Norbert Demmel trumpfte zum Saisoneinstand zweimal mächtig auf

(Zorneding/Pulheim/Erkelenz/Alzey/Krefeld, 28. April 2015) Gleich zum Auftakt der Freiluftsaison 2015 zündete Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching zwei ausgesprochene Kracher. Der 51-jährige Bayer (im Bild) stieß bei einem landesoffenen Werfertag in Zorneding die Kugel auf 15,17m und warf den Diskus noch bemerkenswertere 54,59m weit. Außer ihm kommt bundesweit niemand in der M50 in diese Region. Da kann wohl getrost eine ausgezeichnete Frühform konstatiert werden. Hochrechnungen verbieten sich indes. Allerdings sehr beruhigend zu wissen, beim Wintertraining offenbar richtig gelegen zu haben.

Rolf Griesberg warf M-60-Bestweite

Eine ausgesprochen frühe Ernte fuhr auch Rolf Griesberg (*1952) vom Pulheimer SC wenige Tage nach der Rückkehr vom stark fordernden Trainingsaufenthalt in Latsch (Südtirol) ein. Bei einer kleinen Werfermatinee seines Klubs verbesserte er zweimal seine M-60-Bestleistung (44,50m) aus dem Eingangjahr 2012. Zunächst auf 44,53m im zweiten, später auf 44,94m im letzten Durchgang. Das spricht zudem für Konstanz und Wettkampfhärte in dem zwölfköpfigen Feld mit allesamt sechs Versuchen. Alwin J. Wagner wird sich mitfreuen, der die acht Senioren zwischen 53 und 70 Jahren eine Woche lang trainierte (wir berichteten mehrfach). Weniger zufrieden war dagegen Peter Holthuijsen (*1961/M50) vom SC Myhl, bei dem mit 42,09m der Urknall noch nicht eintrat. Aber gut Ding’ will bekanntlich Weile haben. Sonst hätte Alwin ja magische Kräfte und wäre besser Zauberer geworden. Weitere Ergebnisse, M60: Willi Mandt (*1954) 42,31m, Kurt-Ulrich Witt (*1953), beide Pulheimer SC, 40,94m. Witt war tags zuvor beim von der Ü-30-Generation (15 Männer, 5 Frauen) nur schwach frequentierten Aprilsportfest in Erkelenz gestartet und hatte hier die griffige Weite von 43,43m erzielt. Einmal mehr der schlagende Beweis, dass fortgeschrittene Herrschaften die Biologie nicht überlisten können und in so kurzer zeitlicher Abfolge nicht erneut die nun einmal nötige hundertprozentige Wettkampfspannung aufzubauen vermögen.

Ernst Höht nahm Philipp Frech drei deutsche M-90-Rekorde ab

Der glücklicherweise ausbleibende angesagte Regen hielt so manche/n von der vorgesehenen Teilnahme beim Werfertag des TV Alzey ab. Dennoch gab es mit insgesamt 94 „Unereschreckbaren“ eine zufriedenstellende Beteiligung. Für das absolute Glanzlicht im Seniorenbereich sorgte Ernst Höht von der LG Main-Taunus-West. Der in die Klasse M 90 aufgerückte Athlet löste Philipp Frech gleich dreimal als deutscher Rekordhalter ab: Im Gewichtwurf mit 9,48 m (zuvor 8,97m), im Hammerwurf mit 23,00m (20,38m), und im Wurffünfkampf steigerte er die Bestmarke des Wahl-Südafrikaners aus Pulheim von 3.805 deutlich auf 3.924 Punkte. Was dem Senior unter lauter Senioren verwehrt blieb, schaffte Günter Fändrich vom TV Heppenheim in der M75. Er knackte die 4000-Punkte-Marke um 52 Zähler.
Gitta Jung vom TV Hahnenbach gewann in der W70 mit 3.500 Punkten, derweil Ishild Müller von der TSG Niederrodenbach in der Klasse 75 mit 3.437 Zählern debütierte. Ingrid Schäfer von der LG Main-Taunus-West kam hier in einem ungewollten Vierkampf (drei Ungültige mit dem Diskus) auf 2.913 Zähler.
Der international für Frankreich startende Hammerwurf-Europameister Bernard Reibel von der SV Hagenau sorgte mit respektablen 53,79m in der M45 für das beste Resultat in den Einzelwettbewerben. Eine Altersetage tiefer lief bei Marcel Kunkel (M40) vom USC Mainz diesmal nichts zusammen. Nach 52,72m in der Vorwoche kam er nicht in den Wettkampf und blieb mit 46,66m klar unter Wert.
Die dreifache EM-Zweite Bettina Schardt von der MTG Mannheim beeindruckte in der W40 mit 42,61m im Diskuswurf. Beim spannenden klassenübergreifenden Duell im Gewichtwurf musste sich die ZDF-Sportredakteurin der älteren Lokalmatadorin Kristina Telge (W45) vom ausrichtenden Verein mit 13,24 zu 13,36m um Bierdeckelbreite geschlagen geben. – Alle Ergebnisse unter diesem Link.