Brauchtumspflege als Superverbreitungs-Festivals der Extraklasse

(Köln/sonstwo/Krefeld, 11. November 2021) Als wären die explosionsartig steigenden Infektionszahlen (gestern wurde die Schwelle von 50.000 erstmals durchbrochen) nicht genug, ist heute im Mix von erwachsen bis absteigend nach jung Brauchtumspflege mit größeren Menschenansammlungen angesagt. Ganz so, als gäbe es kein Corona und Morgen mehr. Zunächst steht am heutigen Elften im Elften um 11:11 Uhr in Köln und sonstigen Hochburgen der Jecken auf Zeit Karnevalserwachen auf der Agenda. Am Abend dann ziehen mit meist (noch) ungeimpften Kindern im Lichterglanz der Fackeln die Umzüge zu Sankt Martin durch die Straßen. Gewissermaßen zwei Superverbreitungs-Festivals der Extraklasse an einem Tag.

Niemand muss diesen ganz normalen Wahnsinn mitmachen

Auf den Karneval bezogen befürchtet das auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Ob manche es als Mahnmal verstehen, so sie es überhaupt erfahren haben, dass der designierte Kölner Karnevalsprinz Sven Cheffe just gestern positiv auf Corona getestet worden ist, darf füglich bezweifelt werden. Zumal die ohnmächtige Politik falsche Signale ausgesendet hat. Die NRW-Landesregierung passte die Corona-Schutzverordnung zur Karnevalssession dahingehend an, dass zum Feiern ohne Maske in geschlossenen Räumen ein sechs Stunden alter Antigen-Schnelltest reicht. Geht’s noch? Wer soll das in dem Gewusel überwachen? Einige Wirte von Kölner Altstadt-Lokalen haben die einzig richtige Konsequenz gezogen: Sie lassen die Türen ihrer Gaststätten zum Schutze ihres Personals und sich selber geschlossen.
Denn die Unvernunft immer noch allzu vieler Menschen gepaart mit Alkohol ist ein verhängnisvoller Cocktail. Zumindest ist niemand gezwungen, bei diesem ganz normalen Wahnsinn mitzumachen.

Meldegebühr Braga 2020: Kaschke und Wendorf trafen Abkommen

(Braga/Lausanne/Neustädt/Krefeld, 10. November 2021) Tue Gutes und rede/schreibe darüber. Diesmal sind wir jedoch nicht der moderne Robin Hood als Retter der entrechteten und geknechteten Senioren-Leichtathleten*innen. Die kommt vielmehr in Gestalt von DLV-Seniorensprecher und Wirtschaftsjurist Heiko Wendorf aus Neustädt in Thüringen daher. Dem 51-jährigen Macher war es bei seinem beruflich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und vielen an ihn gerichteten Anliegen Betroffener ein Stachel im Fleisch, dass immer noch ein nicht unerheblicher Teil der erklecklichen Meldegebühren für die ausgefallenen Hallen-Europameisterschaften 2020 in Braga (Portugal) von der veranstaltenden European Masters Athletics (EMA) mit Sitz in Lausanne/CH zurückgezahlt worden sind.

Ein wenig Eigeninitiative der Gläubiger ist erforderlich

Er forderte EMA-Präsident Kurt Kaschke in einer E-Mail als Mediator mit Nachdruck auf, dies unverzüglich zu veranlassen. Der wiederum meldete sich vorgestern in einem 72-minütigen Telefonat bei Wendorf nicht nur in dieser Sache zu Wort. Aber zum eigentlichen Knackpunkt führte K.K. aus, dass die vollständige Abwicklung an buchhalterischen Schwierigkeiten gescheitert sei, da der EMA-Partner PayPal seine Tätigkeit aufgekündigt habe. Damit „die Kuh vom Eis käme“ sicherte Kaschke in einem mündlichen Abkommen mit Wendorf als Interessenvertreter folgendes Verfahren zu: Die verbliebenen Gläubiger können in einer E-Mail an Vizepräsident und Schatzmeister Gerardo Vaiani Lisi (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) ihre Forderungen mit dem entsprechenden Kontoauszug unter Angabe des Bankkontos geltend machen. Die Rückerstattung würde sodann zeitnah erfolgen.
Kaschke ist also im Wort, hiermit sogar öffentlich manifestiert. Was es (diesmal) wert ist, wird sich zeigen. Bei Zuwiderhandlungen einfach per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden.

Johann Stein warf auf der letzten Rille deutsche Jahresbestweite

(Düsseldorf/Krefeld, 08. November 2021) Vorweg: Die Falschmeldung stammt nicht von uns, wir haben sie lediglich weitertransportiert. Das Wetter war beim gestrigen Beginn der Offenen NRW-Winterwurf-Meisterschaften im Arena Sportpark in Düsseldorf bei heiter bis wolkig und etwa 12 Grad nicht so schaurig, wie prognostiziert. Mithin herrschten für die Jahreszeit annehmbare äußere Bedingungen, konnte der „Friesennerz“ in der Sporttasche bleiben. Und so gab es eingedenk der späten Saison noch einige sehr ordentliche Resultate bis hin zu einer deutschen Jahresbestleistung. Die stellte der für den TV Werther startende Jung-Siebziger Johann Stein (*01.11.1951) aus Hagen mit 41,75m im Diskuswurf der M70 auf. Der kernige Westfale verdrängte auf der buchstäblichen letzten Rille Gerhard Zachrau (40,99m) von RKS Phoenix Mutterstadt vom „Platz an der Sonne“.
Es war nach meinem Augenschein auf die sehr früh schon gestern Nachmittag zur Verfügung stehenden Gesamtübersicht (zuvor soll es sogar einen Live-Ticker gegeben haben) das herausragende Ergebnis dieser Titelkämpfe.

Buchführung lässt Zweifel an ihrer Richtigkeit aufkommen

Die Ergebnisliste förderte allerdings auch noch Verwunderliches zu Tage. Schenken wir der Buchführung glauben, was wir nicht tun, hagelte es von ungewöhnlich vielen Athleten ganze Wettbewerbe ohne gültigen Versuch (= ogV). Um die krassesten Fälle zu nennen, so zum Beispiel von einem Trio im Diskuswurf der M50 und einem Quartett in derselben Disziplin der M55. Das mag bei horizontalen Sprüngen mit einem „Salto nullo“ über die Anfangshöhe oder im Mehrkampf bei nur drei Versuchen im Weitsprung vorkommen, aber nicht bei Langwürfen in der Häufung mit vorher verbrieften sechs Durchgängen.

Thomas Neumann mit starken 53,76 Meter beim Hammerwurf der M50

Sei noch anknüpfend an unsere Vorschau erwähnt, dass Thomas Schmitt (*1989) vom VfL Ahaus in seiner stärkeren Disziplin Diskuswurf (Bestleistung 53,44m) ebenfalls „sechs Fahrkarten geschossen“ haben soll, mit dem Hammer warf er als Alleinunterhalter der M30 42,07m. Der Mann mit der (vermeintlich) weitesten Anreise, der für Diskus und Speer gemeldete Christian Reich (*1967/M50) vom SC Siemensstadt Berlin, trat nicht an. Vor Ort muss er eigentlich gewesen sein, denn für den Speerwurf hat er sich angeblich abgemeldet (abg.). Womit wir wieder bei der höchst zweifelhaften Buchführung wären.
Noch dies: Obwohl er nur noch sporadisch bei Wettkämpfen selber in Erscheinung tritt (er ist auch Kampfrichter), hat der ehemalige 73,51m-Hammerwerfer Thomas Neumann (*1971) vom SC Bayer 05 Uerdingen zumindest von seinem technischen Rüstzeug noch einiges zu bieten. Bei seinem Einstand in der M50 schleuderte er das 6-Kilo-Gerät auf 53,76m und die dritte Position der deutschen Jahresbestenliste. Und: Was die wenigen „Mädels“ so zu bieten hatten, überantworten wir den weiblichen und männlichen Freunden der Statistik (siehe obige Verlinkung).

Traue keiner Rekordliste, die nicht von dir selber gefälscht wurde

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Bad Nauheim/Bad Vilbel-Dortelweil/Krefeld, 09. November 2021)
Lösen wir noch das Rätsel um die authentische Punktzahl der Weltrekord-Verbesserung in der M55 durch Thomas Stewens (*1966) aus Dortelweil beim Jedermann-Zehnkampf im September 2021 in Bad Nauheim aus jenem von uns ins Spiel gebrachtem dreifachen Zahlen-Cocktail auf. Definitiv falsch und  zu vernachlässigen ist das vom Veranstalter übermittelte und der „Wettraurer Zeitung“ vorbehaltlos übernommene Ergebnis von 8.325 Punkten. Nach einem veröffentlichten „Update“ der World Masters Athletics (WMA) per Stand 01.November 2021 haben 8.312 Punkte Eingang in die globale Rekordliste gefunden. Halten wir analog zu unserer obigen Grafik fest, dass die vielen Zahlen, Daten, Fakten stimmen und jenes Gesamtwerk ergeben.

Rekorde finden nur bei elektronischer Zeitmessung Anerkennung

Der DLV-Mehrkampfrechner ist insofern ein wenig irreführend, als dass er ein leicht zu übersehendes Häkchen bei elektronischer Zeitmessung verlangt. Dabei finden Mehrkampf-Rekorde nach den Internationalen Wettkampf-Regeln (IWR) auf allen Ebenen ohnehin nur Anerkennung, wenn sie in den Laufdisziplinen ausschließlich bei funktionierender Elektronik erzielt worden sind (wir berichteten mehrfach). Es ist bereits von EMA-Webmaster Hans-Peter Skala aus Ratingen veranlasst worden, dass der europäische Senioren-Statistiker Ivar Söderlind den Europa- und zugleich Weltrekord auf die Leistung von Stewens nacherfasst.

Unsägliches Durch- und Gegeneinander bei EMA und WMA

Noch eine Ungereimtheit zwischen European Masters Athletics (EMA) und WMA in der umgekehrten Richtung. Der Weltverband führt im Zehnkampf der M60 immer noch unverdrossen jene 8.123 Punkte von Stabhochsprung-Spezialist Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen als Weltrekord, aufgestellt im Frühjahr 2014 in Stendal. Den hat jedoch der Nord-Italiener Hubert Indra aus Lana in Südtirol bereits im Juni 2018 in Arezzo/I auf 8.202 Punkte verbessert (siehe dazu bei der EMA Decathlon auf Sete 18 und unseren damaligen Beitrag). Da wiederum liegt die kontinentale Dachorganisation richtig.
Es ist unsäglich und unerträglich, dass sich die Statistiker der internationalen Senioren-Verbände nicht im Sinne der Athleten/innen untereinander abstimmen. Jede/r hält sich offenbar für allwissend und unfehlbar. Ein schieres Unding bei dem Wust an Disziplinen und Altersklassen von M/W 35 bis soundso. Drum merke: Das über allem stehende Credo muss im Sinne der Athleten*innen 1.) "Ehre, wem Ehre gebührt" sein und 2.) müssen sich die Medien-Vertreter aller Couleur bei ihrer Berichterstattung darauf verlassen können, dass sie auf wirklich aktuelle Höchstmarken und deren Inhaber zurückgreifen.
Fazit: Traue keiner Statistik, die nicht von dir selber gefälscht worden ist.

LAMPIS-Gründervater Peter Holthuijsen nun ein echter Sechziger

(Erkelenz//Krefeld, 07. November 2021) Wer hat’s erfunden? Nicht die Finnen, auch nicht die Schweizer, sondern ein gebürtiger Niederländer mit Wohnsitz im beschaulichen Erkelenz unweit von Mönchengladbach. Gemeint ist LAMPIS. Ohne ihn könnte ich jetzt die Laudatio an dieser Stelle zur Vollendung seines 60.Lebensjahres gar nicht zu Bildschirm bringen. Denn Peter Holthuijsen (*07.11.1961 in Tegelen/NL) ist der Gründervater dieser Netzseite von, aber nicht nur für Senioren-Werfer/innen.
Gemeinsam mit den Brüdern im Geiste Henk van Baakel, Jan Titulaer (beide Baarlo/NL) und mir in der zusätzlichen Rolle als Sportjournalist wurde dieses Internetportal am Nikolaus-Tag, dem 06.Dezember, des Jahres 2009 aus der Taufe gehoben. Mit Fug und Recht darf in dem schnelllebigen Geschäft von Online-Medien mit Nischenengagement konstatiert werden, dass wir uns in seit bald zwölf Jahren am Markt – nach Einschätzung Dritter – einen beachtlichen Stellenwert erarbeitet haben. Von den einstmals „Big Five“ auf diesem Gebiet sind wir zudem die einzig Verbliebenen.

Deutscher und niederländischer Senioren-Meister an einem Tag

Doch zurück zur Hauptfigur. Der mit fast zwei Metern Körperlänge, exakt 1,97m, hünenhafte Jubilar war dereinst niederländischer Junioren-Meister im Zehnkampf mit jenseits von 7.000 Punkten. Doch sein Studium zum Grafik-Designer ließ irgendwann das zeitaufwändige Training für diesen Vielseitigkeitswettbewerb nicht mehr zu, um auf hohem Niveau im Konzert der Elite mitzuspielen. Der Leichtathletik blieb „Peter der Große“ heruntergebrochen auf Stoß/Wurf jedoch bis in den Senioren-Bereich mit niederländischem und deutschem Verein zweigleisig fahrend stets treu. Erfolgreich, wie anzufügen ist. Nicht allein als mehrfacher niederländischer Senioren-Meister durch verschiedene Altersklassen mit Kugel, Diskus und im Wurf-Fünfkampf. Zeitpläne und die geringe Entfernung beider Schauplätze ließen es zu, dass er zudem für ein Novum sorgte, an ein und dem selben Tag deutscher und niederländischer Senioren-Meister geworden zu sein.
In den letzten Jahren hat er sich allerdings mit eigener sportlicher Aktivität ziemlich rar gemacht. Er widmete sich mehr der Betreuung seiner hammerwerfenden Tochter Sina Mai, die als Deutsch-Niederländerin ebenfalls zweigleisig fährt und im Juni 2018 in Utrecht im Trikot des AV Unitas Sittard die große Favoritin Wendy Koolhaas schlug und mit 61,71m niederländische Meisterin im Hammerwurf geworden ist (siehe Link).

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
  
Eigentlich wollte Peter in der M60 wieder in die verschieden großen Ringe gehen, wechselte sogar dafür zum 01.Januar 2021 vom SC Myhl zum SC Bayer 05 Uerdingen, dem auch Sina Mai angehört. Aber zweitens kommt es anders, als man(n) erstens gedacht hat. Aber vielleicht klappt es ja demnächst als echter Sechziger. Aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Außerdem wollen wir ihn nicht allein auf das rein Sportliche reduzieren. Er ist ein Werfer wie du und ich, ein feiner, aufrichtiger Kerl und prima Kumpel. Obendrein ein geselliges „Feierbiest“, um einen Ausspruch seines Landsmannes und Fußball-Trainer Luis van Gaal zu zitieren.
Da uns seit vielen Jahren eine Männer-Freundschaft verbindet, wir darüber hinaus gelegentliche Kontakte zusammen mit unseren Ehefrauen pflegen, weiß ich, wovon ich schreibe. Weiterhin eint uns die Passion zu „Fellkindern“, zu gut Deutsch: Hunden. Aktuell gibt es im Hause Holthuijsen mit großem Grundstück in Erkelenz-Hetzerath zwei Bernhardiner-Hündinnen. Ein Yorkshire-Terrier würde zu so viel Mannsbild auch schlecht passen.  
Und zu guter Letzt: Herzlichen Glückwunsch, lieber Peter!