Sina Mai Holthuijsen deutsche U-23-Vize mit niederländischem Rekord!

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Kolumne

Moment mal

(Leverkusen/Krefeld 18. Juni 2017)
 Volkes Mund beschreibt es treffend, wenn der leibliche Nachwuchs sich anschickt, in die mitunter sehr großen Fußstapfen sportlich erfolgreicher Väter, Mütter und bisweilen beider Eltern zu treten: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Erst gestern brachte die angesehene Rheinische Post als Seitenaufmacher im Hauptsport unter dem Titel „Sportliches Talent geerbt“ eine mehr als halbseitige Story mit sechs eingeblockten Fotos. Vorneweg Jaden Gill, 15-jähriger Sohn der einstigen Tennis-Stars Steffi Graf und Andre Gassi, dem eine große Zukunft als Pitcher (Werfer) beim Baseball vorausgesagt wird. Darunter natürlich auch Vater Keke mit Sohn Nico Rosberg als Formel-1-Weltmeister von 1982 und 2016. Aus der Leichtathletik wird der frühere Weltklasse-Stabhochspringer Dany Ecker (*1977) aus Leverkusen genannt. Dank seines Vaters John, einem ehemaligen Basketballspieler, auch mit der us-amerikanischen Staatsbürgerschaft ausgestattet, dem von seiner noch berühmteren Mutter Heide Ecker-Rosendahl (1972 olympisches Weitsprung-Gold in München) in elterlicher Zusammenarbeit quasi die doppelte Sprungkraft in die Wiege gelegt worden ist.

Papa wurde niederländischer und deutscher Senioren-Meister

Ganz aktuell, mit gewissen Parallelen, haben wir es aus unserem Bereich eine Nummer kleiner. Die in Erkelenz wohnhafte und für den SC Bayer 05 Uerdingen startende Deutsch-Niederländerin Sina Mai Holthuijsen (*1996) wurde gestern  bei den Deutschen U-23-Meisterschaften in Leverkusen mit im letzten Versuch erzieltem neuem niederländischen U-23-Rekord von 62,38 Meter Vizemeisterin. Klingelt’s? Ja, genau, der darob verständlicherweise mächtig stolze Papa Peter Holthuijsen (*1961), ein selbständiger Grafik-Designer mit demselben Wohnsitz, ist der Gründer-Vater dieses Internet-Portals von, aber nicht nur für Senioren-Werfer/innen.
Was den messerscharfen Schluss zulässt, dass er selber diesem Beritt angehört. Wenngleich der fast zwei Meter große Hüne sich zunächst dem Mehrkampf verschrieb, bei den Senioren, so heißt bei unseren westlichen Nachbarn die Männer-Klasse, im besten Leistungssportalter niederländischer Vizemeister im Zehnkampf geworden ist und sein Heimatland im Mehrkampf-Europa-Cup vertrat.
Eingedenk seines stattlichen Körperbaus wandte er sich später Stoß- und Wurf zu, wurde bei den Masters mehrfach niederländischer Titelträger mit Kugel, Diskus und im Wurf-Fünfkampf. Und als er noch durfte Deutscher Winterwurf-Meister 2013 der M50 mit dem Diskus in Düsseldorf – und, ein absolutes Novum, nur einen Tag später in Apeldoorn Niederländischer Hallen-Meister im Kugelstoßen. Das wäre nach rigider Abschaffung des Ausländerstartrechts für EU-Bürger mit langjährigem Lebensmittelpunkt in Deutschland (bei Peter aufgrund der Liebe zu seiner deutschen Ehefrau Christa, einer Juristin, schon über 21 Jahre) nicht mehr möglich.

Sina darf weiterhin die doppelte Ernte einfahren

Da ist das hochtalentierte, obendrein hübsche Töchterlein infolge der doppelten Staatsbürgerschaft in einer komfortableren Situation. Bereits im Vorjahr wurde sie mit gerade einmal 20 Lenzen bei den Niederländischen Meisterschaften der Männer/Frauen im runderneuerten Olympiastadion von Amsterdam hinter der späteren Rio-Teilnehmerin Wendy Koolhaas Zweite.
Dass Sina als „halbes Meisje“ nun gestern in der Farbenstadt bei der Siegerehrung ebenfalls Silber in Empfang nehmen durfte, garniert mit niederländischem Landesrekord der U23, bedurfte über Mikrofon einer Erklärung des Stadionsprechers, dass sie hinsichtlich der Nationalität von Amts und auch (noch legal) Rechts wegen zweigleisig fahren darf. Bei etwaigen internationalen Starts hat sie sich der größeren Chancen wegen verständlicherweise für die „Oranjes“ entschieden.
Welch glückliche Fügung, dass sie den Rekord bei einer DM aufstellte. So war der Extra-Trip nach Arnheim für die verlangte Doping-Kontrolle innerhalb von 24 Stunden nicht notwendig, konnte sie auf Wunsch, da nicht ausgelost, gleich vor Ort von der WADA durchgeführt werden.

Trainer Helmut Penert zu Tränen gerührt

Die ausbaufähige Erfolgsgeschichte der sehr fleißigen, zielstrebigen, begabten und technisch schon sehr versierten, äußerst sicheren 21-Jährigen, die entgegen der Konkurrenz höchst selten einen ungültigen Versuch in der Serie hat (auch diesmal als einzige des Feldes nicht), wird gewiss fortgeschrieben, ist das Ende der Fahnenstangen mit Flaggen verschiedenfarbiger Couleur noch nicht erreicht. Dafür werden schon der Uerdinger Werfer-Trainer Helmut Penert (er war vom Erfolg seines derzeitigen Parade-Schützlings zu Tränen gerührt), der bereits Claus Dethloff, Kay Maibach und Thomas Neumann (alle 73 Meter und mehr) unter seinen Fittichen hatte, sowie die Eltern als umsichtige Manager und leibhaftige Maskottchen mit jede Menge Herzblut das Ihrige beitragen.