Nicht alles fällt im vorauseilenden Gehorsam dem Rotstift zum Opfer

(Düsseldorf/Torun/Apeldoorn/Krefeld, 23. November 2021) Manches gleicht heutzutage einem Blick in die (Glas-)Kugel: Was bringt die Zukunft, was ist überhaupt noch einigermaßen planbar, was schlussendlich auch machbar? Bei aller gebotenen Vorsicht und Zurückhaltung kein Grund, im vorauseilenden Gehorsam restlos alles in Frage zu stellen. Der Mensch braucht nun einmal als Antriebsfeder für sein Tun und Handeln wenigstens erst mal eine Perspektive. Glücklicherweise fällt nicht alles im Vorhinein in Bausch und Bogen dem Rotstift zum Opfer. Der Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) veröffentlichte gestern seinen aktualisierten Rahmenterminplan für 2022. Da stehen unverändert die Offenen NRW-Seniorenmeisterschaften der Ü30-Generation am 08./09.Januar in der Leichtathletikhalle im Arena-Sportpark in Düsseldorf auf der Agenda.

Polnische Hallen-Meisterschaften 2022 der Masters offen ausgeschrieben

Einer interessierten internationalen Gästefraktion stehen auch die Polnischen Masters-Meisterschaften ab M/W35 unter dem Hallendach am 12.Februar 2022 am bewährten Schauplatz Torun offen, wo vor Corona im März 2019 die in jeglicher Beziehung hoch gepriesenen 8.Hallen-Weltmeisterschaften der Senioren*innen stattgefunden haben.
Unsere westlichen Nachbarn aus den Niederlanden haben ebenfalls am 12.Februar im Omnisport in Apeldoorn die dort NK Indoor Masters genannten Titelkämpfe. Allerdings bleiben die „Orjanes“ unter sich. Das wäre freilich bei Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften nicht anders, so sie denn stattfinden würden. Danach sieht es derzeit auch für das kommende Jahr nicht aus. Wobei „noch“ nicht aller Tage Abend ist. Bemühen wir das Phrasenschwein: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Auch darauf, dass ein Großteil der tumben, engstirnigen Corona-Leugner und Impfverweigerer noch zur Einsicht gelangen.

Open African Masters starten bei rundum märchenhaften Bedingungen

(Nairobi/Krefeld, 22. November 2021) Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?! Der Spruch ist von vorgestern. Denn am deutschen Wesen kann die Welt schon lange nicht mehr genesen. Auch nicht, was die Corona-Abwehr-Maßnahmen betrifft. Die Neuinfektionen explodieren auch hierzulande, muss das öffentliche Leben notgedrungen wieder heruntergefahren werden. Darunter wird nicht zuletzt der Breitensport leiden, mithin jener der Senioren-Leichtathleten. Das mit der Absageflut von Hallen-Veranstaltungen hatten wir gerade erst (siehe gestrigen Beitrag). Unter freiem Himmel geht immer noch was, so die klimatischen Bedingungen es zulassen. Ganz weit weg, rund zehn Flugstunden von der Drehscheibe Frankfurt entfernt, finden ab heute bis zum 27.November in der kenianischen Hauptstadt Nairobi die Open African Masters statt.

Bei lausiger Impfquote eine Sieben-Tage-Inzidenz von 0,8

Abenteuer-Wettkampf in einem „verstrahlten Gebiet“, nein danke! Denkste: Trotz einer lausigen Quote zweimal Geimpfter von 4,27 Prozent der etwa 55 Millionen Einwohner starken Bevölkerung (Nairobi 4,4 Mio.) beträgt die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz 0,8 (Deutschland 386,5). Wie machen die das bloß? Ja, klar, die haben ihre wärmsten Monate zwischen Oktober und Mai. Die Temperaturen sollen heute in Nairobi (Zeitunterschied zwei Stunden plus) bis 27 Grad steigen – im Schatten, versteht sich. Das mag dieser vermaledeite Virus nicht so gerne. Noch weniger im Freien.

Leider gibt es keine Meldeliste

Nun hätte uns zur Erbauung unserer Leser brennend interessiert, welche Mittel-Europäer und insbesondere Germanen rechtzeitig die pfiffige Idee und das nötige Kleingeld in größeren Scheinen hatten, mal ein paar Tage einigermaßen unbeschwert durchzuatmen und im friedlichen Wettstreit noch einen bisschen zu laufen, springen, stoßen und/oder werfen. Allerdings gibt es auf der spartanisch ausstaffierten Veranstalter-Netzseite leider keine Meldeliste.
Selbst der gut betuchte Reiner Görtz (*1940; im Bild) vom ASV Süchteln, sonst wie 4711 fast immer und überall dabei, vor zwei Jahren „deutscher Held“ mit vier Titeln in der M75 bei der zwölften Auflage dieser Meisterschaften in Tunis (Tunesien), war es zu viel des Aufwandes. Doch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Margit Jungmann aus Rehlingen als Präsidentin des globalen Dachverbandes World Masters Athletics (WMA) ihre Aufwartung machen, im internationalen Sprachgebrauch: Honneurs.
Das bringt uns allerdings auch nicht weiter. Hoffen wir also nach Beendigung der sechstägigen Titelkämpfe auf eine Ergebnisübersicht.

Appell von DOSB-Chef Alfons Hörmann: "Outdoor-Sport-Garantie für alle"

(Köln/Frankfurt/Krefeld, 20. November 2021) Es ist in extrem besch… Zeiten wie diesen ein zweischneidiges Schwert, ein Ritt auf der Rasierklinge: Was darf (noch) erlaubt und was muss schon (wieder) verboten werden? Schließlich gilt es die sich stetig weiterdrehende coronäre Aufwärtsspirale mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu stoppen. Nur sollte, was den Breitensport angeht, das Kind nicht abermals mit dem Bade ausgeschüttet werden. Die ARD-Sportschau veröffentlichte auf ihrem Online-Portal einen Appell des demnächst ausscheidenden Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, an die Politik: „Der Fehler des Vorjahres, als die weitgehende Schließung von Spiel- und Sportstätten und die Kontaktbeschränkungen die rund 27 Millionen Mitglieder von Sportvereinen und alle anderen Menschen in Deutschland zur Bewegungslosigkeit verurteilten, darf sich nicht wiederholen.“ Das Infektionsrisiko im Außenbereich sei anerkannt geringer. Mehr als eine 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) dürfe deshalb für den Sport unter freiem Himmel nicht gelten. Für Sport im Innenbereich sei 2G (geimpft oder genesen) sinnvoll.
Seine Worte in die Gehörgänge der vermeintlichen politischen Elite des Bundes, der Länder und Kommunen sowie der sie beratenden Virologen und Immunologen. Warten wir mal ab, was alsbald die blanke Realität hergibt. Unumgänglich ist, dass wir alle miteinander die Suppe auslöffeln müssen, die uns eine uneinsichtige, immer noch zu große Minderheit mit Impfverweigerung und Disziplinlosigkeit, als gäbe es kein Corona und Morgen mehr, eingebrockt hat. So schaut's aus!

 

Zwei mögliche Mutmacher unter einer Flut von Absagen

(Erfurt/Düsseldorf/Krefeld, 21. November 2021) Es geht schon wieder los: Mit der vierten Corona-Welle wird auch so manch geplante Hallen-Veranstaltung der Wintersaison 2021/2022 hinweggespült. Nun wäre es vollkommen müßig an dieser Stelle aufzuzählen, was alles nicht stattfinden wird. Wenden wir uns als stellvertretende Mutmacher zwei Veranstaltungen zu, die Stand jetzt über die sportliche Bühne gehen „sollen“. Dieser Konjunktiv ist in Zeiten wie diesen nun einmal unvermeidlich. Hellsehen kann keiner.
Aber: Die Ausschreibung für den von uns im verlinkten Beitrag bereits angekündigten 2.Jux-Zweikampf (Kugel, Streiholzwurf) und Stabhochsprung-Wettbewerb am 11.Dezember 2021 in der Erfurter Leichtathletikhalle ist nunmehr online. Da heißt es schnell sein, da die Teilnehmerzahlen auf jeweils 20 begrenzt sind.
Für „Westler“ ist auch etwas im Portfolio. Der ART Düsseldorf „möchte“ einen Tag später in der Halle im Arena-Sportpark der NRW-Landeshauptstadt sein 11.Advent-Indoor-Meeting ausrichten. Allerdings ohne spezielle Senioren-Wertung. Was freilich bis M/W45 herzlich egal ist. Siehe Link und dann Ausschreibung anklicken.

Sippenhaftung für russische Masters muss eine Ende haben

(Monte Carlo/Krefeld, 19. November 2021) Allem Anschein nach ist Margit Jungmann (*1956) aus Rehlingen als Präsidentin des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA) mit Sitz in Monte Carlo im Fürstentum Monaco als mögliche Folge des durch Corona bedingten Krisenmanagements amtsmüde geworden, lässt ihr Elan gehörig nach. Der Eindruck muss entstehen und kochte gestern wieder hoch. Gemäß einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bleiben die russischen Leichtathleten eingedenk des vor Jahren aufgedeckten flächendeckenden Dopingsystems von Sp(r)itzenathleten*innen infolge eines Beschlusses des Leichtathletik-Weltverbandes vorerst weiterhin von internationalen Wettkämpfen ausgesperrt. Mit Ausnahme jener, die durch regelmäßige Kontrollen nachweisen, dass sie „sauber“ sind und sodann unter neutraler Flagge starten können.

WMA-Präsidentin Margit Jungmann ist gefordert

Was dies mit Frau Jungmann (im Bild) zu tun hat? Sie wollte sich bereits vor geraumer Zeit auf dem „kleinen Dienstweg“ am selben Amtssitz in einem Gespräch mit dem Präsidenten der World Athletics (WA; vorher IAAF), Sir Sebastian Coe aus Großbritannien, dafür einsetzen, dass die russischen Masters nicht in Sippenhaftung genommen werden und für sie eine „Lex specialis“ (vergröbert: Sonderregelung) gelten müsse. Denn sie gehören keinem Anti-Doping-Testpool an, haben mithin keine Chance zu beweisen, dass sie nicht mit verbotenen Substanzen ihre Leistung steigern. Außerdem waren sie niemals Teil des Staatsdopings. Es gibt und gab (!) also keinen auch nur halbwegs plausiblen Grund, sie ebenfalls auszuschließen.
Da besteht vor den nächsten Europa- und Weltmeisterschaften der Senioren-Leichtathletik dringender Handlungsbedarf. Nach mir die Sintflut  (dem Vernehmen nach kandidiert Jungmann 2022 nicht für eine Wiederwahl) kann und darf nicht die Lösung sein!