Alarmierende DKV-Studie: So ungesund leben die Deutschen

(Krefeld, 28. August 2018) Noch einmal am heutigen letzten Tag der Schulferien in Nordrhein-Westfalen (NRW) ein Festival der Sinne. Da ich/wir im unmittelbaren Einzugsgebiet von drei Schulen (darunter Waldorf für die bepelzten und betuchten Eltern) wohnen und leben, gibt’s beim gelegentlich unvermeidlichen Verlassen des Hauses in Nähe des Krefelder Zoos ordentlich was auf die Augen und Ohren. Bereits beim allmorgendlichen Gang zum und anschließend beim nur 250 Meter entfernten Bäcker unseres Vertrauens. Während ich für unser Frühstück Mehrkornbrötchen in verschiedenen, täglich wechselnden Variationen bevorzuge, bestellt unsere zu gefühlt 55 Prozent schwer- und übergewichtige bis fettleibige Elite von morgen/übermorgen mit überwältigender Vorliebe Hefeteilchen und Schokocroissants zum sofortigen Verzehr. Armes Deutschland!

NRW angeblich im Bundesvergleich noch recht gut aufgestellt

Das war indes lediglich die Ein- und Überleitung zu einer repräsentativen Umfrage der Deutschen Krankenversicherung (DKV) bei 2.900 Personen. Schon die Überschrift „So ungesund leben die Deutschen“ zu der Studie ist alarmierend. Wobei, und das löst zumindest bei mir ziemliche Verwunderung aus, sei NRW bei dem miserablen Gesamtergebnis im bundesweiten Vergleich „noch recht gut aufgestellt“.
Dazu die nackten Zahlen: 61 statt der tatsächlich neun Prozent stufen ihren allgemeinen Gesundheitszustand als gut bis sehr gut ein; gerade einmal 44 Prozent ernähren sich ausgewogen und vitaminreich; genau so wenig betätigen sich entgegen der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation von 150 Minuten moderater wöchentlicher körperlicher Aktivität sportlich; durchschnittlich 462 Minuten täglich verharrt der NRW-Bürger sitzend; 55,5 Prozent der Befragen glauben gut dem alltäglichen Stress gewachsen zu sein, derweil es sich beim Spitzenreiter in Baden-Württemberg (62 %) offenbar entspannter leben lässt; in Punkto Trinkfreudigkeit derer, die regelmäßig, wenngleich in Maßen Alkohol trinken, liegt NRW mit 85,5 Prozent hinter Rheinland-Pfalz und dem Saarland (je 86,5 %) an dritter Stelle der Negativwertung. Und hinten drauf noch eine gute Nachricht: Die Zahl der Raucher nimmt ab, „nur“ noch 21 Prozent greifen mit unschöner Regelmäßigkeit zum Lungentorpedo.

Ein bisschen Spaß muss schließlich auch noch sein

Daraus ziehe nun jede/r für sich, falls notwendig, seine Schlüsse und Konsequenzen. Was nicht heißt, dass einer auf Gedeih und Verderb puritanischen Lebensweise das Wort geredet werden soll. Es geht wie immer und überall um ein noch halbwegs gesundes, vertretbares Mittelmaß. Ein bisschen Spaß muss sein, haben wir fortgeschrittenen Semester schließlich dereinst anno 1969 von Roberto Blanco gelernt.