeit zu geben sich korrekt anzumelden, haben sich das WMA-Präsidium und das LOC Tampere auf eine Verlängerung von fünf Tagen für alle geeinigt.“
Wer’s glaubt, wird selig. Oder aus Sicht der WMA: „Der liebe Gott erhalte mir meine guten Ausreden.“ Denn es dürfte sich bei dem Eiertanz von Sport und Kommerz um einen Vorwand bei dem nicht zufriedenstellenden Meldeergebnis von 4.330 Startwilligen aus 87 Ländern handeln, in einer Art Sommerschlussverkauf noch ein bisschen Ramschware an den Mann und die Frau zu bringen. Denn bei der letzten WM 2018 in Malaga (Spanien) waren es noch 8.197 aus 101 Nationen. Insofern haben wir auch mit unserer Prognose ins Schwarze getroffen, dass dieses Resultat unerreicht bleiben dürfte (siehe Beitrag).
Nur stellt sich jetzt die berühmte Hänsel- und Gretel-Frage: Wer kommt bei an sich abgeschlossener Entscheidung darauf, noch einmal nachzusehen und sich dann doch zu einer Teilnahme bewegen zu lassen? Was nun LAMPIS betrifft verdanken wir den Tipp Diskuswerfer Christian Welke aus Forchheim. Vielleicht lassen sich ja noch drei bis fünf unserer Leser animieren. Provision werden wir der WMA keine berechnen.

Sportsch(l)au: Teufelskreis Verletzungen - nicht wieder zu früh anfangen

(Köln/Krefeld, 28. April 2022) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Dank seiner freundlichen Genehmigung haben wir honorarfrei seit nunmehr über zehn Jahren in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues dazukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben.  As

Ein Zusammenwirken: Kein Körperteil kann isoliert betrachtet werden

Eine Verletzung ist soeben erst ausgeheilt, da folgt auch schon die nächste. Viele Sportler können von diesem Teufelskreis aus Verletzungen ein garstiges Lied singen. Das gilt für Profis wie engagierte Amateursportler gleichermaßen. Doch ist es wirklich nur Pech oder steckt etwas anderes dahinter? Fakt ist, alle Strukturen des menschlichen Körpers sind miteinander vernetzt. Kein Körperteil kann isoliert betrachtet werden, der Blick gilt dem kompletten System „Körper“. Wird also eine Schraube, etwa durch eine Verletzung, verändert, so hat das Auswirkungen auf den Rest des Systems und das eben nicht nur für den Zeitraum der Genesung. Bei einer Verletzung werden falsche beziehungsweise veränderte Informationen vom sensorischen System an das zentrale Nervensystem geliefert. Dadurch werden bisherige Bewegungsmuster abgewandelt und zu veränderten, fehlerhaften Bewegungsabläufen umgestaltet. Die verletzte Struktur wird somit zwar entlastet, jedoch zu Ungunsten anderer Körperregionen, die nun einer erhöhten Belastung ausgesetzt werden. Ist also das linke Knie verletzt, so wird es geschont durch eine höhere Belastung des rechten Beins. Die Strukturen des rechten Beins müssen ein Mehr an Kraftaufwand leisten. Somit wird eine andere Extremität über einen langen Zeitraum unphysiologisch belastet.

Schonhaltungen können Nachbargelenke in Mitleidenschaft ziehen

Doch dies ist nur eine Konsequenz, die sich aufgrund einer Verletzung und der damit verbundenen Schonhaltung ergibt. So können beispielsweise auch die Nachbargelenke in Mitleidenschaft gezogen werden. Die veränderten Informationen führen auf einen längeren Zeitraum dazu, dass die Gelenkbewegungen sich verändern. Eine Schonhaltung aufgrund einer Knieverletzung kann somit zum Beispiel Schmerzen in der Hüfte oder im Sprunggelenk verursachen.
Zudem sind auch Strukturen wie das Bindegewebe und die darin enthaltenen Faszien betroffen. Faszien bestehen aus einer kollagenen Flüssigkeit und umhüllen die Muskeln so, dass sie eine stabilisierende Wirkung ausüben. Durch Fehl-, Über- und Unterbelastungen kann die Struktur verkleben, was eine Steifheit der Struktur auslöst und wiederum mit Schmerzen verbunden ist. Bedeutet: Sowohl Unterbelastungen durch etwa einen eingegipsten Arm, als auch Überbelastungen durch eine Schonhaltung sind Gift für die Faszien.
Folglich heißt es nicht zwangsläufig, dass ein Sportler bei der Abheilung von der eigentlichen Verletzung wieder genesen, die körperliche Verfassung komplett wieder hergestellt ist. Die Rückkehr ins Training muss mit Bedacht erfolgen und nicht überhastet geschehen. Je früher man nach einer Verletzung zurückkehrt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Verletzung. Dann allerdings in einer anderen Struktur.