Eine "lange Leitung" bei der Information von Oneithea Lewis

(Oakland Gardens/Krefeld, 02. Oktober 2020) Klein-Fritzchen wird sich als Dritttklässler vorstellen, dass es eine verdammt „lange Leitung“ bis zum irgendwo im Äther kreisenden Sende-Satteliten sein muss. Stimmt faktisch ja auch, dauert aber egal wohin je nach Datenvolumen bei einer E-Mail allenfalls ein paar Minuten. Angekommen ist freilich noch längst nicht gelesen. Manch eine/r schaut zwar täglich in den Hausbriefkasten, aber nicht unbedingt auch in sein E-Postfach. Und so saß ich dann auf die Antwort von Trophäen-Gewinnerin Oneithea Lewis aus Oakland Gardens im US-Bundesstaat New York wartend sinnbildlich auf heißen Kohlen. Schließlich sollte sie vorab darüber informiert werden, dass ich per Luftpost ein Päckchen auf den zirka 6.000 Kilometer weiten Weg von Krefeld aus gegeben hatte und sie nicht die Annahme aus irgendwelchen Gründen verweigert. Dann wäre sie erstens nicht in denBesitz dieses von Dritten beurteilten außergewöhnlichen Schmuckstückes (siehe Link) gelangt, und zweitens hätte ich für eine denkbare aberwitzige Retoure ein weiteres Mal sündhaft teure 55,65 Euro Versandgebühren auf den Tisch des Herrn, namentlich von DHL, blättern müssen.

LAMPIS-Auszeichnung wird einen Ehrenplatz erhalten

Was lange währte, wurde doch noch endlich gut. Gestern Morgen um 8:50 Uhr flatterte mir die Re-Mail von „Neni“ (so ihr Kosename) in mein mehrmals täglich geöffnetes  elektronisches Postfach. Der sinngemäß ins Deutsche übersetzte Wortlaut in gekürzter Fassung: Danke Axel, dass du die Trophäe zur Verfügung gestellt hast! Ich fühle mich geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten. Da ich in die Altersgruppe W60 gewechselt bin, habe ich mich darauf gefreut einige gute Weiten und eine möglichst hohe Punktzahl im Wurf-Fünfkampf zu erzielen. Es scheint, als ob es ein schönes Stück sein wird. Bis zum Eintreffen werde ich einen besonderen Platz dafür finden.“
Das steht demzufolge noch aus, kann sich dadurch erklären, dass es hier zu Lande einen Warnstreik im öffentlichen Dienst gab. Also harre ich jetzt noch der Dinge, dass sie den hoffentlich unversehrten Eingang der LAMPIS-Auszeichnung bestätigt.

Ein Hammer: Dopingsünder Ivan Tichon neuer Boss seines Verbandes

Kolumne

Moment mal

(Minsk/Krefeld, 01. Oktober 2020)
Wenngleich Belarus (Weißrussland) derzeit mit seinem umstrittenen, diktatorischen Präsidenten Lukaschenko daheim und im Ausland für ganz andere Aufschreie der Entrüstung sorgt, gab es dazu im Vergleich noch einen Sturm im Wasserglas. Mit einer ziemlich lapidaren Meldung teilt der DLV auf seiner natürlich „Flash News“ genannten täglichen Nachrichtenspalte auf seinem Internet-Portal unter Vermischtes mit, dass der des Dopingmissbrauchs zweimal überführte Hammerwerfer Ivan Tikhon (Iwan Tichon) zum neuen Leichtathletik-Chef seines Landes ernannt worden ist (Wahlen im demokratischen Sinne sind da eher verpönt). Und dann noch, dass der 44-Jährige als Aktiver 2021 die verlegten Olympischen Spiele in Tokio anstrebe. Das war’s. Kritiklos, antiseptisch, keimfrei. Nur die nicht vorhandene heile (Leichtathletik-)Welt gefährden wollen.
Klarer Fall – das Magazin „Der Spiegel“ geht in seiner Online-Version naturgemäß mit dieser dreckigen Geschichte differenzierter um. Dort erfährt der geneigte Leser zum gewissermaßen krönenden Abschluss, dass Tichon auf Vadim Devyatovskiy folgt, der ebenfalls als Hammerwerfer eine Doping-Vergangenheit mit mehreren Positivtests und Disqualifikationen hat. Unter anderem wurde ihm olympisches Silber von 2008 in Peking aberkannt. Jener Wettkampf, von dem auch Tichon nachträglich disqualifiziert worden ist und Bronze quittieren musste.

Sündenbock wurde zum Gärtner gemacht

Meine bescheidene, logischerweise nicht repräsentative Meinung dazu fällt zweigespalten aus: Einerseits ist es selbstverständlich eine absolutes Unding, den Sündenbock zum Gärtner zu befördern. Andererseits ist es in einem totalitären Staat, in dem gesteuertes oder zumindest geduldetes Doping zur Normalität gehört, nur konsequent jemanden an die Spitze zu stellen, der sich bestens damit auskennt.
Da auch der Leichtathletik-Weltverband World Athletics (WA, zuvor IAAF) völlig zu Recht mit blankem Entsetzen auf diese extrem schmierige Posse reagierte, wird sich Iwan
der Schreckliche" Tichon wohl darauf einstellen müssen bei nächster Gelegenheit außerhalb Weissrusslands von der WADA zur Dopingkontrolle „gebeten“ zu werden. Das könnte seinen beabsichtigten Olympiastart gefährden. Schwer vorstellbar, dass bevorzugt Quark, der ja angeblich stark macht, bei seiner gezielten Vorbereitung auf seinem Speiseplan steht.

Kugel-Durchmesser darf fortan duchgängig bis 130 Millimeter betragen

(Rehlingen/Darmstadt/Krefeld, 29. September 2020) Verdamp lang her (Verdammt lang her)! Halten wir es mit diesem plakativen und aussagekräftigen Titel aus dem Jahre 1981 der Kölsch-Rocker BAP mit Frontmann und Liedsänger Wolfgang Niedecken. Ganz so lange ist es dann doch noch nicht her. Aber für eine schnelllebige Sportart wie der Leichtathletik, bei der gerade im Senioren-Bereich Generationen kommen und gehen, entschieden zu lange. Genau sechs Jahre und neun Monate hat es mittlerweile gedauert, bis der schlafmützige Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) das bereits am 01.Januar 2014 in Kraft getretene international gültige Regelwerk (IWR) des Dachverbandes World Masters Athletics (WMA) anzupassen gedenkt.

Ein unschätzbarer Vorteil für Wanderer durch die Altersklassen

Demnach dürfen in den Seniorenklassen die Durchmesser bei allen Kugeln von 3 bis 7,26 kg bis 130 mm betragen. Das setzt die Spezialisten mit Stehvermögen in die komfortable Lage, bei sich über die Jahre hinweg ändernden Gerätegewichten stets mit demselben genehmen, gewohnten Umfang der Kugel stoßen zu können. Ein unschätzbarer Vorteil. Da fabuliere ich als von 1966 bis 2018 über 52 Jahre in 1.160 Wettkämpfen aktiver Kugelstoßer nicht über des Kaisers Bart, habe von 7,26, über 6,26, 6,0 (international stets 6 kg in der M50/55), 5 und 4 kg fünf Stationen passiert. Immer mit unterschiedlichen Umfängen.

Erneut im August 2020 nachgehakt

Tue Gutes und rede/schreibe darüber. Dass es dazu kommen soll (was ich erst glaube, wenn es in der DLO steht; das kann dann auch noch mal bis zu sieben Monate dauern wie jüngst beim Ausländerstartrecht), ist der Hartnäckigkeit von LAMPIS, namentlich dem Verfasser dieses Beitrages zu verdanken. Das würde jetzt entschieden zu weit führen, dass öffentlich gemachte (nur ein Beispiel) und private Geschehen hinter den Kulissen zurück bis in den November 2016 zu rekapitulieren. Zuletzt habe ich WMA-Präsidentin Margit Jungmann (Rehlingen) in der leidigen, längst überfälligen Sache am 04.August 2020 angeschrieben und beklagt, dass es immer noch eine Hängepartie sei. Daraufhin hat sie am 07.September 2020 eine E-Mail an den DLV-Seniorenreferenten David Deister und den BAS-Vorsitzenden Ralf Hafermann (ihr Nachfolger in diesem Amt) gesendet und darum ersucht, dass diese Regelung ab 2021 in Deutschland gilt.

Vollzugsmeldung gestern Abend
 
Just gestern Abend um 20.33 Uhr flatterte mir elektronische Post von Frau Jungmann ins Haus, dass sie von Hafermann am Vortag die Mitteilung bekommen habe, dass die Regeländerung hinsichtlich der Kugel-Durchmesser erfolgt sei. Das hieße ab sofort. Doch Veranstalter können es letztlich erst umsetzen, wenn es in der Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) verankert ist.
Übrigens hängen die Masters aus Österreich und der Schweiz mit am Fliegenfänger, die willfährig (auch) in diesem Punkt die DLO übernommen haben.

Region Rhein-Ruhr hat sich für die Sommer-Universiade 2025 beworben

(Rhein-Ruhr/Krefeld, 30. September 2020) Eingeräumt – das ist noch Zukunftsmusik. Und bis dahin wird noch gaaanz viel Wasser den Rhein bei Krefeld-Uerdingen Richtung Nordsee herunterfließen. Aber manche Dinge benötigen nun einmal eine lange Vorlaufzeit. Die Rheinische Post berichtete gestern Abend in ihrer „Newsletter“ als Anreißmeldung auf die heutige Papier-Ausgabe ihrer Tageszeitung, dass sich der Allgemeine Deutsche Hochschulverband (ADH) mit der Region Rhein-Ruhr für die Ausrichtung der Universiade 2025 beworben hat. Die einstige Samt- und Seidenstadt am linken Niederrhein würde im Falle des Zuschlages einer der Gastgeber dieser Weltspiele der Studenten*innen sein. Erfahrungsgemäß werden dazu in 15 Sportarten mit dem Filetstück Leichtathletik mehr als 10.000 Athleten*innen aus rund 170 Nationen erwartet. Die im Zwei-Jahres-Turnus in den ungeraden Jahren ausgetragene Sommer-Universiade fand zuletzt 2019 in Neapel (Italien) statt, die bereits vergebenen nächsten beiden 2021 in Chengdu (China) und 2023 im russischen Jekatarinburg.

Duisburg 1989 bislang einziger deutscher Gastgeber

Vorsichtig formuliert werden dem Vernehmen nach über den Obergefreiten-Dienstweg der Bewerbung des ADH gute Chancen für den Zuschlag dieser internationalen Titelkämpfe der Studierenden eingeräumt, unter denen sich ein erklecklicher Anteil der Weltelite in den einzelnen Disziplinen befindet. Denn seit der Premiere 1959 im italienischen Turin war Duisburg 1989 die bisher einzige deutsche Ausrichter-Stadt.
Spinnen wir den Faden zu Ende: In der wahren Sportstadt Krefeld (siehe Link) wäre neben Wasserball mit gleich drei wettkampffähigen Anlagen auch Leichtathletik im Zusammenspiel mit dem Wedau-Stadion in Duisburg im Bayer-Stadion am Löschenhofweg sehr gut vorstellbar. Dort gab es im Übrigen auch schon unendlich lange kein internationales Großereignis mehr. Zuletzt 1985 den Mehrkampf-Europacup der Männer und Frauen, der bis 2011 ausgetragen wurde. Die damalige DDR trat im Zehnkampf mit Torsten Voss (später Weltmeister 1987), Christian Schenk (Olympiasieger 1988) und Uwe Freimuth an. Voss wechselte nach der Wende zum FC Bayer 05 Uerdingen unter der im vorigen Dezember im Alter von 81 Jahren verstorbenen Trainer-Legende Norbert Pixken.  
Nun heißt es allerdings erst einmal abzuwarten. Fortsetzung folgt
eventuell.

Swiss Masters: Kugelstoßer Hansruedi Stäheli bot eine Klasseleistung

(Bellinzona/Krefeld, 28. September 2020) Worüber wir bereits im Vorfeld geschrieben haben: Auch unsere alpenländischen Nachbarn aus der vermeintlich betulichen, aber sicherlich beschaulichen Schweiz können anders als hier zu Lande für die „ewigen Talente“ im Gesamtpaket nationale Meisterschaften in Einzeldisziplinen (siehe Link). Es darf gemutmaßt werden, ohne das überprüft zu haben, dass auch die sechs europäischen Zwergstaaten Andorra, Lichtenstein, Malta, Monaco, San Marino und die Vatikanstadt das hinbekommen würden. So sie denn nur gewollt hätten. Diese Häme gegenüber dem „Deutschen Leuchtturm-Verband“ mit weltweiter Strahlkraft von eigenen Gnaden musste einfach sein, bevor wir uns in einem kleinen Beitrag wieder den Eidgenossen zuwenden.
Die hatten nun vorigen Samstag in Bellinzona im italienischsprachigen Kanton Tessin ihre Swiss Masters ab 30 (!) Jahre in Verbindung mit dem bereits zum 20. Male ausgetragenen Internationalen Senioren-Meeting. Diese vortreffliche Startgelegenheit nutzten auch etliche Gäste. Vornehmlich aus den Anrainerstaaten Italien, Frankreich, Österreich und Deutschland. Aber erweisen wir der Etikette gemäß den Gastgebern unsere verdiente Ehrerbietung. Stellvertretend sei der in der Bundesrepublik für die LG Radolfzell startende Hansruedi Stäheli (*1950/M70) vom LC Frauenfeld genannt. Der frühere 18-Meter-Kugelstoßer erzielte in seiner Spezialdisziplin gleich im ersten Versuch mit 14,42m nicht nur durch die verklärende rosa-rote Werferbrille betrachtet eine der herausragenden Leistungen dieser eintägigen Titelkämpfe.
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