Inflationsrate von 700 Prozent bei den Welt-Senioren-Leichtathleten 2017

Kolumne

Moment mal

(Daisy Hill/Krefeld, 12. März 2018)
 Glücklicherweise hat es die Tagesaktualität stetig nach hinten geschoben. Aber nunmehr gebietet es die Chronistenpflicht über ein „Ereignis“ zu berichten, das eigentlich unter den Teppich gekehrt hörte. Auf der Netzseite des zuständigen Weltverbandes World Masters Athletics (WMA) wurden am 05.März in einer lieblosen Aufstellung die „Welt-Senioren-Leichtathleten des Jahres 2017“ und die – nach meinem Verständnis – jeweils Zweitplatzierten veröffentlicht. Kein Sterbenswörtchen wann, wo und ob sie überhaupt geehrt werden. Augenscheinlich trauen die dem selbst angerichteten, richtiger: verbrannten, Braten nicht. Dass dies (wie freilich schon seit Jahren nicht mehr) im Rahmen der feierlich-festlichen IAAF-Gala vor 700 geladenen Gästen im Sternensaal des noblen Golf- & Country-Club im monegassischen Monte Carlo geschehen kann, ist angesichts der Inflation von 700 Prozent aus Kostengründen nachvollziehbar. Denn aus bislang zwei wurden 14 Auserwählte (oder Ausgewürfelte) in je sieben Kategorien weiblich und männlich. Stärker kann eine derartige „Auszeichnung“ nicht abqualifiziert und verwässert werden. Ein ganz dünnes Süppchen, nicht mal mit (Kurven-)Einlage.

Prinzip „America first“ herrscht vor
 
Die Namen sind Schall und Rauch. Es herrscht eh das Trumpsche-Prinzip „America First“ mit insgesamt fünf „Besten“ vor. Ein vorweggenommenes Antrittsgeschenk an den mutmaßlichen designierten WMA-Präsidenten Gary Snyder (USA)? Dazu ein australisches Frauen-Doppel als tatsächliches Abschiedsgeschenk an den ehrenamtlich derzeit in Thailand tourenden, demnächst scheidenden „Reisekönig“ Stan Perkins (Daisy Hill/Aus), der diesen ausgemachten Schwachsinn letztendlich absegnet hat.

Deutschland fehlt beim Athleten-Bingo

Deutschland, das zu den weltweit führenden, mit den Takt schwingenden und Ton angebenden Nationen bei den Masters gehört, kommt bei diesem ausufernden Athleten-Bingo überhaupt nicht vor. Da wollen wir allerdings nicht zwingend der WMA den Schwarzen Peter in die ausgelatschten Sportschuhe schieben. Sehr gut möglich, dass der DLV mal wieder keine Kandidaten ins Rennen geschickt hat. Als Alibi-Aktion sind zumindest vier Europäer darunter.

Nicht verzagen, Margit Jungmann fragen

Einfach zur deutschen Nullnummer bei nächster Gelegenheit mal die Bundesausschuss-Vorsitzende und WMA-Vizepräsident Margit Jungmann (Rehlingen) fragen, die nach momentanem Kenntnisstand bei der Generalversammlung im September 2018 in Malaga (Spanien) neben Snyder um die Perkins-Nachfolge antreten wird.