Österreich gewann überlegen den Senioren-Vier-Länderkampf

(Zagreb/Krefeld, 08. Juli 2014) Felix Austria (Glückliches Österreich)! Höchstwahrscheinlich nicht allumfassend, aber zumindest bei den Masters. Die „Ösis“ gewannen überlegen die Gesamtwertung beim Vier-Länderkampf in Zagreb mit 289 Punkten vor Tschechien (262), Slowenien (222) und den auch in dieser Hinsicht vollendeten Gastgebern Kroatien als abgeschlagene Viertplatzierte (165). Den Grundstein dazu legte das diesmal tatsächlich im doppelten Wortsinne starke Geschlecht (158) mit einem großen Vorsprung von 44 Zählern auf Tschechien und Slowenien (je 114). Obendrein gingen zwei der drei punktbesten Leistungen auf das Konto österreichischer Hammerwerfer. Heimo Viertbauer (M 70) belegte in dieser Sonderwertung mit 52,85 m (1.204 P.) den ersten, sein jüngerer Teamkamerad Johann „Hans“ Lindner (M 55) mit enorm starken 58,41 m (1.191) den dritten Rang. Hier geht es zur sehr ausführlichen Ergebnisliste. Dazu hat Ultra-Kraftsportler Franz Kastenberger, der sich an Strong-Man-Wettbewerben aller Art beteiligt, ein Video mit folkloristischen Einlangen und vom Hammerwurf der Seniorinnen ins Netz gestellt.

Senioren-EM in Erdogan-Land erweist sich nicht als Renner

Kommentar

Unter uns gesagt

(Lausanne/Izmir/Krefeld, 06. Juli 2014)
Versprochen ist/war versprochen, nicht mehr mit werberischen Maßnahmen den Erfüllungsgehilfen für die ziemlich dilettantisch operierende EVAA in Lausanne zu spielen. Doch gestern Abend um 24 Uhr fiel die Klappe für den (vorläufigen?) verlängerten Meldeschluss zu den 19.Senioren-Europameisterschaften vom 22. bis 31. August 2014 im türkischen Izmir. Da das offenbar die beabsichtigen Massen für die Kassen nicht zu mobilisieren vermochte, scheint ein weiterer Nachschlag nicht ausgeschlossen. Zurückhaltung allenthalben und allerorten. Selbst bei der sonst so reise- und teilnahmelustigen Ü-35-Generation aus Germany, wie wir nach Lesart des DLV inzwischen heißen. 238 Senioren/innen tauchen auf seiner offiziellen Meldeliste im Netz auf. Dazu gesellt sich noch eine kleine Dunkelziffer von erfahrungsgemäß 10 bis 20 Geheimnisträgern, die nicht genannt werden wollen. Dabei sind gar keine Adressen angegeben, die potenziellen Dieben sachdienliche Hinweise auf verwaiste Prachtvillen geben könnten.
Und international? Wie wir von einer sehr späten Online-Melderin mit der fortlaufenden Registrierungsnummer 2.351 erfahren haben, dürfte es auf maximal 2.500 Startwillige hinauslaufen. Da machen wir uns bei dem sich abzeichnenden Minusrekord (vor zwei Jahren in Zittau 3.887) ernsthafte Sorgen. Nicht um die sportliche Qualität, die bei viel Quantität durch die allzu vielen Sporttouristen doch nur verwässert wird. Vielmehr um den Tross der Offiziellen. Wie will es der Bundesausschuss Senioren rechtfertigen, bei rund 200 Schutzbefohlenen (die meist hohe Ausfallquote schon abgezogen), wovon die wirkliche Inanspruchnahme bei etwa fünf liegen dürfte, als KDF (= Kosten der Firma namens DLV)-Maßnahme mit von Frontfrau Margit Jungmann angeführtem vollständigem Betreuer-Wasserkopf zum vornehmlichen Sonnenbaden ins lecker warme Erdogan-Land eine Lustreise zu unternehmen? Und erst der noch größere Stab um den EVAA-Präsidenten Kurt Kaschke aus Freudenstadt im Schwarzwald. Freude wird bei denen sicherlich nicht aufkommen. Denn wie will das Lokale Organisationskomitee (LOC) bei den fehlenden Einnahmen von fehlendem Zahlvieh im vierstelligen Bereich für die erklecklichen Reisespesen mit Flug, Hotel, Verpflegung plus Taschengeld „für besondere Aufgaben“ der honorigen Delegation aufkommen. Es darf gemutmaßt werden, dass da einige zu Hause bleiben oder das eigene Bankkonto strapazieren müssen.
Allerdings hält sich unser Mitleid trotz der erwähnten, indes satirisch zu verstehenden Sorgen logischerweise in sehr überschaubarem Rahmen. Exakt formuliert sind sie überhaupt nicht vorhanden, die Sorgen.   

Motto von Philipp Frech, nun 94: Alt zu werden ist nicht nur eine Gnade

(Pulheim/Krefeld, 06. Juli 2014) „Alt zu werden ist nicht nur eine Gnade, sondern auch ein Verdienst“, lautet das (Über-)Lebensmotto von Philipp Frech (*06.07.1920) aus Pulheim, der täglich in irgendeiner Form Sport treibt. Begnadet ist es allerdings schon, mit welcher körperlichen Fitness und geistigen Frische der studierte Diplom-Ingenieur und einstige selbständige Spediteur mit 14 Fernverkehrslastzügen heute die Vollendung seines 94.Lebensjahres feiern darf. Er lebt nach wie vor allein in seinem Haus, wenn er denn vor Ort ist und nicht gerade an seinem Zweitwohnsitz in der Nähe von Kapstadt (Südafrika) überwintert, nimmt weiterhin unverdrossen an Wettkämpfen teil. Zuletzt beim Traditionellen Senioren-Sportfest des TuS Köln rrh, dessen Ehrenmitglied er ist, davor unter anderem beim 5.Lampis-Werfermeeting in Krefeld-Uerdingen. Nur die „Deutschen“ schenkt er sich inzwischen, da er es als schreiende Ungerechtigkeit empfindet, in die M 80 gegen über zehn Jahre jüngere Konkurrenten herunter starten zu müssen. Da lobt er die South African Masters Championchips, bei denen er tatsächlich noch altersgemäße Gegner in der ausgeschriebenen M 90 hat und im Frühjahr in den Wurfdisziplinen sowie im Wurf-Fünfkampf einmal mehr alles abräumte.
Wer die Gelegenheit hat,  Philipp einmal bei einem Sportfest anzutreffen, der sollte das Gespräch mit ihm suchen. Er ist ein amüsanter Plauderer, weiß vortrefflich aus seinem prallen Leben zu erzählen, dass dem Zuhörer vor Staunen Augen und Ohren offen stehen. Eine kleine Kostprobe: Als in seiner Spedition Not am Mann war, ein Fahrer plötzlich vor der Rückfahrt erkrankte, chauffierte er einen 40-Tonner LKW die 520 Kilometer von Augsburg nach Köln. Als da schon 75-Jähriger Bürohengst! Das war damals sogar dem WDR-Fernsehen einen mehrminütigen Beitrag wert.
Und zu guter Letzt von dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch, lieber Philipp! Nur noch sechs bis zur (M) 100.

Abschied der Senioren-Sprecherin zum Rührstück hochstilisiert

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 06 . Juli 2014)
Wer kein Thema hat, der häkelt sich eines. So geschehen und gesehen auf der Senioren-Netzseite www.ue30leichtathletik.de von Mittelstreckler Alfred Hermes aus Jülich. Was da gestern bei ihm als brandaktuell und exklusiv daherkam, dass Senioren-Sprecherin Barbara Schlosser (im Bild) aus Wiesbaden nicht mehr kandidieren wird, stand bereits – übrigens von ihm, Hermes, geschrieben – indirekt längst in der Senioren-Spielecke des DLV, dem bekannten Unwesen. Muss ihm irgendwie entgangen sein. Doch immerhin reicherte er das Rührstück um eine Verabschiedung in einer PDF-Datei an. Frei nach dem britischen Spielfilm von 1973 „Wenn die ,Deutschen’ (im Original: Gondeln) Trauer tragen“, sollte der geneigte Leser schon einmal das Bettlaken zücken. Denn ein Taschentuch wird die Tränenströme nicht bewältigen können (erkenne sie, die Ironie).
Was hat sie so Großartiges geleistet in den acht Jahren ihrer Amtszeit, die Schlosserin? Wo war sie im Winter 2013, als es darum ging, für Kugelstoßer Karl-Heinz Marg (*1938) das verbriefte, aber zunächst vom Verband verweigerte Startrecht zu den Deutschen Hallen-Meisterschaften zu erwirken? Wo war sie, als es darum ging für den verstorbenen Weltklasse-Diskuswerfer Lothar Pongratz anlässlich der DM 2013 in Mönchengladbach eine Gedenkminute zu organisieren? Wo war sie, als es bei den gleichen Titelkämpfen darum ging, das vorbildliche sportliche Verhalten von Harald Lang aus Kaiserslautern beim Diskuswurf der M 50 ins rechte Licht zu rücken? Nur drei Beispiele. Allesamt Fehlanzeige. Dabei ist sie von Hause aus Werferin. Wer hat’s gerichtet? Natürlich Lampis als Robin Hood für den Senioren-Wurf.
Stets vorneweg war die Hessin indes, wenn (Selbst-)Beweihräucherung angesagt war. Athleten-Eid bei der Senioren-EM 2012 in Zittau sprechen, deutsche Fahne beim Einmarsch der Nationen tragen und welche Bonbons sonst noch zu erhaschen waren. Kammelle, der Prinz kütt (kommt). Eines ehrt sie, kommt sie doch immerhin zu der umwälzenden Erkenntnis, „die Entscheidungskompetenz der Seniorensprecher wäre sehr gering“ (Anmerkung der Redaktion: genau genommen überhaupt nicht vorhanden), „Einfluss auf Entscheidungen so gut wie nicht gegeben“ (Anm.: das wiederum ist korrekt wieder gegeben; Glückwunsch!). Wer mehr dazu wissen möchte: siehe oben!
In diesem Sinne noch einen schönen Restsonntag und eine erlebnisreiche neue Woche!

Kugelstoß-Gigant Andy Dittmar vollendet heute sein 40. Lebensjahr

(Gotha/Krefeld, 05. Juli 2014) Ein mit 1,98 Meter Körpergröße und 137 Kilogramm Gewicht wahrer Kugelstoß-Gigant, dazu eine absolute Zierde für die Senioren-Szene, „nullt“. Andy Dittmar (im Bild) aus Gotha vollendet heute sein 40. Lebensjahr. Obwohl der Vater von drei Kindern und Marketingleiter einer gesetzlichen Krankenkasse im wahren Leben eine Menge um die und zwischen den Ohren hat, blieb er dem „schmutzigen Geschäft“ mit der Kugel stets treu. Das Schöne daran: Er war/ist sich als Mann der ehemaligen europäischen und immer noch erweiterten deutschen Spitzenklasse (absolute Bestleistung 20,55 m aus 2006) vor allem nicht zu schade, im nahtlosen Übergang bei den Senioren in die „Bütt“ zu gehen, räumte hinauf bis zu Weltmeisterschaften, Halle wie Stadion, alles ab. Meist seinen Konkurrenten hoch überlegen, die er zur staunenden Staffage zu degradieren pflegte. Für „Kugel-Andy“, wie er sich selber nennt, ist es Ehrensache, in einer Woche bei seinem DM-Heimspiel im nur 20 Kilometer entfernten Erfurt zu starten. Als haushoher Favorit. Was sonst?!
Erstaunlich, geradezu verblüffend ist, selbst für seinen einstigen, im Vorjahr seine Karriere beendenden langjährigen Weggefährten und Sportfreund Ralf Bartels (*1978), welch hohes Niveau er seit Jahren mit zwangsläufig stark abgespecktem Training der Marke Sparflamme noch hält. Eine kleine 19er-, hohe 18er-Weite, mindestens aber eine 18 vor dem Komma ist bei ihm immer noch Standard. Sogar ziemlich aktuell. Beispiel gefällig? Bitte schön!  Bei den Thüringer Hallenmeisterschaften der Männer/Frauen 2014 in Erfurt verbesserte er den 32 (!) Jahre alten deutschen Hallenrekord der M 40 von Fred Schladen (18,12 m) aus Bonn um 20 Zentimeter auf  18,32 Meter. Und nun wird es beinahe märchenhaft, ist indes verbrieft und gewissermaßen amtlich: Der jetzige Jung-Vierziger stieß Mitte Juni bei den Landesmeisterschaften der Männer/Frauen, versteht sich, an seinem Wohnsitz Gotha nach vierwöchiger Zwangspause aufgrund einer Verletzung an der rechten (Wurf-)Hand beim ersten ernsthaften Härtetest 18,12 m. Ein bisschen Krafttraining und was er sonst so außer Kugelstoßen im Training noch macht hatte er sich allerdings schon gegönnt. Dennoch. Er war dann sogar über sich selbst erstaunt. Damaliger O-Ton, erschienen am 16. Juni in unserem Fenster Ergebnisse:
"Meine ,Pfote' zwickt zwar noch ein wenig, aber ich bin rundum zufrieden mit dieser Weite. Mit mehr als 18 Metern war unter Berücksichtigung der Verletzung nicht zu rechnen." Es war zugleich sein 42. Meisterstück in Thüringen bei den Männern, unter dem Hallendach wie freien Himmel zusammen gerechnet.
Das war bis hierhin naturgemäß alles sehr, genau genommen rein sportlich. Viel Platz bleibt zudem leider nicht mehr. Aber es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Koloss aus Gotha auch neben dem Kugelstoßring ein toller, aufgeschlossener, humorvoller Typ ist. Ein Mensch wie du und ich. Ein Werfer eben. Das sagt alles. Bleibt noch in Geschäftsführung ohne Auftrag im Namen der Lampis-Gemeinde knackig kurz zu formulieren und konstatieren: Herzlichen Glückwunsch, lieber Andy!  Speziell auch von mir, mein Name steht über dem Text und unter der Überschrift.