Unsere Glosse zu Melde-/Ergebnislisten wirbelte ein wenig Staub auf

(Bad Vöslau/Frankfurt/Krefeld, 16. November 2019) Selbstverständlich bekommen wir von unserem Webhoster 1&1 Ionos täglich ausführliches, detailliertes Analysematerial mit Besucherzahlen und so weiter. Aber die sind anonymisiert. Insofern freuen wir uns über Rückmeldungen jedweder Art von leibhaftigen Personen, denen etwas bei uns gefällt oder – naturgemäß weniger gerne – missfällt. Aber da wir beinahe zwangsläufig nicht alles richtig machen, genehm können und wollen wir ohnehin nicht jedem sein, vermögen wir auch mit Anregungen und berechtigter Kritik umzugehen. Falls sie es unseres Erachtens nicht sein sollte, wehren wir uns halt in angemessener und gebotener Form. Wie zuletzt, als uns ein elektronisches Schreiben des Deutschland-Beauftragten aus Frankfurt „des Gott begnadeten, vom Himmel gefallenen“ Software-Dienstleisters Seltec im österreichischen Bad Vöslau durch den Äther ins Haus flatterte.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing

Verständlicherweise war der Unternehmensvertreter (sein Name tut nichts zur Sache, wir wissen auch nicht, ob er genannt werden möchte) nicht entzückt von unserer Glosse. Aus seiner eingeschränkten Sicht durch die Firmenbrille nach dem Motto „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ betrachtet auch sonnenklar, dass er dieses haarsträubende Durcheinander mit dem (un-)steten Wechselspiel von männlich und weiblich in Melde-/Ergebnislisten bei Senioren-Wettbewerben vehement verteidigte und als Offenbarung der jüngeren Zeitrechnung anpries. Da es Anstand und Stil gebieten zu antworten, habe ich ihm an unmissverständlichen Gegenbeispielen, sogar von Seltec (siehe Link), aufgezeigt, dass es sich bei deren neueren Version vielmehr um einen Offenbarungseid der Daten-Übermittlung handelt.
Darauf muss er womöglich kleinlaut geworden meinetwegen nicht mit Zustimmung reagieren. Es reicht mir/uns völlig, dass sich Lampis als Interessen-Vertretung der Senioren-Leichtathleten/innen mit denen im breit angelegten Konsens befindet. Denn wir haben Augen und Ohren an der Basis. Das wird jedoch häufig unterschätzt.

EMA-Präsident Kurt Kaschke operiert mit drei Heimatadressen

Kolumne

Moment mal

(Gütersloh/Freudenstadt/Lissabon/Krefeld, 15. November 2019)
Nehmen wir eine kleine Anleihe bei einem großen schwedischen Möbel-Hersteller von Fertigteilen zum Zusammenbauen daheim: „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ Aber wo? Diese Frage stellt sich bei Kurt Kaschke, dem Präsidialherrn des kontinentalen Senioren-Dachverbandes European Masters Athletics (EMA) mit angegebenem Sitz im schweizerischen Lausanne am Genfer See. Der Mann ist nach seinem ausgeprägten Selbstverständnis und –bewusstsein ein Kosmopolit, ein Wanderer, richtiger: Flugreisender, zwischen den Welten.
Solch einer wie er hat natürlich nicht nur eine Heimatadresse wie wir ganz normalen Bundesbürger. Das Impressum der EMA-Netzseite weist ihn mit Wohnsitz in Freudenstadt im Schwarzwald aus, auf dem immer noch selben Internet-Portal des Fensters „About EMA“ hat er sein Domizil angeblich im westfälischen Gütersloh. Beides schön ordentlich mit verschiedenen Straßennamen, aber derselben Festnetz-Telefonnummer, was jedoch allein bei unterschiedlichen Ortsvorwahlen schlechterdings nicht sein kann (das haben wir selbstverständlich jeweils durch Ausdrucke dokumentiert).
Jetzt kommt jedoch spornstreichs die dritte Variante aufs Tablett. Sonnen- und Reisekönig Kurt „Kuddel“ Kaschke erklärte kürzlich in einem in englischer Sprache im estnischen Tallin geführten, auf dem Videokanal YouTube ausgestrahlten Interview: „I’m living in Lissabon“ und anschließend – schon übersetzt – er müsse noch fleißig portugiesisch lernen.

Wo hat er denn nun seinen Lebensmittelpunkt?

Ja, wat nu? Wo lebt oder wohnt er denn nun, der K.K. aus Freudenstadt, Gütersloh und Lissabon? Gut, er muss in Person nicht latent für Doping-Kontrollen zur Verfügung stehen. Da ist er bei seinen gelegentlichen sportlichen Auftritten mit seinen Leistungen ziemlich unverdächtig. Aber in seiner repräsentativen Position sollte er einigermaßen verlässlich für Behörden, Verbände, Vereine, Athleten/innen und nicht zuletzt den Fiskus erreichbar sein. Letztere interessieren sich sehr wohl dafür, wo jemand für die entsprechende Besteuerung seinen dauerhaften oder zumindest überwiegenden Lebensmittelpunkt hat.
Drum merke, ausnahmsweise aus dem Englischen: „Big brother is watching you!“ (Der große Bruder beobachtet dich!). Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen: Das sind freilich nicht wir mit unserem
bescheidenen Nischenengagement und bis zu 1.500 Lesern täglich. Darunter können indes durchaus auch Finanzbeamte sein.

Verbandsnetzseite war der Tod von Peter Speckens keine Zeile wert

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Übach-Pa
lenberg/Krefeld, 13. November 2019) Als ob es keine drängenden Themen geben würde, die den Talenten von gestern und vorgestern unter den Nägel brennen würden. Beispielsweise, dass nach dem Rahmenterminplan 2020 offiziell die fünf großen nationalen Meisterschaften der Ü35-Generation noch vakant sind. Kein öffentlicher Aufruf, kein flammender Appell an potentielle Ausrichter. Auch ansonsten ruht in der Senioren-Spielecke auf der DLV-Netzseite unter leichtathletik.de seit fast einem geschlagenen Monat still der See. Der letzte Beitrag datiert vom 16.Oktober 2019 mit dem opulenten, episch breiten sportlichen Abgesang auf Guido Müller (*1938) vom TSV Vaterstetten. Gerade so, als sei er für immer von uns gegangen.

Diese Ignoranz ist herz-, gefühl-, instinkt-, geschmack- und stillos!

Einem anderen Giganten der Masters-Szene, den dieses Schicksal tatsächlich ereilt hat, der bekommt nicht mal einen kleinen Nachruf von ein paar Zeilen, um wenigstens eine breitere, daran interessierte Öffentlichkeit (dies vermögen wir allein mit unserem Nischenengagement bei rund 1.500 Lesern leider nicht zu leisten) von zumindest nominell rund 400.000 Senioren/innen aufmerksam zu machen. Dabei hat die am 09.November 2019 im Alter von 84 Jahren verstorbene Werfer-Legende Peter Speckens (*28.05.1935) aus Übach-Palenberg bei Aachen den Ruhm und das Ansehen der deutschen Senioren-Leichtathletik über Jahrzehnte hinweg als bis zuletzt weltweit erfolgreichster aktiver Wurf-Allrounder gemehrt. Mit seinen insgesamt 37 EM- und 47 WM-Titeln, ganz zu schweigen von den mindestens doppelt so vielen Silber- und Bronzemedaillen, hat sich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) indes liebend gerne beim für ihn ach so wichtigen Medaillenspiegel geschmückt. Und nicht zu vergessen: Der Gentleman in kurzen Hosen kam zu 91 (!) nationalen Meisterehren, war zudem Deutschlands Senioren-Leichtathlet der Jahre 2006 und 2012.
Diese Ignoranz ist dem tadellosen, allseits - auch bei Offiziellen - beliebten Sportsmann und feinen Menschen Peter Speckens gegenüber schlechterdings eine Schande zum Fremdschämen. Kurzum: Herz-, gefühl-, instinkt-, geschmack- und stillos!

Abschiedsfeier für Peter Speckens findet übernächsten Samstag statt

(Übach-Palenberg/Krefeld, 14. November 2019) Es ist im fortgeschrittenen Alter fast schon eine Art Gesetzmäßigkeit häufiger zu Beisetzungen zu gehen, als zu runden Geburtstagen von engeren Sportkameraden eingeladen zu werden. Allein in diesem Jahr sind mit Manfred Buchmüller, Alfred Abeln und Karl-Heinz Buß drei bekannte, ehedem erfolgreiche Senioren-Leichtathleten aus dem Verbandsgebiet Nordrhein verstorben. Der Vierte in diesem traurigen Bunde ist nunmehr das 84 Jahre alt gewordene Werfer-Urgestein Peter Speckens (wir berichteten) aus Übach-Palenberg bei Aachen. Gerne übernehmen wir in Absprache und Einverständnis seiner Witwe Irmgard auf diesem Wege an Stelle einer besonderen Einladung den Hinweis auf den Ort und Termin der Abschiedsfeier für ihren verstorbenen Mann. Diese wird in der Mensa des Verwaltungsgebäudes der Maschinenfabrik Saurer Spinning Solution GmbH (ehemals Schlafhorst) auf der Carlstraße 60 in 52351 Übach-Palenberg am Samstag, 23.November 2019 ab 12 Uhr stattfinden. Ausreichende Parkmöglichkeiten befinden sich unmittelbar gegenüber.
Jeder, der Peter Speckens aus dem großen Kreise seiner sportlichen Weggefährten die ultimativ letzte Ehrerbietung erweisen möchte, ist hiermit durch Lampis transportiert herzlich willkommen sowie anschließend von Frau Speckens zu Kaffee und Kuchen eingeladen! Da dies jedoch verständlicherweise vorausgeplant werden muss, mögen sich die Trauergäste aus organisatorischen Gründen bei Lutz Vorbach bitte vorher unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden! Sie lässt sich durch Anklicken mit der linken Maustaste direkt aufrufen und den eigenen Account übertragen. 

Dauer(b)renner Herbert E.Müller läuft heute in ein neues Jahrzehnt

(Grevenbroich/Dormagen/Krefeld, 12. November 2019) Freud‘ und Leid oder umgekehrt liegen mitunter dicht beisammen. Nicht unbedingt für einen selber, jedoch in der Außenwahrnehmung. Dies wird in Erinnerung unserer jüngsten Berichterstattung im weiteren Verlauf deutlich. Völlig unbeeindruckt davon wird er als bekennender regelmäßiger Besucher von Lampis auch nicht geblieben sein, der ausgesprochen sympathische und empathische Herbert E.Müller (*12.11.1929) aus Grevenbroich. Der für seinen Stammverein TSV Bayer Dormagen startende Dauer(b)renner läuft als so genannter Quereinsteiger seit rund drei Jahrzehnten von 100 bis 3.000 Meter durch die verschiedenen Altersklassen von Erfolg zu Erfolg. Wer zählt, außer ihm, die Titel, Medaillen und deutschen Senioren-Rekorde? Da kann ein Statistiker, erst recht ein Chronist, schnell mal den Über- und Durchblick verlieren.

Als „Stubenältester“ Medaillenschwemme mit Staffel-Weltrekord gekrönt

Zuletzt gewann der seinerzeit 89-Jährige bei den Stadion-Europameisterschaften der Ü35-Generation im September 2019 an der norditalienischen Adriaküste oberhalb der Lagunenstadt Venedig als „Stubenältester“ der M85 in fünf Einzelrennen von 100 bis 1.500 Meter drei Titel sowie je einmal Silber und Bronze. Das Gesamtkunstwerk auf zwei Beinen multipliziert sich mal vier, wurde gemeinsam mit seinen drei deutschen Staffelkameraden durch einen neuen Weltrekord über 4x400 Meter gekrönt. Geteilte Freude fand in dem konkreten Falle vierfach ihren Widerhall. Das nennt sich dann Gemeinschaftserlebnis, landestypisch begossen mit Vino Rosso (Rotwein) bei Pizza und Pasta. 
Nach diesem in der Leichtathletik branchenüblichen Aufwärmprogramm kommen wir zum eigentlichen voluminösen Ereignis. Pfiffige, aufmerksame Schnellrechner werden es anhand des Geburtsdatums bereits entdeckt haben, dass der Mann mit dem griffigen, geläufigen altdeutschen Nachnamen heute einen stolzen Jubeltag feiern darf und sein 90.Lebensjahr vollendet. Das für sich gesehen ist selbst in unserer aufgrund vieler Faktoren linear immer älter werdenden Gesellschaft ja schon eine stramme Leistung.

Alt zu werden ist nicht nur eine Gnade

Wobei auch der Deutsche Senioren-Leichtathlet des Jahres 2017 das wie viele seiner 90-jährigen Alterskollegen aus dem Sport, unlängst erst Richard Rzehak (*13.Oktober 1929) aus Erlangen, nicht allein den Genen und mithin einer günstigen Veranlagung zuschreibt. Alt zu werden ist eben nicht nur eine Gnade der Natur in Gestalt der Eltern, sondern in hohem Maße ein Verdienst mit allem was dazu gehört. Und das ist nicht zuletzt körperliche Betätigung. Wie ein Jung-Neunziger kommt dieser Müller jedenfalls von seinem ganzen Habitus und vor allem seinem weit überdurchschnittlichen Leistungsvermögen nicht daher.
Mehr über ihn in einem Beitrag von uns mit der Verlinkung eines bemerkenswerten, groß angelegten, mehrseitigen Artikels im angesehenen Wochenmagazin „Die Zeit“.