Mit drei Landesfinals greift die DAMM endlich wieder ins Geschehen ein

(Regis-Breitingen/Kreuztal/Nürnberg/Krefeld, 12. Mai 2022) Nun geht es am kommenden Wochenende nach zweijähriger, beileibe nicht zwingend nötiger Zwangspause endlich wieder los mit der Mutter der Senioren-Bewegung in der Leichtathletik, der guten alten Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM). Der dabei vom DLV hausgemacht durch Verweigerung angerichtete Kahlschlag ist unübersehbar. Waren es 2019 noch 94 Vereine und Startgemeinschaften, die sich für das bundesweite Team-Finale Senioren im September in der „Weltstadt mit Herz“ München zu qualifizieren versuchten, sind es Stand hier und heute 42 Mannschaften, die ihre Visitenkarte für den bundesweiten Endkampf am 10.September 2022 im westfälischen Lage abgegeben haben. Wobei es bislang lediglich in der M60 mit neun Teams ein Ausleseverfahren für die sechs Finalplätze geben wird.
Halten wir ganz allgemein betrachtet fest, dass nirgendwo sonst der Gemeinschaftsgedanke und das Gemeinschaftserlebnis in der Indiviudal-Sportart Leichtathletik dermaßen ausgeprägt ist wie in diesem Wettbewerb. Nicht zuletzt das macht seine Beliebtheit aus, die nicht vollends vom Dachverband kaputt zu kriegen gewesen ist.
Und noch aktuell: Den Auftakt machen nächsten Samstag/Sonntag die Landesfinals von Sachsen in Regis-Breitingen, NRW in Kreuztal und Bayern in Nürnberg.  

Alle bislang gemeldeten Teams nach Altersklassen


W30: L
G Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain, LAC Schkeuditz, StG Equipe Saar.
W40: StG Planeta Elbland, TSV Korbach, StG Mittel- /Unterfranken, TSV Friedberg.
W50: StG SF Neukieritzsch, TSV Bayer 04 Leverkusen, StG Witten-Annen/Bochum.
W60: StG SF Neukieritzsch, LG Kreis Verden, StG Breisgau-Team, Gazelle Pforzheim/Königsbach.
M30: StG Halle Express,StG Nutrixxion Masters, LG Kindelsberg Kreuztal, LG Stadtwerke München, LAC Essingen, LAC Schkeuditz.
M40: StG Planeta Elbland, LG Kindelsberg Kreuztal, LG Stadtwerke München, StG Südbaden.
M50: LG Kindelsberg Kreuztal, StG Würzburg-Schweinfurt-Ipsheim, LAC Essingen, TSG Markkleeberg.
M60: LAC Essingen, StG LAC Quelle Bayern Masters, StG BVV Masters, StG Werther-Brackwede-Kirchlinde, LG Kindelsberg Kreuztal, StG Hünxe-Bedburg-Duisburg, StG SF Neukieritzsch, LAGObere Murg, TV Hechtsheim.
M70: StG Hünxe-Bedburg-Duisburg, StG LAC Quelle Bayern Masters, StG Stormarn, StG Werther-Brackwede-Kirchlinde, LAG Obere Murg.

Nordrhein-Seniorenmeisterschaften 2022 werden nicht ausfallen

(Euskirchen/Duisburg/Krefeld, 11. Mai 2022) Entwarnung: Viel Lärm um nichts oder traue keinem Latrinengerücht, das nicht von dir selber in Umlauf gebracht worden ist. In unserer Kolumne „Das Wort am Sonntag“ haben wir vorsorglich im Konjunktiv und mit Fragezeichen versehen geschrieben, dass nach „Stiller Post“ von Mund zu Ohr beim Novesia-Sportfest in Neuss die Nordrhein-Seniorenmeisterschaften am 02./03.Juli 2022 in Euskirchen womöglich ausfallen würden. Mit dieser Nachricht konfrontiert war die ehrenamtliche LVN-Seniorenwartin Gisela Stecher (Grevenbroich) hörbar baff, ihr Derartiges nicht bekannt. Selbstverständlich wollte sie sich auch zu ihrer eigenen Planungssicherheit beim maßgeblichen Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) mit Sitz in Duisburg kundig machen und tat es auch. Ergebnis bereits vorweggenommen: Nichts dran an der Sch…hausparole! Es darf – Achtung: doppelter Konjunktiv – gemutmaßt werden, dass die Irritation dadurch entstanden sein könnte, dass diese Titelkämpfe lediglich im Rahmenterminplan, aber noch nicht im Veranstaltungskalender stehen. Letzteres soll kurzfristig nachgebessert werden.
Redaktioneller Hinweis auf einen Beitrag im Fenster Ergebnisse.

Beim Ratinger Mehrkampf-Meeting glänzte vor allem der Gold-Status

(Ratingen/Krefeld, 09. Mai 2022) Enttäuschend! Selbst wenn uns die Literaten sowie Verantwortlichen um DLV-Cheftrainerin Annett Stein und Oberhirte" Cheick-Idriss Gonschinska & Co. aus dem Wolkenkuckucksheim des Dachverbandes in Darmstadt etwas anderes weismachen wollen – nur so kann das Fazit aus deutscher Sicht beim 25.Ratinger Mehrkampf-Meeting vom vergangenen Wochenende lauten. Da messen wir sie lediglich nach den eigenen verbrieften Worten in der allzu vollmundigen Vorankündigung auf ihrer Netzseite im leicht gekürzten O-Ton: „Hochklassige Leistungen sind in jedem Fall garantiert, denn sowohl Deutschlands Mehrkampf-Stars um Weltmeister Niklas Kaul und die Olympia-Siebte Carolin Schäfer als auch die weltweite Elite im Zehnkampf und Siebenkampf will in Ratingen die begehrten WM-Tickets für Eugene und die Startplätze für die Heim-EM in München klarmachen.“

"Aussteiger des Jahres" drückten dem Jubiläum ihren Stempel auf

Pustekuchen! Die Jubiläumsveranstaltung wird mit dem unrühmlichen Etikett der beiden „Aussteiger des Jahres“ Niklas Kaul und Kai Kazmirek (wir berichteten) in die Annalen eingehen. Schwach auch die seit Jahren – höflich formuliert – stagnierende Carolin Schäfer, die mit 6.170 Punkten sogar die EM-Norm (6.250) recht deutlich verfehlte und von ihrer Landsfrau Sophie Weißenburg (6.273) relativ klar geschlagen auf den zweiten Platz verwiesen worden ist. Orientiert an den Gesamtergebnissen im Zehn- und Siebenkampf dürfte Ratingen den gerade erst verliehenen Gold-Status der weltweit drei bedeutendsten Mehrkampf-Ereignisse neben Götzis (Österreich) und Talence (Frankreich) wieder verlieren. Bereits der/die jeweils Drittplatzierte dieses als Normen-Festival apostrophierten „Spektakels“ müsste sich in Götzis die Eintrittskarte für das Möslestadion kaufen und käme nicht ins illustre Teilnehmerfeld.

Eine famose Darbietung des Schweizers Simon Ehammer

Doch lassen wenigstens wir die Kirche im Dorf, war nach sehr später Veröffentlichung der Teilnehmerlisten am Donnerstagnachmittag auch kein sportliches Feuerwerk von Glanzleistungen am Fließband zu erwarten. Und: Obschon die vermeintlich Arrivierten nicht ablieferten, war nicht alles unterirdisch an den zwei Tagen im Ratinger Stadion. Der junge Schweizer Simon Ehammer (*2000) löste als einziger Zehnkämpfer mit 8.354 Punkten hauchdünn um vier Zähler das WM-Ticket. Dabei verbesserte der 22-jährige „Alpenvulkan“ mit famosen 8,30m den Meeting-Rekord (zugleich Landesrekord) im Weitsprung, steigerte seine persönliche Bestleistung (8.231) um 133 und den schon mit Patina belegten Schweizer Rekord von Beat Gähwiler (8.244) aus dem Jahre 1988 um 110 Punkte. Aus dem Holz sind die wahren „Könige der Athleten“ geschnitzt.

Nico Beckers aus der zweiten Garnitur steigerte sich in regelrechten Rausch
  
Tim Nowak durfte sich als Zweiter mit bestleistungsnahen 8.160 Punkten (PB 8.229 aus 2018) zumindest über die EM-Norm freuen. Mehr war bei realistischer Einschätzung einfach nicht drin. Obwohl international gesehen damit kein Blumentopf zu gewinnen ist, bot Nico Beckers aus der zweiten Garnitur hierzulande eine formidable Vorstellung, steigerte sich regelrecht in einen Rausch. Der 28-jährige Wahl-Dormagener, den ich schon halb so jung im Schlepp seines Vaters Det im Trikot der ATG Aachen von Werfertagen im Gebiet Nordrhein kenne, stellte sage und schreibe in sieben Disziplinen „Hausrekorde“ innerhalb des Zehnkampfes auf, darunter gar einen Meeting-Rekord im Kugelstoßen von 16,63m, und per Saldo übertraf er als Gesamt-Dritter bei seinem Zwei-Tage-Werk mit 7.940 Punkten seine bisherige Bestmarke um satte 398 Zähler! Grandios! Womit bewiesen wäre, dass Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen auch zum Ziel führen können. Denn ein verkapptes Nachwuchstalent ist er in seinem Alter nicht mehr, haben manche da schon die beste Zeit hinter sich.   

Niklas Kaul fehlt schlechterdings die unerlässliche Grundschnelligkeit

Das wollen wir jetzt dem damals 2019 in Doha mit 21 Jahren jüngsten (Überraschungs-)Weltmeister der Leichtathletik-Geschichte nach seinem Aussetzer von Ratingen nicht gleich unterstellen. Aber festzuhalten bleibt, und das ist nicht meine superschlaue Erkenntnis, dass Sprinter geboren und nicht gemacht werden. Und Niklas Kaul fehlt schlechterdings die Grundschnelligkeit, die nun mal ein Multiplikator für viele Disziplinen ist. 11,42 Sekunden waren es vorgestern zum Auftakt über 100 Meter. Noch Fragen? (Alle Resultate vom Zehn- und Siebenkampf)
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Christa Bortignon trotzte Regen, Wind und Kühle mit zwei Weltrekorden

(Eugene/Krefeld, 10. Mai 2022) Mit einer schlechteren Nachricht konnten die Hayward Classics am vergangenen Samstag in Eugene im US-Bundesstadt Oregon, Mitte Juli Schauplatz der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2022 der Männer/Frauen, für die deutschstämmige Christa Bortignon (*29.01.1937; im Bild) aus Westvancouver in Kanada nicht beginnen. Der 85-jährigen Ausnahmekönnerin wurde mitgeteilt, dass ihr 100m-Weltrekord von 18,45 Sekunden (zuvor 19,37) vom 24.April in Delta/British Columbia, wegen versäumter vorheriger Prüfung der Nullstellung der elektronischen Zeitmessanlage nicht anerkannt werden konnte. Das ließe auch den Schluss zu, dass an diesem Fabelweltrekord Zweifel aufgekommen sind. Unbegründet, falls es so war. Obwohl sie schon drei Sprünge des letztlich abgebrochenen Weitsprungs (bester Versuch 2,80m) in den Beinen hatte und pünktlich zum Sprint bei kühlen Temperaturen und Wind auch noch Regen einsetzte, bestätigte sie in 18,49 sec. bei 0,6m/sec. Rückenwind bis auf 4/100 die seinerzeitige Bestmarke.

"Schwierigste an einem Weltrekord ist die Anerkennung"

„Das Schwierigste an einem Weltrekord ist, ihn genehmigt zu bekommen“, konstatierte Christa ob der trüben Erfahrung. Doch diesmal sollte eigentlich alles in Ordnung gehen. Denn keine Geringere als die WMA-Statistikerin Sandy Pashkin fungierte als Meeting-Direktorin, die sich anderenfalls ein denkbar schlechtes Zeugnis ihrer ansonsten von Bortignon hochgelobten organisatorischen Arbeit ausstellen würde. Innerhalb von nicht ganz sieben Stunden zwischen 11:15 Uhr und 17 Uhr wurden von einem großen Kampfrichter-/Helferstab 16 Feld- und 19 Bahnwettbewerbe reibungslos abgewickelt.
Und die aus Eugene stammende Pashkin muss noch einmal für die Wahl-Kanadierin in Aktion treten. Sogleich im ersten Versuch übertraf sie mit 6,16m bei legalen Windverhältnissen den bisherigen, bereits 27 Jahre alten Dreisprung-Weltrekord der Australierin Ruth Frith (5,50m) mal eben um 66 Zentimeter auf 6,16m. Mit Rücksicht auf die widrigen Wetterbedingungen beendete C.B. diese Konkurrenz und verzichtete auch auf die beiden weiteren gemeldeten Disziplinen. Das Verletzungsrisiko war ihr schlichtweg zu groß.
Losgelöst von ihr beiden globalen Bestmarken lautete ihr Fazit: „Es war toll, wieder an einem Wettkampf teilzunehmen und viele meiner alten Freunde aus der Masters-Gemeinschaft zu treffen."

Muttertag anno 2022 fällt auf ein geschichtsträchtiges Datum

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld und die Republik, 08. Mai 2022)
Töchter und Söhne, die ihr in der beneidenswerten Lage seid noch eine Mutter zu haben – nicht vergessen, dass heute ihr Ehrentag ist. Begangen wird er alle Jahre wieder am zweiten Sonntag im vermeintlichen Wonnemonat Mai. Manche Mutter feiert zudem zeitlgleich Geburtstag. Wenngleich lediglich eine Randnotiz: Neben vielen anderen auch die Mama meiner 54-jährigen Tochter Vera. Trotz besten Einvernehmens einer „Patchwork-Familie“, werden wir aus verschiedenen Gründen dennoch nicht gemeinsam feiern. Daran ist nicht mal Corona (ja, das gibt es immer noch!) schuld. Doch das aufzudröseln würde jetzt zu weit führen und niemanden wirklich interessieren.
Aber das womöglich schon, da es viele, insbesondere die jüngeren Generationen, nicht mehr oder noch nie auf dem Bio-Computer zwischen den Ohren haben/hatten. Denn der 08.Mai ist auch ein geschichtsträchtiger Tag, endete 1945 durch die Kapitulation Deutschlands vor den Alliierten der zweite Weltkrieg in Europa. Das wird sicherlich bei allen mit dem Herz am rechten Fleck auch ganz oben auf der Wunschliste stehen, dass Russland den barbarischen Überfall auf die Ukraine alsbald beendet, ehe wir noch in einen 3.Weltkrieg schlittern. Genug der Trübsal, lassen wir alle Mütter mit Blumen, Pralinen und vor allem Zuneigung hochleben. Gehen wir mit virtuellen Rosen mit gutem Beispiel voran.

Deutsche Seniorenmeisterschaften Mitte September in Bayern

Deshalb kommen wir schnurstracks auf den Mikrokosmos der Senioren-Leichtathletik herunter gebrochen zu einer positiven Nachricht. Wobei ich momentan aufgrund eines „Maulkorberlasses“ weniger kundtun kann, als ich tatsächlich im Detail bereits alles weiß. Aus zwei verschiedenen, absolut verlässlichen Quellen, die ich allerdings durch Vorpreschen nicht versiegen lassen will, habe ich erfahren, dass die Deutschen Senioren-Meisterschaften eine Woche nach dem DAMM-Finale am 10.September in Lage ausgetragen werden. Also konkret am 17./18.September 2022. Die Himmelsrichtung kann ich auch schon mal preisgeben, ohne gleich etwas zu verraten. Der Schauplatz wird, oh Wunder, im tieferen Süden der Republik sein. Der war eigentlich schon als Diaspora ausgerufen worden. Da hat nämlich vor 13 Jahren im Juli 2009 in der „Guido-Müller-Gemeinde“ Vaterstetten die bis dato letzte nationale Einzelmeisterschaft für die Ü35-Generation unter freiem Himmel stattgefunden.
Einfach in nächster Zeit immer wieder mal unter leichtathletik.de den Meisterschaftskalender aufrufen. Dort wird dann der kleine Rest des „Geheimnisses“ gelüftet. Dem letztlich veranstaltenden Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) ist es logischerweise auch schon bekannt. Allein wegen der von ihm stets verlangten „belastbaren Absichtserklärung“ nach Senioren-Referent David Deister. Ein Verbandsvertreter soll allerdings erst vor drei Tagen behauptet haben, dass es noch keinen Ausrichter geben würde. Nicht nur im Außenverhältnis Kommunikationswüste DLV mit gaaanz viel Sand im Getriebe.

Stehen dagegen die Nordrhein-Titelkämpfe auf der Kippe?

Vorerst noch unter Vorbehalt die taufrische Hiobsbotschaft, die gestern beim Novesia-Sportfest in Neuss kursierte: Aufgrund der Querelen beim Personal-Roulette auf dem LVN-Verbandstag in der Sportschule Duisburg-Wedau (siehe Link) würde die Region Süd-West mit der Ausrichtung der Nordrhein-Seniorenmeisterschaften am 02.Juli 2022 im Erftstadion in Euskirchen nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Rahmenterminplan weist sie indes noch aus, im Veranstaltungskalender wurden sie bereits gelöscht. Auf telefonische Nachfrage vor Online-Stellung dieses Beitrages zeigte sich die ehrenamtliche, sehr engagierte LVN-Seniorenwartin Gisela Stecher (im Bild) aus Grevenbroich von all dem überrascht, wusste nichts davon und wird sich selbstverständlich sachkundig machen. Klar, dass LAMPIS den Fall von Dichtung oder Wahrheit auflösen wird.
In diesem Sinne einen zauberhaften sonntäglichen Muttertag sowie eine schaffens- und erlebnisreiche 19. Kalenderwoche bei was auch immer!
Redaktioneller Hinweis auf einen Kommentar im Fenster Flurfunk.