"Mister Wurf-Fünfkampf" Klaus Kynast brachte den Stein ins Rollen

(Hagen/Dortmund/Krefeld, 18. April 2019) Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, soll dereinst der russische Politiker Wladimir Iljitsch Lenin (1870 – 1924) in deutscher Übersetzung gesagt haben. Eine durchaus empfehlenswerte Herangehensweise in allen möglichen Bereichen. Gestandene Mehrkämpfer pflegen in aller Regel auch danach zu verfahren, warten nicht nach getanem Werk das offizielle Endergebnis ab (das übrigens durchaus falsch sein kann, wie die Praxis gelehrt hat), sondern ziehen mit einer eigenen Tabelle nach jeder Disziplin Zwischenbilanz. Schließlich wollen sie wissen, ob sie punktemäßig im Soll liegen. Höchst selten entwickelt sich ein Wettkampf als Wunschkonzert, bei dem eine Bestleistung an die andere gereiht wird. Aber selbst dann will der Mann oder die Frau wissen, wo er/sie steht.

Große Konfusion nach Ermittlung der Punktzahlen

Der für den ASC Dortmund startende legitime deutsche „Mister Wurf-Fünfkampf“ Klaus Kynast (*08.09.1949) aus Hagen in Westfalen, der seit 2003 sage und schreibe 80 von 83 Fünfkämpfen auf hohem Niveau beendete, bedient sich ebenfalls dieser Methode. Dabei staunte der Siebziger in Lauerstellung nach seinem ersten Fünfkampf unter den nationalen Vorzeichen der M70  jüngst im hessischen Borken nicht schlecht, dass er 4.203 Punkte ermittelte, die Urkunde jedoch lediglich 4.110 Punkte auswies. Natürlich rechnete der 69-Jährige das x-mal nach, wählte auch Fallbeispiele. Darunter den deutschen Rekord (4.843 P.) von Hermann Albrecht (*1940) aus 2010 und den Weltrekord (5.067 P.) von Arild Busterud (Norwegen) aus dem Vorjahr bei der WM in Malaga. Danach hätte der „Wikinger“ 5.184 Punkte gutgeschrieben bekommen müssen. Was nun? Etwa ein falsch geführte globale Bestmarke? Schwerlich vorstellbar bei der Gewissenhaftigkeit von EMA-Statistiker Ivar Söderlind (Schweden).

Fünfkampf-Rekord von Hermann Albrecht ist nach unten zu korrigieren
 
Kynast bediente sich daraufhin dem unter leichtathletik.de (Service) hinterlegtem digitalen Mehrkampf-Rechner. Der bestätigte das Ergebnis von Busterud, seine vom Veranstalter TuSpo Borken ausgewiesenen von 4.110, aber bei Albrecht waren es 4.739 statt der als deutsche Bestmarke offiziell notierten 4.843 Zähler. Nun war endgültig kompetenter Rat gefragt. Den stellte der Autor telefonisch zu Bernd Rehpenning aus Garbsen bei Hannover her, dem Schöpfer der Punktewertung „Model results 2010“. Bernd erinnerte sich, dass 2014 just in der M70 wegen eines Ungleichgewichtes die Altersfaktoren beim Kugelstoßen und Hammerwurf marginal nach unten geändert worden sind, demzufolge etwas geringere Punktzahlen herauskamen. Selbstverständlich konnte der Statistik-Guru hier zu Lande das belegen und stellte es uns via Mail zu Verfügung.

LAMPIS einmal mehr als Leit- und Leidmedium des DLV
 
Die Konsequenz aus der Geschicht‘: Der Rekord vom „Herminator“ ist dem gültigen Regelwerk entsprechend nach unten auf 4.739 Punkte zu korrigieren. Aber wer fühlt sich dazu gemüßigt? Nicht alles was LAMPIS als Leit- und Leidmedium aufdeckt, wobei Klaus Kynast den Stein ins Rollen brachte,kommt beim zuständigen Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) an.

Für "Nordlichter": Ein Werfertag als Abwechslung im österlichen Einerlei

(Lübeck/Krefeld, 17. April 2019) Ostern – sofern nicht als Dienstleister irgendwo im wonnevollen Einsatz am Menschen – vier lange Tage am Stück frei. Ostereier suchen, kippen und essen wird auch irgendwann langweilig. Und wohin mit all der überschüssigen Kraft? Ein Albtraum, es darf auch ein Alptraum sein (es gibt tatsächlich beide Schreibweisen, die zweite hat nix mit den Alpen zu tun), für die bekennende Spezies von Stoß und Wurf. Und immer nur Muckibude ist auch nicht der große Brüller. Für „Nordlichter“ ist uns via E-Mail ein Tipp vom relativ frisch gebackenen Doppel-Weltmeister Ralf Mordhorst (M45) von der Hallen- und Winterwurf-WM im polnischen Torun in den elektronischen Briefkasten geflattert. Sein Klub LAC Lübeck veranstaltet an Karsamstag (Beginn 13 Uhr) im Stadion Buniamshof einen Werfertag für alle Klassen mit den vier Klassikern Kugel, Diskus, Speer und Hammer. Für Kurz- und Spätentschlossene: Es werden Nachmeldungen angenommen. Mit diesem Link geht es spornstreichs zu Ausschreibung und Zeitplan.
Es sei an dieser Stelle natürlich nicht verschwiegen, dass andere Mütter auch hübsche Töchter haben. Soll heißen, dass womöglich auch anderswo in der eigenen Region österliche Wettkämpfe im Angebot sind. Einfach mal in den einschlägigen Wettkampf-Datenbanken nachsehen (siehe Vorspann in  unserem Fenster „Veranstaltungen“).

LSG-Werfertag: Sabine Rumpf und Hermann Huppertsberg ragten heraus

(Niederselters/Krefeld, 15. April 2019) Bei gemessen am kalendarischen Frühling und Mitte April empfindlich niedrigen Temperaturen fand vorigen Samstag der zweite diesjährige Werfertag der LSG Goldener Grund in Niederselters statt. Die nicht sonderlich einladenden äußeren Bedingungen drückten auf die sonst größere Resonanz bei diesmal 65 Teilnehmern*innen und zudem beinahe zwangsläufig auf die dargebotenen Leistungen. Selbst die noch sehr starke Lokalmatadorin Sabine Rumpf (*1983) musste sich in der W35 auch bei der zweiten Auflage mit einem im ersten Versuch erzielten Diskuswurf von 48,97m mit einer Weite unterhalb der tatsächlich abgekreideten oder imaginären 50-Meter-Marke zufrieden geben. Nennenswert bei der "Krone der Schöpfung" die 46,97m von Stammgast Hermann Huppertsberg (*1945) von der Deutschen Turnerschaft Ronsdorf aus Wuppertal im Hammerwurf der M70. Damit erwies sich „Huppi“ als ausgesprochen wetterfest, warf satte 5,05 Meter weiter als beim dortigen Auftakt vor zwei Wochen.
Der abschließende Werfertag mit der dann finalen Pokalwertung wird am 20.Juli 2019 ausgetragen. – Alle Ergebnisse und das Pokal-Zwischenklassement.

Guckt ihr: Fenster "Veranstaltungen" ist gestern aktualisiert worden

(Krefeld, 16. April 2019) Es versteht sich am Rande, dass wir bei unserem „bescheidenen“ Nischenengagement als Ein-Mann-Redaktion und einigen gelegentlichen Gastautoren nicht rund um die Uhr vor dem PC im Internet rumlungern können. Ungeachtet dessen unternehmen wir dennoch den Spagat, ein Fenster Veranstaltungen zu führen und so gut es eben vom erheblichen Arbeitsaufwand machbar ist zu pflegen. Das haben wir aktuell gestern Nachmittag um Vergangenes geleichtert und Kommendes der Freiluftsaison 2019 aktualisiert. Letzteres wird mit fortschreitender Zeit auch sukzessive der Fall sein. Es ist in die drei Punkte a) „Werfertage, Sportfeste, Verbandsmeisterschaften“, b) „Deutsche Senioren-Meisterschaften“ (sofern Stoß/Wurf enthalten) und c) „DAMM-Landesfinals und -Qualifikationswettkämpfe“ gegliedert.  
Beinahe müßig zu erwähnen, dass wir hinsichtlich von Werfertagen/Sportfesten nicht den Anspruch erheben können bundesweit flächendeckend und allumfassend tätig zu sein. Es ist eine kleine Auswahl. Mehr nicht. Dafür sind im Vorspann des betreffenden Fensters weitere Quellen mit Dateien von Anbietern für Wettkampf-Ausschreibungen und der Ergebnisübermittlung genannt.
Also lohnt es sich so oder so immer wieder mal auch diese Unterseite in der linken Menüleiste anzuklicken.

Persönlichkeitsrechte sind in der Öffentlichkeit nicht unbedingt geschützt

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Torun/Krefeld, 14. April 2019)
Datenschutz ist unbestritten ein hohes, schützenwertes Gut des Menschen. Wie exzessiv er betrieben werden muss, sei einmal dahin gestellt. Auch die am 25.Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) ist zumindest in Teilen – nett ausgedrückt – diskussionswürdig. Manche formulieren es drastischer mit „bekloppt“. Aber das kann selbstverständlich jeder für sich sehen wie es ihm beliebt. Schließlich ist hier zu Lande auch die Meinungs- und Pressefreiheit ein verbrieftes Grundrecht.
Ohne es jetzt wieder mit aller Gewalt an „Twist- und Traumtänzer“ Kurt Kaschke aus Gütersloh aufmachen zu wollen, ist der Präsident der European Masters Athletics (EMA) dennoch ganz grundsätzlich betrachtet ein treffliches Beispiel. Der Mann hat sich als Person des öffentlichen Lebens in seiner ehrenamtlichen Funktion auf einer für die Öffentlichkeit zugänglichen Veranstaltung, sprich: der Hallen- und Winterwurf-WM im polnischen Torun, im Siegerehrungsbereich zu einem Tänzchen hinreißen lassen (siehe Video). Das ist von einem britischen Kameramann gefilmt und mit der erklärten Absicht der Veröffentlichung weiterverbreitet worden; uns eingeschlossen. So von ihm nicht gewollt (was er nur er selber weiß), muss K.K. sich das gefallen lassen. Pech oder Glück gehabt. Basta!

Es gibt auch noch eine Informationspflicht und ein Informationsbedürfnis

Damit haben wir die Antwort auf eine in den sozialen Medien dazu gestellte Frage, die mehr eine Feststellung war, er hätte zuvor gefragt werden müssen (!), ob er gefilmt werden darf, bereits vorweg genommen. Musste er nicht. Schlussendlich hat er sich nicht in seinen eigenen vier Wänden oder sonstigem privaten Rahmen, sondern coram publico in aller Öffentlichkeit buchstäblich bewegt. Nähern wir uns dem im Umkehrschluss: Wenn immer das Einverständnis des Einzelnen (kann auch weiblich sein) vorliegen müsste, wären beim Berlin-Marathon vorher rund 40.000 Teilnehmer*innen und etwa eine Million Zuschauer am Streckenrand zu befragen, da sie ja bei Live-Übertragungen im Fernsehen womöglich im Bild erscheinen könnten. Melodie erkannt? Illusorisch! Persönlichkeitsrechte sehen anders aus. Ansonsten wäre jedwede Berichterstattung in Wort, Bild und Ton unmöglich, könnten alle Medienschaffenden einpacken, und LAMPIS gleich mit. Es gibt nämlich auch noch so etwas wie eine Informationspflicht und ein Informationsbedürfnis.
In diesem Sinne einen schönen Sonntag und eine zauberhafte kommende Osterwoche!