Dünner Aufguss beim Kandidaten-Bingo zu EMA-Präsidiumswahlen

(Braga/Ahlen/Krefeld, 20. Januar 2022) Gehen wir eingedenk allerorten dramatisch steigender Infektionszahlen, deren Spitze nach Expertenmeinung erst Ende Februar erreicht werden soll, in schier grenzenlosem Optimismus davon aus, dass die nunmehr doppelte Nachhol-EM der Ü35-Generation vom 20. bis 27.Februar 2022 in Braga (Portugal; 7-Tage-Inzidenz 2.644) mit ihren offiziell jetzt 2.361 Startwilligen ausgetragen wird. Dann soll (un-)sinniger- und bezeichnenderweise „The day after“ (ein Katastrophenfilm von 1983), also 28.Februar, die Generalversammlung mit dem herausragenden Tagesordnungspunkt Neuwahlen des ausscheidenden geschäftsführenden fünfköpfigen Präsidiums der European Masters Athletics (EMA) stattfinden. Nun sah sich die EMA mit ihrem weitgehend überforderten Vordenker Kurt Kaschke endlich gemüßigt gestern auf ihrer Netzseite den Delegierten aus aller Herren europäischer Länder und einer interessierten Öffentlichkeit die insgesamt elf Kandidaten für die verschiedenen Positionen vorzustellen.

Ehrenpräsident Dieter Massin möchte mehr Licht ins Dunkel bringen

Wobei „vorzustellen“ in diesem Zusammenhang ein großes Wort ist. Vielmehr handelt es sich um eine bloße Aneinanderreihung von Namen und der jeweiligen Nationalität. Immerhin dürfen wir uns rühmen bestens informiert gewesen zu sein und weit vorher am 28.Dezember 2021 über eine Kampfabstimmung zwischen Valentina Fedjuschina aus Österreich und Jerzy Krauze aus Polen um die Kaschke-Nachfolge berichtet zu haben (siehe Link). Doch zurück zu besagtem dünnen Aufguss, der auch den meist im Hintergrund weiterhin eifrig an den Strippen ziehenden 81-jährigen Dieter Massin (im Bild) aus Ahlen in seiner Eigenschaft als EVAA-/EMA-Ehrenpräsident in nachfolgendem Offenen Brief (im Original in englischer Sprache) aus der Reserve lockte:
„Liebe Leichtathletik-Freunde!
Mit großer Freude habe ich die Liste der Kandidaten zum neuen EMA-Council zur Kenntnis genommen. Das ist fantastisch, dass sich so viele Personen um einen Posten im EMA-Council beworben haben.
In meiner Eigenschaft als EMA-Ehrenpräsident habe ich auf Bitten die ehrenvolle Aufgabe übernommen, die Kandidaten auf der EMA friends-facebook-Seite vorzustellen.
Ich möchte alle Kandidaten bitten mir ihre Präsentation zu schicken (via facebook oder via mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ), damit rechtzeitig und umfangreich der Personenkreis für das neue Council bekannt wird; mit Zielen, persönlichen Daten und Interesse an einer Teamarbeit.
Allen Kandidaten wünsche ich von dieser Stelle alles Gute, viel Erfolg, und ich freue mich auf ein EMA-Council, das die europäische Seniorenbewegung wieder ins Zentrum der Arbeit stellt.“
Auf die hoffentlich zahlreichen Rückmeldungen und deren Inhalte dürfen wir alle miteinander bannig gespannt sein. Auch darauf, wer nicht reagiert und sich damit schon disqualifiziert.

Geht doch: Problemlose Hallen-Landesmeisterschaften in Sachsen-Anhalt

(Halle an der Saale/Krefeld, 19. November 2021) Aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Dem Diktat des aktuellen Tagesgeschäfts folgend, haben wir noch die Senioren-Hallenmeisterschaften des Landesverbandes Sachsen-Anhalt vom vorigen Samstag passend zum Ereignis in Halle an der Saale nachzutragen. Dies aus besagtem Grund in der gebotenen Kürze mit dem Verweis auf die Online-Ergebnisliste auch der anderen Klassen und einem ausführlichen Textbeitrag auf der Netzseite des gastgebenden Verbandes. Nicht ohne die Anmerkung unsererseits versehen, dass in besch... Zeiten wie diesen auch unter dem Hallendach bei vorhandenem guten Willen, einem heutzutage unerlässlichen, ausgewogenen Hygiene-Konzept und geimpften, disziplinierten Teilnehmern*innen in überschaubarer Zahl Veranstaltungen durgeführt werden können. Und: Selbst ein Catering-Service war im Rund-um-sorglos-Paket enthalten. Das dürfen sich alles in allem getrost manch potenzielle Organisatoren, speziell auf die Ü30-Generation gemünzt, vor Augen führen, statt Corona als Alibi für Absagen herhalten zu lassen.

Famos: Kugelstoßer Andy Dittmar holte seinen 54. Landesmeistertitel!

(Erfurt/Krefeld, 17. Januar 2022) Ein Mann, ein Wort. Im konkreten Falle auf Ansage gehalten von Kugelstoß-Dauerbrenner Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha. Der 47-jährige Marketing-Fachmann hatte nach seinem noch ohne Techniktraining absolvierten vorwöchigen Saisoneinstand von 17,04m unter dem Hallendach angekündigt, dass es beim nächsten Mal schon etwas weiter hinausgehen würde. Es sollten bei den gemischten Thüringer Landesmeisterschaften vorigen Samstag auf seiner bevorzugten „Hausanlage“ im benachbarten Erfurt per Saldo proppere 35 Zentimeter werden. In einer Art Steigerungslauf über 17,00 und 17,09 stieß „Big Andy“ im dritten Versuch seine Tagesbestweite von 17,39m. Noch bemerkenswerter: Das war Halle und Freiluft zusammengerechnet in Fortschreibung sein 54.Landesmeistertitel in der Männer-Klasse!
Mehr muss zum ultralangen Haltbarkeitsdatum des 1,96m großen und 140 Kilogramm schweren „Gute-Laune-Bärs“ aus dem für die Leichtathletik gelobten, veranstaltungsfreudigen Bundesland nicht ausgeführt werden. Gewissermaßen reif fürs Raritätenkabinett. Und die Schnapszahl ist für 2022 bereits in Arbeit, soll ganz „nebenbei“ auch irgendwann wieder tunlichst die 18 vor dem Komma stehen.
Relativ übersichtlich waren die Wettbewerbe bei den Senioren und Senioreninnen besetzt. Hier hatte Dittmar mit seinem Schützling und oftmaligen Trainingspartnerin Carmen Hildebrand (*1967) vom Ohrdrufer LV ein zusätzliches Eisen im Feuer. Obwohl aufgrund von Rückenproblemen lediglich aus dem Stand stoßend, was etwa einen Meter an Weite kostete, erzielte sie bei ihrem Auftakt in der W55 perspektivisch gesehen beachtliche 11,85m.
Alle weiteren Details in der einmal mehr bei der Ü30 kunterbunt gemixten SELTEC-Ergebnisliste. Grauselig!

Schmierentheater um heimliche Verlängerung der verlängerten Meldefrist

(Braga/Krefeld, 18. Januar 2022; 09:00 Uhr) Offenbar haben wir nach Art des Hubertushundes, bekannter unter Bluthund, den Braten gerochen, ehe er verbrannt war. In unserem Beitrag vom 14.Januar „Hallen-EM: Erste Hürde von mindestens 2.000 Startwilligen genommen“ (siehe Menüleiste links) haben wir geschrieben „zum ultimativen(?) Meldeschluss“. Es also, und darauf kommt es bei der erwähnten Spürnase an, mit einem Fragezeichen versehen. Volltreffer! Ohne es besonders irgendwo publik zu machen, wurde die verlängerte, eigentlich zum 13.Januar beendete Meldefrist dieser Tage klammheimlich von hinten durch die Brust ins Auge abermals prolongiert. Wer die Internetseite des Lokalen Organisationskomitees (LOC) aufruft, erscheint „Register for the event here“. Das angeklickt, öffnet sich das Meldeportal. Bei meinem Selbstversuch kurz vor 09:00 Uhr endet die neuerliche Laufzeit nunmehr in – übersetzt – einem Tag, 15 Stunden und 57 Minuten. Ausgehend von der ursprünglichen Zahl der Gemeldeten zum verlängerten Toresschluss von 2.270, später korrigiert auf 2.276, waren es 2.308.

Ein wankelmütiges LOC nebst EMA-Präsident Kurt Kaschke

Stellen sich zwei Fragen: Was soll dieses elendige Schmierentheater des LOC, gebilligt oder gar vorgeschlagen von EMA-Präsident Kurt Kaschke (im Bild), und wie wankelmütig müssen auch jene bisher 38 Senioren*innen sein, dass sie ihr Verhalten durch bloße Fristverlängerungen beliebig ändern?  
Und noch ist in dieser Hinsicht womöglich nicht aller Tage Abend und ob diese EM überhaupt stattfindet. Wer mitbekommt, wie momentan das Corona-Virus bei den Spielern der Handball-Europameisterschaft der Männer in Bratislava (Slowakei) grassiert, dem kann Angst und Bange werden. Das ist keine solche Massenveranstaltung wie die Titelkämpfe in Braga mit fortgeschrittenen Semestern der Risikogruppen jenseits der Sechzig plus etwaiger Vorerkrankungen. Sei noch angemerkt, dass die deutschen Handballer nebst Tross zu 100 Prozent „geboostert“ sind und sich dennoch bislang insgesamt sieben Akteure infiziert haben, die heute Abend im letzten Gruppenspiel gegen Polen fehlen werden. Wenigstens einen Torhüter und sechs Feldspieler müssen sie auf die Platte stellen (können), damit angepfiffen werden kann. Den Polen droht ähnliches Ungemach. Das macht es indes keinen Deut besser.

DLV hebt hinsichtlich der Senioren-EM mahnend den Zeigefinger...

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Darmstadt/Braga/Krefeld, 16. Januar 2022) Längst hat es sich, wie wir aus etlichen Begebenheiten wissen, bis zu einigen handelnden Personen der über 50 hauptamtlichen Kräfte in der Geschäftsstelle des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) herumgesprochen, dass wir nicht zu den glühenden Verehrern dieser Senioren-feindlichen Dachorganisation mit seiner häufig nicht vorhandenen Informationspolitik für die fortgeschrittenen Generationen gehören. Vielmehr sehen wir uns nicht aus purem Spaß an der Schelte, sondern im Interesse der Sache anhand von untrüglichen, unumstößlichen, knallharten Fakten veranlasst, vollauf berechtigte Kritik zu üben.
Aber, schau an, können wir sie diesmal geradezu über den grünen Klee loben. Hinsichtlich einer Teilnahme bei den mittlerweile fix terminierten Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf der Ü35-Generation vom 20. bis 27.Februar 2022 in Braga (Portugal) wird wegen der Pandemie-Situation mahnend der Zeigefinger in die Tastatur gelegt (siehe Link). Wer genauer bis zur Fußnote hinschaut, der wird jedoch feststellen, dass dieses „Papier“ vom Elften im Elften 2021 stammt, folglich bei boshafter Betrachtung für einen Karnevalsscherz gehalten werden könnte.
Doch mitnichten: Es ist aktueller denn je, hat irgendwer (Urheber nicht genannt) in weiser Voraussicht die Vor- und Fürsorgepflicht für die zwangsverpflichteten Talente von gestern und vorgestern walten lassen. Chapeau! Applaus! Tusch! Narhallamarsch!

...abgesehen davon noch ein tränenreiches Rührstück

Da wir gerade schon in beiden Richtungen von Lob und Tadel unterwegs sind noch der Hinweis (den verdanke ich einem aufmerksamen Kollegen von der Süddeutschen Zeitung) auf ein tränenreiches Rührstück mit Bettlaken-Alarm in der miserabel gepflegten Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite (die ich selten besuche), wie toll dieser DLV angeblich ist. Aber die eigene Meinung ist selbstverständlich heilig, mag sie einer vor lauter Sozialromantik noch so exklusiv haben. Allerdings gibt es nur einzigartige Zahlen, Daten, Fakten, die dem oftmals widersprechen. Was mich betrifft, kann ich mich als berufsständisch organisierter Sportjournalist notfalls auf die Pressefreiheit berufen. Eingeräumt, dass ich zu meinem Leidwesen in großer Gesellschaft eben auch nicht ausnahmslos hundertprozentig richtig liege.
In diesem Sinne stets schön tapfer sein, einen zauberhaften Sonntag bei was auch immer, eine geschmeidige dritte Kalenderwoche und allzeit positiv sowie gesundheitlich negativ bleiben!