Prof.Dr. Ingo Froböse: "Sportmangel bedroht das Gesundheitswesen"

(Köln/Düsseldorf/Krefeld, 02. November 2021) Bonjour Tristesse! Eigenglich wäre es geboten, zum „November-Blues“ eine – um im sprachlichen Bilde zu bleiben – fröhlichere Musik zu spielen. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Egal wohin die Augen sehen und Ohren hören werden wir in den Medien mit negativen Nachrichten erschlagen. Und bei all dem handeln viele Mitbürger auf die apokalyptische Seuche der Menschheit bezogen nach der Devise als würde es kein Corona und Morgen mehr geben. Die Disziplin lässt allenthalben und allerorten merklich nach. Das habe ich am eigenen Leibe im Fitnessstudio meiner Wahl erfahren, in das ich erst seit einigen Wochen wieder gegangen bin. Obwohl dort selbstverständlich peinlich genaue Hygieneregeln herrschen, die bis auf die Einlasskontrolle (3G) aber auf dem großen Areal nicht flächendeckend und stetig vom Personal überwacht werden können, halten sich gefühlt 50 Prozent der Trainierenden nicht daran. Also ziehe ich mich zum Fitnesstraining notgedrungen wieder in meine hauseigene, glücklicherweise beheizbare kleine „Folterkammer“ im Keller zurück. Halt unter eingeschränkten Möglichkeiten.

Körperliche und seelische Gleichgewicht wird beeinträchtigt

Abgesehen davon bedroht ganz allgemein gesehen Sportmangel das körperliche und seelische Wohlbefinden der Bevölkerung. Das hat erst kürzlich der unseren Stammbesuchern bestens bekannte Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr.Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln in einem halbseitigen, bebilderten Gastbeitrag in der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post beschrieben (steht leider nicht in Gänze online zur Verfügung). Der 64-jährige Ex-Sprinter der deutschen Spitzenklasse kommt zu dem Schluss, „dass durch die Reduktion der körperlichen Aktivitäten in den letzten zwei Jahren das Gesundheitswesen bis 2030 an seine Grenzen kommen wird“.
Unterdessen ist eine baldige Besserung bei dem aktuellen Infektionsgeschehen nicht zu erwarten.

Werfer-Urgestein Johann Stein nunmehr ein echter Siebziger

(Hagen//Krefeld, 01. November 2021) Glücklicherweise gibt es im heute begonnenen gemeinhin trist-trüben November auch noch persönliche Feiertage von Leichtathleten. Naturgemäß können wir sie nicht alle kennen und mithin benennen. Einige schon. Den Anfang macht das für den TV 04 Werther startende Werfer-Urgestein Johann Stein (*01.11.1951; im Bild) aus Hagen in Westfalen. Wie es das Geburtsdatum bereits verheißt, schreibt dieses vom Namen her harte, gestandene Mannsbild heute die siebte Null, vollendet das 70.Lebensjahr. Der von Allen Seatory aus Hilden trainierte Drehstoßer und Diskuswerfer sammelte etliche deutsche Meistertitel bei den Senioren, hauptsächlich mit dem Diskus. Legendär sind hier seine vielen Duelle mit dem ein Jahr älteren, aus dem FC Bayer 05 Uerdingen unter Trainer-Ikone Norbert Pixken hervorgegangenen Gerd Sieben (jetzt ASC 09 Dortmund) mit wechselndem Ausgang.

Ein legendäres DM-Duell von 2011 auf hohem Niveau

Obwohl schon zehn Jahre her, ist mir der live betrachtete friedliche Schlagabtausch auf hohem Niveau mit der 1-Kilo-Scheibe von den Deutschen Senioren-Meisterschaften II 2011 im Weserstadion in Minden bei der M60 noch bestens in Erinnerung. Bei den Weiten habe ich mich allerdings pflichtgemäß vergewissert. Johann legte alle sechs Versuche praktisch auf einem Bierdeckel jenseits der 50-Meter-Marke ab, schlug den favorisierten damaligen Bestenlisten-Ersten (52,43m) Gerd Sieben letztlich relativ deutlich mit 51,33 zu 50,18m. Auch die weitere Reihenfolge zeugt in Spitze und Breite von der Klasse des Wettbewerbs, von der man heutzutage nicht mal mehr zu träumen wagt: 3.Georg Ortloff (LAC Quelle Fürth) 49,12m, 4.Hansruedi Staeheli (CH/LG Radolfzell) 48,80m, 5.Klaus Kynast (ASC 09 Dortmund) 47,29m, 6.Ralf Unger (TuS 1889 Buir) 45,71m.
Zum Vergleich: Der bislang letzte nationale Freiluft-Meister dieser Altersklasse von 2019 in Leinefeld-Worbis (bei der Senioren-DM 2021 in Baunatal stand Diskus in einem Willkürakt nicht auf dem Programm) warf 46,92, der Sechste 39,37m. Die Jahresbestenliste 2021 der M60 wird mit 47,16m angeführt. Das reichte anno 2011 mal grade zu Rang elf.
Die Teilnehmer der NRW-Senioren-Winterwurfmeisterschaften am kommenden Sonntag im Arena Sportpark in Düsseldorf haben Gelegenheit dem dort startenden Jubilar ein wenig nachträglich zum Wiegenfest zu gratulieren. Unsererseits haben wir es mit dieser kleinen Laudatio zeitgerecht verwirklicht.
Übrigens feiert der Kugelstoß-Olympiasieger von 1988 in Seoul (Südkorea) heute ebenfalls Geburtstag: Ulf Timmermann vom Jahrgang 1962 ist 59 geworden.

Kommende Nacht werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt

(Krefeld und die Republik, 30. Oktober 2021) Nicht gerade täglich, aber zumindest zweimal im Jahr grüßt in den Staaten der Europäischen Union (EU) in selber Sache das Murmeltier. Kommende Nacht ist es mal wieder so weit. Da werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr von Sommer- auf Winterzeit zurückgestellt. Längst sind sich die gelehrten und geleerten Politiker bei der EU in Brüssel einig, dass dieses Bäumchen-verwechsle-dich-Spiel ausgemachter Humbug ist. Nur können sie sich seit Jahren nicht mehrheitlich darauf einigen, ob auf eine durchgängige Normal- oder Sommerzeit. Und so drehen wir dann entgegen besseren allgemeinverbindlichen Wissens weiterhin an den analogen Zeitmessgeräten. Digital geht es in aller Regel hierzulande und der EU auf ein Signal der Atomzeituhr in Braunschweig. Sie ist seit 1978 für die gesetzliche Zeitbestimmung verantwortlich.
Sei‘s drum: Wohl dem, dessen innere Uhr sich auf Kommando umstellen lässt. Der kann morgen, so noch Termingebundenes anstehen sollte, eine Stunde länger schlafen.
So oder so: Angenehme Ruh‘! Immer! Denn ein guter, fester Schlaf ist wichtig für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Nicht nur, aber auch beim Sport. Hätten wir das gleich mit geklärt.

Heutiger Reformationstag läutet die November-Tristesse ein

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Wittenberg/Krefeld, 31. Oktober 2021)
Mal „Halloween“ ausgenommen, den aus den USA zu uns herübergeschwappten Schnickschnack, den niemand mitmachen muss und bei steigenden Infektionszahlen auch nicht sollte, ist heute hochoffiziell Reformationstag. Der wird von evangelischen Christen hierzulande und in Österreich zum Gedenken an Mönch, Theologie-Professor und Reformator Martin Luther gefeiert, der 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg  in Sachsen-Anhalt geschlagen haben soll. Lesen, noch weniger verstehen werden es nicht viele gekonnt haben, da sie in lateinscher Sprache gehalten waren. Unsererseits bleiben wir bei Deutsch. Von meinem „Kleinen Latinum“ ist eh nicht viel übrig geblieben. Kostproben werde ich jedoch zur Schonung der geschätzten Stammbesucher und Gelegenheitsgäste nicht abliefern, sie tun zudem nicht zur Sache.
Allerdings macht der Klartext in verständlicher deutscher Sprache die Botschaften eher schlechter als besser. Denn der heutige Tag läutet gewissermaßen die November-Tristesse ein mit Allerheiligen (01.11.), Allerseelen (02.11.), Volkstrauertag (14.11.), Buß- und Bettag (17.11.) und Totensonntag (21.11.). Ein wenig aufgelockert durch Sankt Martin (11.11.), zugleich bekannt als Karnevalserwachen mit dem Elften im Elften. Und nicht zu vergessen den 1.Advent (28.11.), an dem ein Hoffnung verbreitendes erstes Lichtlein brennt und die Vor-Weihnachtszeit einleitet.

World Masters Games abermals verschoben

Globetrotter unter den Senioren-Sportler/innen, mithin nicht zuletzt der Leichtathletik, müssen abermals vertröstet werden, Die bereits auf den 12. bis 29.Mai 2022 verschobenen World Masters Games 2021 im japanischen Kansai (wir berichteten) müssen auf einen momentan noch nicht bestimmten Zeitpunkt verlegt werden. Möglicherweise in den Herbst 2022 hinein. Dies teilte das Organisationskomitee jüngst auf der Veranstalter-Netzseite imga.ch mit. Schuld daran ist, was sonst, das anhaltend ungünstige Infektionsgeschehen im Land der aufgehenden Sonne. Das muss wahrscheinlich bald in „untergehenden“ umgetitelt werden. Doch machen wir uns kein X für ein U vor: Bei uns drohen auf alle möglichen Gebieten ähnliche Szenarien. Die nächste Welle rollt bereits über uns hinweg. Das gelobte Bundesland der Senioren-Leichtathletik Thüringen hat aktuell einen Inzidenzwert von 288. Wenngleich noch nicht offiziell durch Bewerbungen manifestiert und der vom wie eine Behörde geführten Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt geforderten „Belastbaren Absichtserklärung“ hinterlegt, stehen/stünden dort drei der fünf großen nationalen Senioren-Meisterschaften 2022 in den Startlöchern.

Es gibt immer noch zu viele Impfverweigerer

Und da es nun einmal in die vermeintlich „Herrlichste Nebensache der Welt“ hineinspielt, muss ich notgedrungen noch ein bisschen politisch werden: Es ist auf Sicht keine wesentliche Besserung im Hinblick auf eine Herdenimmunität in Sicht. Losgelöst von einem prominenten Impfverweigerer wie dem kickenden Vorzeigeprofi Joshua Kimmich vom FC Bayern München, gibt es von der Sorte schlechterdings viel zu viele. Ja, klar, jede/r ist bei den hohen Werten unserer Demokratie und unseres weltweit gelobten, beneideten Grundgesetzes (Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar) seines (Un-)Glückes Schmied. Aber es gibt auch noch einen Verantwortung seinen Mitbürgern gegenüber. Womöglich den eigenen Freunden, Bekannten und Verwandten. Wer sich angesprochen fühlen muss: Einfach in einer stillen Stunde, und davon gibt es demnächst reichlich, noch mal drüber nachdenken. Denn: Nach fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen sind die etwaigen Nebenwirkungen zu vernachlässigen und auch keine Langzeitschäden zu befürchten.
Kleiner Mutmacher aus meiner eigenen verbrieften Erfahrung: Als fortgeschrittenes Modell vom Jahrgang 1944 Spätlese bin ich seit Corona gegen Pneumokokken, zweimal gegen Grippe und zweimal gegen COVID-19 mit keinerlei Begleiterscheinungen geimpft. Und wie selbstverständlich werde ich mir am 09.November als Drittes die „Booster“-Impfung gegen diese vermaledeite Seuche verabreichen lassen. Noch eine Weisheit für alle Lebenslagen, die nicht von mir stammt, aber trotzdem stimmt: Für Optimismus gibt es keine Alternative!
In diesem Sinne einen schönen Sonntag, eine geschmeidige 44. Kalenderwoche und lasst euch alle miteinander nicht vom November-Blues heimsuchen!

DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf nimmt sich 760 km unter die Räder

(Roermond/Krefeld, 29. Oktober 2021) Traditionell bitten unseren westlichen Nachbarn von Swift Atletiek in Roermond/NL am letzten Samstag im Oktober zur Douwe Smit Trofee: Ein Werfertag mit Senioren-Wertung im Kugelstoßen, Diskus-, Speer und Hammerwurf. Gemeldet haben dazu 57 Athleten*innen aus dem Gastgeberland (45), Belgien und Deutschland (je 6). Letztere nicht allein aus dem grenznahen westdeutschen Raum. Denn mitunter kann auch ein weiterer Anreiseweg lohnen. DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (*1970) vom Eisenacher LV in Thüringen nimmt sich 380 Kilometer (einfache Fahrt) unter die Autoräder, um seine gute Spätform auf dem allerletzten Drücker zu einer Verbesserung der Saisonbestleistung im Kugelstoßen der M50 zu nutzen. Auf dass es bei dem Riesenaufwand gelingen möge.
Passen muss leider der deutsche Ex-Meister Ralf Unger (*1947; im Bild) vom TuS 1889 Buir in Kerpen bei seiner geplanten Abschiedsvorstellung aus der M70. Der Drehstoß-Interpret zog sich beim Abschlusstraining eine schwere Zerrung oder gar einen Muskelfaserriss in der rechten Wade zu. Eigentlich hatte auch er vor noch ein „Schöppchen“ draufzulegen und in der deutschen Bestenliste unmittelbar vor ihm auf Position vier Bald-Siebziger Johann Stein (*01.11.1951) vom TV Werther einzufangen (12,39 zu 12,13m). Die Trainingsweiten hätten es hergegeben.
Alle weiteren Details auf der famosen Meldeplattform atletiek.nu, die hierzulande ihresgleichen sucht und nicht findet.