Sportsch(l)au: Fit im Alltag - kleiner Aufwand, große Wirkung!

(Köln/Krefeld, 13. März 2017) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof.Dr.Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 87.Kapitel zu diesem Themen-Komplex. A.H.
Ganz gleich ob bei der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder nach Feierabend, unser Alltag ist nicht selten geprägt von langem Sitzen, ganz ohne große Unterbrechungen. Unser Leben wird zunehmend bequemer. Dass diese Entwicklung auch ihre Vorteile hat, möchte ich nicht anzweifeln. Jedoch dürfen wir eines nicht außer Acht lassen: Aller Komfort, der uns heute zur Verfügung steht, geht auf Kosten unserer Gesundheit, wenn wir dem nicht regelmäßig entgegenwirken!
Schauen wir einmal auf den Alltag unserer Vorfahren zurück, so wird eines schnell deutlich: Er war erheblich anstrengender. Dass durch stetigen Fortschritt unser Alltag nun nicht mehr so kräftezehrend ist, mag auf den ersten Blick wie ein Zugewinn unserer heutigen Zeit wirken. Für unseren Organismus ist diese Tatsache jedoch nur schwer zu verkraften, denn er benötigt körperliche Herausforderungen, Anstrengung und tägliche Belastung. Daran hat sich nichts geändert!
Die Folgen der hohen Inaktivitätszeiten sind gravierend und kosten uns täglich eine Portion Lebensqualität und viele gesunde Jahre! Doch was passiert mit unserem Körper, wenn wir ihn mit langen Sitzzeiten unterfordern? Die meisten Menschen verbinden mit Bewegungsmangel Übergewicht. Doch es geht um weit mehr. Der Verlust an körperlicher Aktivität führt zu einer vorzeitigen Alterung des Herz-Kreislauf-Systems. Die Herzfunktionen lassen nach. Ebenso schwächeln die Gefäße. Weitere mögliche Folgen können Stoffwechselstörungen sein, ein geschwächtes Immunsystem, Rheuma, Muskelschwund und Arthrose. Der Knorpel, die Bandscheibe – letztendlich jede Gelenkstruktur und sogar der Knochen, hängen am Tropf der Bewegung. Mit zunehmendem Alter fehlt zudem die muskuläre Basis für den Erhalt der Mobilität und Selbständigkeit.
Weil inaktive Menschen die negativen Auswirkungen von Stress viel schlechter kompensieren können, begünstigt alltäglicher Bewegungsmangel auch psychische Verstimmungen. Bewegung funktioniert wie ein reinigender Filter für Bluthochdruck oder Burnout. Sagen Sie also dem sitzenden Lebensstil den Kampf an. Keine Angst: Der Aufwand ist geringer, als Sie denken!
Fazit: Bewegung muss wieder in den Alltag. Dort ist sie verloren gegangen und da muss sie einfach wieder hin. Beginnen Sie deshalb, die Alltagsaktivität fest in Ihren Tagesablauf zu integrieren. Selbst kleine Investitionen helfen schon.