World Masters Games 2021 sind gestern offiziell abgesagt worden

(Kansai/Tokio/Madeira/Krefeld, 30. Oktober 2020) Ohne gleich den Teufel an die Wand malen und eine Signalwirkung für die Olympischen (Nachhol-)Spiele vom 23.Juli bis 08.August 2021 in Tokio hochstilisieren zu wollen ist das erst einmal Fakt: Die Internationale Masters Games Association (IMGA) sagte gestern in ihrer „Newsletter“ von 14:43 Uhr deutscher Normalzeit die für Mai 2021 geplanten World Masters Games in Kansai (ebenfalls in Japan) offiziell ab. Sinngemäß aus dem Inhalt: „Wegen der globalen Coronavirus-Situation haben wir nach sorgfältigen Diskussionen mit allen Beteiligten eine Verschiebung beschlossen.“ Das ist schon jetzt ein Vorgriff ins Ungewisse. Wobei eingedenk der aktuellen Großgemengelage bis dahin keine Besserung, eher bei stetig neuen negativen Rekordzahlen (gestern 18.700 Neuinfektionen in Deutschland, 1,1 Millionen innerhalb einer Woche in Europa; das ist ungefähr die Einwohnerzahl von Köln) eine Verschlimmerung zu befürchten sein dürfte.

Derweil findet seit gestern eine Senioren-EM auf Madeira statt

Unterdessen finden seit gestern ungerührt die Senioren-Europameisterschaften im Straßenlauf, Gehen und Crosslauf auf der zu Portugal gehörenden Insel Madeira unter anderem mit Teilnehmern der Risikogruppen jenseits M/W60 aus den Risikogebieten aller Herren Länder des alten Kontinentes statt. Das ist Unvernunft und Verantwortungslosigkeit in höchster Potenz, derweil überall sonst die sozialen Kontakte auf kleinstmögliche Nenner heruntergefahren werden und Frankreich sogar wieder den „Lockdown“ (Abriegelung) in allen wesentlichen kommunikativen Lebensbereichen ausgerufen hat.
Noch Fragen, Herr EMA-Präsident Kurt Kaschke? Bleibt nur zu hoffen, dass die Protagonisten auf Sohlen mehr Grips zwischen den Ohren haben und nicht morgen zum „krönenden“ Abschluss der dreitägigen Titelkämpfe freudentrunken eine rauschende Halloween-Party feiern und ein Super-„Spreader“ (Verbreiter) für einen coronaren Flächenbrand sorgt.
Hinweis auf einen aktuellen Beitrag in unserem Schaufenster Flurfunk!

Sportsch(l)au: Gerade im Herbst und Winter täglich etwas Sonne tanken

(Köln/Krefeld, 29. Oktober 2020) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Mit seiner freundlichen Genehmigung haben wir nahezu über ein Jahrzehnt hinweg in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues hinzukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zu Erinnerung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. Dieser gehört dazu. A.H.

Besonders wichtig für die Stärkung des Immunsystems

Sonne, Sonne, Sonne! Wer sehnt sie im Winter nicht herbei, wenn es draußen trüb und dauer-dunkel ist? Das schlägt nicht nur auf die Laune, sondern auch aufs Immunsystem. Da hilft nur eines: So oft wie möglich raus ans Tageslicht! Täglich Sonne tanken: Das ist im Herbst und Winter besonders wichtig. Die Sonnenstrahlen stärken das Immunsystem und sind für viele hormonelle Prozesse wichtig. Die Sonne ist ein simples, aber sehr effektives Mittel zur Verbesserung der körpereigenen Immunabwehr. Auf der Haut befinden sich Rezeptoren, die eine Vorstufe des Vitamin D herstellen. Sonnenstrahlen regen die Umwandlung dieser Zusammensetzung in das Vitamin an.
Die meisten Menschen weisen am Ende des Winters und im Frühjahr ein deutliches Defizit an Vitamin D auf, weil sie eben nicht täglich die Mindestdosis an Tageslicht abbekommen haben. Wer zu wenig davon hat, erkrankt deutlich häufiger an Grippe. Um das zu verhindern, reichen schon 15 bis 20 Minuten täglich im Freien. Sofern machbar, sollten Sport- und Bewegungseinheiten in die Mittagsbereiche verlegt werden. Selbst bei starker Bewölkung oder Regen sollte nicht auf einen kurzen Spaziergang verzichtet werden, da auch bei diesen Wetterbedingungen noch ausreichend Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke gelangen. Die Sonne fördert zudem die gute Laune. Durch ihre Strahlen wird Serotonin ausgeschüttet, das sogenannte Glückshormon. Das befindet sich zum Beispiel auch in Schokolade. Nur in Form von Licht eingenommen ist es gesünder für den Körper.
Aber Vorsicht vor zu intensiven Sonnenbädern: Selbst im Winter hat die Sonne im wahrsten Sinne Strahlkraft.

 

DLV ist elendig lange der flotten Musik tatenlos hinterher gelaufen

(Erfurt/Krefeld, 27. Oktober 2020) Ohne gleich ins oberste Regal zu greifen vom Propheten, der im eigenen Lande nichts gilt, „predige“ ich nachweislich seit dem Bestehen von LAMPIS (06.Dezember 2009) immer wieder mal öffentlich, dass der ach so innovative Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die technische Entwicklung im Kugelstoßen restlos verschlafen hat. Da ist bis vor nicht allzu langer Zeit in U-Kader-Lehrgängen sogar noch die Wechselschritt- oder Angehtechnik gelehrt worden, richtiger: entleert. Finsterstes Mittelalter! Der einstige Wunderknabe und ehemalige zweifache Weltmeister David Storl (*1990) vom SC DHfK Leipzig wurde mit da nicht einmal 30 Jahren von Ex-Gewichtheber und MDR-Sportkommentator Marc Huster in Anbetracht seiner antiquierten Rückenstoßtechnik nach Parry O’Brien als Dinosaurier des Kugelstoßens bezeichnet (siehe unsere derzeitige Glosse). Derweil dreht sich die absolute Weltklasse jenseits 22 Metern, zu der er schon länger nicht mehr gehört, ausnahmslos buchstäblich im Kreise.

Alexander Baryschnikow gilt als Erfinder der Drehstoßtechnik
 
Die Drehstoßtechnik machte der als ihr Erfinder geltende Sowjetrusse Alexander Baryschnikow bereits vor 44 (!) Jahren bekannt, der damit am 10.Juli 1976 in Colombes (Frankreich) mit 22,00 Meter Weltrekord stieß und zugleich offiziell anerkannt als erster Mensch die 22 vor dem Komma knackte. Brian Oldfield aus den USA stieß zwar 1975 mit 22,86m deutlich weiter. Doch da er seinerzeit als Berufssportler galt und fernab jeglicher Doping-Kontrollen in einer US-Profi-Liga tingelte, wurde diese Leistung von den damaligen Gralshütern des olympischen Amateurgedankens nicht in die Statistik des Weltverbandes IAAF (heute World Athletics/WA) aufgenommen.

Sperling: „Im Spitzenbereich sind wir weit weg von der Weltspitze“
 
Nun wird dem DLV mit seiner angeblich weltweiten Strahlkraft nicht eingedenk Husters flapsiger Aussage mit ernsthaftem Hintergrund ein Lichtlein aufgegangen sein. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass er durch den Storl-Kronprinzen Steven Richter (*2003) vom LV 90 Erzgebirge auf den Trichter kam und die längst überfälligen Zeichen der Zeit erkannte. Der 17-jährige Jungspund verbesserte den Sachsen-Rekord der U18 von „Storli“ aus 2007 (21,40m), der mal Jahrgangs-Weltrekord war, drehstoßend auf 21,68m. Der Trainer dahinter ist Christian Sperling (im Bild), der sich seit fünf Jahren intensiv mit diesem dynamischen, weitenträchtigeren Stil beschäftigt und nunmehr als Bundestrainer des Nachwuchses von seinem Verband auf Werbetour für seine interessierten Kollegen in den Vereinen geschickt worden ist. Anfang Oktober „zwitscherte“ der 41-Jährige am leibhaftigen Objekt von U20-Kugelstoßer Kevin Reim (WSG Schwarzenberg-Wildenau) in Theorie und Praxis neun Lernwilligen in der Leichtathletikhalle in Erfurt etwas vor (siehe Link). O-Ton Sperling:
„Im Spitzenbereich sind wir weit weg von der Weltspitze. Es geht nur über die Basisarbeit, jeden Landesverband anzusteuern und bei den Trainern das Interesse für die Drehstoßtechnik zu wecken.“
Fürwahr! Die Dachorganisation ist schon viel zu lange der flotten Musik tatenlos staunend hinterher gelaufen.

Kleines Rätsel am Rande harrt der Auflösung

Übrigens widmete das Online-Portal des Spartensenders „Sport1“ dem sehr ambitionierten Sperling-Paradeschützling Steven Richter eine lesenswerte große bebilderte Personen-Geschichte unter dem Titel 
Der Tabubrecher aus dem Erzgebirge". Das verbinden wir mit einem Quiz. Wer aus der Szene entdeckt darin einen kleinen sachlich-fachlichen Fehler und lässt es uns wissen? Da wir es so oder so auflösen, werden wir auch die Namen derer nennen, die regelkundig sind und denen er aufgefallen ist.

"Stein" des Anstoßes war ein falsches Gewicht der Kugel

(Krefeld, 28. Oktober 2020) Obschon uns trotz der Nachrichtenverknappung seit Corona speziell in unserem Beritt nie die Themen ausgegangen sind, kann es nicht schaden sich gelegentlich selber die Steilvorlage für einen Folgebeitrag zu liefern. So geschehen gestern mit dem Aufruf zur Beteiligung an einem Quiz zu einem sachlich-fachlichen Fehler in der verlinkten Personen-Geschichte über das 17-jährige Supertalent Steven Richter bei „Sport1“. Es ging darum, dass das Gewicht der Männer-Kugel 7,257 kg betragen würde. Ein uralter Zopf, der irgendwann in den 1970iger Jahren abgeschnitten worden ist. Seither müssen es regelkonforme 7,26 Kilogramm sein, sonst passiert das Objekt der Begierde keine Gerätekontrolle.
Das war wohl nicht so einfach für nachgewachsene Generationen. Die erfolgreiche Teilnahme blieb ausgesprochen überschaubar. Das mag auch daran gelegen haben, dass es die meisten eben schlicht nicht wussten oder aber keine Lust auf Quiz hatten, da ja Entertainer Hape Kerkeling schon 1991 behauptete, dass bereits das ganze Leben eines wäre.


Olympischer „Zweikampf“ mit Kugel und Diskus keineswegs ein Novum


Kurz und knapp das glorreiche Quintett in der Reihenfolge der Einsendungen: Sven Haumacher (Notzingen), Hans Josef Weitz (Köln), Andy Dittmar (Gotha), DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (Neustädt) und Niels Depner (Dinslaken). Chapeau! Tusch! Applaus!.  
Einen interessanten Aspekt trug der erstgenannte Einsender bei, entdeckte noch einen inhaltlichen Fehler. Es sei keineswegs ein Novum, wenn ein Leichtathlet bei den Olympischen Spielen beim klassischen Double Kugel/Diskus starten würde. Da sei ihm auf Anhieb John Godina (USA) eingefallen, der 2000 in Sydney in beiden Disziplinen in die verschieden großen Ringe gegangen wäre. Bei der Recherche habe er noch herausgefunden, dass weit vorher dessen Landsmann „Bud“ Houser 1924 in Paris sogar jeweils Gold gewonnen hat.
Spontan fiel mir noch Rutger Smith aus den Niederlanden ein, ohne jedoch zu wissen wann. Und das war noch lange nicht das Ende der Kletterstange. Da half mir und auch allen interessierten Lesern der wandelnde Leichtathletik-Almanach Alwin J.Wagner aus Melsungen, selber 1984 in Los Angeles Olympiasechster im Diskuswurf (64,78m), in einem Beitrag im Fenster Ergebnisse auf die Sprünge.

Leichathletik-Weltverband hat noch weit mehr Kokolores im Portfolio

(Monte Carlo/Krefeld, 26. Oktober 2020)  Schlimmer geht immer. Bekloppter ebenfalls. Nicht nur beim toupierten präsidialen Einfaltspinsel aus den USA. Sir Sebastian Coe aus Großbritannien, der in seiner Heimat auch einen Wirrkopf (nicht nur drauf, sondern auch drin) als Vorbild hat, will als Steuermann des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics (vormals IAAF) in Monte Carlo die einstige olympische Kernsportart zusammen mit seiner Regelkommission renovieren, sanieren und reformieren. Dem rundum nachlassenden Interesse soll entgegengewirkt werden. Diese in vielen Disziplinen anspruchsvolle, trainingsintensive körperliche Betätigung für Professionals und Amateure mit den drei klassischen Säulen Laufen, Springen, Werfen (darunter fällt auch Kugelstoßen) soll für den zahlenden Betrachter im Stadion, so irgendwann wieder Zuschauer zugelassen werden sollten, sowie an den Bildschirmen weltweit spektakulärer und attraktiver werden.

Sprichwörtlich das Kind mit dem Bade ausgeschüttet


Da wird dann auch schon mal sprichwörtlich das mittlerweile anscheinend große Langeweile verbreitende Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Einen Vorgeschmack darauf bekam die staunende Fachwelt beim Meeting der
Diamond League am 23.August 2020 in Schwedens Metropole Stockholm mit der Revolutionierung im Weitsprung der Männer. Nicht der mit dem weitesten Satz gewann den Wettbewerb und den nicht unerheblichen Siegerscheck, sondern derjenige mit dem besseren finalen sechsten Versuch. Der ganz normale Wahnsinn also. Das war uns selbstverständlich eine Glosse wert (siehe Link).
Aber diesbezüglich soll noch einiger wildwüchsiger Kokolores mehr hinzukommen, wie einem von Wurf-Allrounder und Netzwerker Holger Knie aus Bremerhaven im Internet entdeckten und uns dankenswerterweise zugespielten Kommentar unschwer zu entnehmen ist.
Gute Nacht, schöne mit Zeiten, Höchen, Weiten ehedem leicht nachvollziehbare, unbestechliche Leichtathletik! Das honorieren wir mit dem virtuellen Mann im Mond. Ehrensache!